Roßwein in alten Ansichten Band 6

Roßwein in alten Ansichten Band 6

Auteur
:   Günther und Roswitha Hanisch
Gemeente
:   Roßwein
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6703-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Roßwein in alten Ansichten Band 6'

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29. Zur 'Waffenschmied' -Aufführung des' Arlon' am 3. Dezember 1924 meisterten die Roßweiner 'Arianen' ihre Aufgaben hervorragend und ernteten großen Beifall. Hanna ThalmannPleß als Marie, Grete Breitling als Irmentraut begeisterten ebenso wie Fritz Duchesne als der berühmte Waffenschmied. Auf dem Foto sehen wir rechts den Kaufmann Fritz Lorenz als Ritter Graf von Liebenau und links Hermann Reuter als Knappe Georg, die beide Triumphe feierten. Es war erstaunlich, was ein Gesangsverein in einer Kleinstadt wie Roßwein zustande brachte. Größten Verdienst daran hatte Carl Fuchs jun., der mit dem Männergesangverein 'Arlon' noch viele große Erfolge feiern konnte. In den vierziger [ahren wurde Carl Fuchs zum Musikbeauftragten der Stadt Roßwein ernannt. Zu einer Reihe von Anrechtskonzerten konnte er namhafte Künstler nach Roßwein verpflichten.

Zigarrenfabrik l:raugott Wegerdt

j3ahnhofstrasse a, Ccke Goldbornstrasse

30. Einer der ältesten Betriebe der Roßweiner Zigarrenindustrie war die Firma Traugott Wegerdt. Im [ahre 1863 begann der Roßweiner Traugott Wegert, ein Fachmann in der

Zigarrenherstellung, im Haus Bahnhofstraße 4 mit der Fabrikation von Zigarren. 1889 errichtete er Ecke Bahnhofstraße / Goldbornstraße ein eigenes Wohn- und Betriebsgebäude. Als der Gründer im Mai 1897 starb, übernahmen seine Söhne Max und Otto Wegerdt die Firma. Die Zigarrenindustrie bildete in Roßwein zu dieser Zeit einen großen wirtschaftlichen Faktor, 1894 gab es zwölf Betriebe mit zusammen 482 Beschäftigten.1909 fiel das Haus einem großen Brand zum Opfer und musste neu aufgebaut werden. Dabei galt es strenge Regeln zum Gesundheitsschutz der Beschäftigten zu beachten. Vor allem bei den Arbeitsgängen Abrippen und Sortieren der Zigarren mussten Licht und Lüftung in großem Maße gewährleistet sein. Im Iahre 1927 übernahm mitAlfredWegerdt die dritte Generation den Betrieb. Schwere [ahre, Inflation, Weltwirtschaftskrise und Krieg konnten gemeistert und 1963 das 100jährige Bestehen gefeiert werden. 1966 wurde die Zigarrenproduktion eingestellt und das Wohnhaus an die Stadt verkauft.

C5egründet 1863. ~

Gegründet 186.3. ,"v'.

31. Zum 100-jährigen Jubiläum hat sich Herr Alfred Wegerdt mit seiner Frau und der ganzen Belegschaft fotografieren lassen. Viele konnten noch namentlich ermittelt werden. Erste Reihe, von links: Frau Hübsch, lrma Wölke, ?, ?, ?, Hilma Zimmermann, Frau Sulleck, Frau Wegerdt, Herr Wegerdt, Frau Junghans, ?, Liesel Berger, ?, Paula Schubert, ?, ? und Gertrud Schmieder. Dahinter, von rechts: lnge Lindenberg, ?, ?, Lieselatte Sepralla, ?, ?, Frau Schulz, Erna Kallitzschke, ?, lnge Beyer, ?, Frau Romrig, Latte Richter, Zenzi Peuthert, Martina Kommer, lrene Beyer, Frau Schrenner, Herr und Frau Schmidt, Hilde Preiß, Thea Scholz, Frau Seidel, Lenchen Kania, Frau WinkIer, ?, ?, ?, Herr Reich, Gertrud Bohn, ?, ?, Frau Peuthert, HerrWinkler, lngrid Frankenstein, ?, ?, ?, Heidi Rössiger, Frau Polanetzki, ?, Frau Cyrus, ?, Elfriede Graul, Gretel Dietrich, Gretel Scholz, ?, ?, Else [ahn, Frau Straube, Herr Liebert und ? Drei [ahre später war es mit der Zigarrenherstellung vorbei und anstelle von Zigarren wurden Elektromotoren gewickelt. In die Geschäftsräume zog ein Zweigbetrieb des Elektromotorenwerkes 'ELMü' Hartha ein. Die Produktion von 'ELMü' lief gut, jedoch wurde nach der Wende durch die Treuhand der Stammbetrieb Hartha verkauft und der Zweigbetrieb in Roßwein geschlossen.

