Rothenburg ob der Tauber in alten Ansichten

Rothenburg ob der Tauber in alten Ansichten

Auteur
:   Hartmut Schötz
Gemeente
:   Rothenburg ob der Tauber
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3475-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rothenburg ob der Tauber in alten Ansichten'

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59. Um 1605 entstand bei der Johanniskirche ein einfacher Steintrogbrunnen. An seiner Stelle errichtete der Meister Johannes Hollenbach im Juni 1719 den heutigen Johannis- oder Eichbrunnen im Barockstil. Der Name Eichbrunnen erklärt sich daraus, daß 1518 die Faßeiche an die Südseite unterhalb der Johanniskirche verlegt wurde. Das Wasser des Brunnens läuft noch heute vom Trog, der auf einem Gewölbe sitzt, in die darunterliegende Brunnenkammer mit Wasserbecken. Hier konnten früher die Fässer geeicht werden. Der Brunnen ist nicht an ein verzweigtes Leitungssystern angeschlossen, sondern wird direkt von einer Quelle gespeist, die sich im Keller des ehemaligen Patrizierhauses Marktplatz 6 befindet. Von dort läuft das Wasser bis zur Hälfte der oberen Schmiedgasse in einem gemauerten Kanal und von da ab in Bleirohren bis zum Brunnen.

60. Verschiedene Gassen waren einst bestimmten Gewerben zugewiesen. Wir denken hier an die Schrnied- und Hafengasse. Eine der bekaantesten Gassen wurde den Tuchmachern und Färbern, ehemals Loderer genannt, zugewiesen. Die Lodergasse endete in der Loderwiese. Später nannte man die Lodergasse Wiesen- und Wenggasse. Im Eckhaus der Wenggasse zur Unteren Schmiedgasse betrieb Georg Weiß eine Huf- und Wagenschmiede. Auf unserer Aufnahme wartet das Pferd vor dem Haus darauf neu beschlagen zu werden, während sich sein Besitzer auf der Hausbank ausruht. Nach der Schmiede Weiß war hier das Hutgeschäft Krämer, dessen Inhaber gleichzeitig die Hausbesitzer waren. Vor dem Geschirr- und Andenkenladen Gehring war im Gebäude zwischenzeitlich noch die Schneiderei Brunner.

61. Im ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts entstand diese Aufnahme der Unteren Schmiedgasse. Im nur teilweise sichtbaren Gebäude ganz links befand sich damals ein Uhrmacher. Später war in seinen Räumen die Schneiderei Brunner und heute ist in diesem Haus eine Gemäldegalerie. Im übernächsten Giebelhaus betrieb die Familie Schlee eine Eisen- und Kohlenhandlung die später von der Familie Wertmüller weitergeführt wurde. Mit dem Haus Wertmüller wurden vor einiger Zeit mehrere Häuser dieser Straßenzeile abgebrochen, um stilvoll nachempfundenen Neubauten Platz zu machen. Weiter oben das große Gebäude mit den Laternen und je neun Fenstern auf einer Etage, das Hotel 'Zum Hirschen'.

62. Eines der Lieblingsmotive der Kunstmaler in Rothenburg war und ist der Platz 'Am Plönlein'. Neben den 'Großen' wie Peter Philippi, Arthur Wasse und Wilhelm Schacht, haben unzählige HobbymaIer diesen Platz in ihren Bildern festgehalten. Den Namen Plönlein - eigentlich müßte er 'Plänlein' lauten -leitet man vom lateinischen 'planum' (= kleine Ebene) her. Das Plönlein wird von der Straßengabelung vor dem Siebersturm an so bezeichnet. Es zeigt eines der schönsten mittelalterlichen Städtebilder. Der erwähnte Siebersturm wurde um das Jahr 1385 erbaut.

63. Der Vergangenheit gehören auch die beiden Gebäude links im Bild an. Ältere Rothenburger werden sich noch an die Huf- und Wagenschmiede von Georg Ohr erinnern. Danach war in diesem Haus eine Töpferei untergebracht. Ebenso wie die sich rechts anschließende Bäckerei wurde das Gebäude abgebrochen. Bei den zwischenzeitlich erstellten Neubauten handelt es sich nur noch um Wohn- und nicht mehr wie früher um Wohn- und Geschäftshäuser. Das Fachwerkgebäude rechts vom Siebersturm war ursprünglich ein Zollhaus. Viel später richtete man hier das 'Weinhaus Nusch' ein.

