Roßwein in alten Ansichten Band 7

Roßwein in alten Ansichten Band 7

Auteur
:   Günther und Roswitha Hanisch
Gemeente
:   Roßwein
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6730-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Roßwein in alten Ansichten Band 7'

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49. Im 'Führer durch Roßwein und Umgebung', vom Fremdenverkehrsverein im Jahre 1906 herausgegeben, offeriert der Besitzer des 'Schützen hauses' sein 'Schönstes und größtes Konzert-, Ball- und Garten-Etablissement Roßweins. Mit großen Restaurations- und Gesellschaftszimmern, elegant ausgestattetem Konzertund BaIlsaaI, mit neuer Theaterbühne und großartiger Dekoration; großem schattigen Garten mit Veranda, Musikhalle, Kegelbahn; Elektrische Beleuchtunq, Zentralheizung u.a.m., bieter es zu Ausflügen und Sommerfesten etc. in sämtlichen Lokalitäten jedermann angenehmenAufenthalt. Küche und Keller Iiefern das Beste: (Bild vom Garten s. Bd. 1 Bild 24). Wir schauen um 1905 in den attraktiven Konzert- und BalIsaaI mit den dekorativen Malereien. Auf der Bühne sehen wir die Kapelle Hermann Hanisch, unten an der Bühne steht der Besitzer Eugen Nitzsche. Sein Nachfolger war Robert Schäfer, 1919 kaufte das 'Schützenhaus' Hugo Walther, den ältere Roßweiner noch kennen werden. Jahrzehnte war das 'Schützenhaus' ein Hort der Kultur. Herrliche Konzerte, Theateraufführungen und Vergnügen der vielen Vereine erfreuten die Roßweiner Bürger. Nach dem Krieg erfolgte die Umbenennung in 'Lindenhof' .

5 o. Als der Bau der Autobahntrasse Leipzig-Dresden in unserer Region begann, musste die Versorgung der Bauarbeiter mit warmen Essen sichergestellt werden. 1 5 00 Portionen sollten täglich geliefert werden. Dies übertraf aber bei weitem die Kapazität der Ingenieurschul-Küche, die sich in den Kellerräumen des Hauptgebäudes befand. Die Leitung der Ingenieurschule unter Direktor Dudek schloss mit der Familie Walther einen Vertrag über Ausbau und Nutzung des 'Lindenhof-Saalgebäudes' zu Großküche und Mensa. 1971 begann der Bau der Küche, dem sich die Umgestaltung des Saales zu einem modernen Speisesaal anschloss. Im Iahr 1973 konnte auch dieser Bauabschnitt feierlich eingeweiht werden. Dozent Helmut Patzelt hatte mit ganzem Herzen die Leitung des Projektes übernommen. Nach der Wende, als die Zahl der Studenten rapide sank, war die Auslastung nicht mehr gegeben. Die Bundesfachschule Metall integrierte in den modernen Neubau eine eigene Mensa mit Küche. Der Saalbau am Lindenhoffiel am 16. September 1997 einem Brand zum Opfer, vermutlich durch Brandstiftung.

51. Um 1979 haben sich die Dozenten und Mitarbeiter der Roßweiner Ingenieurschule für Schwermaschinenbau 'Walter Ulbricht' zu einem Gruppenbild aufgestellt. Zu den Fachrichtungen Fördertechnik, Stahlbau und Schweißtechnik waren noch weitere Fachrichtungen hinzugekommen. Etwa 20 000 Studenten, davon 8 000 im Direktstudium, erhielten eineAusbildung. 1990 waren 79 Lehrer an der Ingenieurschule tätig. Auf dem Foto sind: 1. Reihe von links: Ortlepp, Sennß, Dittrich, Knäbel, Dr. Pützschler, Bahmann, Lindner, Dr. Scharding, Dr.Oehme, Lachmann, Dr. Munke und Müller. 2. Reihe von links: Lange, Zippel, Leidemann, Priese, Rentsch, Kohlschmidt, Stall, Thinius, Hanke, Dr. Fischer, Dr. Brauneis und Janowski. 3. Reihe von links: Höhne, Daidone, Schlegel, Klausner, Führer, Dr. Krämer, Dudeck, Stahl, H. Kirchner, La Place, Gutowski, Großer, 1. Schmidt und Krüger. 4. Reihe von links: Pohl, Langer, Michel, Rappräger, Otto, Schäfer, R. Schmidt, Liebsch, Werner, BichIer, Pönisch, M. Becker, Flieher und 1. Kirchner. 5. Reihe von links: Nollau, Heinz, Hobler, Flammiger, Kucharicki, Dr. Günther, Gierth, Lieske, H. Schmidt, Georgi, Haugwitz, Glöckner, Patzelt, Reimer, Berger, Hortenbach, Klemm, Richter und Kasperke. 6. Reihe von links: Schulze, Grandke, Pfütze, Feuerhack, Dr. Voigtländer, Dr. Schmidt, Ziller, Hachmann, Hoffmann, Koch, G. Becker, Folkmer, Beyrich, Alisch, Patzelt, Braun und Harnack.

