Roßwein in alten Ansichten Band 1

Roßwein in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Günther und Roswitha Hanisch
Gemeente
:   Roßwein
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5389-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Roßwein in alten Ansichten Band 1'

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39. Zum SchuIfest 1925 bringt Oberlehrer Ernst Tippmann rnit seinen kleinen Trommlerbuben ein Morgenständchen für den am Fenster stehenden älteren Herrn, der die Ehrung entgegennimmt. Es ist Herr August Ecke , Zollbeamter in Ruhe. Sein Sohn Paul, 'EekBäck' genannt, betrieb seine Bäckerei in dem Haus Querstraße 43, Ecke Mühlstraße. Herr August Ecke war der älteste Veteran der Kriege 1866 und 1870/71. Er war bis zuletzt rüstig und vital, bei den Zusammenkünften des Veteranenvereins der Fröhlichste und stets zu Scherzen aufgelegt. Zu seinem 88. Geburtstag am 13. August 1927 erhielt er vom Reichspräsidenten von Hindenburg ein Glückwunschtelegramm. Oberlehrer Tippmann, der das Ständchen bringt, wirkte jahrzehntelang in unserer Heimatstadt. Als glühender Patriot war er Förderer und Leiter des Sedan-Veteranenvereins, der 1928 noch acht Getreue zählte. Sie hießen Ecke , Görnitz, Gube , Kaden, Loose , Molle , Schneider und Schubert.

40. Zum SchuIfest 1882 stellte man zum ersten Mal Fichtenbäumchen an den Straßenrändern auf. Zum Schmücken der Häuser wurden Girlanden und Kränze gewunden. Einige Straßengemeinschaften errichteten Ehrenpforten, um dem Festzug der Kinder einen würdigen Rahmen zu geben. Besonders die Gartenstraße machte dies zu ihrer Tradition. Die Bewohner der gegenüberliegenden Häuser bauten stets gemeinsam eine Ehrenpforte, die sie mit viel Liebe und Ideenreichtum gestalteten. Dann ließen sich die 'Erbauer ' gern vor ihrem 'Werk' fotografieren. Oft waren sinnige Sprüche angebracht, wie hier auf der Pforte von Otto Pötzsch und Franz Mitzscherlich: Rede Wahrheit, über Tugend, pflege Einheit, deutsche Jugend!' Die Aufnahme entstand 1925.

41. Zum Abschluß des Schulfestes 1929 sind die Kinder alle noch einrnal auf den Markt gezogen. Die ganze Stadt ist auf den Beinen und hat sich dicht gedrängt versammelt. Polizeiinspektor 'Schuster Bruno überwacht hoch zu RoB das Geschehen. Vom Rathaus aus halten Schuldirektor und Bürgermeister Ansprachen, rnit denen sie das Fest beenden. In vier Jahren wird es dann wieder ein nächstes geben.

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42. Die Baufirma Hermann Kneiß aus Döbeln hat die Erneuerung der Roßweiner Bahnhofstraße übernommen. Viele Arbeiter sind im Einsatz, um den Unterbau aufzubereiten. Der im Hintergrund stehende Pferdewagen hat eine Fuhre Sand angefahren, den die Beschäftigten mit Schubkarren und Schaufeln verteilen. Die von Pferden gezogene -Straßenwalze steht bereit, um den aufgetragenen Sand zu verdichten. Im Vordergrund sind die Steinsetzarbeiter dabei, die großen Pflastersteine sachgemäß zu setzen. Die Handrammen sind griftbereit zum Verfestigen der Steine. Zwei Uniformierte vom Vermessungsamt stehen am Bauwagen, einer mit Meßlatte in der Hand. Am rechten Bildrand ist ein Nivellierinstrument zu sehen. Herr Kneiß, der zweite Herr von rechts in der hellen Jacke, ist der Gründer der Baufirma in Döbeln, die 1992 ihr 100jähriges Bestehen unter seinern Urenkel Herrn Reiner Weißflog feiern kann.

43. Die Bahnhofstraße, repräsentativ und größzügig angelegt, war von jeher eine der belebtesten Straßen der Stadt. Durch sie rollte der Verkehr aus Richtung Etzdorf. Fur die Reisenden, vom Bahnhof kommend, war sie der Weg ins Stadtzentrum. Kein Wunder, daß sich auf der etwa 300 m langen Straße ein blühendes Geschäftsleben entwickelte. Nach der Jahrhundertwende hatten sich 5 Gaststätten, 24 Geschäfte und Gewerbetreibende und 3 Ärzte angesiedelt. Als die Pferdefuhrwerke mehr und mehr von den Automobilen abgelöst wurden, boten vier Tankstellen verschiedene Kraftstoffe an. Auch der Wirt, Herr Erich Oehme, hatte gegenüber seiner Gaststätte 'Zum Kronprinzen' eine Tanksäule installieren lassen. Auf unserem Bild, das um 1930 entstand, ist zu sehen, wie er das Fahrzeug des in Roßwein gut bekarmten Kraftdroschkenbesitzers Paul Clauß betankt.

