Rothenburg ob der Tauber in alten Ansichten

Rothenburg ob der Tauber in alten Ansichten

Auteur
:   Hartmut Schötz
Gemeente
:   Rothenburg ob der Tauber
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3475-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rothenburg ob der Tauber in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Es ist erstaunlich, wie gerne sich die Menschen an die 'gute alte Zeit' erinnern. Erstaunlich deswegen, weil die Menschen in früheren Jahrzehnten wesentlich mehr entbehren mußten und lange nicht den hohen Lebensstandard besaBen, wie die meisten in der Gegenwart. War es die Ruhe, die Ausgeglichenheit, die die Zeit so lebenswert erscheinen läßt, oder machen die Menschen sich ganz einfach etwas vor? Ich glaube, es liegt im Menschen, das Schlechte schnell zu vergessen und eine Reihe von schönen Erlebnissen in Erinnerung zu behalten und sie global als einfach gut zu registrieren.

Geschichte ist Vergangenheit und Geschichte, insbesondere Heimatgeschichte, ist wieder 'in'. Sie ist besonders lebendig, wenn sie in Bildern dargeboten wird. Die Geschichte und historische Bilder in diesem Buch sollen Rothenburger Bürgern und Freunden der Stadt die Möglichkeit geben, die örtliche Vergangenheit angehörig zu bewundern.

Der erste Teil des Namens Rothenburg hängt nicht, wie man früher annahm, mit der Farbe 'rot' oder einer 'Waldrodung' zusammen, sondern leitet sich von rot = rotte, lateinisch rupta = Schar, Gemeinde ab.

Lesen wir über die Geschichte Rothenburgs in den Stadtchroniken, so finden wir am Beginn die Mitteilung, daß sich die Herzöge Pharamund und Pluvemund um 420 nach Christus an der oberen Tauber zwischen den Schwaben und Thüringern festgesetzt haben. Eisenhart berichtet, im Jahr 687 habe die Stadt Rothenburg auf Befehl und Geheiß des Würzburger Bischofs Kilian durch die Mönche Colomarm und Dietmann das Christentum angenommen. Im 10. Jährhundert treffen wir auf der Burg das Grafengeschlecht derer von Rothenburg das die Komburg bei Schwäbisch Hall kauft. Nach seinem Aussterben belehnt Kaiser Heinrich V. den Hohenstaufen Konrad mit dem

Herzogtum Franken und dessen Hauptstadt Rothenburg. Im Jahr 1172 gibt Kaiser Barbarossa die Stadt an das Reich. Der erste Bürgermeister heißt Wernitzer.

Um 1200 wird in Rothenburg in einer Baupolizeiordnung erlassen, daß die Schindeldächer innerhalb der Stadt abzutragen und die Häuser mit Ziegeln abzudecken sind. Die Straßen müssen alle acht Tage gereinigt werden und Luxusgesetze sollen zu jener Zeit allzu großen Aufwand einschränken. Zum Beispiel wird hierin die Zahl der Hochzeitsgäste beschränkt, Hochzeitsgeschenke sind lange Zeit verboten. Doch ist es erlaubt, am Morgen nach der Hochzeit mit dem Bräutigam eine Maß Wein zu trinken, jedoch keinesfalls mehr. 1396 verbietet eine Rothenburger Kleiderordnung das Tragen von Schleiern.

Rothenburg, dessen ältester Mauergürtel noch durch den weißen Turm, Röderturm, Graben und Johanniterhof bezeichnet wird, ist am Anfang des 13. Jahrhunderts schon ein blühendes Städtchen. Die Blütezeit der Stadt heftet sich - einige Zeit danach - an den Namen des großen Bürgermeisters Heinrich Topler.

Von 1258 bis ins 15. Jahrhundert wird am Dominikanerinnenkloster gebaut. Die Klosterkirche ist bereits um 1270 fertiggestellt worden. Es war ein einschiffiger, frühgotischer Bau mit vier Altären. Ab dem 14. Jahrhundert hat der Rat in der Klosterverwaltung maßgebenden Einfluß. Durch die Reformation wird das bedeutende Kloster 1544 aufgehoben.

