Roßwein in alten Ansichten Band 8

Roßwein in alten Ansichten Band 8

Auteur
:   Günther und Roswitha Hanisch
Gemeente
:   Roßwein
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6750-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Roßwein in alten Ansichten Band 8'

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Vorwort

Nun liegt der 8. Band von 'Roßwein in alten Ansichten' vor Ihnen. Wieder konnte ich mit Fotos einige Roßweiner Betriebe dokumentieren und beschreiben. Die Teppichfabrik von Traugott Bauch; Fa. Erfurth & Co; VEB EKO und VEB 'Kiddy' waren Arbeitgeber besonders für die Frauen Roßweins und der umliegenden Dörfer. An die Roßweiner Maschinenfabrik ROMAG von Johannes Menschner, deren präzise Textilmaschinen für Bleichereien und Färbereien und deren Appretur-, Meß- und Warenschaumaschinen Weltruf genossen, möchte ich erinnern, ebenso an die Schwertfegersche Filzpuppenfabrik, die nach Afrika, Amerika und Australien exportierte. Sie alle sind Zeugen Roßweiner Unternehmergeistes und Gewerbefleißes. Die Entwicklung von Gaststätten und Geschäften, Erinnerungen an alte Handwerker, Persönlichkeiten und Vereine füllen das Buch und historische Ereignisse in Roßwein werden gezeigt. Ich bedanke mich wieder herzlich bei allen, die mich mit Berichten aus alten Zeiten, bei der Ermittlung von Daten und mit fachlichen Beratungen unterstützten und hoffe, dass auch dieser Band Interesse bei den Lesern finde wird.

Günther Hanisch

Zum Titelbild

Eine schöne Ansicht vom Hartenberg auf unsere Heimatstadt Roßwein zeigt uns das Foto vom]uli 1934. Aufgenommen ist es vom unteren Teil des Weges nach dem Aussichtspunkt 'Pilz'. Der Blick schweift über die Dächer der Stadt zu der alles überragenden Kirche 'Zu unserer lieben Fraucn'. Am davorstehenden Rathaus erkennen wir die langen Girlanden, die uns sagen, dass es 'Schulfestzeit' ist. Im Vordergrund sehen wir durch die Lärchenzweige das Dach der Villa Oskar Bauch. Leider sind die Bäume so groß geworden, dass der schöne Blick heute kaum noch möglich ist.

Traugott Bauch, Decken- und Sealskinfabrik "

Urer-str-asse

Fernsprecher L,6

Dampfkraft 200 Pferdestärken

Spinnerei, Weberei, Appretur und Druckerei.

-----=...:: Gegründet 1879. __ "_. _

1. DieTuchmacherfamilie Bauch läßt sich in den Kirchenbüchern bis 1692 zurück verfolgen. Traugott Bauch, der Gründer der Roßweiner Deckenund Sealskinfabrik, aus der sich die Roßweiner Teppichfabrik entwickelte, erlernte das Tuchmacherhandwerk bei seinem Vater. Als er nach den Jahren der Wanderschaft heimkehrte, gründete er 1879 auf dem Werder mit einigen Handwebstühlen einen eigenen Tuchmacherbetrieb. 1897/98 erfolgte der Einzug in das neu errichtete Fabrikgebäude in der Uferstraße. Auf der Grafik von 1906 sehen wir die Fabrikgebäude, die sich in der Mulde spiegeln. In der Bildmitte steht die schöne Villa der Familie Bauch, daneben die damals für Roßwein so typischen Tuchmacherrahmen. An diese wurde das nasstriefende Tuch, wenn es aus der Walke kam, mit der am Rande befindlichen Salleiste an die Eisenhäckchen des oberen eichenen pfostens und des unteren beweglichen Teiles des Tuchmacherrahmens aufgehängt und dann mit dem 'Dehnfuß' gezogen und gezerrt. So erhielt das Stück die gewünschte Breite. Das Tuch blieb im Rahmen bis es trocken war. Im Jahre 1920 wurde das Fabrikgebäude aufgestockt und ein weithin sichtbarer Schriftzug 'Traugott Bauch - Decken und Sealskin - Fabrik' angebracht. 1924 wurde die Teppichfabrikation eingeführt.

