Roßwein in alten Ansichten Band 7

Roßwein in alten Ansichten Band 7

Auteur
:   Günther und Roswitha Hanisch
Gemeente
:   Roßwein
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6730-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Roßwein in alten Ansichten Band 7'

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Vorwort

Erfreulicherweise ist auch der 6. Band von 'Roßwein in alten Ansichten' von heimatinteressierten Lesern wieder sehr positiv aufgenommen worden. Unser Anliegen, die einstige Industrie als Grundlage des Wohlstandes unserer Stadt für die Nachwelt zu beschreiben und festzuhalten, konnte im Band 6 noch nicht völlig verwirklicht werden. Zu umfangreich ist dieses Gebiet. So möchten wir dem Roßweiner Armaturenwerk, einst 'Roßweiner Metallwarenfabrik Carl Bauch', den Schuhfabriken Stadler & Co., Schulze & Ulbricht, der einstigen Fuchs-Schuh- und der Heller-Schuhfabrik sowie den Textilbetrieben Nestler und Decker mit Fotos und Erklärungen gedenken.

Einige Betriebe schlossen bereits nach der Inflation 1923 ihre Ptorten. Den größten 'Kahlschlag' erlebte Roßwein jedoch nach der Wiedervereinigung 1989-1991. Einer Aufstellung Roßweiner Betriebe ist 1989 zu entnehmen, dass 24 Roßweiner Betriebe 5 309 Beschäftigte hatten. 17 Betriebe mussten schließen. Die übrigen sieben Unternehmen zählten am Stichtag 1. [anuar 2002 noch 193 Beschäftigte.

Die Reste der Betriebsstätten 'zierten' jahrelang unsere Stadt, ab 2002 wurden die Schandflecke abgebrochen. Zur Auflockerung des 7. Bandes haben wir auch diesmal kleine Artikel über Begebenheiten, alte Gebäude, Vereine und Persönlichkeiten eingestreut. Bei allen, die uns mit Berichten aus früherer Zeit, alten Fotos und besonders mit fachlichen Beratungen bereitwillig unterstützten, möchten wir uns herzlich bedanken.

Günther und Roswitha Hanisch

Zum Titelbild

Wir haben für Band 7 den schönen Blick von der 'Wunderburg' aus dem [ahr 1937 ausgewählt. Diese Aufnahme meines Vaters Willy Hanisch wurde beim Fotowettbewerb des Heimatwerkes Sachsen preisgekrönt. Der Winter hatte zur Freude der Kinder wieder für reichlich Schnee gesorgt. Wir schauen auf den ältesten Teil unserer Stadt, wo sich einst die Bergleute angesiedelt hatten. Am unteren Bildrand begrenzen die Dächer des Burggrabens das Bild. Darüber sehen wir die kleinen Häuser der Äußeren Kreuzstraße. Zwischen der Nummer 18 und dem Burggraben Nr. 13 befand sich der Eingang zum 'Oberen KaiserHeinrich-Stollen'. Bis vor wenigen [ahren stand noch das kleine Huthaus, das von den Bewohnern des Burggrabens mit viel Mühe instand gehalten wurde. Vor 1700 hieß der Burggraben noch 'Siechengraben' , weil sich hier das Krankenhaus befand, das arme Einwohner und fremde Durchreisende aufnahm. Die Scheunen im linken Bildteil nutzten einst Roßweiner Bürger, die Landwirtschaft betrieben, um die Ernteerträge für den Winter einzulagern. Auch die Garnison der Roßweiner Ulanen bewahrte ihre Vorräte hier auf. In einem Gebäude war der Schachteinstieg zum 'Kaiser-Heinrich-Stollen', in dem hauptsächlich Kupfer abgebaut wurde. In der Bildmitte dominieren derTurm der Roßweiner Kirche 'Unserer lieben Frauen ' und der Rathausturm. Am Horizont begrenzen Anhöhen den Talkessel, links der 'Hasensprung' und rechts vom Kirchturm der 'Goldborn' . Davor sehen wir das Gebäude der Grafeschule. Der Name 'Wunderburg' hat vielen Geschichtsforschern Anlass zum Versuch einer Namenserklärung gegeben. Es konnten weder der Nachweis einer Burg noch Mauerreste von Befestigungen gefunden werden, lediglich Erdwälle. Sagenumwoben ist der Felsen jedoch. Möglicherweise soll er als Kultstätte gedient haben,

zu der die Jugend zum Tanze zog. Der Chronist Knauth berichtet von einem 'seltsamen Rasen-Creysse auf der Wunderburg, der nach Labyrinthenart verdrehet und darin sich die Jugend mit dantzen zu exerzieren pflegte.' Über derartige Tanzkreise, auch 'Wunderkreise' genannt, wird auch aus anderen Regionen berichtet, so aus Frankreich, Prag und Rumänien. Hier erlebten wir selbst den Zug der Kinder durch den Wunderkreis bei einem Schuifest der Siebenbürger-Sachsen. Ob die Wunderburg dem 'Wunderkreis' ihren Namen verdankt?

Der Wunderkreis.

