Roßwein in alten Ansichten Band 1

Roßwein in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Günther und Roswitha Hanisch
Gemeente
:   Roßwein
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5389-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Roßwein in alten Ansichten Band 1'

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29. Weit zurück rcicht die Tradition der Roßweiner Turnbewegung. Immer mehr Menschen fanden Freude an den Leibesübungen. Drei Vereine hatten sich in Roßwein gebildet. Der 1848 gegründete Turnverein übte in der Scheunenplatzturnhalle. In der Schulturnhalle war der Arbeiter- Turn- und Sportverein zuhause, und in der Bergturnhalle traf sich der 1886 ins Leben gerufene Turnerbund. Bald nach dem Ersten Weltkrieg hatte der Sport wieder ein hohes Niveau erreicht. Auf dem Foto von 1930 hat sich die Riege 'Guts Muts' zu einer Pyramide aufgebaut. Von links unten: Peter Grellmann, Ernst Lippoldt und Albert Wagner. Zweite Reihe: Albert Oettel, Gerhard Wagener, Willy Lindner, Karl Lohr und Edwin Kirbach. Dritte Reihe: Heinrich Zydek, 'Hanne' Bösl, Willi Backofen und Gerhard Berg. Vierte Reihe: Gründler, Neuhaus, Artur Möbius, Fred Koch und Walter Rößiger. Fünfte Reihe:

Kar! Stein, Willy Großmann, Arno Koch, Paul Kahlert und Horst Naumann. Oben: Walter Lau.

30. Die Roßweiner Freiwillige Feuerwehr wurde am 1. Juli 1873 gegründet. Bis dahin hatten die 'Allgemeine Städtische Burgerfeuerwehr' und die 'Turnerfeuerwehr' bestanden. Da es keine einheitliche Leitung beider Wehren gab, kam es bei Bränden oft zu Mißverständnissen und Auseinandersetzungen. Diesen Übelstanden wurde durch die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr abgeholfen. In den Annalen sind viele bekannte Namen von Bürgern verzeichnet, die selbstlos die Stadt und ihre Einwohner vor Brandkatastrophen und anderem Unheil bewahrten. Die Steigertruppe, die als Elite der Feuerwehr galt, hat sich vor dem Turnhallengebäude am Depot zum Gruppenbild aufgestellt. Rechts und links halten Feuerwehrleute Steigleitern, die in die Fensteröffnungen eingehakt wurden. Vorn liegen große Feuerwehräxte. Jeder Mann trägt die Steigerleine über der Schulter und das Feuerwehrbeil an der Seite. Hinter der Gruppe steht der Wagen, auf dem die Leitern transportiert werden. Das Bild entstand um 1900.

31. Ein Mann, der sich selbstlos einsetzte, um Kranken und Verletzten Erste Hilfe zu bringen, war der 'Barbier und Heilgehilfe' Hermann Schrag (geboren 1859). Im Jahre 1892 gründete er die 'Samariterabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Roßwein", 1899 rief er die 'Helferschaft vom Roten Kreuz' ins Leben. Letztere bestand bis 1904 und wurde 1911 als 'Sanitätskolonne des Roten Kreuzes' neu gegründet. Unermüdlich war Hermann Schrag bestrebt gewesen, Sanitäter auszubilden und sein Wissen weiterzugeben. Der Einsatz der Freiwilligen erfolgte bei allen öffentlichen Veranstaltungen, Umzügen, Festen und bei Katastrophen. Das Foto aus dern Jahre 1894 zeigt uns Herrn Schrag (5. von rechts mit Kordel) mit den Kameraden der Samariter-Abteilung. Seinen Beruf füllte Hermann Schrag ebenfalls vorbildlich aus. Er hatte in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts als erster in Roßwein in der Bahnhofstraße 21 einen Friseurladenbetrieb eröffnct, in dem er bis ins hohe Alter hinein tätig war. Der Friseurinnung, die er 1909 gegründet hatte , stand er zehn Jahre lang als Obermeistervor.

32. Dem 'Schuinotstand' , der gegen Ende des vorigen Jahrhunderts in Roßwein herrschte, konnte 1891 ein Ende bereitet werden. Ein großes Gebäude wurde errichtet, das Zentralschulgebäude in der Grafestraße. Die Straße trägt den Namen des edlen Stifters, des ehemaligen Roßweiners Kar! August Grafe, der nach seinem Tod der Stadt 240 000 Mark zum Bau einer Armenschule vermachte. Dieses Geld floß in den Neubau ein. Es hatte die 1. Bürgerschule für die Kinder wohlhabender Eltern und die 2. Bürgerschule für ärmere Kinder gegeben. Beide verschmolzen 1913 zur Allgemeinen Volksschule. Manche Roßweiner werden sich noch an den Schulleiter Robert Hiller erinnern, der von 1919 bis 1922 im Amt war und sich zusammen mit dem Oberlehrer Kar! Löbel große Verdienste um die Heimatforschung erworben hat. Auch Schulleiter Franz Götze und Otto Kühnel sind noch in guter Erinnerung.