32. Die Spedition Gustav Sommerfeld gehörte einst mit ihren Tafel- und Kohlentransportwagen zum Stadtbild in Roßwein. Gegründet wurde das Geschäft 1863 von dem Schäfer Christian Gottlieb Springefeld, der vorher das

Gut 'Sorgc' in Pacht hatte. Aus kleinsten Anfängen heraus entwickelte er das Geschäft, schaffte von frühmorgens bis spät abends mit seiner Frau,

denn nebenbei galt es ja auch die landwirtschaftlichen Arbeiten zu erledigen. Oft fuhr er mit dem Rüstwagen nach dem Plauenschen Grund bei Freital, um von dort Kohlen zu holen. Im Krieg 1870/71 stellte er ein paar pferde zurVerfügung, mit denen sein Sohn die Bagage fuhr. Gustav selbst führte das Geschäft bis zu seinem Tode 1903. Dann übernahm es sein Schwiegersohn Heinrich Hühner, der sich ebenfalls mit ganzer Kraft für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Geschäftes einsetzte. Er zog in den Ersten Weltkrieg und übernahm nach dem Krieg zwei Pferde, die mit ihm getreulich ihren Dienst an der Front getan hatten und nun dem Fuhrgeschäft dienten, bis sie das Gnadenbrot erhielten. Auf dem Foto etwa um 1923 hat Heinrich Hühner mit seinem Tafelwagen Kisten und Ballen bei Roßweiner Fabriken abgeholt und bringt das Frachtgut zum Güterbahnhof. 192 7 starb Heinrich Hühner, seine Frau führte das Unternehmen weiter und übergab es am 1. Juli 1937 an ihren Schwiegersohn Gustav Sommerfeld.

33. Am IS. Mai 1893 wurde die Sächsische Patentachsenfabrik Kadner & Co. durch Hermann Kadner als kaufmännischer, Iulius Krumbie gel als technischer Leiter und dem Kaufmann Bruno Weigand gegründet. Mit 18 Arbeitern konnten bis zum Jahresende 1893 bereits 91 0 Garnituren Achsen hergestellt werden. Durch die solide Arbeit entwickelte sich der Betrieb gut. Rückschläge brachte das große Muldenhochwasser von 1897, bei dem das Wasser einen Meter hoch in der Fabrik stand, und 1901 stürzte durch einen Wirbelsturm der 35 Meter hohe Fabrikschornstein ein, wobei einigeArbeiter Verletzungen erlitten. 1900 starb Bruno Weigand, nun führten Hermann Kadner und Iulius Krumbiegel den Betrieb. Die Produktion stieg weiter an, 1903 auf den SO 000 und 1908 auf den 100 000 SatzAchsen. Am 1. November 1911 trat der spätereAlleininhaber Ing. Arno Krumbiegel in die Firma ein. Die Leistungsfähigkeit steigerte sich abermals und die gute Qualität der Arbeit öffnete sogar europäische Märkte, so Russland, Österreich, Ungarn, Rumänien, Dänemark, Schweden, Norwegen, die Schweiz und die Türkei, selbst nach Übersee wurde exportiert. Auf dem Foto um 1902 sehen wir die hohe Ufermauer zum Hochwasserschutz. Schornstein und Kesselhaus sind wiedererrichtet. Auch der Steg, der dem Hochwasser 1897 zum Opfer gefallen war, ist neu gebaut. Witzig nannte ihn der Volksmund die 'Göltzschtalbrücke'.

