Roßwein in alten Ansichten Band 4

Roßwein in alten Ansichten Band 4

Auteur
:   Günther und Roswitha Hanisch
Gemeente
:   Roßwein
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6423-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Roßwein in alten Ansichten Band 4'

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39 Die Belegschaft der Tabakfabrik Geilert in der Wehrstraße hat sich um 1950 zum Gruppenbild versammelt. Vorn als vierter von links sitzt der Chef Rudolf Geilert im Kreise seiner Mitarbeiter, rechts neben ihm HaraId Ramm, Steffi Erkenberg und Paul Riedel. Den Rohtabak erhielt die Firma zur Verarbeitung vom Tabak-Kontor zugeteilt oder durch Aufkauf von privaten Erzeugern, die den sogenannten Kleinpflanzer-Tabak anlieferten. Alle Gartenbesitzer waren 1949 aufgerufen, Tabak anzubauen, um so den eigenen Bedarf zu sichern. Denn auch weiterhin sollten Tabakwaren nur auf die Raucherkarte abgegeben werden. Bis 99 pflanzen waren für den Eigenbedarf erlaubt, und die Ernte konnte in preisermäßigte Zigarren, Zigaretten oder in Rauchtabak eingetauscht werden. Bereits 1925 wird Mutter Klara Geilert im Einwohnerbuch als Zigarrenprodu-

zentin genannt. Allerdings arbeitete sie als 'Ein-Mann-Betrieb' in der Bodenkammer ihres Hauses Niederstadtgraben 8. Rudolf Geilert (genannt 'Gack') war begeisterter Fußballer und galt in der Roßweiner Mannschaft als guter Stürmer.

40 In der Dresdner Straße 17 befanden sich seit 1907 das Ladengeschäft und die Werkstatt vom Mechanikermeister Ferdinand Dubec. Er war vielseitig versiert: Nähmaschinen, Seperatoren, Wasch- und Wringmaschinen, Schreibmaschinen, Fahrräder, ja selbst Motorfahrzeuge bot er an und reparierte sie auch. Bereits 1906 fuhr er auf einem Motorrad durch die Straßen der Stadt, eine riesige Staubwolke aufwirbelnd. Im Sudetenland 1869 geboren, wanderte er 1890 nach Roßwein ein. Hier fand er in der Gravieranstalt von Fo. Naupert am Hartenberg Anstellung. 1895 machte er sich selbständig, zuerst in der Lommatzscher Straße 17, im Hause von Töpfermeister Bretschneider, danach Unter den Linden, bis er sich in der Dresdener Straße etablierte. Auf dem Foto steht der Meister mit seiner Frau in der Ladentür und präsentiert Fahrräder

und ein Motor-Dreirad. Im linken Teil des Gebäudes hatte damals Friseurmeister Oskar Kliem seinen Salon.

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In Nährnaschinen, Fahrrädern, Mororfahrzeugen, Alfa Laval-Separatoren, Buttermaschmen, Wasch- und Wringrnaschinen.

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41 Am 14. Mai 1944 konnten Ferdinand Dubec und seine aus Gleisberg stammende Ehefrau Minna, geborene Oehmichen, das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Sechs Kindern schenkte Mutter Dubec das Leben. Als Fachmann hatte sich Meister Dubec einen guten Ruf erworben und bekleidete ein Reihe von Ehrenämtern, so auch das des 1. Vorsitzenden des Mechanikergewerbes im Kammerbezirk Chemnitz. Zweimal wurde er RoBweiner Schützenkönig mit dem Beinamen 'Ferdinand der Witzige', denn er soll sehr humorvoll gewesen sein, auch wenn er in seinen letzten Jahren recht mürrisch und brummig erschien. Selbst mit 90 Jahren legte er die Hände noch nicht in den SchoB; ich konnte ihn 1959 beim Reparieren einer Nähmaschine fotografieren.

42 Eine idyllische Szene zeigt uns die Aufnahme Mitte der zwanziger Jahre. Wir schauen vom Oberstadtgraben zur Gartenstraße. Es ist Markttag gewesen, die Landfrau hat ihre Waren auf dem Markt verkauft und fährt nach Hause mit ihrer 'Marktfrau enkutsche', wie man die ausgedienten Kinderwagen nannte. Links sehen wir die Fleischerei Thümer (später Kaden). Davor steht mitten auf der Fahrbahn ein Kinderwagen mit einem Baby, daneben ein weiteres Kleinkind, beide von einem Schulmädchen gewartet. Im großen, mit Klinkern erbauten Eckhaus wohnt

der Schneider Wilhelm Willisch, der 1910 von Haßlau nach Roßwein übersiedelte und hier in der ersten Etage seinen Schneiderhandwerksbetrieb eröffnete. In dem Geschäft (jetzt Friseurund Kosmetik GmbH) eröffnete seine Frau Helene eine 'Puppen

