Roßwein in alten Ansichten Band 6

Roßwein in alten Ansichten Band 6

Auteur
:   Günther und Roswitha Hanisch
Gemeente
:   Roßwein
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6703-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Roßwein in alten Ansichten Band 6'

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39. Die Patentachsenfabrik Kadner & Co hatte eine vielseitige Produktpalette. Von leichten Achsen für Pferdewagen, Einachser-Fahrgestelle mit Rohrrahmen und Kadner-Schwingachsen, Sattelschlepperkupplungen für Schwerlastfahrzeuge bis zu Achsengarnituren für Autobusse, ja selbst für die Einsatzwagen des Überfallkommandos fertigte man alles in bester Qualität. Auf dem Foto sehen wir ein Doppelachs-Aggregat für schwere Hängerfahrzeuge mit doppelter Federung, beide Achsen mitTrommelbremsung.

40. Für die Betreuung und Modernisierung der technischen Anlagen der Firma Kadner & Co war Schlossermeister Hugo Sohr, für die Elektroarbeiten die Firma WalterTöpelmann zuständig. So verbesserte Walter Töpelmann 1934 den Antrieb der Maschinen durch das abgebildeteAggregat. Er installierte diesen]unkersDieselmotor, der mit dem gekoppelten Generator Strom erzeugte.

41. Walter T öpelmann wurde am 29. März 1903 in Roßwein, Dresdener Straße 23, als Sohn des Kaufmanns Emil Töpelmann geboren. Er lernte in der Fa. Elektro-Eckert (später Paul Richter) in Döbeln Elektromaschinenbauer. Nach der Lehrzeit zog es ihn aber zur Seefahrt, der er mehrere [ahre treu blieb. Als Souvenir brachte er ein Paar sehr lebendige Äffchen mit nach Hause. Ihnen wurde es in Töpelmanns Haus in der Dresdener Straße 23 wohl recht langweilig, sodass sie oft durch die rückwärtigen Fenster ausrissen, in die Wohnungen der Nachbarn einstiegen und sich amüsierten. So musste die Feuerwehr des Öfteren auf 'Affenfang' gehen, was nicht einfach war. Wenn die Feuerwehrleute glaubten, sie fassen zu können, waren die pfiffigen Tierchen durch das Fenster wieder verschwunden. Als der Ärger überhand nahm, erhielten die Äffchen ihr Domizil im Gasthof zu Gersdorf. Walt er T öpelmann machte sich 1932 im Hintergebäude Bahndammstraße 8 im Elektromaschinenbau selbständig. Als um 1941/42 die neue Halle der Fa. Kadner fertig war, verlegte er sein Unternehmen dorthin. Auf dem Foto bespricht Walter Töpelmann mit seinem Buchhalter Franz Mitzscherlich die auszuführenden Aufträge.

42. Die geräumige und lichtdurchf1utete Halle bot gute Arbeitsbedingungen. Durch den Krieg waren viele Elektromotoren stark beschädigt, die in der Firma Töpelmann geprüft und repariert wurden. Wegen der noch fehlenden Neuproduktion warteten die Betriebe sehnsüchtig auf die Instandsetzungen. Aber bald kamen auch Neuanfertigungen hinzu als Aufträge aus weit entfernt liegenden Werken. So fertigte die Fa. Töpelmann unter anderem einen großen Schaltschrank in hoher technischer Qualität für das Stahlwerk Burg an. Auf dem Foto um 1949 sieht man viele zur Reparatur gebrachte Motoren. An den Werktischen links sind kleinere Motoren in Arbeit. Auf der rechten Seite stehen Lona ZeidIer und Elli Dittmann und wickeln einen Anker. 1956 musste die Halle Platz für einen Neubau des Armaturenwerks machen. Töpelmann verlegte seine Werkstatt in die Räume der ehemaligen Stadtmühle. Im [ahre 1975 starb WalterTöpelmann; der Betrieb wurde 1977 geschlossen.

