Roßwein in alten Ansichten Band 7

Roßwein in alten Ansichten Band 7

Auteur
:   Günther und Roswitha Hanisch
Gemeente
:   Roßwein
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6730-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Roßwein in alten Ansichten Band 7'

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19. Ein Gruppenfoto von der Lehrerschaft der Geschwister-Scholl-Schule Roßwein etwa um 1948. 1. Reihe von links:

Fritz Kaufmann, Otto Rätze, Waltraut Franke geb. Altmann, Schulleiter Linke, Ursula Pleschke geb. Zerge, Konrad Beyer, Irmgard Köhler und Inge Kaiser. Dahinter von links: Helmut Schoder, Otto Langsch, Alfred Erhardt, dahinter Joachim Hasenwinkel, Erich Herrmann, Alfred Schirmer, dahinter Karl-Heinz Schmidt, Roland Wiedemann, Lothar Haubald, dahinter Erhard HackeI, Günter Preißler, Reinhold Quadt, dahinter Eva Fiedler, Marianne Radelaff, Heinz Eckelmann, davor Artur Helm, Ursula Ulbricht, Helmut Gebhardt, Willy Schütze. Viele Roßweiner mittleren Alters werden sich beim Betrachten noch an ihre Schulzeit erinnern.

2 O. Eine der bekanntesten Persönlichkeiten in Roßwein war Oberlehrer Robert Hiller. Am 5. November 1860 in Nossen geboren, besuchte er das Lehrerseminar seiner Heimatstadt. Im Jahre 1885 kam er nach Roßwein und wurde im Mai 1914 zum Oberlehrer und 1919 zum stellvertretenden Schulleiter ernannt. Seine große Liebe galt der Natur- und Heimatkunde. Wer über ein Tier, einen Pilz oder eine pflanze nicht Bescheid wusste, holte sich Rat bei Oberlehrer Hiller. Viele Beiträge von ihm über Insekten-, Vogel- und Pflanzenkunde erschienen in der Heimatpresse wie auch in Fachzeitschriften. Am 28. Oktober 1900 gründete er mit einigen hiesigen Schmetterlingssammlern in der 'Geige' die 'Entomologische Vereinigung' zu Roßwein. Er war auch Mitbegründer des Sächsischen Landesvereins der Entomologen, der im Jahre 1907 im Zollhaus Bieberstein aus der Taufe gehoben wurde. Hiller zählte zu den größten Fachleuten auf dem Gebiet. Bei den Sächsischen Entomologentagen fungierte er fünfmal als Präsident. Als Mitarbeiter im Kirchenvorstand setzte er sich für die Verschönerung des Friedhofes ein. Auch an der Gestaltung des 'BismarckPlatzes' auf dem Hartenberg und des Aussichtspunktes an der 'Avus' zum ' Anton-GüntherPlatz' hatte er großen Anteil. Sein Lebenswerk war allerdings eine Sammlung von fünftausend Schmetterlingen, die zum Teil im Heimatmuseum aufbewahrt wird. Für dieses sammelte und verwaltete er die Schätze unserer Heimat. Am 6. Dezember 1941 verstarb Oberlehrer i.R. Robert Hiller, ein unermüdlich tätiger, liebenswürdiger, vielseitig interessierter und aufgeschlossener Mensch.

21. Eine geachtete Persönlichkeit war Dr. Otto Börner. Er besuchte von 1867 bis 1875 die Roßweiner Bürgerschule. Sein Vater war Arzt der in Roßwein stationierten Ulanen, seine Mutter, Bertha Börner, wurde 1914 für ihre aufopferungsvolle, soziale Tätigkeit zur Ehrenbürgerin Roßweins ernannt (siehe Bd.l Bild 74). Einer ihrer sechs Söhne, Dr. med. Curt Börner, war viele Jahre in Roßwein als Schularzt tätig. Sein Bruder, Dr. phi!. Otto Börner, dagegen schlug die pädagogische Laufbahn ein und war bereits 1889 Lehrer am Kreuzgymnasium in Dresden. In seiner Lehrtätigkeit widmete er sich besonders der französischen Sprache und gab Lehrbücher über französische Grammatik heraus. Als Beweis treuer Anhänglichkeit an seine Vaterstadt schenkte er 1895 der hiesigen Schule 50 Exemplare seiner Lehrbücher zur Verwendung im Schulunterricht, außerdem 10 Exemplare, die an würdige Schüler verschenkt wurden. Eine große Ehrung widerfuhr prof Dr. Otto Börner 1904 durch die französische Regierung. Für seine Verdienste um die Verbreitung der französischen Sprache wurde er zum Offizier d'Academie nebst dazugehörigem Orden des Palrnes academiques ernannt. Es war die höchste Auszeichnung, die für diese Thematik einem Ausländer zuteil werden konnte. Das Foto zeigt Dr. Otto Börner mit seinem schmucken Fahrzeug, 'Adler'. Baujahr 1903, der Fa. Kleyer Frankfurt.

