Roßwein in alten Ansichten Band 6

Roßwein in alten Ansichten Band 6

Auteur
:   Günther und Roswitha Hanisch
Gemeente
:   Roßwein
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6703-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Roßwein in alten Ansichten Band 6'

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19. Die Werkzeuge vom Vater Ziegs sind im Heimatmuseum aufbewahrt. Die HammerstieIe sind genau den Fingern

seiner rechten Hand ange-

passt und konnten so beim

Behauen der Feile größte Genauigkeit gewährleisten. Im Gegensatz zur maschinellen Bearbeitung bekam die Feile durch Hieb des Feilenhauers noch einen besonderen 'Kick', was Fachleute an den Feilen besonders zu schätzen wussten. Brachte ein Kunde eine Feile zum Meister, wurde diese zunächst im Glühofen ausgeglüht, also weich gemacht. Ganz langsam musste die Abkühlung erfolgen, oft ließ der Meister den Ofen ausgehen, bevor er die Feile wieder entnahm. Danach wurde sie auf dem Sandstein völlig abgeschliffen. Nun begann der Meister seine Arbeit. Mit dem Riemen wurde die Feile festgemacht und mit Hammer und Meißel erfolgte der Hieb. Man unterschied Einhieb und Doppelhieb (Kreuzhieb ), Feilen für Metallbearbeitung oder die Raspel (mit großer Teilung) für die Holzbearbeitung. War diese Arbeit geschehen, kam die Feile erneut in den Glühofen, um im glühenden Zustand durch ein Wasser- oder Ölbad gehärtet zu werden. Jede Feile wurde dann einzeln und ganz sorgfältig in Papier verpackt.

20. Josef Zeman, geboren am 6. [anuar 1915 in Kiel, gründete am 15. September 1935 in Roßwein einen Betrieb zur Herstellung von Widerständen und Kondensatoren, später auch von Potentiometern und Drehschichtwiderständen für die Radio- und Elektronikindustrie. Die ersten Betriebsräume waren Am Markt 16, im Hinterhaus vom ehemaligen Schuhhaus Carl Haufe. Danach zog er in die Mühlstraße 15, wo auch sein Schwager Artur Seebach sein Uhren- und Schmuckgeschäft hatte. Im [ahre 1943 konnte er sich im einstigen Zschoche'schen Fabrikgebäude Wehrstraße 8 etablieren. (Im Erdgeschoss befand sich später der Altwarenhandel 'Rumpelmännchen'.) Auf dem Foto von 1944 sehen wir Herrn Zeman an seinem Schreibtisch. Als österreichischer Staatsbürger sah er hier keine wirtschaftlichen Perspektiven für sich, deshalb blieb er 1950 in Westdeutschland und lebt heute in Kalifornien. Die Firma konnte 1955 das 20-jährige Jubiläum begehen, jedoch ohne den Gründer, da man den Betrieb unter treuhänderische Verwaltung gestellt hatte. Als Treuhänder wurde Herr Mai eingesetzt, der diesen Posten viele [ahre lang ausübte.

21. Die nachfolgenden Betriebsaufnahmen der Fa. Zeman in der Wehrstraße aus dem [ahre 1955 zeigen die Beschäftigten bei der Arbeit. Die Widerstände waren aus Porzellan. Auf sie wurde in einem besonderen Raum eine Kohleschicht aufgebracht, danach die Anschlüsse durchAufwickeln befestigt, dies geschah entweder radial ader axial. Auf dem Foto sehen wir in der Fensterreihe, wie die Widerstände grob gemessen und die Werte eingeschliffen werden. Dann werden sie durch Arbeiterinnen zum Spritzen auf eine Leiste gesteckt. Die Farben waren grün oder grau. Auf dem vorderen Tisch stehen bereits einige bestückte Leisten.

22. Nach dem Spritzen wurden die Widerstände im nächsten Arbeitsgang 'feingemessen', danach die Werte aufgedruckt. Auf dem Foto sehen wir rechts Frau Keller von der Gartenstraße mit zwei weiteren Kolleginnen bei dieser Arbeit.