43. Um 1947/48 hat sich die Belegschaft der Firma Töpelmann vor der Halle in derWehrstraße zu einem Gruppenbild aufgestellt. Die meisten Namen konnten noch ermittelt werden. In der unteren Reihe stehen, von rechts: Herr [ahn, Niederstriegis; Herr Lehrer Albert Oettel, der nach dem Krieg zunächst einen Neuanfang suchte. Nach seiner Tätigkeit in der Fa. Töpelmann gelang ihm ein Neubeginn im Schuldienst. Dann Herr Wirt, Böhrigen; Siegfried Barthel, Berbersdorf; Frl. Küttner, Wehrstraße; Rudi Elsner, Nossener Straße; Annelies Weißgerber geborene Saupe, Gerhard Beyer, Lammatzscher Straße; X unbekannt. Obere Reihe, von links: X unbekannt, Hans-Georg Schubert, Herrmannstraße; Helmut Bobe, Kadorfer Straße; Kollege Zacher, X unbekannt, Kollege Pfennig.

44. Färbermeister Louis Burkhardt gründete 1873 in der ehemaligen Wegert'schen Fabrik Am Stollen seinen Betrieb, den er später in das Haus Am Brückenplatz 1 verlegte. Die hohen Trockenböden eigneten sich sehr gut für sein Gewerbe. 1884 konnte er die Färberei Schurig, Auf dem Werder 6, erwerben. [ahrzehnte war die Färberei Burkhardt ein Begriff, ebenso nach der Übernahme durch Meister Otto Pilz. Im Haus Brückenplatz 1 machte sich das Fleischergewerbe ansässig, zuerst Fleischermeister Haake, danach Max Werner und dann die PGH Fleischer und schließlich die Fleisch und Wurstwaren GmbH Roßwein. Aber zurück zu Louis Burkhardt. Er war sehr sportlich und besonders dem Radsport zugetan. Um 1887 hat er sich mit seinem Hochrad beim Fotografen Artur Rother 'verewigen' lassen. Es ist überliefert, dass er mit diesem Hochrad in 1 1/2 Stunde von Roßwein nach Freiberg gefahren ist, was eine enorme Leistung war. Nach Gründung des 'Radfahrervereins Roßwein 1892' setzte er sich aktiv für dessen erfolgreiche Entwicklung ein und leitete zu den Festlichkeiten im Saal des Schützenhauses das Begrüßungs- und Reigenfahren, das stets großen Beifall erntete.

45. Der 'Radfahrerverein Roßwein 1892' veranstaltete am 2.August 1896 ein Straßenwettfahren. Es bestand aus drei Rennen. Das erste, über 5 km, begann früh 7 Uhr auf der Straße DöbelnRoßwein, unterhalb des Steinbruches an der 'Klippe', und endete in Roßwein an dem früheren Mühlstädt'schen Haus, wo der Birkenweg in die Döbelner Straße mündet. Färbermeister Burkhardt Junior siegte in 10 Minuten, Herr Schwabe, Dresdener Straße, benötigte 1 0 Minuten und 4 Sekunden, während Herr Leipnitz, der 300 m Vorgabe erhalten hatte, das Ziel nach 11 Minuten erreichte. Das zweite Rennen über 2 km wurde vom Straßenabzweig nach dem Hohenlauft gestartet mit dem Ziel wie beim vorherigen Rennen. An diesem beteiligten sich nur Herren über 30 [ahre. Sieger wurde Herr Westphal in 3 Minuten 30 Sekunden vor den Herren Sachs und Arlt. Das dritte und interessanteste Rennen war jedoch das 200-m-Langsamfahren, dabei siegte Herr Schwabe mit 5 Minuten 24 Sekunden vor Färbermeister Burkhardt Senior. Auf dem Foto hat sich Färbermeister Burkhardt Junior mit dem 'Nicderrad' dem Fotografen gestellt.

