Rotenburg an der Fulda in alten Ansichten

Rotenburg an der Fulda in alten Ansichten

Auteur
:   Daniel Bingemann
Gemeente
:   Rotenburg an der Fulda
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2721-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Rotenburg an der Fulda in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

39. Die Fulda, am Durchfluß zwischen Alt- und Neustadt, über Wehr und Schleuse, zeigt immer wieder ein anheimelndes Bild durch das bewegte Spiel des Wassers. Die Wehranlage mit der Schleuse wurde um 1600 durch Landgraf Moritz erbaut, als er die Fulda bis Hersfeld schiffbar machen ließ. Links standen die alten Gebäude der Ledergerber Rössing und Schaub. Am Ende der Brotgasse, vor der letzten Pappel im Hintergrund, befindet sich auf dem Wasser das damals mobile Schwimmbad. Im Winterhalbjahr abgebaut, wurde es zu Beginn der Badesaison wieder zu Wasser gelassen. Es bestand aus drei Kabinen zum Umkleiden, wobei die mittlere nach unten geöffnet war und man über eine Treppe ins Wasser steigen konnte, um nach außen keinen 'unzüchtigen' Anblick zu bieten.

40. Als das Fuldawasser noch weitgehend frei von chemisehen Stoffen war, bis 1950 etwa, und darüber hinaus nach dem Brand der Mühle in 1923 die Höhe des Wehres nicht mehr kurzfristig verändert wurde, fror bei der konstanten Wasserhöhe das Wasser über dem Wehr im Winter noch öfter zu. Nachdem die Polizei die Stärke und Tragfähigkeit des Eises geprüft und das Betreten erlaubt hatte, begann ein munteres Treiben auf dem Eis. Die Stadtkapelle Staske spielte, die Budenkrämer verkauften heiße Schokolade und andere wärmende Getränke. Jungens, die keinen Eintritt zahlen konnten, die auch gern Schlittschuh laufen wollten, mußten nach Zeiteinheiten die Fläche blankkehren und durften dann auch ihr Glück versuchen.

/

41. Ebenso belustigend wie das Schlittschuhlaufen auf dem zugefrorenen Wehr war eine Landpartie mit dem Pferdeschlitten durch die verschneite Landschaft. Die Füße standen auf einem heißen Backstein, die Hände waren im Muff versteekt und so konnte die ganze Familie am Sonntag, wenn man Zeit dazu hatte, sich vom Pferd durch die Gegend ziehen lassen. Dazu läuteten die Glocken vom Geschirr. Die Straßen wurden um die Zeit unserer Aufnahme, etwa 1900, noch nicht mit Salz von Schnee und Eis befreit.

42. Ein Bliek auf den Brückenkopf der Neustadtseite zeigt um 1900 noch den ersten Zustand der alten landgräflichen Mühle, die 1905 von Herz Hess Söhne nochmals umgebaut und im Zierfachwerk um ein Stockwerk erhöht wurde. 1612 war sie kurz nach dem Bau von Wehr und Schleuse auf Befehl von Landgraf Moritz entstanden. Unterhalb der Mühle zieht sich der Mühlgraben hin, der in trockenen Sommern oft mehr Wasser führte als das Hauptflußbett. Das 'Steinerne Haus' hinter den Bäumen links im Bild ist zu der Zeit um 1900 noch vollständig verputzt.

43. Im Oktober 1923 geschah das Schreckliche. Die große Kunstmühle von Herz Hess Söhne ging in Flammen auf, vermutlich durch ein Schwelfeuer. Schrecklich wütete der Brand. Volle Säcke wurden durch die enorme Hitze hoch über die Dächer der Stadt geschleudert. Die Feuerwehr hatte Mühe, trotz reichlichen Wassers, die angrenzenden Gebäude zu schützen. Die Mühle wurde nicht mehr aufgebaut. Lange waren, wie auf dem Bild, die Ruinen zu sehen. In dem vorderen Raum der Ruine unterhielt Gärtner Klein zwischenzeitlich einen Gernüse- und Blumenladen. Erst 1940/41 baute der aus Süddeutschland kommende Ingenieur Eugen Haag an Stelle der Mühle ein Elektrizitätswerk auf, das bis heute Strom erzeugt.

