Rothenburg ob der Tauber in alten Ansichten

Rothenburg ob der Tauber in alten Ansichten

Auteur
:   Hartmut Schötz
Gemeente
:   Rothenburg ob der Tauber
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3475-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rothenburg ob der Tauber in alten Ansichten'

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Rathaus.

19. Bedeutende Baumeister waren beim Rothenburger Rathaus am Werk: der spätere örtliche Stadtbaumeister Leonhard Weidmann, Stadtmeister Hans von St. Annaberg, Nikolaus Hoffmann aus Halle und der Nürnberger Wolf Löscher. Der barocke Laubengang ist das Werk Kaspar Fürleins und wurde erst 1681 an den Renaissancebau angefügt. In einem der feuchtkalten mittelalterlichen Gewölbe des Verlieses unter dem Rathaus mußte Bürgermeister Topier bis zu seinem Tod am 13. Juni 1408 schmachten. Kaiser Rupprecht hatte Briefe des abgesetzten Kaisers Wenzel an Topier abgefangen, die auf geheime Verhandlungen zwischen beiden schließen ließen. Da Toplers Neider ihm schon lange einen Strick drehen wollten, kam ihnen die in Aussicht stehende Einschreitung des neuen Kaisers gegen Topier gelegen, um ihn gefangen zu nehmen.

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20. Wer durch die Lichthöfe zwischen den beiden Rathausbauten geht, steht vor dem schon so oft gemalten und fotografierten RenaissanceportaL Ein Sohn Rothenburgs, Steinmetz Leonhard Weidmann, hat das Portal geschaffen. Die dunkle Türe ist von einer Ädikula - einem Säulenaufbau mit Gebälk, der nicht tempelartig frei steht, sondern an die Wand gelehnt ist, und nur geringe Tiefe besitzt, eingerahmt, Diese Art findet man häufiger in Italien. Der sechseckigen Laterne von unserem Bild ist heute eine viereckige gewichen.

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21. Der Schäfertanz verdankt sein Aufkommen einem ziemlich ausgedehnten Wollhandel der Stadt. Die Wolle stellt die Verbindung zu den Schäfern her. Wie ein 'Schäfertag' 1763 verlief erzählt uns eine Überlieferung: Um 10 Uhr gingen 16 Schäfer und 17 Schafknechte in die Kirche. Voran ging ein Stadtknecht, dann kamen zwei Musikanten. Hinter ihnen schritt Herr Joh. Balth. von Staudt, Mitglied des inneren Rats und vorgesetzter Hirten-Herr, rechts von Herrn Friedlein, Glied des äußeren Rats, links vom Lammwirt geleitet ... Danach führt Herr Finsterer, Stadtbauer und Hirtenmeister den ältesten Schäfer, der damals vom Schandhof war, voran, die übrigen Schäfer folgen paarweise ebenso die Schafknechte. Nachmittags holten sie aus dem Spital die bändergeschmückte Gans, die auf dem Markt geköpft wurde. Danach tanzten sie um den Herterichbrunnen herum ...

22. Als 1. Regisseur begann der Coburger Hofschauspieler Pabcke mit den Proben des Festspiels. Im Jahr 1910 wurde der Text neu gefaßt. Das Festspiel wird seit Jahren in acht Vorstellungen aufgeführt, daneben werden ein Feldlager aus dem Dreißigjährigen Krieg, ein Festzug und ähnliches veranstaltet. Am Festspiel wirken etwa 130 Laienspieler, am Festzug etwa 450 Personen unentgeltlich mit, außerdem circa 130 Pferde. Im historischen Heimatspiel wird gewahr, daß Rothenburg im Dreißigjährigen Krieg mehrere Einnahmen sowie zahlreiche Einquartierungen durch Truppen zu erdulden hatte. Ein wesentliches Ereignis war die Einnahme der Stadt durch das kaiserliche Feldheer Tillys Ende Oktober 1631 nach dreitägiger Belagerung. Im Bild sehen wir die 'Wache am Rödertor' in den originalgetreuen Uniformen.

