Roßwein in alten Ansichten Band 7

Roßwein in alten Ansichten Band 7

Auteur
:   Günther und Roswitha Hanisch
Gemeente
:   Roßwein
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6730-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Roßwein in alten Ansichten Band 7'

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9. Nach dem Tod von Frau Emma Bauch übernahm 1923 ihr Sohn RudolfBauch zusammen mit seinem Schwager August Nipper die Leitung des Betriebes. Neben der weiteren technischen Entwicklung des Betriebes galt es die Geschäftsbeziehungen mit dem Ausland wieder aufzunehmen. Aber auch auf den Inlandabsatz wurde großer Wert gelegt. Ein Stab von fähigen Vertretern sorgte in allen Regionen Deutschlands für Auftragseingänge. 192 7 haben sich die Inhaber RudolfBauch und August Nipper mit den Vertretern vor dem Verwaltungsgebäude in der Gerbergasse zum Gruppenfoto aufgestellt. Einige können noch namentlich genannt werden. Von links 6. Kurt Weiß!, Roßwein (zeitweise Bezirk Köln); 9. Jan-Heini Möbius, Leipzig; 10. Rudolf Bauch und 11. August Nipper; 16. Herr SeIlentin, Hannover; davor 17. Else Pech, Köln und 21. Herr Kästner, Köln.

10. Im Jahre 192 7 wurde ein Gelände in der Goldbornstraße erworben und eine neue Gießerei errichtet. Sie galt als vorbildlich in ihrer technischen Durchbildung und Bauweise. Die Werksgebäude von links sind die Presserei, in der Mitte die Gießerei mit Formerei und Kernmacherei, dann der Automatenraum. Am Eingang steht noch das große Mehrfamilienhaus, das im Jahre 1913 erbaut und 1939 der großen Fertigungshalle weichen musste. Die Einfahrt zum Betrieb führte durch einen Torbogen durch das Gebäude des pförtnerhauses. Im Zuge des Betriebsstättentausches mit dem Schmiedewerk wurde 1951 das Armaturenwerk von der Goldbornstraße in die Gebäude der ehemaligen Fa. Kadner & Co., uferstraße 4 verlegt. In den Werkhallen an der Goldbornstraße produzierte fortan bis Anfang der neunziger Jahre das Schmiedewerk. Danach wurden sie teilweise abgerissen.

11. Im Jahre 1936 wurde die ehemalige 'Zöllner'sche Spielwarenfabrik' , Goldbornstraße 16, gekauft und künftig von der Abteilung 'Bauch-Öler' genutzt. Davor schuf man eine schöne Grünanlage mit Bänken, wo die Werksangehörigen während der Arbeitspausen ausruhen konnten. Zwei gemauerte Steinblöcke trugen die Bronzebildnisse des verstorbenen Gründers Carl Bauch sowie seiner Ehefrau Emma Bauch, die in schweren Zeiten das Werk geleitet hatte, und eine Gedenktafel für die im Ersten Weltkrieg gefallenen 29 Arbeitskameraden. Nach Kriegsende zogen in das Gebäude vorübergehend Soldaten der Sowjetarmee ein, die die Demontage der Fa. Bauch beaufsichtigten. Sie 'verzierteri' die Gartenanlage mit einem Sowjetstern, den sie mit leeren Flaschen gestalteten. Im Jahre 1955 wurde der Ölerbau auf das Gelände der ehemaligen Fa. Kadner, Uferstraße 4, verlegt. Der VEB Schmiedewerk übernahm das Gebäude und baute es zu einer modernen Betriebsberufsschule aus. Mit der Wende und dem 'Untergang' des Schmiedewerkes wurde auch die Betriebsberufsschule geschlossen. 2 00 1 fand das 'Jugendhaus' hier ein neues Domizil.