52. Nach dem Ersten Weltkrieg war die Wohnungsnot in Roßwein groß. Von 1925 bis 1928 wurden an der Seifersdorfer Straße neun Wohnhäuser, die sogenannte Kriegersiedlung, errichtet. Danach sollte in neuer Form die Bautätigkeit gefördert werden. Mit finanzieller Hilfe vom Staat und Selbsthilfe der Siedler erfolgte anschließend an die Kriegersiedlung 1934 mit zwanzig Häusern der Bau der Stadtrandsiedlung. Mit jedem der drei Bauabschnitte wurden fünfDoppelhäuser für zehn Familien errichtet. Voraussetzung war, dass der Bauherr arbeitslos war. Das Grundstück umfasste ca 1000 m' . Material wurde sparsam eingesetzt, um die Kosten niedrig zu halten. Im Erdgeschoss waren drei Zimmer und eine Trockentoilette. Angebaut war ein Stallgebäude für Kleintierhaltung. Hatte eine Familie vier oder mehr Kinder, wurde ein Zimmer im Dachgeschoss ausgebaut. Über die Nutzung des Gartenlandes für Futter- und Gemüseanbau wachte der Vorstand der Siedlergemeinschaft, denn die Siedler sollten sich möglichst selbst versorgen. Der 1. und 2. Bauabschnitt war An der Gehre, der 3. die Kadorfer Straße, Nach der Wachtel und Wilhelm-KaulischStraße. Wir schauen von der Wunderburg auf die Siedlung, über der das 'Feldschlößchen' und die Häuser von Seifersdorf zu sehen sind.

53. Die Siedlergemeinschaft hatte mit Schweiß und Enthusiasmus die Häuser errichtet, um 1935 fand man sich nun auch zur gemeinsamen Feier zusammen. Hinter blumengeschmückten Handwagen haben sich alle zum Gruppenbild aufgestellt. Die meisten Namen konnte Gerhard WinkIer noch nennen. Von links: Richard Meister, Grabs ?, ?, Richard Richter, Otto WinkIer, Horst WinkIer, Walt er Zschockelt, Emil Riedel, Siegfried Grabs, Kunze?, ArturTeubern, Gerhard WinkIer, Richter?, ?, Frieda Meister, ?, Amanda ModIer, Richter?, Lila Meister, Walter Kuniß, TraudeI Münch, Hans Grützner, Thomas ModIer, Bruno Grabs, Wella Lässig, Frieda WinkIer, Gertrud Grützner, Senta Damm, Grove, Otto Jast, Walt er Große, Hugo Grove, Kar! Küttner, Erwin Weißgerber, GünterWobst, Erwin Wagenknecht, Richard Krug, Erhard Münch, Willi Zschockelt, Johann Schiller, ?, Wobst ?, ?, Heinz Weißgerber, ?, Richter ?, Richter ?, ?, Helmut Ringel, Paul Grützner und Albin Sagner. Wenn auch viele von ihnen nicht mehr leben, so wohnen doch noch oft Kinder und Enkel der Gründer in den Häusern, die meist ausgebaut und mit Anbauten versehen sind. Jedenfalls bilden sie noch heute eine gute Gemeinschaft.

54. Infolge der Zerstörung vieler Wohngebiete in Deutschland durch englisch-amerikanische Bomber-Geschwader in den Kriegsjahren verloren viele Menschen alles, was sie sich geschaffen hatten. An Neubau von Häusern zur Wohnraumbeschaffung war kaum zu denken. So erstellten in den Gemeinden gemeinnützige Gesellschaften mit Selbsthilfeeinsatz Behelfsheime. In den stärker betroffenen Gegenden in Westdeutschland geschah dies bereits in größerem Umfang. Bevorzugt erhielten' Ausgebombte', Evakuierte, kinderreiche Mütter und Arbeiter in kriegswichtigen Betrieben eine Zuweisung, nach Kriegsende vorwiegend Umsiedler. 1945 erreichte der Bau von Behelfsheimen auch unsere Stadt. An der Kadorfer Straße entstand eine ganze Reihe dieser kleinen barackenartigen Häuschen. Gerätschaften für Haus und Garten waren nötig und Probleme gab es mit der Herstellung von kleinen passenden Möbeln. Böse Zungen verspotteten die Behelfsheim-Siedlung als 'olympische Dorf'.