46. Die 'Schlaatzer". Etwa um 1900 fanden sich einige Roßweiner Bürger zum Billardspielen zusammen und gründeten einen kleinen Verein, dem sie den bedeutungsvollen Namen 'Schlaatzcr' gaben. Wie man zu dem Namen kam, ist nicht überliefert, es ist wohl nicht anzunehmen, dass man beim Billardspiel in den Filzbezug 'geschlaazt' hatte. Auf alle Fälle waren die Mitglieder honorige Herren, die ihre Freude am Billardsport mit wohltätigen Zwecken verbanden. Sie fanden sich im 'Ratskellcr' zusammen, wo der Wirt ihnen die Benutzung des Billards kostenlos gestattete. Den Betrag, den sie normalerweise zu bezahlen hatten, und den Spielgewinn legten sie in einer besonderen Kasse an. Dazu kam noch der Erlös aus gesammelten Zigarren-Spitzen, eine damals sehr verbreitete Sammelaktion. Vor Ostern konnten von dem Geld stets einige bedürftige Konfirmanden, Jungen und Mädchen, eingekleidet werden. Dies geschah in einer Feierstunde durch Richard Frohberg, den Vorsitzenden des Vereins. Auf dem Foto vom 24. September 1911 sind die Mitglieder im Bild festgehalten. Die stattlichen Herren sind, sitzend von links: Benno Klemm, Nossener Straße, Lebensmittelgeschäft (später Lebensmittel-Frohberg); Fabrikbesitzer Richard Frohberg undAlbert Patzschke, Materialwarenhändler, Am Stollen 11. Stehend, von links: Otto Metzler, Tuchmacherinnung; Nenke, Prokurist in der Fa. Frohberg; und Baumeister Otto Richter.

47. Im November 1928 erreichte der Kegelklub 'Eintracht' im Keglerverband Roßwein mit einer Durchschnittszahl von 2,263 Holz die Klubmeisterschaft und wurde mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet. Älteren Roßweinern sind einige Personen noch bekannt. Sitzend, von links: Karl Eulzer, Inhaber der Miederwarenfabrik, Frohngasse; und Karl Heyde, Kaufmann in der Fa. Zschoche. Stehend, von links: Reinhold Fritzsche, Prokurist in der Glasmanufaktor C. Hey; Georg Schmidt, Prokurist in der Fa. Zschoche; Felix Harnisch, Tabakwaren in der Dresdener Straße; Herbert Benedix, Lebensmittelgeschäft Bahnhofstraße; Georg Benedix, Inhaber der Schuhfabrik Benedix & pfann, Oberstadtgraben; Max Müller, Prokurist in der Fa. C. Wolf; und Alfred Lautrich, Kaufmann in der Schuhfabrik Heller. Wofür er wohl die vielen Medaillen, Ehrenzeichen und die Kette erhielt?

48. Im Iahr 1870 fanden sich zwanzig junge Herren zusammen, um sich dem Frohsinn, Gesang und der Geselligkeit zu widmen. Dazu riefen sie am 1. April in Kampraths Restaurant, heute 'Stadr Altenburg' in der Mittelstraße, die Gesellschaft 'Gerrnarria.' ins Leben. In der Bevölkerung fand dies große Resonanz und so wurde bereits im gleichen [ahr das erste Vergnügen im Schützenhaus abgehalten. Im August 1871 fand das erste Sommerfest im Gasthof Gersdorf mit Vogelschießen und Ball statt. Am 23. Oktober 1898 wurde im 'Hcrkules' mit dem Volksstück 'Edelweiß' der neue Saal eingeweiht. Im gleichen [ahr begann der Verein mit den Aufführungen von Weihnachtsmärchen. In seiner besten Zeit hatte die 'Gerrnania' 178 Mitglieder und konnte am 22. Februar 1930 ihr 60-jähriges Jubiläum begehen. Der Festkommers begann mit einer Huldigung der 'Gerrnania'. und der Ehrungen für langjährige Mitglieder. Ein Festkonzert der Stadtkapelle, Gesangsdarbietungen und eine Theateraufführung folgten. Am Sonntag darauf schlossen sich eine Festtafel für dreihundert Personen und ein Ball an. Zur Erinnerung an dieses große Ereignis hat sich der Vorstand mit dem Symbol des Vereins, einer lebenden 'Gerrnania' auf einem Denkmalsockel, im Garten des 'Schützcnhauscs' fotografieren lassen. Bekannt sind Herr Stiehler, Rudolf Grafe, Micky Walther, Georg Barth, Frieda Sturm, Frau Bretschneider, Renate Sturm und Ehepaar Binneberg.

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