12. Am 16. Juli 1939 hatte die Deutsche Arbeitsfront, Amt für Berufserziehung und Betriebsführung, die besten 187 Maschinenschreiber aus allen Gauen Deutschlands nach Bayreuth zum Endkampf des Reichsleistungsschreibens aufgerufen. Siegerin im Kreis Döbeln wurde Ilse Wegerdt, die bei der Fa. Carl Bauch, Metallwarenfabrik, Roßwein, beschäftigt war. Die Büroangestellten dieses Betriebes, die alle großartige Leistungen nachweisen konnten, haben sich um 1940 zu einem Gruppenbild aufgestellt. Es sind jeweils von links, erste Reihe: Eleonore Bachmann, Irerie Arnold, Charlotte Tippmann, Elisabeth Worms, Ilse Bergmann, Ilse Wegerdt, Johanna Illgen und Gerdi Preiß. Zweite Reihe: Charlotte Richter, Helene Wegert, Gertrud Thümer, Ilse Dämmig, Agathe Lorenz, Gertrud Laudel, Jost, Gretel Heberlein, Suse Ulbricht und Lore Schramm. Dritte Reihe: Ilse Helbig, Welda Schröder, Lore Wegerdt, Ursula Schilke, Charlotte Oswald, Johanna Voigtländer und Johanna Uhle. Vierte Reihe: Gertraude Pestritz, Marianne Rüger, Auerswald, Charlotte Müller, lnge Seinig und Elfriede Hahn.

13. Ingenieur August Nipper, geboren am 5. Juli 1885 in Bremen, Mitinhaber der Metallwarenfabrik Carl Bauch, war kein NSDAP-Mitglied gewesen, sondern hatte der Freimaurerloge angehört. Er erhielt von der Sowjetischen Besatzungsbehörde die Genehmigung die Produktion wieder in Gang zu setzen. Ein schwerer Beginn! Da der Maschinenpark demontiert und nach Russland gebracht worden war, mussten erst Maschinen gekauft werden. Zunächst stellte der Betrieb Aufsätze für Petroleumlampen her, nach und nach lief die Produktion von Armaturen und Ölern an. Unter der Firmenbezeichnung 'Roßweiner Armaturenfabrik Nipper K.G.' beschäftigte der Betrieb Anfang 1947 bereits wieder 130 Personen und im Juni 1947, als wieder Dampfarmaturen, Muffenventile und Schieber hergestellt wurden, waren es 168 Beschäftigte. Jeder Arbeitsveteran des Betriebes erhielt monatlich eine Rentenbeihilfe von 20 Mark. Bei der Wiederbeschaffung der im Krieg verloren gegangenen Glocken der Roßweiner Kirche wurde mit Genehmigung der Behörden vom Kirchenvorstand und pfarrer Kohl eine Buntmetallsammelaktion ins Leben gerufen. August Nipper als CDU-Stadtrat unterstützte diese mit Rat und Tat. Ein 'Angebot', den Betrieb in eine SDAG (Sowjetisch-deutsche Aktiengesellschaft) umzuwandeln, lehnte Herr Nipper ab. Spekulationen, Treuhandvergehen und Handlungen gegen die antifaschistisch-demokratische Ordnung wurden als Gründe für die Enteignung im Jahre 1948 angegeben. Sein Einspruch blieb erfolglos, seelisch gebrochen und verbittert starb August Nipper urn 1955.

14. Nach der 1956 erfolgten Übersiedelung der Gießerei in die ehemaligen Kadner'schen Gebäude wurden große produktionssteigernde Einbauten und Verbesserungen des Arbeitsablaufs vorgenommen. In der Formerei kam eine Disamatic-Formanlage, in der Gießerei ein Elektro-Gießofen aus Schweden zum Einsatz. Auch traten für die Gießer mit der Rollenbahn-Gießanlage Erleichterungen ein. Die Gießkübel brauchten nun nicht mehr zu den Formkästen getragen zu werden, der Transport erfolgte maschinell. Auf dem Foto von 1968 sehen wir den Kollegen Kipar beim Abstich des Graugusses. 1965 waren mit Hilfe eines Hubschraubers Nassentstaubungsanlagen auf die Kupolöfen gesetzt worden, was zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen führte und zugleich dem Umweltschutz diente.

