Rothenburg ob der Tauber in alten Ansichten

Rothenburg ob der Tauber in alten Ansichten

Auteur
:   Hartmut Schötz
Gemeente
:   Rothenburg ob der Tauber
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3475-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rothenburg ob der Tauber in alten Ansichten'

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Taubertal

69. Am Fuß des Berges Essigkrug soll Frankenherzog Pluvemund eine Burg erbaut haben. In Erinnerung blieb sein Ausspruch: 'Wir wollen den Schwaben ein Krüglein hinsetzen, daß sie sich die Zähne dran verderben.' Das Koboltzeller Kirchlein wurde - der Sage nach - vom Waldbruder Kobolt gegründet und 'unserer lieben Frau' gewidmet. Das jeztige Gotteshaus erbaute man 1472. Es hat im Innern eine doppelte Wendeltrappe. Die Häuser vor der aus zwei übereinandergesetzten Bogenreihen bestehenden Doppelbrücke gehören zum Ortsteil Koboltzell.

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70. Im Jahre 1894 erwarb der bekannte Orthopäde Hofrat Friedrich von Hessing (1838-1918) das Wildbad. Mit großem Kostenaufwand erbaute er einen Prachtbau zur Nachkur für seine orthopädischen Patienten. Inmitten schöner Parkanlagen entstand im Jugendstil ein Kurhotel mit über 100 komfortabel eingerichteten Zimmern. Der heute noch bestehende Gesamtkomplex in einheimischem Muschelkalk gliederte sich in das Kurhaus mit dem Konversationssaal, den Mittelbau mit Speisesaal sowie den Villenbau. Friedrich von Hessing, nur 146 Zentimeter groß, entstammte einfachen Verhältnissen. Der Vater war Schuhmacher. Er selbst arbeitete zuerst als Orgelbauer , dann als Kurdirektor in Kissingen. 1917 übertrug Hessing das Wildbad an die Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger. 1923 erwarb es der Großindustrielle Rauth aus Berlin, danach der Bay. Krankenkassenverband.

71. Nach einem Erdbeben im Jahr 1356, bei dem die Burg Essigkrug und der größte Teil der Altenburg einstürzten, fand man am Fuß des Essigkruges eine Quelle mit heilkräftiger Wirkung. Der 'König von Rothenburg' , Heinrich Topier , ließ ums Jahr 1400 auf eigene Kosten ein Badehaus erbauen. In dem 1709 von Dr. Brebis erstellten Bericht über das Wildbad heißt es, daß es 'so ziemlich für Alles' gut ist. Weit bis ins 19. Jahrhundert zog die Heilkraft der Quelle viele Badegäste auch aus entfernten Gegenden an. Schon 1802 kam das Bad durch das Ende der reichsstädtischen Selbständigkeit in Privathände. 1870 kaufte die Stadtgemeinde Rothenburg das Bad zurück. Trotz neuer Einrichtungen ging der Besuch des Bades immer mehr zurück.

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72. Eine Sehenswürdigkeit im Kobolzeller Tor ist das Kreuzwegbild. Es stellt eine sichtbare Erinnerung an die Passionsprozession Rothenburgs, die vom Ölberg der St.J akobs- Kirche hierher und dann hinunter zum Kobolzeller Kirchlein zog, um schließlich durch die Weinberge beim Burggarten in die Stadt zurückzukehren. Das Kobolzeller Tor gehört zu den fünfTorburgen der Stadt. Bei der ersten Erweiterung des Stadtringes wurde es als massiges Bollwerk gegen Süden hin, mit einem eng ins Mauerwerk geschmiegten Torhaus, darüber einer Stadtmauerpartie mit drei Türmen und oben der Ausblickstelle 'Teufelskanzel' errichtet.

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73. Früher war man der Meinung, daß die Doppelbrücke im Jahr 1330 als Ganzes erbaut worden sei, bis die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg das Pflaster und die Sperriegel des unteren Brückengeschosses freilegten. Seither steht fest, daß die obere Bogenreihe erst später aufgestockt wurde, und zwar auf Grund der entdeckten Steinmetzzeichen etwa um 1400. Zu dieser Zeit war die Brücke als Zugang zur neuerworbenen Landhege wichtig geworden. Die Doppelbrücke entstand nicht nur, um einen Weg über die hier noch schwache Tauber zu schaffen, sondern hauptsächlich als flachere Überquerung des tiefen Taleinschnitts.

74. Nordwestlich der alten Burg steht das Toplerschlößchen, auch Kaiserstuhl genannt. Eine alte Urkunde des Stadtarchivs berichtet über seine Erbauung: ... Darum, daß die Mûhlen in unserem Taubertal bei unserer Stadt nun und in künftigen Zeiten besser bewacht und beschirmt werden, haben wir mit guten berat und mit vereintem Willen für uns und alle unsre Nachkommen, unserm lieben Ratsgesellen Heinrich Topier und allen seinen Erben, gegeben und geben ihnen auch mit Kraft dieses Briefes ein Hofstalt bei der Fuchsmühlen gelegen, so breit und so weit, als die Gräben daselbst begriffen haben, und den Baumgarten darum. Also, daß er einen steinen Sitz zwei Gaden hoch und ein Haus darauf bauen soll, und sollen und mögen er und alle sin erben das alles innehaben nutzen und nießen, besetzen und entsetzen mit allem nutz und recht, als eigens recht ist.

75. Wir unternehmen nun einen 'Abstecher' ins 17. Jahrhundert. Der Büchsenschäfter Hans Meichsner ist 1615 mit dieser Stadtansicht Rothenburgs rühmlich hervorgetreten. Hoch über der Tauber zeigt sich das mauer- und türmeumwehte Stadtbild der freien Reichsstadt. Meichsner wurde am 24. Februar 1592 in Rothenburg geboren, er erlernte und übernahm vom Vater das Handwerk eines Büchsenschäfters, nur nebenbei betätigte er sich als Kupferstecher. Sein Bruder Georg veröffentlichte 1625 in seiner Vaterstadt Rothenburg ein damals viel beachtetes Rechenbuch, um 'der lieben Jugend und anderen, so hierzu Lust gewinnen, damit zu dienen'. Der Verfasser nennt sich selbst schlicht und bescheiden Schuldiener . Das Werk umfaßt drei Teile. Der erste davon stellt ein methodisches Lehrbuch der Reehenkunst dar.

76. Schon im ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts entstand im Verlag der alten Rothenburger Kunsthandlung C. Schalk nach einem Original des Dekorationsmalers Georg Scheibenberger diese Kunstdruckkarte mit der Rothenburger Stadtbeleuchtung. Auf die Kartenrückseite druckte man folgende Zeilen: Alt-Rothenburg, wie ragst dul So trotzig ûber'm Tal,! Mit altersgrauen Mauern.I Mit Tûrmen ohne Zahl.! Hoch darfst dein Haupt du tragen. / Du Stadt echt deutscher Art.! Hast dir aus alten Tagen! Den schonsten Schatz bewahrt. Damals dachte man noch lange nicht an einen Ersten oder gar Zweiten Weltkrieg, und an den 31. März 1945 wo historische Werte für immer verloren gegangen sind.

Hiermit beenden wir unsere Rundgang durch Alt-Rothenburg.

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