Ein Labyrinth, das keinen Irrweg hat, es gibt nur einen einzigen Weg nach drinnen und wieder heraus,

i-Armaturen

n aller bewährten Systeme

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1. Im Frühjahr 1887 war Carl Bauch mit seinem Freund Emil Gleisberg nach fünf]ahren ausAmerika zurückgekehrt, wo sie Fabrikationsmethoden studiert hatten. Sie entschlossen sich am 1. April 1887 zur Gründung der Firma Bauch & Gleisberg. Die wichtigste Maschine, eine Drehbank, dazu eine alte Leitspindelbank und eine kleine Handdrehbank, bildeten den ersten Maschinenpark, angetrieben durch Wasserkraft. Die beiden Inhaber und ein Lehrling arbeiteten in einem Raum in der alten Walkmühle (Stadtmühle). 1889 schied Emil Gleisberg aus der Firma aus. 1890 erfolgte unter dem Namen Carl Bauch die Verlegung des Betriebes in die Gerbergasse, außerdem die Heirat von Carl Bauch.1891 konnten der erste Gehilfe eingestellt, eine kleine Gießerei errichtet, eine 8-PS-Dampfmaschine und einige Drehbänke erworben werden. Bereits 1892 beschäftigte Carl Bauch zwölf Gehilfen und Lehrlinge. Das Iahr 1895/96 brachte einen Großauftrag an Gasbrennern, was eine Vergrößerung der Belegschaft und die Aufnahme der Produktion von Unikuölern und Schmierapparaten ermöglichte. Eine 5 O-PS-Dampfmaschine wurde angeschafft und nach wenigen Jahren durch eine mit 120 PS ersetzt. 1900 begann man mit der Herstellung von Dampfarmaturen. Der jährliche Umsatz steigerte sich, die Belegschaft wuchs auf 110 Mann an.

2. Obere Reihe links: CarlAugust Bauch (*14.6.1861-t10. 5.1909), Mitte: Georg Carl Bauch (*17.9.1890-t7.7.1916), rechts: Auguste Emma Bauch (* 13.1 0.1863-t27.12.192 2). Untere Reihe links August Nipper und rechts Rudolf Bauch. Carl Bauch war nicht nur die unermüdlich treibende Kraft des Unternehmens, sondern auch der führende Kaufmann, der sich selbst bei der Werbung neuer Kunden einsetzte, sie persönlich besuchte, ständig bemüht neue Aufträge hereinzubringen. Die Hingabe an sein Werk forderte aberTribut von seiner Gesundheit. Eine verschleppte Blinddarmentzündung führte am 10. Mai 1909 zu seinem plötzlichen Tod. Nun übernahm Frau Emma Bauch den Betrieb, um ihn im Sinne ihres Mannes weiterzuführen, was ihr auch mustergültig gelang, weshalb sie von der Belegschaft den Ehrennamen 'Mutter' erhielt. Der Erste Weltkrieg brachte große Probleme und Leid. Der älteste Sohn Georg, der ihr im Betrieb schon einige Jahre zur Seite gestanden hatte, fiel am 7. Juli 1916 bei Swidniki, während der jüngste, RudolfBauch, in französische Gefangenschaft verwundet geriet. Am 27. Dezember 192 2 starb Emma Bauch.

3. In der Gerbergasse schauen wir um 1924 in die Formerei. Hier werden die Kästen für den Guss der Armaturen vorbereitet. Auf der linken Bildseite bereiten die Arbeiter den Formsand auf und stampfen ihn in die Formkästen. In der mittleren Kastenreihe werden die Kerne eingelegt, wobei sehr auf Genauigkeit zu achten ist, um späteren Ausschuss zu vermeiden. Dann wird der obere Kastenteil daraufgelegt und mit Gewichten beschwert, wie wir das in der nächsten Reihe sehen. Dadurch verhindert man, dass das glühende Metall beim Einguss die Kästen auseinandertreibt.

4. Wir schauen in der Gießerei auf kippbare Elektro-Induktionsöfen. Unter ständiger Beobachtung der vorgeschriebenen Temperatur und Kontrolle der Legierung durch das Labor wird das Metall geschmolzen. Die Gießerei war nach 1927 von der Gerbergasse in einen Neubau in der Goldbornstraße gezogen. Hier wurde zur Arbeitserleichterung beim Gießen in Formkästen eineTransport-Gießbahn errichtet. Diese und die Umstellung aufElektro-Öfen erleichterte und vereinfachte die schwere und gesundheitsschädigende Arbeit des Schmelzers.

5. Das Bild zeigt die Dreherei um 1930. Sie befand sich damals noch in der Gerbergasse. Von Transmissionen angetrieben stehen in langen Reihen Einfach- und Revolverdrehmaschinen. In den fünfziger Jahren begann durch Rationalisierungsmaßnahmen die Umstellung aufEinzelantriebe für die Maschinen und Pressluftspannungen an den Revolverdrehbänken. Die Transmissionen wurden völlig beseitigt.

6. Der Blick in eine Halle der Fertigungsabteilung zeigt uns um 1930 rechts im Bild an der Fensterseite die Arbeiter bei der Montage der Armaturen. Links, an der gegenüberliegenden Seite, werden die Armaturen poliert.

7. Die Fotomontage fertigte mein Vater Willy Hanisch etwa um 1930 an. Sie zeigt den Arbeitsablauf der Fertigung. Viele Arbeitsgänge waren notwendig, von der Formerei zum Trennen (bei Rotguss), von der Putzerei, Schleiferei und Dreherei zum Prüfstand, dann zur Montage und zum Versand. Am linken Bildrand sind die produzierten Armaturen abgebildet.

8. Im Jahre 1924 wurde mit der Herstellung selbsttätiger Druckschmierapparate begonnen. Als 'Bauch-Öler' erwarben sie sich schon in kurzer Zeit den Rufhöchster Präzision und Betriebssicherheit. Die Zuverlässigkeit der 'Bauch-Ölautomaten' garantierte den sicheren Betrieb von Maschinen. Auf der um 1924 von Willy Hanisch gestalteten Fotomontage reibt sich deshalb Werkmeister Max Kürbis vergnügt die Hände.

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