Rotenburg an der Fulda in alten Ansichten

Rotenburg an der Fulda in alten Ansichten

Auteur
:   Daniel Bingemann
Gemeente
:   Rotenburg an der Fulda
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2721-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rotenburg an der Fulda in alten Ansichten'

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9. Der malerische Winkel der Hospitalgasse, der letzten Gasse am hinteren Markt vor der St.Georgskapelle, zeigt die zusammenklebenden kleinen Häuser. Dichtgedrängt auf engem Raum wohnten hier viele Menschen, die sich täglich gegenseitig erlebten. Jeder wußte von Jedem und von einem Fenster zum anderen konnte man sich unterhalten, ohne besonders laut werden zu müssen. Auch tierische Lebewesen gesellten sich hinzu. Fast jeder fütterte ein Schweinchen, viele hielten eine Ziege oder gar eine Kuh. An der Ecke wohnte vorn rechts in seinem Haus der Stellmacher Pfaffenbach mit seiner Familie.

10. Spätestens 1290 war die Rotenburger Altstadtbefestigung fertig. Mauern und Türme standen. Hier haben wir den Bliek auf den Bürgerturm, der in die Westseite der Altstadtmauer eingebaut ist und den Abschluß der heute noch so genarmten Turmgasse bildet. An ihn angrenzend befanden sich das Gerichtsgefängnis und nicht weit davon das Stadtgefängnis. Außerhalb der Mauer, wo auf dem Bild noch die Gärten zu sehen sind, war der die Mauer umfließende Stadtgraben, der mit der Zeit versumpfte und 1928 endgültig zugeschüttet wurde. Nun entstanden dort Gartenan1agen, die natürlich heute bereits mit Häusern bebaut sind.

11. Das erste Wasserwerk wurde in Rotenburg über dem Eselspfad gebaut. 1902 war man soweit, daß der Bau durchgeführt werden konnte. Firma Baumholder aus Hildesheim führte die Arbeiten aus. Auch hier waren, wie damals üblich, viele italienische Gastarbeiter beim Bau tätig. Rotenburgs Wasserversorgung hatte bis dahin in Brunnen bestanden, die an verschiedenen Stellen im Alt- und Neustadtbereich aus Pumpen das Wasser spendeten. Nun kam die offizielle Wasserleitung bis ins Haus.

12. 'Genn mä mo zum Wiedenbärg, do gebbts Klawier und Gaije,' so äfften die Braacher den Rotenburgern nach; so bekannt war aber auch das Lokal, das zu den ersten Gebäuden außerhalb der Rotenburger Stadtmauer zählte. Im frühen 19. Jahrhundert mag es erbaut worden sein, wechselte mehrmals den Besitzer und war Domizil verschiedener Vereine. Der Schützenverein hatte hier seine Schießbahnen, Kegelvereine ihre Kegelbahn und nicht zuletzt das weltliche 'Stift' hatte hier von 1877 bis 1919 sein Stammlokal. Das Haus stand im Sommer schattig unter den Bäumen des Eselspfades und kühl ruhte das Bier in dem dahinterliegenden Felsenkeller. Der Bliek des Gastes schweifte über die Fläche der Seewiese zur Tonwiese bis zur Hochmale, dem ehemaligen Breitingen.

13. Vom Turm der Jakobikirche herunter in die Altstadt zu sehen ist auch heute noch möglich, Dieses Bild zeigt jedoch den Zustand um 1880. Noch brannten in den Häusern die Petroleumlampen, um die Stuben zu erhellen. Keine Leitungsdrähte ziehen von Dachständer zu Dachständer. Domms Ecke zeigt noch das alte Haus, das von dem nächstliegenden in Richtung Rathaus durch einen Winkel getrennt war. Später sind daraus eine breite Front und ein ganzes Haus entstanden. Der Bliek über das Dach von 'Eekwalper' zeigt noch die großen Dächer der Scheunen in der Scheunengasse, die in den neunziger Jahren verschiedenen Bränden zum Opfer fielen.