23. Tilly, der nach schwerer Belagerung Rothenburg besetzt hatte, knüpft die von den Frauen erbetene Freilassung der gefangenen Ratsherren an die seltsame Bedingung, daß ein Ratsherr den großen Ratspokal auf einen Zug leeren solle, was dem Alt-Bürgermeister Georg Nusch auch gelang. Die vor Tilly am 30. Oktober 1631 bittende ist Magdalena Hirsching, Nichte des Bürgermeisters. Das Gemälde, nach dem diese Ansichtskarte gefertigt wurde, befand sich im Besitz der Stadt Rothenburg. 1945 fiel es im Rathaus den Flammen zum Opfer. Nach Magdalena Hirsching wurde später in Rothenburg eine Straße benannt.

24. 'Bliek zum Rathaus' oder 'Waschtag' könnte man dieses Bild benennen. An eine Waschmaschine dachte diese Wäscherin sicher noch nicht. Wieviel Stoff gab es hier zu waschen, wenn die Röckeso lang waren? Rechts im Bild das inzwischen umgebaute und renovierte Kaffeehaus Blank. Im Gebäude links war früher der Allgemeinarzt DI. Beek. Jetzt ist hier eine Grillstube, die zum Baumeisterhaus gehört. Das zweiflügelige Tor am Ende des namenlosen Gäßchens ist auch verschwunden. Beim Schäfertanz wurde es früher immer abgeschlossen, damit niemand durch das Gäßchen konnte.

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fren aufgeburdet, die Stadt gep{undert und'der gefamte Rat hingerïc:htet werden. TiUy durc:h köftHc:hen T uh g .

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e, urgerm er ww v~Ubrac:hte die Tat nnd reeeee Io die Stadt vor dem Verderben. Der Trank rou ihm nic:ht

wetter geKhadet nnd NuJèfl noc:h manc:hes G!äsc:hen ,deert haben.

25. Steter Anzienungspunkt der Touristen ist die ehemalige Ratstrinkstube. 1466 wird das Haus erstmals als Trinkstube genannt. Ab 1550 ist es städtische Fronwage. Im Bild ist oben noch die frühere Viertelstundenuhrzu sehen, die später einer Monatsuhr gewichen ist. Unbekannt in der Bekleidung erscheint uns Feldherr Tilly ebenso wie Altbürgermeister Nusch, rechts. Die Holzfiguren waren früher nicht anders bemalt, sondern diese Karte stellt eine Besonderheit dar. Bei der Herstellung retuschierte der Fotograf A. Ohrnayer die eigentlichen Figuren aus den Fensterrahmen und ersetzte sie durch die hier gezeigten Bilder der beiden Personen in 'Prachtgewändern' .

26. Auf dem Marktplatz stellte sich diese Besuchergruppe zu Beginn der zwanziger Jahre dem Fotografen. Rechts im Hintergrund erkennen wir das Gasthaus 'Zum goldenen Lamm', Westlich der Trinkstube gelegen, hat das Gasthaus schon mehrere Renovierungen erfahren. Als die Aufnahme entstand hieß der Besitzer des Gasthauses Georg Meierhöfer. Die Gäste konnten schon damals in den bereitstehenden Fremdenzimmern übernachten. Einst hielt hier die sehr bedeutsame Zunft der Sehäfer ihre berühmt gewordenen Jahrtage ab.

27. Wir sehen hier die frühere Inneneinrichtung des Gasthofes 'Zum goldenen Löwen' beim Weißen Turm. Unter der Telefonnummer 104 konnte man kurz nach der Jahrhundertwende bei M. Ott ein gut eingerichtetes Fremdenzimmer zum Übemachtungspreis von 1,20 Mark an reservieren lassen. Das gut bürgerliche Haus führte selbstgebaute Weine und warb mit dem sehr schönen altdeutschen Hof seine Gäste. Heute befindet sich in den während des Kriegs zerstörten Räumen wieder ein Gastronomenbetrieb: das Hotel-Restaurant Tilman Riemenschneider.

28. Auchdie Georgengasse blieb am 31. März 1945 nicht verschont, als es Feuer vom Himmel regnete. Für das Gebäude mit dem Friseurgeschäft Heller ganz links im Bild steht heute nur ein eingeschossiger Bau mit dem Laden des Reformhauses Reingruber. Daran schließt sich in unseren Tagen die Buch- und Musikalienhandlung L. Pyczak an. Gegenüber befand sich früher die alte Spenglerei Blumberger, auch dieses Haus wurde zerstört. Jahre später baute Richard Wagner das Anwesen wieder auf. Einen Teil des Erdgeschosses mietete spater das Musikgeschäft Müller an.

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