In der Reformationszeit schließt sich Rothenburg den aufständischen Bauern an und wird der Stützpunkt des Bauernkrieges in Franken. Am Anfang des 17. Jahrhunderts ist die Stadt mehrmals Stützpunkt für die Fürsten der Union.

In den Kriegen der Jahre 1792-1801 hat Rothenburg ein

hohes Maß an den allgemeinen Lasten zu tragen. Die Staatsschuldenlast wächst auf 700 000 Gulden an. Am 2. September 1802 erscheint ein kurbayerisches JägerbatailIon unter Major Vincenti und nimmt die Stadt im Namen der Bayerischen Regierung in Besitz. Das ist das Ende der freien Reichsstadt.

Die folgenden Jahre bringen viele Güterverkäufe. Die Stadt kann sich erst nach etwa sechzig Jahren wieder erholen.

Nun zur jüngeren Geschichte. Im Jahr 1877 wird die Gewerbeschule in eine sechsklassige Realschule verwandelt und 1883 erwirbt die Stadt das Probstsche Schulhaus. Ein Jahr danach verlegt man die Post in die Ratstrinkstube auf dem Markt. 1887 wird der sogenannte Umritt in der Roßmühle zu einer Turnhalle umgebaut. 1891 verlegt man die Schmetzersche Fabrik nach Ansbach. Auch für die Vorschulkinder wird in damaliger Zeit gesorgt. 1893 stiftet eine ehemalige Rothenburgerin, Frau Eichler in New York, ein Kindergarten. Ein Jahr später wandelt man die alte Lateinschule in ein sechsklassiges Progymnasium um. Im gleichen Jahr wird mit der Neupflasterung der gesamten Stadt begonnen. 1896 tritt ein städtisches Pensionat für Mittelschüler ins Leben und 1897 führt man die elektrische StraBenbeleuchtung in Rothenburg ein. 1898 wird der Verein Alt-Rothenburg mit dem Bestreben, den altertümlichen Charakter der Stadt zu wahren, gegründet.

In das Telefonnetz wird Rothenburg ein Jahr vor der Jahrhundertwende einbezogen. Im Jahr 1900 hat die Stadt etwa 8 000 Einwohner.

Erinnern möchte ich an dieser Stelle auch an erloschene Rothenburger Geschäfte, deren Namen noch nach der Jahrhundertwende fast jedermann kennt, wie das Atelier für Zahnheilkunde von Karl Sonnentag am Kapellenplatz 510a mit der Telefonnummer 100. Neben den Sprechstun-

den an Werktagen ist damals auch an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 4 Uhr geöffnet gewesen. Ebenfalls erloschen ist die Kurz-, Weiß-, Woll- und Modewarenhandlung Karl Schlenk, Markt 487a. Diese beiden Namen stehen auch für alle anderen die ungenannt geblieben sind, denn die Aufzählung ist beliebig fortzusetzen.

1903 erbaut man nach dem Entwurf von Professor Theodor Fischer das Mädchenschulhaus. Schon 1904 verbinden neun Bahnzüge die Stadt mit der Linie Würzburg- Treuchtlingen und 1905 wird die Bahn Rothenburg-Dombühl, zu deren Grunderwerbungskosten die Stadt 98 000 Mark aufzubringen hat, eingeweiht. Der zunehmende Verkehr macht diese Maßnahmen notwendig. Die ständig wachsende Einwohnerzahl erzwingt die Bebauung und das damit verbundene Anlegen der Straßen vor der alten Stadt. Östlich entsteht im Halbkreis um die alten Mauern ein Neubauviertel. Das bedeutendste Haus dieser Bauepoche ist das Amtsgerichtsgebäude. Im Jahr 1904 kann der städtische Schlachthof eingeweiht werden und 1908 setzt man am 500. Todestag des großen Bürgermeisters Topier nördlich der Blasiuskapelle den Toplerstein. Das Buchdruckereigewerbe steht in Rothenburg schon lange auf beachtlicher Höhe. Der früher stark betriebene Weinbau ist eingegangen. Mit Nürnberg hat Rothenburg gemeinsam, daB die Kirchen der Gotik, die weltlichen Bauten meist der Renaissance angehören,

Die Leser haben nun Gelegenheit ihre Erinnerungen aufzufrischen oder Alt-Rothenburg kennenzulernen. Für freundliche Hinweise zu diesem Buch danke ich an dieser Stelle den Herren Richard Wagner und Ludwig Eisenmann.

