Rotthausen in alten Ansichten

Rotthausen in alten Ansichten

Auteur
:   Karlheinz Rabas
Gemeente
:   Rotthausen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5767-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Rotthausen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Das Waldhufendorf Rotthausen ist wahrscheinlich im 10. oder sogar schon im 9. Jahrhundert an der natürlichen Grenze der Emschertalebene zum Rotthauser Lössporn angelegt worden. Es entstand als geplante Rodungssiedlung, deren Träger entweder der fränkische Staat oder als Grundherr das Stift Essen war. Dieser Ursprung als gezielt angelegtes Reihendorf, des einzigen auf dem heutigen Gelsenkirchener Stadtgebiet, ist bis heute in der Straßenbezeichnung ' Auf der Reihe' erkennbar. Bis zur Entwicklung der Bergbau- und Industriesiedlung Mitte des vorigen Jahrhunderts war Rotthausen ein kleines Dorf mit etwa 340 Einwohnern, eine Bauerschaft, die viele Jahre lang zum Gebiet des adeligen Damenstiftes Essen gehörte. Mit Übernahme der Schutzherrschaft Preußens im Jahre 1609 über das Stift Essen und durch die Umwandlung dieser Schutzherrschaft in eine Landeshoheit ergriff Preußen endgültig Besitz vom Stift Essen. Die in den nachfolgenden Jahren durchgeführten Verwaltungsreformen wurden wesentlich durch die Franzosen unter Napoleon beeinflußt, die eine neue Ordnung mit Departernents, Arrondissements und Kantonen schafften. Die Franzosen bildeten aus dem Großherzogturn Berg vier Departements, zwölf Arrondissements und 79 Kantone. Im Departement des Rheins lag das Arrondissement Essen mit vier Munizipalitätsbereichen. Zur Munizipalität Altenessen wiederum gehörten elf Bauerschaften, eine davon war Rotthausen. Der Leiter einer solchen Munizipalität war ein Direktor, der den Titel Maire führte.

Nach dem Ende der französischen Besatzungszeit wurde aus der Mairie Altenessen unter Beibehaltung ihres Um-

fanges eine Bürgermeisterei. Irn Jahre 1874 erfolgte eine kommunale Neuordnung und eine Teilung in die Bürgermeistereien Stoppenberg und Altenessen, wobei nur die Gemeinden Karnap und Altenessen in der Bürgermeisterei Altenessen verblieben. Aus den übrigen Gemeinden wurde die Bürgermeisterei Stoppenberg neu gegründet, zu der fortan Rotthausen gehörte.

Durch die fortschreitende Industrialisierung wuchsen die Gemeinden sehr schnell. Nach Aufnahme der Kohleförderung auf der Zeche Dahlbusch im Jahre 1860 stieg auch die Einwohnerzahl Rotthausens steil an. Im Jahre 1900 waren es bereits so viele Einwohner, wie wir sie zur Zeit in Rotthausen haben, um 17000. Dies veranlaßte die Gemeinde Rotthausen, ihre Selbständigkeit anzustreben, was im Jahre 1906 gelang. Rotthausens wurde selbständige Bürgermeisterei. Bürgermeister wurde der frühere Kreissekretär von Essen, Heinrich Hohoff. Rotthausen machte eine Entwicklung durch, die in Studien des Ruhrsiedlungsverbandes bereits für das Jahr 1930 eine Einwohnerzahl von über 80 000 vorsah. Alle kommunalpolitischen Überlegungen waren auf eine solche Entwicklung ausgerichtet, jedoch machte der Erste Weltkrieg diesen geplanten Aufstieg zunichte.

Die Grenze der Bauerschaft Rotthausen nach Norden und Osten, also nach Gelsenkirchen hin, war seit jeher der Schwarzbach, teilweise auch Schwarzmühlenbach oder Schwarzmühlenbecke genannt. Er bildete gleichzeitig die Grenze zwischen Westfalen und Rheinland. Erst mit der Vereinigung der Landgemeinde Rotthausen mit der Stadt Gelsenkirchen im Jahre 1924 verschob sich auch diese na-

türliche Grenze zwischen Rheinland und Westfalen. Die Vorgeschichte dieser Eingemeindung ist bemerkenswert genug: Mit zunehmender Industrialisierung versuchten die größeren Städte ihre Fläche auf die umliegenden selbständigen Gemeinden auszudehnen. So kam es 1923 auch zu Verhandlungen zwischen der Bürgermeisterei Rotthausen und der Stadt Essen, mit der Rotthausen seit jeher eng verbunden war. Der Vertrag war bereits paraphiert, als der Gelsenkirchener Oberbürgermeister von Wedelstaedt beim Innenminister in Berlin dagegen Einspruch einlegte mit der Begründung, wenn Rotthausen nach Essen eingemeindet würde, reiche die Stadt Essen bis an den Bürgersteig seines Rathauses. Gemeint war die Grenze Schwarzbach, der im Bereich der Köln-Mindener Bahnlinie die Rotthauser Straße kreuzt und nur etwa 300 m vom Rathaus Gelsenkirchen am Machensplatz entfernt war. Der Innenminister stimmte dem Einspruch zu und genehmigte die Vereinigung der Landgemeinde Rotthausen mit der Stadt Gelsenkirchen. Die Verträge mit der Stadt Essen wurden übernommen, lediglich das Wort Essen wurde jeweils durch das Wort Gelsenkirchen ersetzt. Die entsprechenden Gesetze wurden Ende 1923 erlassen. Seitdem gehört Rotthausen nach Westfalen. Interessanterweise scheint diese historische Veränderung die Gemeinde damals jedoch nicht sonderlich bewegt zu haben. Der Zusammenschluß ging mit einer erheblichen Flächenveränderung Rotthausens einher. Verlief früher die Grenze nach Katernberg etwa an der heutigen Grundstraße, so verblieb der Ortsteil Beisen im Rheinland und die Grenze verschob sich nach Osten bis hinter den Ortsteil Beisen. Im Norden

bildete später die Köln-Mindener Bahnlinie die neue Grenze. Zwischen Schalke und Rotthausen entstand der neue Ortsteil Gelsenkirchen-Feldmark.