15. Im Jahre 1965 wurde der Grundstein für die neue Betriebshalle in der Wehrstraße gelegt. 1967 erfolgte nach 20-monatiger Bauzeit der Einzug der mechanischen Fertigung. Der Bau erforderte die Verrohrung des ehemaligen Mühlgrabens und die Erstellung einer Betondecke auf 1 000 Meter Länge. Außerdem entstand für 270 000 Mark am Muldenufer entlang eine Betonstützmauer als Hochwasserschutz. Leider konnte sie beim Jahrtausend-Hochwasser 2002 Schäden nicht verhindern. Das Foto wurde um 1972 vom Dach der Gießerei, früher Schmiede der Fa. Kadner, gemacht. Wir sehen noch die 1939 erbaute Kadner'sche betriebseigene Muldenbrücke. Links an der Hallenseite ist das pförtnerhaus vorgebaut. An der langen Front der Werkhalle ruft ein Transparent auf: Alle Kraft für die ollseitiqe Stärkung unserer souveränen Deutschen Demokratischen Republik! Hinter dem Hallenkomplex sehen wir die Gebäude der einstigen Sealskinfabrik von C.A. Zschoche, die vom VEB Jugendmode, der Fa. Zeman, dem Altstoffhandel 'Rumpelmännchen' und vom Großhandel Textil genutzt wurden.

16. Die Brigade von MeisterWolfgang Keil hat sich um 1974 mit ihm zum Gruppenbild aufgestellt.Viele können wir noch mit Namen nennen: 1. Reihe von links: 1. Jedermann, Chr. Starke, ?, G. Uebeler, G. Lorenz, W Keil, M. Henke, M. Rattke, G. Arnhold, ? 2. Reihe von links: M. Uebeler, M. Schneider, H. Häuptner, Br. Holinski, M. Eulitz,]. Ziemer, 1.. Benndorf, ?, Cr. Baumann, ]. Höber, G. Mittinger, H. Albus, Hefter und E. Müller. 3. Reihe von rechts: G. Roloff, M. Schneider,]. Hälsig, K. Hocke,]. Schneider,]. Frenzel, A. KandIer, ?, Kriebel, H. Hille, H. Jast, R. Rechenberger und H. Berthold. 4.u. 5. Reihe von links: ?, A. Voigt, H. Ster!, H. DachseIt, Blume, R. Beier, V Benndorf, darüber B. Thiele, WEufe, B. Noffz, R. Rattke, W Uebeler, darüber ?, ?, K. Franz, 1.. John und G. Potreck. Wer von ihnen wird wohl noch einen Arbeitsplatz haben?

17. Mit dem Einsatz hochmoderner Mehrspindelautomaten der Firma 'Gnutti' aus Italien konnte eine enorme Produktionssteigerung erzielt werden. Diese Maschinen konnten an dem eingespannten Grauguss-Rohling mehrere Arbeitsgänge ausführen, ohne eine erneute Einspannung vornehmen zu müssen. In der großen, hellen Halle stehen die hochproduktiven Maschinen in einer Reihe. Nach der Wende waren Graugussarmaturen auf dem Markt nicht mehr gefragt. Die Roßweiner Armaturenwerk GmbH musste schnellstens die Umstellung aufRot- und Messingpressteile durchführen, denn die Zulieferung durch andere Firmen war unzuverlässig. Die Produktpalette wurde aufWohnungswasserzähler und Thermostat -Ventile erweitert.

18. Wir schauen um 1970 in die Montageabteilung der neuen Halle. Am linken Fließband sitzt rechts Jutta Schneider, die die Schieberoberteile vormontiert, ihr gegenüber schraubtJoachim Voigt die Keile an die Oberteile. Am folgenden Platz auf der rechten Seite komplettiert GertrudArnold alles maschinell und an der linken Seite setzt Frau Nerlich die Packmutter auf Rechts im Bild ist ein gleiches Fließband, an dem Grete Lorenz arbeitet. Im Hintergrund erfolgt durch Wasserdruck die Endprüfung aufDichtheit. Dies führen Gertrud Mittinger und Gretel Zweiniger aus. Paul Bretschneider schaut prüfend auf die Armaturen. Am 22. Mai 1992 erfolgte die Privatisierung des Armaturenwerkes. Die BW-Kapitalbeteiligung GmbH Stuttgart übernahm die Gesellschafteranteile von derTreuhand. Bis 1995 erfolgten 12 Millionen Mark Investitionen für Rationalisierungen. Geschäftsführer wurde Dr. Carl-Friedrich Reuther. Die Statistik des Wirtschaftsministeriums verlautbarte im September 1992 das Ende der wirtschaftlichen Talfahrt in Sachsen. Welch ein Trugschluss, denn unter der späteren Eigentümerin, Aalberts Industries, hatte sich die Belegschaft im Februar 2 00 1 auf 80 verringert, weitere 5 0 Kündigungen waren angekündigt. Das Sterben der Roßweiner Industrie ging also weiter.

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