Rothenburg ob der Tauber in alten Ansichten

Rothenburg ob der Tauber in alten Ansichten

Auteur
:   Hartmut Schötz
Gemeente
:   Rothenburg ob der Tauber
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3475-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rothenburg ob der Tauber in alten Ansichten'

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29. Eine Sehenswürdigkeit war bis zu der Zerstörung am 31. März 1945 der Weinkeller 'Meistertrunk'. Bekannter war der Kosename des Lokals 'Löchle'. Als besondere Spezialität wurden die Rostbratwürstl angeboten. Der Besitzer des Lokals Philipp Schmidt, verkaufte nur selbstgezogene Tauber- und Frankenweine. Ein Blickfang des ehemaligen Patrizierhauses war auch die künstlerisch ausgestattete alte historische Stube. Das herrliche Fachwerkhaus wurde bei dem Luftangriff völlig zerstört und bis heute nicht wieder aufgebaut. An seiner Stelle ist jetzt ein eingeschossiger Bau, in dem sich eine Reinigung und eine Metzgerei befinden.

30. Nach dem Krieg wurden auch diese 1945 zerstörten Häuser am Kapellenplatz neu gebaut. Gegenüber dem Weinkeller Meistertrunk stand bis 1945 das hier gezeigte Giebelhaus. Schon damals war im Erdgeschoß die Buchbinderei und Schreibwarenhandlung Wittmann. Im Neubau bietet diese Firma heute neben Bilderrahmen und Schreibmaschinen die verschiedensten Dinge zum Kauf an. Auch das Dienstgebäude der Allgemeinen Ortskrankenkasse - rechts im Bild - fiel im Zweiten Weltkrieg den Bomben zum Opfer. Heute ist hier das Árztehaus Dr. Spatze.

/(othenburg o. -Cbr.

Würzbllrgerstrnsse mit Weissem Turm

31. In den letzten Jahren des vorigen Jahrhunderts entstand diese Karte mit der damaligen Ansicht der Würzburger Straße (Galgengasse ), dem Weißen Turm und dem Judentanzhaus mit dem schönen Erker. Das Judentanzhaus ist an den Weißen Turm angebaut. Sein zweites Stockwerk, mit dem schon erwähnten Erker an der Ostseite, ist ein Fachwerkaufbau aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts. Das Gebäude soll einst Tanzhaus der Juden gewesen sein. Vor langer Zeit wurden im Keller Bäder eingerichtet. Man vermutet jedoch, daß das Bauwerk als Patrizierhaus gebaut und nur durch den Judenplatz davor zum Judentanzhaus geworden ist. 1945 fielen weite Teile des Weißen Turms und des Judentanzhauses - darunter auch der Erker - den Flammen zum Opfer. Originalgetreu renoviert, haben heute alle ergänzten Teile Patina angesetzt. Am Judentanzhaus ist auch ein jüdischer Grabstein von 1275 befestigt.

32. In diesem 1945 zerbombten Eckhaus der Galgengasse befand sich einst eine Bäckerei. In der Mitte der Giebelfront ist zwischen den Fenstern des Erd- und des ersten Obergeschosses noch das Zunftsymbol der Bäcker zu sehen. Eine steinerne Breze und darunter zwei zusammengebackene längliche Semmeln bilden eine Kartusche. Die Bäckerei wurde später vom Friseurgeschäft Düll abgelöst, dessen Nachfolge Anny Müller antrat. Einige Jahre nach Kriegsende erstellte man an dieser Stelle einen Barackenbau. Erst vor wenigen Jahren entstand der heutige Neubau in dem das Teppichgeschäft Schopf eine geräumige Verkaufsfläche hat. Der Neubau hat anstelle einemjetzt zwei vollausgebaute Obergeschosse.

33. Auch dieses Fachwerkeckhaus in der nahezu zerstörten Galgengasse gehört der Vergangenheit an. Frau Endlein geborene Geißendörfer führte hier vor und nach dem Krieg eine Kunsthandlung. In den Schaufenstern sind einzelne gerahmte Bilder zu erkennen. Nach Auflösung der Kunsthandlung erwarb der Nachbar Kühlwein das nach dem Krieg wiederaufgebaute Anwesen. Heute befindet sich in beiden Häusern das Schuhhaus Kühlwein.