33. Diese schöne Gruppenaufnahme aus dem Jahre 1920/21 zeigt die damalige Roßweiner Lehrerschaft. Obere Reihe, von links nach rechts: Leopold, Richard (Deutsch/Englisch); Beek (Kunsterz.); Förster (Deutsch); Helm, Arthur (Deutsch/Rechnen); Kolbs; Vogel, Emil (Literatur); Dietze, Willy; Leonhard, Wi!helm (Kunsterziehung); Kuxs, Albin (Sport) und Stephan, Johannes. Mittlere Reihe: Lange, Paul (Musik); Conrad, Alfred (Franz.lSport); Nebe, Emi!; Richter, Wassili (Physik); Löhn, Kurt (Physik/Chemie); Wadewitz. Maria (Unterst.) Gesemann; Zscherpel, Hans; Scheller, Hans und Schüttig, Max. Untere Reihe, Reihe der Oberlehrer: Löbel, Karl (Heimatgeschichte); Franz, Gotthold (Unterst.); Emmerich, Isabella (Handarbeit); Hiller, Robert (Heimatgeschichte); Berger, Bernhard (Kantor); Moeser, Oskar; Bahr, Richard (Hilfsschule) und Krause, Martin (Unterst.). Reihe der Schulleiter: Götze, Franz; Kühnel, Otto.

34. Das Roßweiner Schuifest. Seit 1837 wird es gefeiert. In seiner Gestaltung hat es sich zu einer einmaligen Tradition in unserer Heimat entwickelt. War es zunächst als Kinderfest gedacht, nahm von Mal zu Mal die gesamte Einwohnerschaft mehr Anteil und trug zu seinem Gelingen bei. Die Schulklassen stellten sich vor der Schule auf und zogen mit Musik , Fähnchen und Bänderstäbe schwingend, zum Festplatz. Welch ein farbenfrohes Bild entstand dabei, dennjede Klasse hatte ihre eigenen Farben,

35. Eine Persönlichkeit, die in Roßwein viele Jahre Ordnung und Sicherheit verkörperte , war Polizeiinspektor Bruno Schuster. In seiner etwas bärbeißigen Art flößte er Respekt ein. Zum SchuIfest 1929 stellt sich der Festzug vor dem Schulgebäude in der Grafestraße. Viele Zuschauer drängen sich bereits erwartungsvoll an den Straßenrändern der Poststraße, auch die Feuerwehrleute stehen bereit, um 'ihre Klassen zum Festplatz zu begleiten. Inspektor Schuster wird dem Festzug voranreiten. Stolz sitzt er wie ein Heerführer auf seinem Pferd, selbst sein schön gestriegeltes Roß steht reglos wie ein Modell zu einem Standbild.

36. Auf dem Festplatz am Schützenhaus bezog jede Klasse ihr abgeteiltes Quartier. Zunächst vergnügten sich die Kinder mit Spielen, wie Sackhüpfen und Topfschlagen. Auch Malzbier und Gebäck bekam jedes Kind. Dann begann das Wettschießen auf Scheiben. Vögeloder Sterne, für die Kleineren mit der Stechtaube, für die Größeren mit der Armbrust. So ermittelte jede Klasse ihren Schulfestkönig bzw. -königin. Mit einer Schärpe geschmückt, schritt der 'König' unter einem Ehrenbogen seiner Klasse voran, die ihn zu seinern Elternhaus begleitete. Hier erwartete die Jungen und Mädchen schon ein Abendessen, das die Eltern des 'Königs' stifteten.

37. Um weitere Kreise der Bevölkerung auf das Roßweiner SchuIfest aufmerksam zu rnachen, druckte man 1899 erstmals Schulfest-Werbekarten. Schon Wochen und Monate vor dem Fest wurden sie von den Bürgern in alle Welt verschickt. So manchen ehemaligen Roßweiner zog es zum Schuifest in seine Heimatstadt. Die Werbekarte von 1907 zeigt eine Schulklasse beim Festzug. In der Mitte steht der Fahnenträger mit der Klassenfahne, t1ankiert von zwei Knaben des 'Tippmannsehen Tromrnlerkorps'. Links dahinter sieht man die Schulfestkönigin mit einer Schärpe. Die Lehrer begleiten in Frack und Zylinder den Festzug. Der obere Teil der Karte bietet einen Bliek vom Goldbarn auf unsere Heimatstadt mit dem großen Schulgebäude. Die Zahl der Besucher des Schulfestes stieg von Mal zu Mal an, so daß bereits 1929 etwa 40 000 Gäste in die kleine Stadt strömten.

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1907 21.u.22,JUU.

38. Am SchuIfesttag im Jahre 1929 hat sich vor dem Schulgebäude eine Gruppe dem Fotografen gestellt. In der vorderen Reihe sehen wir die Jungen mit ihren Fähnchen und die Mädchen mit Bänderstäben, in weißen Kleidern und Kränzchen im Haar. Die Schulfestkönigin ist mit einer Schärpe geschrnückt, zwei Mädchen halten über sie den Ehrenbogen. Dahinter postieren sich der Feuerwehrmann Hugo Sohr, eine Helferin, die Lehrerin Fräulein Wadewitz, Herr Oberlehrer Hiller und Herr Direktor Franz Götze.

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