23. Der letzte Arbeitsgang war das Verpacken. Dabei wurde jeder Widerstand einzeln in Papier gewickelt, um Beschädigungen beim Transport zu vermeiden. Danach kamen sie zum Versand an Großhandelsfirmen oder Hersteller elektronischer Geräte. Reparaturwerkstätten konnten ihren Bedarf direkt beim Hersteller decken. 1985 zog der Betrieb in die Stadtbadstraße in die Räume der ehemaligen Strickwarenfabrik von Martin Lindner. Durch die Wirtschaftspolitik der SED wurde der kleine Betrieb anderen Werken als Zweigbetrieb unterstellt: Teltow Berlin, VEB Elektronische Bauelemente Dorfhain und ab 1990 Sächsische Elektronikwerke GmbH Klingenberg. Danach verkaufte die Treuhand den Hauptbetrieb an einen Investor; der kleine angegliederte Betrieb blieb dabei auf der Strecke und wurde 1991 aufgelöst.

24. Die Belegschaft der Firma Zeman sitzt 1955 im Aufenthaltsraum bei der Frühstückspause. Die meisten Mitarbeiter können noch namentlich genannt werden. Es sind, von links: Schubert (Spritzer), Elfriede Großer, Frau Nowacek von der Oberen Scheunenberggasse, X eine Kollegin, die jeden Tag von Grunau über den Goldbarn zur Arbeit gelaufen kam, Frau Stecher, X nicht bekannt, Frau Keller von der Gartenstraße, Heinz Pflug (war viele [ahre Torwart bei den Handballern), Buchhalter Fiedler, Frau Maudrich, X nicht bekannt, Frau Luzie Böhm (Tochter vom Bademeister), Frau Müller und Frau Bönisch.

e. 25Jahre

1934 -1959

~" Im Dienste der

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- ,~ uod des Rund·

funks

RoBweln. MühlslraBe 12 Telefon 214

25. Arndt Löffler war eine geschätzte Persönlichkeit in Roßwein, seine Elektrofirma erfreute sich besten Rufes. 1905 in Goselitz geboren, begann er in der Fa. Hugo Sohr die Lehre als Elektriker, und arbeitete danach in der Firma Wegert, Querstraße, studierte 193 1 an der Schlosserschule. Er legte 1933 die Meisterprüfung des Elektrohandwerks, 1942 die des Schlosser- und Maschinenbauerhandwerks ab und war auf diesem Gebiet von 1941 bis 1944 als Dozent an der Schlosserschule tätig. 1934 hatte er sein Elektrogeschäft in der Querstraße 32 eröffnet, das er 1935 in die Mühlstraße 12 verlegte. Im Juni 1946 kehrte er aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Seine tüchtige Frau Hilde hatte in den Kriegsjahren den Betrieb mit zehn Angestellten weitergeführt. Viele Auszeichnungen für vorbildliche Handwerks- und Lehrtätigkeit erhieltArndt Löffler, trotzdem widerstand er dem Zwangseintritt in eine PGH (Genossenschaft), obwohl sich für ihn dadurch große Schwierigkeiten ergaben. Der Handwerksbetrieb schloss 1975, das Handelsgeschäft 1977. Am 10. August 1980 starb Arndt Löffler. Das Gruppenbild stammt vom Dezember 1940. Sitzend von links: Eva Krüger, Hilde Löffler, Arndt Löffler und Gretel Hoffmann. Mittlere Reihe, von links: Heinz Bertram, Erich Böhme, Kurt Zimmermann, Werner Hoppe, Werner Jast und Heinz Rothe. Hintere Reihe, von links: Helmut Krause, Heinz RingIer, Werner Keil, Herbert Preußer und Heinz Schumann.

26. In der Lammatzscher Straße 1 befand sich seit 1873 das Tuchgeschäft von Friedrich Krondorf. Er war am 1. Oktober 1865 als Tuchmachermeister van Hainichen nach Roßwein gekommen und an der Tuchmachergilde und der Innungsfabrik neben dem Schützenhaus beteiligt. Die Produkte aus der Innungsfabrik wurden an Textilgeschäfte versandt, auf Jahrmärkten in Dresden, Meißen, Freiberg, Döbeln usw. oder ab 1873 in seinem eigenen Ladengeschäft verkauft. Die Roßweiner Lamastoffe waren zu allen Zeiten wegen ihrer hervorragenden Qualität beliebt. 1907 übernahm sein Sohn OUo Krondorf das Ladengeschäft, das er noch erweiterte. Am 18. März 1938 konnte OUo in fröhlicher Runde mit seinen Freunden den 70. Geburtstag feiern. Stehend von links sind dies: Seine Schwester Anne, Martha Pinkert, seine Schwester Selma Lindner, Schneider Voigt, Jahnstraße 3; seine Nichte Liesel Harig und Erna Schönlein. Sitzend Schmiedemeister Scharfe, dahinter Frau Scharfe, neben ihm [ubilar OUo Krondorf, dahinter Frau Thümer, Fleischerei Lammatzscher StraßelI; Franz Hegner, Sattlermeister Nossener Straße; Martha Clauß, Bäckermeister Roßberg, Lammatzscher Straße 10; Kaufmann Georg Clauß, die Kinder davor Helga und Edelgard Pinkert. Und als 'Glücksbringer' sitzen zwei echte Schornsteinfeger vor der Gruppe.