55. Am 27. Mai 1948 trat Bürgermeister Charlet (SED) zurück. Eduard Streich (SED) wurde neuer Bürgermeister in RoBwein, der bisher dieses Amt in Hartha innehatte. Aus diesem Anlass entstand die Aufnahme von den' Aktivisten der ersten Stunde', den Personen, die sich nach dem Zusammenbruch um einen Neuanfang bemüht hatten. Es sind von links,!. Reihe: Frieda SchoB, ?, Helene Birkner, Anna Mann, Eduard Streich, der neue Bürgermeister; und Else Rockstroh. 2. Reihe von links: Paul Forberg, Richard Bilz, ?, Alexander Neukirch, Albin Höhne, Willy Zschockelt, Carl Scheibe, Paul Langer, Otto Kern. Hintere Reihe von links: Carl Diessel, Alfred Wigger, ?, Otto Hansel, Kurt Eichhorn, Kurt Puchta.

56. Der Bau unterklassischer Kommunalstraßen wurde früher meist in Makadam-Bauweise ausgeführt. Auf den Untergrund der zu errichtenden Straße kam die Packlage aus Hartgestein. Die Steine wurden manuell, etwa 20 cm hoch, in Pyramidenform geschlagen, mit der Spitze nach oben auf die Gründung gesetzt und mit Schotter, Splitt und Sand ausgekeilt. Danach kam die gute alte Dampfwalze, die ein Gewicht bis zu 15 t haben konnte, und verdichtete die Straße hohlraumfrei. Für den Straßenbau der Randsiedlung am 'Feldschläßchen' und der geplanten Siedlung im Ortsteil 'Wanne' wurde der Steinbruch an derWunderburg um 1935/36 wieder nutzbar gemacht. Als Notstandsarbeit (wie heute ABM) war diese Tätigkeit vergeben worden. Roßwein hatte 1932 fast 3 000 Arbeitslose, die nur langsam wieder einenArbeitsplatz erhalten konnten. Wir sehen die Arbeiter bei der schweren Arbeit, vom Herausbrechen der Steine aus den Felsen bis zum Klarschlagen in die erforderliche Gräße. Es war alles Handarbeit, ohne Technik, wahrlich eine Knochenarbeit. Im Bild, linke Reihe von oben: Richter, Rüdiger, Schubert; ?, Präger. Rechte Reihe von oben: Schubert, Speck, beim Straßenbau auf der 'Wanne' Grafe, Greter und andere.

57. Anfang der dreißiger Jahre bereitete die Wohnungsnot in Roßwein der Stadtverwaltung große Sorgen. Doch 1936 erhielt sie zur Förderung der Siedlertätigkeit Reichsmittel für zwanzig Siedlerstellen zugeteilt. So konnten Häuser auf dem Gelände des Landwirts Wackwitz im Ortsteil 'Wanne' errichtet werden. Die Wohnungen der Siedlung waren mit 40,69 m' sehr klein, Wohnküche 14,35 m'; Schlafzimmer 14,02 m'; kleines Schlafzimmer 8 m' und Vorraum 4,32 m'. Um 1937 schauen wir vom 'Hasensprung' hinab. Die Siedlungshäuschen sind erbaut, noch liegen Berge von Erde auf den Parzellen vor den Häusern und warten auf die Gestaltung des Umfeldes. Auch die Straßen sind teilweise noch nicht fertig. Im Vordergrund sehen wir die Häuser der Goldbornstraße Nr. 38 und 40, dahinter die Gravieranstalt Fo. Naupert (heute Roßweiner Schilderwerk B. Kleine). Die Häuserreihe links ist die Feldstraße, die zwei mittleren Häuserreihen bilden die Straße Nach der Wanne (damals Straße der SA) und die rechte Reihe ist die Auenstraße. Dahinter sehen wir die Pappenfabrik Sack und die Gaststätte 'Crûne Aue', darüber den Ullrichsberg mit dem großen Kießling'schen Gut.

58. Schlimme Zeiten waren die Nachkriegsjahre. Alle Lebensmittel wurden nur auflebensmittelmarken abgegeben. Um die knappen Zuteilungen zu verbessern nutzte man jedes Fleckchen in den Vor- und Hausgärten sowie in den Schrebergärten für obst- und Gemüseanbau. Allerdings waren Sämereien und]ungpflanzen ein großer Engpass und oft schwer zu bekommen. Am 20. Oktober 1945 hatte Frau Marianne Gelbke aus Böhrigen den Gewerbeschein zum Führen eines Spezialgeschäftes für Sämereien erhalten. Am 2. April 1949 inserierte sie für ihr Geschäft: Einzelhandel 'Gärtnerische Erzeugnisse und Samenhandel' in der Dresdener Straße 6 (im Haus von Alfred Kirst) und empfahl alle lieferbaren Gemüse- und Feldsämereien. Mit Kind und Kegel, Fahrrad und Hund stellten sich die Menschen geduldig an, um das so dringend benötigte Saatgut zu bekommen. 'Schlangestehen' haben die Bewohner zur Zeit der DDR zur Genüge gelernt und getan. Das Foto um 1949 bezeugt es.

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