Rotenburg an der Fulda in alten Ansichten

Rotenburg an der Fulda in alten Ansichten

Auteur
:   Daniel Bingemann
Gemeente
:   Rotenburg an der Fulda
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2721-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rotenburg an der Fulda in alten Ansichten'

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59. Die 'Scharfe Ecke', wie man das Ende der ehemals Kasseler Straße im Bereich der Brauhausstraße und der Mündung in die Lindenstraße nannte, hatte als markantestes Haus die Gaststätte von Wilhelm Wiegand aufzuweisen. Ausspann, kann man auch auf dem Eekschild lesen. Reisende und Kaufleute zu Pferd konnten sich hier ausruhen oder auch die Nacht 'urn die Ohren schlagen'. Rechts davon befand sich im vorigen Jahrhundert einmal die Poststation. Gegenüber im Haus war die Herberge für wandernde Handwerksgesellen untergebracht. Beirn Bau der neuen Brücke mußten die Gebäude in diesem Bereich abgebrochen werden.

60. 'Die Mietskaserne' nannte man das Haus an der damaligen Kasseler Straße in der Neustadt. Herz Hess hatte es um 1865 erbaut und, wie damals üblich, dem preußischen Staat für die Unterbringung von Soldaten, also als Kaserne, vermietet. Zunächst waren hier Artilleristen kaserniert, die nach dem Krieg 1870171 durch Husaren abgelöst wurden bis man auch diese 1889 nach Kassel verlegte. Gutsbesitzer Peißtrupp kaufte das Haus und gestaltete es nach 1912 in ein Internat für Lehrerinnen aus dem Lehrerinnenseminar um (siehe unser Bild). 1919 kaufte es Justus Stiel, richtete eine Pension ein und vermietete privat. Nach dem Zweiten Weltkrieg kaufte es Firma Haack und Co für Geschäftsräume.

61. Die Rotenburger 'Neue Abendgesellschaft' hat das Gebäude 1840 errichtet, das man 'Club', 'Casino' und auch 'Kurhaus' nannte. Die Offiziere der nahen Mietskaserne von 1866 bis 1889 besuchten rege die Gastronomie, der auch eine Kegelbahn angeschlossen war. Von 1920 bis 1926 berrieben hier Gattlob und Gesemann die 'Rotenburger Lichtspiele", die 1919 im Hotel Engel begonnen worden waren. Nach 1933 übernahmen die Parrei und die Stadt das Gebäude, um es als Kurhaus zu nutzen. Ein NSV-Kindergarten wurde hier untergebracht, die Räume allerdings auch zu Ausstellungszwecken freigegeben. Schließlich dienten sie als Lagerräume und waren verrnietet. Erst nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges konnte die Abendgesellschaft, die noch immer Eigentümerin war, den endgültigen Verkauf an die Stadt bewirken. 1961/62 wurde das Gebäude abgerissen,

62. Das um 1900 von Bauunternehmer Deist erbaute Haus in der Kasseler Straße bewohnte zunächst der Kreisphysikus Dr. Faber. Später erwarb es Gerbermeister Rössing. 1933 ist es von der damaligen Kreisleitung der NSDAP benutzt worden. 'Braunes Haus' wurde es nun allgemein genannt, nicht nur wegen des braunen Anstrichs. Nach dem Krieg 1945 war es zunächst Ausweichquartier der Kreisbehörd e, deren Räume im Landratsamt durch arnerikanische Truppen besetzt waren. Zwischenzeitlich wurde es an Privatfamilien vermietet, ehe die Polizei ab 1957 für zwanzig Jahre ihr Domizil hier aufschlug. 1977 wurde das Gebäude abgebrochen.