Rothenburç o. Lh r.

Städl Turnhalle, frühere Rossmühle.

64. Im Jahre 1516 erbaute man die Roßmühle, um die Stadt im Falle einer Belagerung mit Mehl versorgen zu können. Ihre festen Mauern werden von starken Strebepfeilern gestützt. Im Innern befand sich ein kunstvoll konstruiertes Göppelwerk mit fünf Gängen, das von sechzehn Pferden in Bewegung gesetzt werden konnte. Das Werk, dessen Plan 1645 der Herzog d'Enghien, Ludwig von Bourbon, mit nach Frankreich nahm, wurde 1865 herausgerissen. Danach baute man den Raum zum Turnsaal um. 1952 brannte die Roßmühle leider völlig aus. Seit der Wiederinstandsetzung ist hier eine Jugendherberge untergebracht. Unsere Aufnahme des Mühlackers mit der Roßmühle entstand noch vor 1907.

65. Der Weg führt uns nun in den Spitalhof. In weitem Viereek umgeben uns die Gebäude. In der Mitte vor einem Seelein steht das sogenannte Hegereiterhans, ein kleineres Haus mit einem hohen ziegelgedeckten Zeltdach und Glockenturm mit schrägen Butzenscheibenfenstem. 1591 hat es der Stadtbaumeister Leonhard Weidmann errichtet. In diesem Haus erkennt man den Rothenburgischen Würfel, jenen Baukörper , den man auch im Topplerschlößchen oder im Detwanger Schloß wiederfindet. Mit dém Geyreiter, dem Bediensteten, der die Landhege zu umreiten hatte, hat es nichts zu tun, denn es diente dem Spitalbereiter als Wohnung.

66. Den Grundstein zur Hospitalkirche 'Zum Heiligen Geist' legte man 1281, 1308 wurde sie vollendet. Sie besaß einige Reliquien, die heute noch im Hauptaltar eingemauert sein sollen. Vier Nebenaltäre waren besonders dotiert. 1574 hatte man bereits den alten Hospitalbau abgebrochen und durch den gegenwärtigen ersetzt. Die Spitalkirche wurde 1591 grundlegend restauriert. Im Jahr 1638 verzierte man die Emporen mit Wappen der Bürgermeister und Spitalptleger. Die Wappen hängen heute im Kirchenschiff. 1658 wurde die Kirche mit Gemälden ausgestattet und im gleichen Jahr erhielt sie ihre erste Orgel. Die heutige Orgel wurde 1864 als opus 46 von der bekarmten Oettinger Firma Steinmeyer erbaut. Diese Außenaufnahme mit einem Teil der Spitalkirche in der Spitalgasse entstand um das Jahr 1930.

67. Im linken Teil des Chorraumes der Spital- oder HeiligGeist-Kirche befindet sich dieses sehenswerte Sakramentshäuschen aus der Zeit um 1400. Die Bekrönung bildet ein Schmerzensmann aus derselben Zeit. Über den Türflügeln des Sakramentshäuschens ist der Ursprung des farbigen Dreiklanges zu finden: Ein Regenbogen. Am Ende der Sintflut sah Noah einen Regenbogen. Gott verspricht damit, die Erdenbewohner nicht mehr zu vernichten. Nur schwach sichtbar ist ein auf dem Regenbogen liegendes Kind. Es stellt das Christuskind dar, das sich auf dem Weg zu Maria (rechte Figur) befindet. Hinter den Türen ist ein Ölbergbild verdeckt.

RotI) nburç o. l.

Spi!altor, crbcut 15$6

68. Erbaut wurde die Spitalbastei zwischen 1580 und 1586. Verschiedentlich hinterließ uns der einheimische Banmeister Weidmann Zeichen seines Wirkens. Auf dem Schlußstein des Doppelbogens findet man seine Signatur neben der JahreszaW der Fertigstellung 1586. Jeder Torbogen war früher durch Fallgitter zu versperren. Erstaunt ist man bei der deutlichen Wehrharftigkeit des Baues über den eingemeißelten Gruß auf den Bogen des Außentores:

Pax Intrantibus Salus Exeuntibus Friede den Eintretenden Heil den Ausziehenden!

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