34. Der verlorene Erste Weltkrieg und die Inf1ationszeit brachten auch der Fa. Kadner & Co große Probleme. Ab 1925 ging es mit dem Fahrzeugbau wieder langsam bergauf, bis die 1930 einsetzende Weltwirtschaftskrise einen erneuten Rückschlag und eine Arbeitslosigkeit von nie gekanntem Ausmaß brachte. Immer mehr Zahlungseinstellungen von Firmen ließen auch solid geführte Werke ins Wanken geraten. 1934 errichtete die Firma ein Konstruktionsbüro und allmählich kamen wieder neue Maschinen in den Betrieb. Auch Betriebsneubauten erfolgten, soweit es das beengte Gelände zuließ. Das Foto lässt uns um 1934 einen Blick in die Presserei werfen. In der Bildmitte befindet sich ein Glühofen. Davor stehen in einer Reihe Reibspindelpressen, die in der Produktion zum serienmäßigen Eindrücken von Kugellagern und Büchsen verwendet wurden. Elektromotoren bringen die Kraftübertragung auf Transmissionen, die dann die Pressen bewegen. Da die Pressen größer als der Raum waren, wurden sie versenkt eingebaut.

35. Um 1934 blicken wir in die Halle der Radnabenbearbeitung. Die Radnaben werden fertig gedreht und auf dem Bohrwerk mit Löchern für die Bolzen versehen. Deutlich erkennen wir die Transmission für die Bohrwerke. Auch hier erfolgte der Antrieb mittels eines großen Elektromotors, der seine Kraft durch die Transmission auf die einzelnen Maschinen übertrug.

36. Foto in der 'Alten Dreherei' um 1934. Wir schauen auf Hobelbänke zum Bearbeiten von Gesenkblöcken undVorrichtungen für die Achsen- und Radnabenproduktion. In der Bildmitte steht der Meister Artur Hänsel. Auf der vorderen Hobelbank wird eine Welle mit dem Parallelreißer zentriert, danach verspannt und dann bearbeitet (genutet und verzahnt). Vor dieser Hobelbank sind Gesenke gelagert.

37. Ein weiterer Blick in die' Alte Dreherei' , wo BremstrommeIn und Bremsbacken serienmäßig fertig gedreht wurden. Der Antrieb erfolgte auch hier mit Elektromotoren und Kraftübertragung durch Transmissionen. Mit der von oben herabhängenden Holzstange konnte der Riemen von der Lehrlaufrolle auf die angetriebene Rolle oder Scheibe eingerückt werden. Im mittleren Bildteil stecken an einer Tafel Fräsen verschiedener Profile. Im Vordergrund stapeln sich Bremsbacken, teils fertige und zum Teil noch zu bearbeitende.

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38. Später konnten Grundstücke jenseits der Mulde erworben werden und 19381939 innerhalb des Betriebes eine Brücke gebaut werden. (Siehe Foto um 1939.)

Ab 1. [anuar 1938 beteiligte Ing. Arno Krumbiegel seine Belegschaft am Gewinn. Mit seinem Prokuristen, Herrn Prinz, setzte er sich für die Entlassung der ehemaligen SPD-Mitglieder aus den Internierungslagern ein und gab ihnen in seinem Betrieb Ar-beit. Betriebsangehörige erhielten von Herrn Krumbiegel Darlehen zum Bau von Siedlungshäuschen. In den [ahren 1939/40 konnte auf demAreal zwischen Mulde und Mühlgraben (der sogenannten Insel) eine neue Halle errichtet werden. Nach Kriegsende wurde die Fa. Kadner enteignet und von der SMA (Sowjetische Militäradministration) demontiert. Nach dem schwierigen Neubeginn wurden zunächstAchsen für Pferdewagen, später Achsen für LKW und selbst für Omnibusse gefertigt. Die Firmenbezeichnung war jetzt IFA. 1951 erfolgte die Eingliederung in das Roßweiner Schmiedewerk (ehemals Carl Wolf), wobei ein Austausch der Werkhallen des Armaturenwerkes in der Goldbornstraße mit den Gebäuden der ehemaligen Fa. Kadner & Co. stattfand.

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