Klinik'. Sie muß sehr geschickt gewesen sein, denn sie offerierte: 'Reparaturen, Instandsetzungen und Auffrischungen von Puppen, damit die Kinder zum bevorstehenden Weihnachtsfest wieder Freude an ihren Puppen haben. Durch meine langjährigeTätigkeit in dieser Branche bin ich in

wachsene Zöpfe und Perücken aus dazu gegebenen Haaren billigst an.'

der Lage alle vorkommenden Reparaturen auszuführen. Außer allen erforderlichen Ersatzteilen findet man Puppen aller Art und Größe am Lager, desgleichen werden Kleidungsstücke und Puppenperücken aus echtem oder künstlichem Haar hergestellt. Ebenso fertige ich für Er-

43 Zur gleichen Zeit, Mitte der zwanziger Iahre, entstand das Foto der Lammatzscher Straße. Links sieht man den Ladeneingang zu Frau Willischs Puppenklinik, die Fenster im Parterre sind liebevoll mit Blumenkästen geschmückt. Im übernächsten Haus Nr. 15 betrieb die Witwe Gabsch einen kleinen Zigarrenladen, was sie mit der angebrachten Reklame-Zigarre anzeigte. Das Auftreten eines Fotografen war sicher für die Menschen noch ein Ereignis, denn viele Kinder und Frauen mit Kleinkindern auf dem Arm schauen interessiert dem Mann mit dem schwarzen Tuch zu, der im Volksmund oft 'Onkel Buckeltuch' genannt wurde. Hinter den beiden Buben, bereits im Schatten, steht ein Bauer mit seinem kleinen Pferdewagen. Vielleicht war er auch auf dem Markt, um seine Waren zu verkaufen. Oberhalb, etwas vorstehend, sehen wir das

Haus von 'Grünwaren-Müller' und rechts im Bild mit der offenstehenden Tür die Wasch- und Plättanstalt von Bruno Siebert. 1928 inserierte er: 'Dem Betrieb ist eine Dampfwäscherei für sogenannte Naßwäsche angegliedert worden. Durch die jahrelange praktische Arbeit auf diesem

Gebiet ist die Firma in die Lage versetzt, eine gute und saubere Wäsche zu liefern. Die Wäsche ist eingeseift mitzubringen, Zutaten können nach Belieben hinzugefügt werden. Auch Gelegenheit zum Bleichen ist vorhanden.'

44 Auch dieses Foto zeigt das Leben in einer Kleinstadt der zwanziger Jahre. Im Hintergebäude der Gartenstraße Nr. 8 führte damals Frau Klara Ulbricht ein Milchgeschäft. Vor dem Eingang mit dem eisernen Tor haben sich einige Kinder eingefunden, um Milch zu holen, die meisten barfüßig, wie es damals üblich war. Den Jüngsten haben sie im Handwägelchen mitgenommen. Auch ein Lehrjunge in der Arbeitsschürze hat sich mit einem größeren Handwagen zur Gruppe gesellt. Der ältere Mann mit dem Spazierstock ist Herr Otto Seime, Werkmeister in der Glasmanufaktur C. Hey. Auch er hält eine Flasche in der Hand, um bei Frau Ulbricht Milch zu kaufen. Das große Haus hinter der Gruppe gehört dem Tischlermeister Otto Ziegenbalg. Auf dem Bild hat es zu dieser Zeit noch einen Vorgarten, wie alle Häuser auf der rechten Seite der

Gartenstraße. Nach einem Brand wurde der Garten abgegraben, und das Haus erhielt das heutige Aussehen.

45 Allgemein bekannt in Roßwein war Max Döring, der in der Querstraße 46 ein Milchgeschäft betrieb. 1904 in RuppersdorfiLausitz geboren, wurde er im norddeutschen Holstein als Molkereimeister ausgebildet. Anfang der zwanziger Jahre kam er nach Roßwein und fand in der Molkerei GrabsArbeit. Später machte er sich selbständig, indem er die Produktionsabteilung der RiedeIschen Molkerei in der Schützenstraße übernahm. 1929 eröffnete er im Grundstück Querstraße 46 einen eigenen Milchhandel. Mit seinem pferdewagen holte er die Milch direkt beim Bauern ab, so in Littdorf und Gleisberg. Dabei entstand im Winter amTalbad diese Fotografie. Nach derVerarbeitung begann der Verkauf in den Straßen Roßweins. Mit seinem Milchwagen war er unterwegs, und der helle Klang der blankgeputzten Messingglocke rief die Kunden

zum Einkauf Aus den drei Hähnen am Wagen floß Butter-, Volloder Magermilch in die Kannen der Hausfrauen, die bei ihm auch Quark, Butter und Eier kaufen konnten. Ab und zu ließ Max auf dem Kutschbock einen der Schuljungen mitfahren und machte diesen damit glücklich.