2. Im Jahre 1918 konnte Herr Traugott Bauch mit seiner Gattin Christiane Johanne geb. Frohberg im Kreise der umfangreichen Familie das 40-jährige Ehejubiläum begehen. Sein Sohn Oskar Bauch hielt diesen glücklichen Tag vor dem Eingang der Villa in der uferstraße im Bilde fest. Die Personen sind stehend von links: Oskar Bauch, Annemarie Petzoldt (verh. Hartwig) , Johanna Bauch (geb. Eulitz), Johanna Petzoldt (geb. Bauch), Otto Petzoldt, Christiane Johanne Bauch (geb. Frohberg) , Traugott Bauch, Margarete Bauch (geb. Czerwenka), Alexander Bauch; sitzend von links: Johanna Bauch (verh. Frohne) ,Luise Bauch, Ruth Bauch (verh. Frohne) ,Christiane Frohberg, Ilona Bauch (verh. Schnick), Christa Petzoldt (verh. FengIer) ,Alexander Bauch und Heinz Bauch.

3. Wichtig für den Betrieb war eine konstante Wasserbereitstellung, für die Wäscherei zum Garnwaschen, für die Walkerei und für die Färberei zum Färben des Garnes. Die Stadt Roßwein hatte jedoch stets sehr unter Wassermangel zu leiden, deshalb wurde bereits bei Errichtung des Fabrikgebäudes in der uferstraße daran gedacht, durch den Bau einer eigenen Wasserversorgung unabhängig zu werden. Im Gersdorfer Wald befand sich oberhalb der 'Alten Mühle' ein kleiner Teich, der einst der Mühle gedient hatte. Nun wurde das abfließende Wasser unterhalb in einem Becken aufgefangen, dann in Röhren durch den Wald und schließlich unter der Eisenbahn hindurch zur Fabrik geleitet, wo es in Bassins gespeichert wurde. Das Gersdorfer Wasser eignete sich durch seine Weichheit besonders für die Färberei sehr gut. Auf dem Bild sehen wir die Maurer im Wald beim Bau des kleinen Staubeckens. Die Firma Traugott Bauch konnte also ohne Wasser aus der städtischen Wasserversorgung auskommen. Wie berichtet wird, kam es aber auch schon mal vor, dass im Waschwasser Frösche schwammen.

4. Ein wichtiger Betriebsteil in Industriebetrieben war stets die Energieversorgung. So bildete auch in der Firma Traugott Bauch die Dampfmaschine das Kernstück des Betriebes. Auf dem Foto steht der Maschinist Otto Bernhard aus Berbersdorf an der Dampfmaschine, neben ihm RudolfThomas.

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5. Für die Tuchherstellung wurde vor allem Schafwolle verwendet. Als später die Sealskin- und Teppichherstellung (1924) aufgenommen wurde, kamen als Rohstoffe noch Zellwolle und tierische Haare, Ziegen- und Kälberhaare (z. Teil aus China) hinzu. In große Ballen verpackt wurde das Material mit pferdefuhrwerken angeliefert und auf dem Boden des Betriebes gelagert. Die pferdefuhrwerke führten auch den Transport der fertigen Erzeugnisse zum Bahnhof durch.

6. Auf dem Vormangboden wurden die verschiedenen Materialien gemischt, je nachdem welches Produkt hergestellt werden sollte. Danach kam der gemischte Rohstoff in die Spinnerei, die viele Jahre im eigenen Betrieb arbeitete. Es folgten die Arbeitsgänge Waschen und Färben des Garnes. Später bezog der Betrieb das fertige Garn von der Haar- und Wollgarnspinnerei Nassen.

7. Für die Gestaltung der Teppiche und Läufer war die M usterentwerferin, oder wie man heute sagt 'Designerin' ,Anne Krauß zuständig. In ihrem kleinen Arbeitsraum entstanden die schönsten Muster. Für die Farbzusammenstellung hängen an der Wand Garnspulen in den verschiedensten Farbtönen, die sie für die Entwürfe braucht. Vielejahre war Frau Krauß für die Firma Traugott Bauch tätig.

8. In der oberen Etage befand sich unter dem Dach die Weberei. Kollege Werner Schulze steht am Webstuhl, auf dem ein zweichoriger (zweifarbiger) Teppich entsteht. Er arbeitet an einer Jacquardwebmaschine, über der die Lochkarten aufgehängt sind. Auf diese Karten wurde das Muster übertragen und sie steuern die musterbildenden Kettfäden. Die Garne befanden sich auf ScheibenspuIen. Auf den Webstühlen konnte 2- und 3-farbig gewebt werden. Es waren verschiedene Breiten möglich, die nach dem sächsischen Ellenmaß bezeichnet wurden: 10/4 = 1,7 0 m; 12/4 = 2,00; 16/4 = 2,50 mund 18/4 = 3,00 m.

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