22. In Roßwein existierte auch eine Bruderschaft der Freimaurerloge. Dies war ein Zusammenschluss von Personen zum gegenseitigen Schutz und Nutzen. Während die Freimaurerloge früher auf Bildung einer geistigen Elite ausgerichtet war und zeitweise länderüberschreitend wirtschaftlich, politisch und kulturell Einfluss ausübte, hatte die Loge in Roßwein sicherlich mehr lokale Bedeutung. Die Mitglieder der Roßweiner Bruderschaft haben sich um 19 05 auf dem Hartenberg am Bismarck-Denkmal zum Gruppenbild versammelt. Einige können noch namentlich genannt werden, von links: ?, ?, Oskar Bauch, Teppichfabrik; ?, Georg Liebe, Buchdruckerei; Fo. Naupert, Ehrenbürger, Gravieranstalt; Traugott Bauch, Ehrenbürger, Teppichfabrik; Otto Petzold, Teppichfabrik. Die anderen sind nicht mehr bekannt, waren gewiss aber auch Roßweiner Persönlichkeiten.

23. Eine Gruppe von Roßweinern fand sich 1899 zusammen und gründete den 'Athletenclub Saxonia Roßwein'. Mit Kraftsport, Gewichtheben und Ringkampfbegeisterten die 'starken Männer' bei öffentlichen Veranstaltungen das Publikum. Ihre Auftritte fanden meist als Abendunterhaltung im Saal der 'Wettinhöhe' statt. Der athletische Teil umfasste freistehende Pyramiden, Hantelgruppen, Kraftjonglieren, Hantelheben, Ringkämpfe. Danach folgteTheater, wobei ein Stück'Der Athletenvater und seine Schwiegersöhne' hieß, den Abschluss bildete ein Ball. Das bekannteste Mitglied des Vereins war der Fleischermeister Alfred Mißbach, der sein Geschäft in der Bahnhofstraße hatte. Mißbach war früher bereits Berufsathlet gewesen und in vielen Großstädten Europas aufgetreten. Seine Kraftleistungen, wie vier kräftige Männer rings um die Bühne tragen, steigerte er aufTragen von acht Mann oder Gewichten bis zu 15 Zentnern. Die Krönung war aber das Heben eines Klaviers samt Spieler, was das Publikum zu Jubelstürmen hinriss. Als er 1904 beim Sächsischen Athleten Verbandwettstreit Goldmedaille und Ehrenpreis errang, holte ihn sein Verein mit dem Stadtmusikchor mit klingendem Spiel vom Bahnhof ab. Nach 1905 wurde er wieder Profi und trat in Städten wie Petersburg, Antwerpen und in Ungarn auf Auf dem Gruppenbild thront der 'Star' der 'Saxonia', Alfred Mißbach, medaillengeschmückt in der Mitte.

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24. Von Roßwein kommend passieren wir das 'Talbad' und erreichen den Abzweig zum Wolfstal. Nach 100 Metern steht, schon auf Gleisberger Flur, ein kleines unscheinbares Haus. Bereits in der alten Kirchengalerie von 1840 wird es als 'Wiesenhaus' aufgeführt. Über viele Jahrzehnte war es Restaurant und nannte sich 'Zur Schelze' . Am 2. März 1876 lud der Wirt zur Fastnacht zu Eierplinsen und Kaffee etc. ein und 1890 lockte der 'Schelzenwirt' die Gäste mit einem Gedicht zum Schlachtfest: 'Ich halt'nicht guten Montoq, schlacht'nur ein fettes Schwein Und lade Freund und Gönner auf heute Mittwoch ein.Von Mittag an gibt'sWellfleisch und später gute Wurst, Dazu auch fein Getränke zum Still'n von jedern Durst.Wer Mittags nicht kann kommen, find' sich des Abends ein, Es steht ja im Kalender: Der schönste Mondenschein!' Im Ianuar 1887 wird die 'brillante Schlittschuhbahn' auf dem Wehrteich der Silberwäsche angepriesen und zu Kaffee und leckeren Plinsen eingeladen. Der Wirt Oswin Forker (Foto von 1900) bot auch kulturell etwas.190 1 lud er zum großen Gartenkonzert mit dem Stadtmusikchor ein, verbunden mit italienischer Nacht und Illumination durch unzählige Glühlämpchen. Nach vielen Jahren des Leerstandes bauen jetzt junge Leute das Gebäude als Wohnhaus aus.

25. Im Jahre 1914 erfolgte der Straßenbau von der Schelze bis zur Burgmühle zwischen Mulde und Bahnstrecke. Wie wir auf dem Foto sehen, bestand dort nur ein Fußweg, die Straße von Roßwein führte bis zu dem Zeitpunkt über die Gleise eines beschrankten Bahnüberganges am Bahnwärterhaus und verlief an der heutigen Siedlung zum Dorf Im Band 2 konnten wir den Straßenbau flussaufwärts betrachten. Auf diesem Bild schauen wir abwärts, nach Roßwein zu. Große, behauene Bruchsteine sind zur Uferbefestigung angefahren worden. Eine Handkarre steht auf dem Uferstreifen, Bauarbeiter sind beim Setzen der Steine. Eine schwereArbeit, bei der einige Arbeiter teilweise im Wasser stehen. Für die Straße musste noch eine hohe Stützmauer errichtet werden. Dazu brach man die Steine in dem kleinen Steinbruch, der im Hintergrund hell zu erkennen ist, links davor das kleine Bahnwärterhaus. Im Hintergrund links sind die Gebäude der 'Silberwäsche' zu sehen, zu dieser Zeit von der Pappenfabrik Burgmühle genutzt, am Horizont die Kuppe der 'Sorge'.