63. In der Kasseler Straße, wo die Straße vom Rasen kommend einmündet, stand bis vor einigen Jahren unterhalb vom 'Braunen Haus' das Haus von DL Eisenach. Als Kreisphysikus war Dr. Eisenach sehr bekannt, darüber hinaus aber hat sich der engagierte Naturkundier der Rotenburger Flora und Fauna angenommen. Neben einigen Veröffentlichungen sammelte und besprach er alles, was man in der Natur, ausgedehnt auf den gesamten Kreis Rotenburg, zu seiner Zeit finden konnte. Seine große Kleintier- und Vogelsammlung stellte er später der Stadt Rotenburg zur Verfügung, die die Präparate der Jakob-GrimrnSchule zum Anschauungsunterricht übergab, Später kamen diese Sammlungen in das Kreisheimatmuseum, wo man sie heute noch bewundern kann.

64. Das Bild vom Neustädter Kirchplatz aus dem Jahre 1926 zeigt eine Gruppe Männer beim Tauziehen, einem Ausgleichsport während einer christlichen Freizeit, die Pfarrer Hamann durchführte. Vor dem heutigen Kirchlichen Rentarnt, wo jetzt das BonhoefferHaus steht, war der Kirchplatz damals noch frei von Gebäuden. Lediglich einige Lindenbäume bestanden den Platz. In früherer Zeit diente der Kirchplatz als Kirchhof, wo bis 1784 gelegentlich noch Neustädter Bürger beerdigt wurden, obwohl schon 1763 ein neuer Friedhof am Westende des Zwickel angelegt worden war.

65. Rotenburgs Feuerwehr-Gerätehaus mit Schlauchturm, ein Holzbau, der 1900 an der Fu1da unterhalb der alten Brücke errichtet worden war. Er diente der Rotenburger Freiwilligen Feuerwehr zum Schlauchtrocknen und Geräteunterstellen. Erst 1964, als man in der Mündershäuserstraße am Parkende in der Altstadt ein neues Gerätehaus errichtet harte, konnte dieses Haus, das oft auch durch Hochwasser gefährdet war, abgerissen werden. Heute befinden sich dort Bushaltestellen.

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66. Der Rasen, die größte Straße im westlichen Neustadtbereich, müßte eigentlich 'Vordergasse' heißen. Im Nordosten, parallel zu ihr, finden wir nämlich Mittelgasse und Hintergasse als Straßenbezeichnung. 'Der Rasen' war früher allgemein der Begriff für diese ganze Fläche, die sich am nahen Fuldaufer hinzog, ehemals Hute war und heute noch wie damals, den häufigen Überschwemmungen ausgesetzt ist. Hier stehen hauptsächlich Privathäuser ohne allzuviele Handels-, Handwerks- und Ladengeschäfte. Die Aufnahme um 1920 zeigt, wieviel Holz doch vor so mancher Tür lag. Heute nennt man die Straße Neustadtstraße.

67. Familie Pabst am Rasen, eine stadtbekannte Familie, hatte am 6. Februar 1912 Silberhochzeit. Verwandte und Freunde scharten sich um das Silberpaar, das der Fotograf im Bild festhielt. Über der Tür auf dem Schild kann man lesen, wovon die Familie lebte. Sie unterhielt eine Bäckerei, eine Mehlhandlung; Kolonialwaren wurden verkauft wie Tabak und Zigarren, auch Futter und Düngemittel konnte man hier erwerben. Auch dieses Haus mußte, wie so manches in dem Bereich, 1966/67 der neuen Brücke weichen.

68. Die Radfahrer jener Tage, so um 1910, waren noch Könige der Straße. Ihre 'Vehikels', wie hier auf dem Bild, hatten trotz schlechter Straßen, Rennradcharakter, mit tiefem Lenker, schmalen Felgen, dünnen Pneu und waren ohne Schutzbleche. Die beiden äußeren Personen auf dem Bild sind Franz und Reinhard Pabst vom Rasen. Die mittlere, die sich eines Dreirades bediente, ist Dietrich Schaub, ein Nachbar, der sich auch später mit Fahrradhandel beschäftigte. Sein Vater, Georg Hrch. Schaub, der in Leipzig seine kaufmännische Lehre absolvierte, besaß zu der Zeit noch ein Hochrad, das er fuhr. Er war auch damals in Leipzig schon, vor der Jahrhundertwende, ein Profi im Rollschuhlaufen gewesen.

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