Roßwein in alten Ansichten Band 3

Roßwein in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Günther und Roswitha Hanisch
Gemeente
:   Roßwein
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6248-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Roßwein in alten Ansichten Band 3'

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29 Bei ihrer Vorliebe für schöne Pflanzen zogen die Gersdorfer Schloßherren gute Kunst- und Landschaftsgärtner in ihre Dienste. Wir sehen auf dem Bild um 1900 die Gärtnerei nut dem hochverglasten Hausteil, der als Orangerie diente. Seltene und exotische Gewächse konnten im Winter hier frostfrei untergebracht werden. So berichtet Carl Edlich von Orangen- und zwei großen, sehr alten Myrtenbäumen. Auch Palmen, Karnellen und selbst Ananaspfla.nzen wurden den staunenden Besuchern gezeigt. In der Mirte des Gartens befand sich ein kleines Becken mit einem etwa zwei Meter hohen Springbrunnen, dem ersten, den es in unserer Gegend gab. Um das Steigrohr war trichterförmig ein Netz befestigt. Darin tanzten, vom Wasserstrahl erfaßt und in die Höhe getrieben, hohle Glaskugeln und ausgeblasene Eier. Staunend betrachteten die

Kinder dieses 'Wunder'. Viele Jahre lang wirkte hier der Schloßgärtner WinkIer, bis er nach Roßwein übersiedelte und in der Unteren Weinbergstraße die erste Gärtnerei in Roßwein gründete.

30 Im September 1885 ûbernahm Moritz Hermann Richter die vormals Winklersche Gärtnerei in der Rüderstraße. Er starumte aus der Lornmatzscher Pflege und war vor der Geschäftsübernahme in Döbeln tätig gewesen. Herrnann Richter betreute nicht nur seine 'Kunst- und Handelsgärtnerei', sondern war auch als Landschaftsgärtner führend bei der Einrichtung der Gartenanlagen derVolksschule in der Grafestraße, des Amtsgerichtes sowie bei der Gestaltung des Bismarckplatzes tätig. Auf dem Foto sehen wir junge Frauen inmitten großer Pyrethrumbeete beim Schneiden der Blurnen. Vorn links steht die Schwiegertochter. Gärtncrmeister Hermann Richter hat den Arm voller Blumen, die noch versandfertig gemacht und unter anderem nach Chemnitz geliefert werden. Nach dem Tod von Hermann Richter 1 91 7 übernahm sein Sohn Fritz die

Gärtnerei und führte sie noch viele Iahre weiter, zuletzt zusammen mit seinem Sohn Heinz, bis die Gärtnereien 1961 zum Zusammenschluß zu Genossenschaften (GPG) gezwUllgen WUfden.

31 Zweiundsechzig Iahre lang war die Bäckerei von Curt Nestler ein traditioneller Familienbetrieb und ein Begriff in Roßwein. Am 1. April 1912 gründete Curt Nestler seine Bäckerei am Brükkenplatz. Sein Großvater war Strumpfwirker in Roßwein gewesen, sein Vater Bauer in Dóbeln. Curt dagegen erlernte das Bäckerhandwerk. 1951 übergab er den Betrieb an seinen Sohn Herbert, der diesen bis 1974 weiterfûhrte. Der Altmeister Curt half aber noch viele Iahre in der Backstube rnit und konnte sich freuen, daß sein Enkel Diennar

als Lehrling neben ihm arbeitete. Auf dem Bild aus dem [ahre

1961 sind drei Bäckergenerationen festgehalten: von rechts Altmeister Curt Nestler, sein Solm und Nachfolger Herbert Nestler, dessen Bruder Alfred Nestler und Enkel Diermar.

32 Die Roßweiner Kirche St. Marien ist im [ahre 1921 für eine Hochzeit festlich geschmückt. Die großartige Dekeratien rnit vielen Lorbeerbäumen und Girlanden richtete die Gärtnerei Kirschbaurn aus. 1887 harre sich der in Waldheim geborene Gärtnormeiseer Louis Kirschbaum in Roßwein niedergelassen und die kleine Gärtnerei van Wilhelmine Hartmann auf dem Oberstadrgraben übernomrnen. Mit seinen guten Leistungen schuf er sich einen großen Kundenkreis und konnte durch Kauf des ehernah gen Pfarrgartens die Gärmerei erweitern. Viel zu früh, im Iahre 1925, wurde er aus seinem schaffensreichen Leben gerissen. Seine Frau Alma Kirschbaum führte die Gärtnerei weiter. Ein Verkaufsgeschäft konnte in der Döbelner Straße eingerichtet werden.

Zu den Schuifesten wartete Familie Kirschbaum stets mit origi-

nellen Schmückungen auf Einmal 'wuchs' vor ihrem Haus auf dem Oberstadtgraben ein Kirschbaum, in dessen Ästen ein Lausejunge die Kirschen stibitzte. Ein anderes Mal stand Wilhelm Tell aufhohem Podesr und richtete seine Armbrust auf die andere Straßenseite, um seinem dort ebenfalls erhöht stehenden Sohn den Apfel vom Haupt zu schießen. Auch das Märchen von den Sternentalern und später die Blumenwaage waren liebevoll gestaltet.