Stcinweg'

44. Der Steinweg, die Hauptstraße der 1340 angelegten Rotenburger Neustadt, war wohl von Beginn an gepflastert und hat daher seinen Namen bekommen. Das Bild, um 1920 aufgenommen, zeigt die Häuserzeile, die ausschließlich aus Geschäftshäusern besteht. Rechts ist noch der alte Zustand des Leckscheid'schen Hauses zu sehen, in dem der Mühlenkonduktor wohnte und sich die Büros der Hess'schen Mühlenverwaltung befanden. Als im Oktober 1923 der große Brand die Mühle zerstörte, konnte die Feuerwehr das Haus bewahren, wodurch es zum Bollwerk für die ganze Häuserzeile wurde, die dadurch auch vom Brand verschont blieb. Heute befinden sich, nach größerem Umbau, im Parterre des Hauses die Räume der Schloßapotheke.

45. Blickfang im mittleren Teil des Steinweges ist der imposante Fachwerk-Backsteinbau mit Erkeranbau und Eingang darunter. Das Haus, das heute Familie Keim gehört und im Untergeschoß das Fotolabor von Hadamzik beherbergt, war einmal Postgebäude. Bürgerrneister Wetzel hatte es privat erbaut und der Reichspost vermietet, Auf der Straße sehen wir einen Postbeamten mit Pferd und Wagen, der sich auf 'Dienstreise' begibt. Rechts vom 'Postamt' ist noch das schmale, im Jugendstil erbaute Textilhaus von Flörsheirn zu sehen, wo sich heute nach Besitzwechsel über Mainz und Sinning das Textilhaus Ellrich erhebt. An der Häuserzeile links im Bild ist noch eine Pumpstation der Rotenburger Wasserversorgung sichtbar, die das Bild in die Zeit vor 1900 einordnet.

46. Um 1880 sah es im mittleren Steinweg wie auf diesem Foto aus, Links im Bild das stattliche Fachwerkhaus ist um 1887 abgerissen worden und machte die Stelle frei, wo Bürgermeister Wetzel das Gebäude für die Post errichtete. Daneben ist Baruch Flörsheim, dessen Haus später an den Kaufmann Mainz ging. Das dritte Haus, das Eckhaus vor der Brotgasse, gehörte Bäckermeister Ludwig Hucke, kurzfristig Bäcker Lins und nach ihm Bäckermeister Wicke, der es heute noch besitzt. über den Brotgasseneingang hinweg wohnte Metzgermeister und Gastwirt Schaub, der Hoflieferant für das hiesige Schloß war.

47. Die Brotgasse in der Rotenburger Neustadt ist die schönste erhaltene Fachwerkstraße in diesern Stadtteil. In leichter S-Form schwingt sie sich vom mittleren Steinwegbereich nach Südosten und endet nahe der Fulda. Im mittleren Teil der Gasse befanden sich früher auf der linken Seite die Schule und Synagoge der israelitischen Gemeinde von Rotenburg. Eine wohlabgewogene Mischung von Privat-, Handels- und Handwerksleuten bewohnte die Gasse. Von ihrem Ende an über das Gelände unterhalb von Bahnhof und Post über die Lindenstraße hin zog sich ein Fuldaarm, der die Rotenburger Insel bildete, von der in einer Stiftsurkunde 1356 die Rede ist. Neugierig stehen 1890 die Kinder vor dem Fotografen, während im Hintergrund der Alltag abläuft.

48. Das Baden in den kühlen Fluten der nahen Fulda war früher nicht wegzudenken, genau wie heute ein Baden in den schmutzigen Wässern des Flusses nicht mehr denkbar und auch schon seit langer Zeit verboten ist. Rotenburgs Badefreunde hatten früher verschiedene Möglichkeiten, vom Wellenbad bei der Mühle angefangen über die schwimmende Badestation an der hinteren Brotgasse bis zum damals modernen Strandbadehaus, wie wir es auf diesem Bild sehen. Es wurde 1931 erbaut, von einem Bademeister betreut, hatte mehrere Umkleidekabinen und ermöglichte einer größeren Menge badefreudiger Rotenburger das Baden in der Fulda. Seit langen Jahren ist das Strandhaus umfunktioniert in eine, sommertags von einem Wart betreute, Campingplatzeinrichtung.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2020 Uitgeverij Europese Bibliotheek