1939 wurde in der Bahnhofstraße 1 die Roßweiner Molkereigenossenschaft gegründet. Dort brachte Max Döring seine Maschinen mit ein und wurde Betriebsleiter. Mit seiner Frau Martha, geborene Köstner, die er am 5.Juli 1926 geheiratet hatte, konnte er 1991 das seltene Fest

der Eisernen Hochzeit feiern. Am 22. September 1993 starb Max Döring.

46 Wer aus der Vogelperspektive auf unsere Heimatstadt schaut, sieht sie von Wald, aber auch von größeren und kleineren Gartenkolonien umgeben. Die größte ist die Kleingartenanlage auf dem Weinberg. Der 1923 gegründete Schreberverein erhielt 1925 von der Stadt 40 77 0 Quadratmeter Ackerland zur Verfügung gestellt, das in 160 Parzellen aufgeteilt wurde. Mit Eifer gingen die neuen Gärtner an die Arbeit, umfriedeten das große Gelände, legten Beete an und errichteten Lauben. Das gemeinsame Schaffen und die Freude über die erste Ernte brachte die Menschen zusammen. So beteiligten sie sich auch gern im September 192 6 am 'SchrebergruB', einer alljährlich besonders in Sachsen gepflegten Sitte der Schrebervereine. In ihr Vereinslokal 'Garküche' brachten sie Handwagen voll Gemüse und Obst, das sie vor allem an ältere Menschen verteilten. Über fünf-

zig Personen konnten volle Markttaschen und Blumensträuße nach Hause tragen. Anfang der dreißiger Jahre entstand das Foto von der Gartenanlage, die damals noch bis zur Schrebergartenstraße hin reichte. Die südliche Hälfte des Areals wurde 1960 für Neubauten benötigt.

Der Verein erhielt dafür nach Westen angrenzendes Land, wo sich die Betroffenen neue Gärten errichten konnten. Es macht auch heute noch viel Freude, durch die gepflegten Gärten zu gehen, sich an der bunten Blumenpracht zu erfreuen und im Gartenlokal einzukehren.

47 Die stattliche Gruppe von 37 Männern sehen wir auf dem Foto aus dem Jahre 1953. Es sind die Sänger des Weinberg-Männerchores mit ihrem Leiter, Lehrer Albert Gettel (im hellen Anzug in der Mitte sitzend). Freude am gemeinsamen Gesang verband diese Mitglieder des Schrebengartenvereins und bot ihnen Entspannung nach der Arbeit. Sie fanden auch mit ihren Auftritten überall große Zustimmung, besonders natürlich bei den beliebten Schrebergartenfesten, die seit 192 7 bis Ende der fünfziger Jahre immer wieder gefeiert wurden. Dazu pilgerten die Roßweiner in Scharen zum Weinberg hinauf Für die Kinder gab es nachmittags Umzüge und Spiel und Spaß auf der Festwiese. Für die Erwachsenen bildete jeweils am Abend der Kommers mit vielen heiteren Darbietungen den Höhepunkt der Sommerfeste. GroßenAnteil am Gelingen hat-

ten Alfred Kästner, der lange Zeit Vereinsvorsitzender war, 'Pantoffel-Lieschke' und andere humorvolle Gartenfreunde sowie tanzund gesangsbegeisterte Mädchen. NachAuflösung des Weinberg-Männerchores sind viele Sänger dem Armaturenwerk-Chor beigetreten.

48 Eine großeAnzahl lastkraftwagen hat sich am 2. April 1933 auf dem Roßweiner Marktplatz eingefunden, um die Fußballer des Fe 01 zum Meisterschaftsspiel nach Hartmannsdorf zu bringen. Die Fahrzeuge der treuen Fuhrunternehmer Hugo Eiseit, Otto Petsch aus Böhrigen, der Nitzsche-Brauerei Arnsdorf und Paul Wehrmann sind dabei. Viele private Limousinen haben sich dazugesellt, damit auch die zahlreichen Fans mitfahren und ihre Mannschaft lautstark unterstützen können. Meist haben die Lastwagen einen Kastenaufbau oder nur eine offene Ladefläche, was richtigen Fans nichts ausmacht. Fahnen in den blauweißen Vereinsfarben haben sie mitgebracht, und die Stimmung ist gut, denn die' 0 I-er' sind bestens in Schwung. Das bewiesen sie dann auch auf dem Spielfeld, denn sie besiegten Hartmannsdorf deutlich mit 6: o. Angefan-

gen hatte es in Roßwein mit dem Fußballsport damit, daß sich junge Leute auf der 'Scliafwiese' oberhalb des Hartenberges zusammenfanden, mit Stangen Tore absteckten und mit einem recht primitiven Ball erstmals Fußball spielten. Bald begeisterten sich immer mehr für diesen Sport und gründeten 1901 den

Roßweiner Fußballklub. Noch vor 1914 trug man die Spiele auf dem Platz links der Mulde gegenüber dem Schlachthof aus.

19 19 konnte das Gelände gepachtet und 1924 gekauft werden. Leider hatte der Platz nicht die erforderliche Breite, und man versuchte dies durchAbgr

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