331m Jahre I 939 heiratete die Tochter Ingeborg Kirschbaum den tüchtigen Gä.rtnermeister Hugo Berndt, der die Gärtnerei mit großem Fleiß und fachlichem Können weiter ausbaute, Seine Frau und seine Schwägerin, FrauAltmann, waren ihm dabei treue Helferinnen. Auf dem Foto aus dem Iahre 1961 sehen wir Hugo und lnge Berndt im Gewächshaus bei der Gurkenernte. Drei Frauen helfen ihnen den reichen Erntesegen zu bergen. Leider war auch Hugo Berndt kein langes Leben vergönnt, an seinem 60. Geburtstag erlag er einem Herzinfarkt. Heute führen sein Sohn Veit in der Damaschkestraße und auf dem Markt, und sein Sohn Gottfried in den Dresdener Straße Bhunengeschäfte. Somit setzen sie die Tradition der Gärtnerei Kirschbaum fort.

34 Im jahre 1921 konnte die Roßweiner Sparkasse die Räume des ehemaligen Restaurants 'Ratskeller' im Rathans beziehen. Auf dem Foto von 1935 blieken wir in den Kundenraum mit den Abfertigungsschaltern. Zunächst harren die 'Geldgeschäfte' in Roßwein einen bescheidenen Anfang genommen. Schon am 30. April 1838 war eine Sparkasse in unserer Stadt eröffnet worden. Daruit gehörte Roßwein zu den ersten fûnfzehn Städten in Sachsen, die eine solche Einrichtung besaßen. Die Spareinlagen wurden aller vierzehn Tage (montags von 12 bis 14 Uhr) im Haus des Steuereinnehmers Trómel entgegengenommen. Er übte dieseTätigkeit ebenso wie der Kontrolleur Kaufmann Honymus ehrenamtlich aus. Ab 1844 erfOlgte die 'Expeditton' täglich im Hause des neuen Kassierers Ratmann Kirbach, bis 1863 ein Kas-

senraurn im ersten Stock des Rathauses zur Verfügung gestellt wurde.

35 Nachdem die Stadt Roßwein dem 'Giroverband Sächsischer Gemeinden' beigetreten war, wurde 1910 die Stadtgirokasse unter der Bezeichnung 'Stadtbank Roßwein - Stadtgirokasse' eröffnet und zunächst von der Sparkasse mitverwaltet. Der Inhaber des ersten Girokontos war Bürgermeister Rüder. Durch die Erweiterung der Bankgeschäfte machte sich der Umzug in die Ràume des Ratskellers nötig, die dann fast 38 [ahre lang die Sparkasse beherbergten. Im Foto ist die Wirkungsstätte der Bankangestellten zu sehen, rechts im Bild die Schalteröffnungen. Sehr gut erkennt man hier, daß die Decke des Raumes aufGurtbögen ruht, die von Säulen mir romanischen Würfelkapitellen getragen werden. Diese interessante architektonische Gestaltung ist auch heute noch erhalten.

36 Vor dem Ersten Weltkrieg hanen weitere Banken Zweigstellen in Roßwein angesiedelt. so die Geringswalder; die Döbelner (Filiale Roßweiner Bank) und später auch die Dresdener Bank. Alle drei gingen im Laufe der Zeit über in die' Allgemeine Deutsche CreditAnstalt', kurz ADCA genannt. Sie war schon

I 856 in Leipzig gegründet worden und besaß 1925 bereits einhundert Filialen in Mitteldeutschland. Die ADCA übernahm das Gebäude Dresdener Straße/Ecke Döbelner Straße, in dem bis 1919 die Drogerie van Martin Wolf ansässig war (siehe Band Ir Foto Nr. 18). Größere Umbauten, auch der Einbau von diebes- und feuersicheren Stahlkammern waren nötig, urn aus den alten Räumen eine repräsentative Zwelgstelle der ADCA entstehen zu lassen. Auch das Äu-

ßere des Gebäudes wurde völlig neu und dabei hervorragend gestaltet.

37 Das Foto von 192 7 führt uns in den Schalterraum der ADCA. Über den durch Sichtblenden abgeteilten Schaltern zeigen Hinweisschilder den jeweiligen Abfertigungsservice an. Unter dem Slogan 'Die Bank für Iedermann' empfahl sich die iDCA fiir ' sorgfáltige Ausführung aller bankmäßigen Geschäfte, die Führung von Spar- und Girokonten. Kreditverkehr, Hypothekenvermittlung, Devisenbank für alle Geschäfte im Waren- und Reiseverkehr, Aufbewahrung und Verwaltung von Wertpapieren, Vermietung von Stahlfächern'. Dabei konnte sich die Bank aufVerbindungen zu allen Hauptplätzen der Welt berufen. Als die ADCA 1936 die Filiale der Dresdener Bank übernahm, siedelte sie auch in deren Geschäftsräume in der Dresdener Straße/Ecke Querstraße über.

38 Wieder zeigt sich uns das große, an drei Straßenfronten gelegene Eckhaus Dresdener/Dóbelner Straße/Niederstadtgraben in verändertem Aussehen. Nach Auszug der ADCA ] 936 harte die Roßweiner Sparkasse das Grundstück erworben. Ihre Geschäfte waren derartig angewachsen, daß die Räumlichkeiten im Ratskeller nicht mehr ausreichten. Nach gründlichem Gebäudeumbau siedelte sie I 937 in ihr neues Domizil über. Ein Iahr später konnte die Sparkasse ihr lOOjähriges Bestehen feiern, aus dessen Anlaß sie die neugestaltete Fassade mit dem Rundbau am Haupteingang geschmückt hatte. Die zwei Figuren über den pfeilern stellen' den schaffenden Vater mit dern Hammer und die weise schaltende Mutter rnit dem Kind und einer Sparbüchse' dar. Sie sollen dieTugenden 'Arbeiten und Sparen' versinnbildlichen.

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