26. Die 'Burgmühle' - nach alten Überlieferungen erhielt sie ihren Namen nach dem gegenüber gelegenen Burgberg - hatte drei Mahlgänge, eine Schneide- und eine Ölmühle. Um 1850 stellte die Mühle ihren Betrieb ein, wurde später aufHolzstofffabrikation umgebaut. Im Iuni 1880 erfolgte eine Versteigerung, bei der wahrscheinlich die Fa. Brodmeyer & Junghans den Zuschlag erhielt. Der Inhaber Guido Junghans war ein dynamischer Mann. Nicht nur, dass er die Burgmühle ausbaute und modernisierte, auch den flussabwärtsliegenden Betriebsteil 'Teufelsmühle' (Grafik oben links) baute er aus und verband ihn durch eine Feldbahn mit dem Hauptwerk. Nach der Schließung des Gersdorfer Bergbaus pachtete er 1888 vom Rittergut Gersdorf die 'Silberwäsche' und richtete die Gebäude für Pappenfabrikation ein (0. rechts). 1890 schieden die Mitinhaber der Brodmeyer'schen Linie aus. Guido Junghans war der ersteAutobesitzer in unserer Gegend, er besaß bereits 1902 einen kleinen 'Benz'. 1926 wurde von Gersdorf der Pachtvertrag für die Silberwäsche nicht verlängert. Die Gebäude gerieten bald in Verfall. Am 25. Dezember 192 9 starb Guido Junghans und sein SohnArno übernahm den Betrieb. In den Wirren des Kriegsendes 1945 kamen er und seine Frau um. Die Grafik um 1920 zeigt im unteren Teil die Betriebsgebäude und die Villa Junghans.

27. Die Pappenfabrik Burgmühle Gleisberg wurde Volkseigener Betrieb und produzierte weiterhin Pappen, die als Verpackungsmaterial für Lebensmittel genutzt wurden. Große Probleme für den Betrieb brachte in den sechziger Jahren die Verunreinigung der Mulde durch Phenole und die dadurch enorme Schaumbildung. Auch hatte das große Hochwasser von 1958 der Pappenfabrik erheblichen Schaden zugefügt. Auf dem Foto sehen wir, wie noch der letzte Schlamm aufHänger verladen wird. Vom rechten Bildrand aus sehen wir die Betriebsküche, davor steht die Köchin Lengkowski, hinter ihr Frau Heinrich. Aus dem Fenster der ersten Etage schaut Frau Iordan, in der nächsten Tür nach links steht Lina Schubert, weiter links vor dem pferdestall Dora Preiß. Auf dem Platz unterhalten sich Linda Kurth, mit Fahrrad, und Uli Slaby Hinter dem Hänger steht Margarete Schreiber, davor mit Schaufel ist unbekannt, am linken Hänger Otto Bretschneider. Hinter den Hängern fließt der Mühlgraben unter einer Brücke in dasTurbinenhaus. In dem hohen Gebäude befanden sich die Produktionsräume. Im Vordergrund steht ein Traktor 'Aktivist' RS 04 vom SchIepperwerk Nordhausen. 1984 wurde der Betrieb modernisiert und die schwere körperliche Arbeit verringert. Trotzdem musste die 'Burgmühle' nach der Wende schließen, wie so mancher Betrieb in Ostdeutschland.

28. An einem sonnigen Tag des Jahres 1958 schauen Willy Gumpert und seine Ehefrau Charlotte geborene Wilhelm aus dem Fenster ihres Hauses Nossener Straße / Ecke Mühlstraße. Willy Gumpert, geboren am 4. Dezember 1875, ist also schon 83 Jahre alt und der letzte der Gumperts, die am 19. Oktober 1831 das älteste Kaufmannsgeschäft 'Material-undAusschnitthandlung' in Roßwein eröffneten. Zielstrebigkeit und Fleiß brachten das Geschäft zur Blüte und führten dazu, dass man es populär als 'Den Laden' bezeichnete. Jeder aus Roßwein und Umgebung wusste, dass damit das Gumpert'sche Geschäft gemeint war. Aus der Familie der Gumperts kamen Stadtverordnete und Stadträte. Durch ihre Mitarbeit in städtischen Ausschüssen (u.a. mit pfarrer Böhmert) machten sie sich um Roßwein verdient. Unsere Ehrenbürgerin Bertha Börner war auch eine geborene Gumpert. Am 1. Juli 1900 übernahm Willy Gumpert das Familienunternehmen. Er gab die Schnittwarenabteilung auf und führte dafür den Handel mit Feinkost ein. Am 16. November 1961 starb Willy Gumpert.

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