27. Goldschmiedemeister Erich Hantke arbeitet 19 SI an der Gravur eines Löffels. Er zeichnet zunächst die gewünschten Initialen auf. Die verschiedenen Stichel liegen griffbereit am Arbeitsplatz. Erich Hantke wurde 1907 in Schlesien geboren. Nach Lehre und Wanderjahren legte er in Oldenburg die Meisterprüfung ab und leitete danach in Emden eine Goldschmiedewerkstatt. Im Oktober 1938 übernahm er das Goldschmiedegeschäft von Georg Weiß in der Dresdener Straße 28 in Roßwein. Georg Weiß wird schon 1893 als Gold-, Silberarbeiter undjuwelier erwähnt. Zuvor betrieb 1883 hier Edmund Rausch das gleiche Handwerk. Am Anfang hatte es der neue Goldschmied Erich Hantke nicht leicht, doch mit guter Werbung und noch besserer Arbeit gelang es ihm, sich einen festen Kundenkreis zu schaffen. 1942 wurde er einberufen. In den Nachkriegsjahren gab es viel Arbeit, die jedoch nur mit Kundenmaterial ausgeführt werden konnte. Ab 1960 wurden Gold und Silber zugeteilt, was aber den Bedarf nur zu 1/4 deckte. 19 SI trat sein Sohn Udo bei ihm die Lehre an und legte 19 S4 die Gesellenprüfung ab. Am 1. November 1961 verstarb Erich Hantke im Alter von S4 [ahren an einem Herzschlag. Sein Sohn Udo konnte 1962 die Meisterprüfung ablegen und im gleichen [ahr das Geschäft übernehmen.1980 beschloss die DDR die Edelmetallpreise zu erhöhen, und zwar Gold um das 8-fache und Silber um das 13-fache. Die Differenz zwischen altem und neuem Preis musste sofort gezahlt werden und konnte nur durch einen Kredit aufgebracht werden. Positiv war, dass ein Teil des Betrages nach der Wende zurückgezahlt wurde.

28. Nach dem Ersten Weltkrieg lag ein großer Teil des kulturellen Lebens in unserer Stadt in den Händen der vielen Vereine, die mit Konzerten und Theateraufführungen für Freude und Unterhaltung sorgten. "Thalia' , 'Gerrnania' oder 'Concordia', Geselligkeitsund Gesangvereine, selbst Turnvereine, studierten Theaterstücke ein. Die Gesangvereine 'Arlon' und 'Liederkranz' gaben große Konzerte und führten Operetten, ja selbst Opern auf. Zum 78. Stiftungsfest des 'Ariou' 1924 brachte derVerein Albert Lortzings Oper 'DerWaffenschmied' im Roßweiner Schützenhaus zur Aufführung. Unter der musikalischen Leitung von Carl Fuchs jun., der die verstärkte Döbelner Stadtkapelle dirigierte und auch die Chöre hervorragend leitete, gelang eine Glanzleistung. Die Spielleitung hatte sein Bruder Willy Fuchs (der große Eislaufförderer Roßweins ), die Bühnenbilder entwarf und malte der Roßweiner Kunstmaler Paul Ahnert. Das Ensemble umfasste nahezu einhundert Mitwirkende. Der Erfolg war so groß, dass am 3. Dezember 1924, einem Wochentag, als Wiederholung eine öffentliche Aufführung stattfand. Bereits 19 Uhr waren keine Plätze mehr zu bekommen. Siebenhundert Besucher drängten sich, um dieses musikalische Großereignis genießen zu können. Das Szenenfoto erinnert an diese Aufführung.

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