Hartmut Schötz

~ 104.Kun.t.n.ult Albrecht. Rothenburg ?. d. Tbr.

1. Um 1895 entstand diese Ansichtskarte mit einer Teilansicht der Rothenburger Herrengasse und dem Stadtwappen links im Bild. Hierin erheben sich über einem mit Zinnen gekrönten Mauerwerk zwei Türme in roter Farbe auf weißem Feld. Erst später trat zwischen die beiden Türme noch ein kleines Gebäude, genauer ein auf Pfeilern ruhendes Dach. Es stellt das kaiserliche Landgericht dar, das unter Bürgermeister Topier an die Stadt kam. Das Landgericht war innerhalb der alten Burg auf der Anhöhe, die den schönen Bliek auf Detwang gewährt. Die Rechtsprechung fand anfangs unter freiem Himmel statt. Später errichtete man auf sechs rohen Steinpfeilern ein Dach, unter dem die Schöffen auf Steinbänken saßen.

2. Das Panorama Rothenburgs von der Steinmühle aus gewährt uns mese alte Ansicht Rothenburgs. Die höchsten Punkte bilden die Türme der Jakobskirche - ganz links - und das Rathaus. Vom Rathaus aus verzweigen sich die Hauptstraßen der Stadt sechs machtigen Türmen zu, die sich über dem Burgtor, Klingentor, Galgentor, Rödertor, Spitaltor und Kobolzellertor erheben. Von den weiteren 27 Türmen kann sich an Größe und Stärke nur der Faulturm mit ihnen messen. Auch die Wahrzeichen der Stadt sollen an dieser Stelle Erwähnung finden: Zwei Tûrme ohne Dach, eine Mühle ohne Bach, eine Brücke ûber den Rain, dies mûssen die Wahrzeichen Rothenburgs sein. Gemeint sind die Türme der Jakobskirche mit ihren durchbrochenen Helmen, die Roßmühle und die Doppelbrücke. Die zu Beginn des Jahrhunderts gebaute Umgehungsstraße ist im Bild noch nicht zu finden.

3. Die hier gezeigte Aufnahme mit einem Teil der Bahnhofsrückseite und Rothenburger Bahnbediensteten entstand im Herbst 1923. Ende 1923 am Höhepunkt der Inflation hatten auch die Bahnbeamten viel Arbeit. Zu sehen sind, stehend von links nach rechts: Alfred Meyer, Heinrich Schmidt, Martin Kronacker , Löhr und Lutz. Vorne links sitzt Herr Gahm, von den Franzosen aus der Pfalz ausgewiesen, sein Bruder hatte beim Rödertor ein Schreibwarengeschäft. In der Bildmitte erkennt man Bahnhofsvorstand Germer, rechts von ihm sitzt Kassenverwalter Kraft. Das waren noch Zeiten, als in den zwanziger Jahren am Pfingstmontag zwei Sonderzüge von Nürnberg und ein Sonderzug von Würzburg verkehrten, als die Nürnberger Ausflügler, die in der Frühe mit Rückfahrtskarte 4. Klasse D-Zug über Steinach ankamen und abends den weiteren Weg über Dombühl, ob Dombühl3. Klasse D-Zug benutzen wollten. Spezialfahrkarten wurden aufgelegt: Umwegkarte und Übergangskarte 4.1 3. Klasse mit D-Zuschlag auf einer Fahrkarte.