Im Grenzbereich nach Kray verschob sich die Grenze etwa von der Zechenbahnlinie nach Norden bis zur Achternbergstraße. Grund dieser Anpassungen waren die Grubenfelder der Zechengesellschaften. Man versuchte Grubenfeldgrenzen und kommunale Grenzen in Übereinstimmung zu bringen.

Noch heute sind die Grenzen deutlich zu spüren, enden doch hier die Regierungsbezirke Münster bzw. Arnsberg und Düsseldorf. Auch in der Bebauung ist die Grenze noch zu erkennen. Der Grünzug Mechtenberg, Hilgenboom und das freie Gelände zwischen der Straße ' Auf der Reihe' und der Köln-Mindener Bahn mit dem dahinterliegenden Revierpark Nienhausen machen den Grenzbereich in den sonst verwachsenen Städten des Ruhrreviers hier an vielen Stellen deutlich sichtbar.

Und auch im Denken mancher Bewohner hat sich die Grenze erhalten. Ältere Rotthauser sind noch heute stolz, im Rheinland geboren zu sein. So mancher Mitarbeiter des Einwohnermeldeamtes wird dies bestätigen können, wenn ein alter Rotthauser auf der Eintragung 'Rotthausen, Kreis Essen, Rheinland' als Geburtsort besteht.

Das Bildmaterial entstammt der Sammlung im Stadtteilarchiv Rotthausen e.V., einer privaten Initiative, die 1976 begonnen wurde.

1. Karte der Bauerschaft Rotthausen. 1919 hat der Leiter des Rotthauser Tiefbauamtes Spottke aufgrund damals noch bekannter Einzelheiten den erfolgreichen Versuch unternommen, die Rotthauser Bauerschaft vor der Industrialisierung etwa um 1800 darzustellen.

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2. Hartmannhof Der Hartmannhof war einer der Höfe Auf der Reihe. Er lag zwischen den Höfen Ostermann und Große-Bruck an der heutigen Rotthauser Straße, etwa 200 m östlich der Einfahrt zum ehemaligen Zechengelände Dahlbusch, Schacht 8. Heute zweigt an dieser Stelle noch ein kleiner Fußweg von der Rotthauser Straße ab. Der Kotten wurde erstmals in einer undatierten Urkunde erwähnt. 1538 wird - als dem gräflichen Kapitel dienstpflichtig - Hartmann in Rotthausen genannt. 1876 wurde der Hof verkauft und zu Bauzwecken aufgeteilt.

3. Schmidtmannscher Hof. Er lag an der Schwarzmühlenstraße etwa gegenüber dem heutigen Parkplatz der Flachglas AG. Der Kotten sollte unter Denkmalschutz gestellt werden, wurde aber vorher (1983) noch abgebrochen. Er war noch so erhalten, wie er zur Jahrhundertwende aussah. 1680 setzt der Kirchenvorstand die Abfindung fest, die Wilhelm Schmidtmann nach der Übernahme des Kottens seinen Eltern als Leibzucht zu gewähren hat.

4. Tiemann-Hof. Der Tiemann-Hof stand an der Stelle, an der sich heute das Verwaltungsgebäude der Flachglas AG befindet. Das auf dem Bild gezeigte Gebäude ist nicht der Ursprungshof an dieser Stelle. Als Rotthauser Hof gab er auch dem Dorf Rotthausen seinen Namen. Auf dem 'Thie' oder Dingplatz kamen regelmäßig die freien Hofbesitzer zusammen.

5. Große Westen oder Iohannisbauer. Er war einer der Höfe an der Straße Auf der Reihe. Urkundlich wurde er erstmals 1325 erwähnt und war der letzte Hof in der Reihe vor der seit 1923 bestehenden Stadtgrenze zu Essen und zum Rheinland. Bevor das Gelände zwischen der Straße Auf der Reihe und dem Damm der Köln-Mindener-Eisenbahn mit U-BahnAushub aufgefüllt wurde, mußte auch dieser Hof weichen. Er wurde 1977 abgebrochen.

6. Beisen-Kotten. Dieser Kotten stand Mitten im Feld, in dem heute aufgeschütteten Gelände zwischen der Straße Auf der Reihe und der Köln-Mindener-Eisenbahn.

7. Bonnekamp-Hof Dieser Hof stand an der Ecke der Straße Auf der Reihe/Bonnekampstraße im heutigen Katernberg. Er war einer der westlichen Kotten der Höfe Auf der Reihe und wurde Mitte der sechziger Jahre abgebrochen.

8. Haus Achternberg. Von dem ehemaligen Rittergut Haus Achternberg ist nur noch der Torbogen erhalten. Er steht heute unmittelbar an der Stadtgrenze auf Essener Stadtgebiet und wurde von der Stadt Essen unter Denkmalschutz gestellt. Das Rittergut gehörte zur Grenzbefestigung des Stiftes Essen am Schwarzmühlenbach.

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