14. Der Bliek in die untere Breitenstraße, vom Marktplatz aus, zeigt um 1900 die bunte Vielfalt der Vorplatzgestaltungen auf der Straßenseite. Rollos, Markisen, Topfpflanzen, Haustreppchen und Kellereingänge bieten in der Häuserfront reiche Abwechslung. Man ging noch auf der gepflasterten Straße. Der heutige Bürgersteig des Straßenzuges wurde damals vom jeweiligen Hausbewohner zur eigenen persönlichen Bequemlichkeit und Gestaltung genutzt. Trotz längerer Arbeitszeit und geringerer Freizeit war mehr Raum für persönliche Begegnung. Radio und Fernsehen nahmen den Menschen noch nicht in Anspruch,

15. Das 'Rotenburger Tageblatt', auch später 'Rotenburger Kreisblatt' genannt, war zeitweilig die einzige Zeitung im Kreis Rotenburg und darüber hinaus. Sie wurde 1857 von dem Buchdrucker Bertelsmann gegründet, einem Verwandten der großen Bertelsmann-Gruppe aus dem Raum Bielefe1d. Adam Hofmeister übernahm nach dem Tod von Bertelsmann 1910 die Druckerei. Aus diesem Haus in der unteren Breitenstraße, in dem sich heute Elektrogeschäft Schröter, vormals Lauterbach, befindet, zog 1931 Hofmeister in den Steinweg, in die freigewordenen Räume der Fürstlichen Landvogtei, in der zuletzt das Landratsamt untergebracht war. 1941 wurde wegen Papiermangel das Erscheinen des 'Rotenburger Tageblattes' eingestellt.

16. Immer wieder war es das Hochwasser, das, wie hier 1920, die Fotografen auf den Plan rief, um die diesmal vermeintlich außergewöhnliche Katastrophe im Bild festzuhalten. Das Untertor ist überschwemmt bis zum damaligen Amtsgericht, rechts im Bild. Das Gebäude, das 1832 als Schule von der Stadt erbaut worden war, wurde 1848 einem Obergericht überlassen, das aber nur bis 1851 dort tätig war, ehe es zu einem Kriminalgericht und späteren Amtsgericht zurückgestuft wurde. 1973, nach dem Bau eines neuen Gerichtsgebäudes in der Weidenbergstraße, wurde dieses Haus abgebrochen. Auf seiner Grundfläche entstand ein Parkplatz.

17. Nur bei den aIten Rotenburgern ist der Begriff der 'Luftschnäpper' noch bekannt. Die Jüngeren wissen nicht mehr viel von dem Haus, das dort stand, wo die Brückenauffahrt am Parkplatz (Amtsgericht) sich befindet. Amtsgerichtsrat Rohde hatte es erbaut und 1919 an die Begründerinnen der 'Schule für Atemtechnik und Stimme', Schlaffhorst und Andersen. verkauft, da das landgräfliche Projekt für die Schule am Emanuelsberg nicht zur Ausführung gekommen war. Seit 1926 wurde von Anka Schulze die Schule als Filiale der in die Lüneburger Heide verzogenen ' Atemschule' weitergeführt bis zum bevorstehenden Abbruch wegen des Brückenbaues 1961.

18. Wie verändert das Bild an der Straße zum Untertor vor neunzig Jahren, gegenüber heute, noch war, zeigt diese Aufnahme deutlich. Die Gärten entlang der Straße nach Braach sind kaum mit Häusern bebaut. Schöne Gartenhäuschen zierten die einzelnen Grundstücke. Rotenburg war bis zur Mitte dieses Jahrhunderts reich an solchen Gartenhäusern, die architektonisch und in ihrer Variabilität ein fester Bestandteil des Rotenburger Stadtbildes waren. Zeitweilig standen sie sogar unter Denkmalschutz. Die Straße war allerdings bei Regenwetter damals ohne hochgeschnürte Schuhe nicht begehbar. Der Rand war bestanden mit Rotdornbäumen, die zur Blütezeit einen wunderbaren Anblick boten.

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