44. Ein großer Dampfkessel ist auf dem Roßweiner Bahnhof angekommen. Die Spedition Börner aus der Mühlstraße hat den Transport des Kolosses zu seinem Standplatz in eine Roßweiner Fabrik übernommen. Acht Pferde müssen ihre ganze Kraft aufbringen, um die tonnenschwere Last zu ziehen. Bei einem Halt auf der Bahnhofstraße hat sich der Fuhrunternehmer Walter Börner (im hellen Jackett) vor dem Kessel, mit seinem Bruder Rudolf (Bildmitte, zwischen den beiden weißen Pferden) und seinen Arbeitern für den Fotografen aufgestellt. Rechts neben Herrn Walter Börner steht der Förderer des Eislaufsportes in Roßwein, Herr Willy Fuchs. Links hinter dem Vorspann sieht man die Fahrrad- und Nähmaschinenhandlung von Reinhold Jochimczek, vormals Philipp König, daran anschließend das Friseurgeschäft Hermann Schrag und die Gaststätte 'Zur Wartburg' .

45. Anfang der zwanziger Jahre hatten die Gebrüder Hom, Inhaber der Roßweiner Stadtmühle, zum Transport der schweren Mehlsäcke bereits ein Lastauto angeschafft. Es war unter der blanken Haube mit einem starken Motor ausgerüstet. Der Antrieb erfolgte mit einer Kette. Die Bereifung bestand aus Vollgummi. Die Autolampen wurden noch mit Karbid gespeist. Links am Zaun sehen wir den Chef, Gustav Horn, der gerade den Fahrern seine Anweisungen gegeben hat. Früher diente zum Transport der Säcke die Eselskraft. Dicht am Mühlgraben stand der Eselsstall, denn die Stadtmühle unterhielt eine Herde von 12 bis 15 Stück dieser langohrigen und bedächtig schreitenden Grautiere. Die Leitung dieser Herde besorgte ein Eselstreiber. Er hatte eine kurzstielige, lange Peirschc, mit derer auch die widerspenstigsten Sackträger zur Ordnung und Pflichterfüllung anhielt.

46. Wolkenbruchartige Regenfalle gingen am 29. und 30. Juli 1897 im Erzgebirge nieder. Auch bei uns regnete es unaufhörlich. Selbst kleine Bäche schwollen zu reißenden Flüssen an. Die Mulde trat überall über die Ufer. Sie führte entwurzelte Bäume, Bretter und Balken, Kornpuppen, Fässer, ertrunkenes Vieh und anderes mehr mit sich. Unaufhörlich stiegen die Fluten. Der Mühlgraben auf dem Werder bildete mit der Mulde eine Einheit. In die Häuser am Ufer drang das Wasser in Keller und Stuben, die Leute flüchteten in die höher gelegenen Stadtteile. Zunächst wurde der Steg am Schützenhaus ein Opfer der Fluten, dann stürzte die erst wenige Tage vorher fertiggestellte Eisenbrücke zusarnmen, die den 'Stollen' mit der Uferstraße verband. Schließlich ereilte die Mühlbrücke das gleiche Schicksal. Der Pfeiler war unterspült und hatte beim Einsturz die Brücke mitgerissen.

47. Während überall die Feuerwehrleute und einsatzfähige Bürger gegen die stelgenden Wassermassen ankämpften und Menschen mit ihrem Hab und Gut in Sicherheit brachten, hatte sich auf der steinernen Muldenbrücke an der Bahnhofstraße eine Menschenmenge angefunden, die sorgenvoll das verheerende Schauspiel betrachtete. Die Flut stieg ständig weiter, die Brükken bogen konnten das Wasser kaum noch fassen, mitgerissene Stämme und Balken prallten dumpf dröhnend an die Pfeiler und ließen die Brücke erzittern. Da eine völlige Verstopfung der Brücke drohte , mußte diese geräumt und für jeden Verkehr gesperrt werden.

48. Als Notstandsarbeit, um die Erwerbslosigkeit einzudärnmen, wurde im Jahr 1926 der dringend notwendige Bau der Hauptschleuse in der Dresdener Straße ausgeführt. Das alte Schleusensystem konrite die steigende Abwassermenge nicht mehr tassen. so daß bei starken Regenfällen das hereinströmende Wasser Straße und Keller überflutete. Begünstigt wurde dies noch dadurch, daß das Abwasser oberhalb der Muldcnbrücke , also der Wasserströmung entgegen, in den Fluß geleitet wurde. Auf dem Bild sehen wir die alte, vor mehr als 100 Jahren aus Bruchsteinen gemauerte Schleuse. Sie hatte einen Querschnitt von 70x80 cm und lag nur 1.80 m tief. Stadtbaumeister Alfred Huhn, links mit der Zeichenrolle in der Hand, begutachtet die Baustelle. Rechts steht der Baumeister Otto Richter.

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