4. Im Rothenburger Steinweg entstand dieses Foto mit dem landwirtschaftlichen Lagerhaus der bayerischen Centraldarlehenskasse in München. Die Lagerhäuser hatten zu jener Zeit keine Silos sondern nur die sogenannten Schüttböden. Das Getreide wurde in Doppelzentnersäcken mit Kuh- oder Ochsengespann angeliefert und auf dem Rücken auf die Laderampe gehoben. Noch um 1930 - unser Bild entstand etwa zwanzig Jahre früher - kostete ein Zentner Hafer im Verkauf zwischen 9 und 11 Mark. Auf der Heimfahrt hatten die Gespanne oft ein paar Zentner Dünger geladen. Damals gab es noch keine Mischdünger wie Thomaskali (Thomasmehl und Kali) oder Phosphatkali (Phosphor und Kali) sondern nur Thomasmehl (gemahlene Eisenschlacke mit Kalk), Kali, Kalk und Kalkstickstoff. Dieses Lagerhaus übernahm später die Firma Langenbuch.

5. Im 15. Jahrhundert stand es mit dem Rothenburger Schulwesen noch schlecht. 1403 gab Topier seine Einwilligung zur Lehrtätigkeit des Stadtschreibers Heinrich, der den einen vorhandenen Lehrer in seiner Arbeit unterstützen sollte. 1544 waren drei Lehrer in Rothenburg tätig. Dr. Jakob Andreae richtete 1559 im Mönchskloster eine fünfklassige lateinische Schule ein. Der damalige Rektor Wiekner erarbeitete eine nennenswerte Schulordnung. Bereits 1556 war auf Veranlassung des Rates eine neue Singschule eingerichtet worden. Ab 1539 wirkte Johannes Hornburg als Rothenburger Bürgermeister. Er erwarb sich nicht nur um das Schulwesen große Verdienste. 1920 entstand diese Aufnahme vom 'Städtischen Schülerpensionat', der heutigen Topler- Volksschule.

6. Nicht in einem Zug erbaute man die mächtige Torburg beim Rödertor. Im späten 13. Jahrhundert begann man mit dem Buckelquaderturm und verstärkte die Verteidigungsanlage später immer wieder bis ins 17. Jahrhundert, wo die äußere Bastei mit dem Vortor und den zwei runden, sitzbemützten Torhäuschen entstand. Die Torwärterhäuschen mit dem Torbogen sind ein bedeutender Teil der Röderbastei. Anmutig wirken die Zeltdächer der beiden Häuschen, die vor wenigen Jahren mit alten Ziegeln neu eingedeckt worden sind.

7. Im Jahre 1912 besuchten Dinkelsbühler Seminaristen die Stadt Rothenburg. Dabei entstand das hier gezeigte Kartenfoto. Wenn von den Besuchern heute noch jemand am Leben ist, so müßte er um die neunzig Jahre alt sein. Das kleine Gebäude im linken Bildteil findet man in unseren Tagen nicht mehr. 1945 brannte es aus und wurde später in etwas geräumigerer Art aufgebaut. Heute ist hier der Kupschmarkt untergebracht. Rechts im Bild ist der Rödertorbogen mit einem Stückchen Stadtmauer zu sehen. Ganz links ein Mädchen mit einem Sonnenschirm in der Hand - ein Bild aus längst vergangenen Tagen!

8. Auch diese Gebäude in der Hofstatt wurden am Kriegsende 1945 noch völlig zerstört. Die Scheune links im Bild unserer um 1910 entstandenen Aufnahme wurde etliche Jahre später zum Hotel 'Stadt Rothenburg' umgebaut. Nach 1945 erbaute man das Haus neu. Das Hotel ging später wieder ein und wurde im April 1986 unter dem Namen 'Prinzhotel' neu eröffnet. Gegenüber steht heute anstelle des alten Fachwerkbaues eiri Nachkriegsgebäude, das einem Bastelgeschäft Raum bietet. Im Bildhiritergrund verläuft die Rosengasse. An dem neuen Haus für den zerstörten Querbau rechts im Hintergrund planten die Bauherren eirien heute sehenswerten Erker mit ein.

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