34. Im Nachfolgebau des Schreinermeisters Klenk - ganz links - richtete man zwei Läden ein: eine Pizzeria und einen Andenkenladen. Daneben war in den zwanziger Jahren ein Lebensmittelgeschäft, später die Gemüsehandlung Gensmantel, die ursprünglich ihren Sitz in der Georgengasse, im heutigen Musikhaus Müller, gehabt hatte. Bei Gensmantel finden wir im Neubau einen Bioladen. Die beiden nächsten Häuser gehören heute mit ihren Nachfolgebauten zum 'Eisen-Keite!'. Rechts daneben konnte auch Herr Lehrer Schöner sein Haus wieder aufbauen lassen.

35. Die Galgengasse hat ihr Gesicht nach 1945 völlig verändert. Rechts im Bild war die alte Sattlerei Wehrwein. Im Schaufenster stand viele Jahre ein ausgestopftes Pferd in Lebensgröße. Zur Weihnachtszeit stellte man eine Eisenbahn (Spur Null) mit etwa vierzig großen Wagen aus. Der Krieg hat alles zerstört! Im Neubau existiert diese Firma noch heute. Das Mittelhaus war nur Wohngebäude, und links ist noch ein Teil der alten Eisen- und Kohlenhandlung Keitel zu sehen. Vor dem Krieg gab es hier noch einen Zentner Brikett zum Zufuhrpreis von weniger als 1,50 Mark.

36. Spazieren wir nun - als Besucher der Vergangenheit - diese Häuserzeile der Galgengasse um die Zeit des Ersten Weltkriegs entlang. Brot und Kuchen gab es ganz links in der Bäckerei Kraft, dem heutigen Bäckerei und Kaffeehaus Frey. In dem danebenstehenden hohen Giebelhaus war einst ein Bauernhof, in unseren Tagen finden wir an seiner Stelle ein Geschäft mit Babyartikel. Daneben erwarb man früher bei der Familie Klaus Fahrräder und Fahrradersatzteile. Ist die Kleidung beim Radfahren im Regen schmutzig geworden, so wird sie heute im Nachfolgebau des Fahrradhändlers Klaus gereinigt. Daran schloß sich früher ein Wohnhaus an, wofür wir heute das Installationsgeschäft Bach finden. Das danebenliegende Wohnhaus Hörber findet noch gesondert Erwähnung. Im Anwesen ganz rechts befand sich noch in den zwanziger Jahren ein kleiner Geschirrladen, im Obergeschoß Wohnungen.

37. Im Jahre 1945 fiel fast die gesamte Galgengasse in Schutt und Asche. In unserer historischen Aufnahme ist rechts das Wohnhaus des Glasermeisters und Festspieldichters Adam Hörber zu sehen. An seiner Stelle findet man heute - versehen mit der Erinnerungstafel an Hörber - ein neues Fachwerkhaus. Auch für das Gebäude in der Mitte entstand nach 1945 ein Nachfolgebau, in dem ein Installationsgeschäft geräumige Ladenflächen gefunden hat. Links davon befindet sich heute eine Reinigung.

38. Im Jahre 1880 beschloß ein aus Rothenburger Bürgern bestehender Stammtisch den einst so fröhlich gefeierten Kirchweihmontag dadurch wieder zu Ehren zu bringen, daß man an diesem Tag ein Erinnerungsspiel an die vor 250 Jahren geschehene Rettung Rothenburgs aus der Hand Tillys aufführen solle. Das Vorbild zu einem solchen Spiellag bereits vor in der Erzählung des Buchbindermeisters Wolff: 'Der Meistertrunk. ' Diesen Stoff bearbeitete Glasermeister Adam Hörber, späterer Ehrenbürger der Stadt Rothenburg ob der Tauber (siehe Bild), nun mit einschneidenden Veränderungen und größerem Maßstab um. Am Kirchweihmontag des Jahres 1881 fand die erste Aufführung statt und wird seitdem jährlich wiederholt. Dieser Festakt, den Zuschauer in die Zeit des Dreißigjährigen Kriegs zurückversetzende Schauspiel, hat den Rothenburger Fremdenverkehr besonders gefördert.

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