Ruhla im Thüringer Wald in alten Ansichten Band 2

Ruhla im Thüringer Wald in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Lotar Köllner
Gemeente
:   Ruhla
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5967-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ruhla im Thüringer Wald in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Eine große Zahl Ruhlaer Bilddokumente aus vergangenen Tagen konnte im ersten Buch 'Ruhla im Thüringer Wald in alten Ansichten', das vor nunmehr fast drei Jahren erschien, nicht berücksichtigt werden. Format und Umfang eines solchen Bändchens setzen Grenzen. Nun sind aus der Reihe der zurückgestellten Bilder und aus den Beständen der zur Verfügung stehenden Sammlungen nach erneuter Durchsicht nochmals 77 Ansichtskarten, Fotografien und Zeichnungen zur Veröffentlichung ausgewählt worden, deren Wiedergaben und Beschreibungen mit diesem zweiten Band der alten Ruhlaer Ansichten vorgelegt werden. Er ist keine Fortsetzung, sondern eine Erweiterung und Ergänzung des ersten.

Wieder wurden an die Blicke auf Ruhla, an die Straßen-, Gelände- und Häuseransichten Abbildungen angefügt, die Tätigkeiten und Veranstaltungen von Vereinen und Vereinigungen in der Vergangenheit zeigen sowie Ruhlaer Bürger, die zum Teil noch bekannt oder noch gegenwärtig sind (Bilder 59 bis 76). Der Zeitraum, aus dem der weitaus größte Teil der Bilder ist, beginnt um 1860 und überspannt gut 75 Jahre. Einige wenige sind eine Ausnahme. Ihre Entstehung liegt außerhalb der genannten Jahrzehnte. So wurden diesmal die älteste bisher bekannte Ruhlaer Ansicht, entstanden vor rund 200 Jahren (Bild 1), und die Ortsdarstellung eines ansässigen Porzellanmalers

von 1834 (Bild 2) mit aufgenommen, eine Detail- und eine Gesamtansicht. Die jüngsten Abbildungen sind erst etwas mehr als vierzig Jahre alt (Bilder 57,58,73, 74, 75, 76). Sie sollen einzelne Streiflichter auf eine Zeit werfen, die nun ebenfalls schon längst Geschichte ist, an die sich aber viele noch genauer erinnern können. Mancher wird sich bei den Personen auf den Gruppenbildern wiedererkennen. andere davon werden, wie schon gesagt, noch bekannt sein. Mehrere Fotografien und Vorlagen für Ansichtskarten haben ihren Ursprung wieder bei den Ruhlaer gewerblichen Fotografen C.Fr. Schönborn, Kurt Rottwitt, Eugen Rohn und Fritz Rolapp. Auch der schon vor dem Ersten Weltkrieg erfolgreich tätig gewesene Amateurfotograf Pfarrer Lothar Koch ist wieder mit einer Aufnahme vertreten. Bei den älteren Ansichten sind die Bildautoren meist nicht bekannt. Jüngere Aufnahmen sind von Hobbyfotografen, die sie der Heimatbildsammlung vermachten.

Ruhlaer Herausgeber oder Verleger aufgenommener Ansichtskarten waren die Buchhandlung Bruno Eppelin, die Tabakwarenhandlung Julius Engelmann, die Zigarrenhandlung Carl Köllner, das Fotohaus Eugen Rohn, das Fotogeschäft Fritz Rolapp und die Heimatvereinigung 'Alt-Ruhla'.

Wieder mit dabei sind drei Federzeichnungen von Hanns Bock, Zeichenlehrer und Grafiker in Ruhla

von 1908 bis 1924. Eine weitere Zeichnung entstammt der Feder H. Rottmanns.

Der größte Teil der wiedergegebenen Ansichten und Abbildungen stammt auch dieses Mal aus dem Bildteil der Heimatgeschichts- und Ortschroniksammlung sowie aus der Privatsammlung des Autors. Außerdem stellten aus ihren Sammlungen Bilder zur Verfügung: das Heimatmuseum Ruhla (1, 2, 6), Horst Rödger, Wutha-Farnroda (23, 24, 33, 45), Hartmut Heß, Ruhla (62, 73), Walter Krauss, Ruhla (63), Volk er Böttinger, Ruhla (70).

Die Texte zu den Abbildungen enthalten einerseits die Erläuterungen zu den Bildmotiven und -inhalten, andererseits bieten sie weiterführende Angaben und Hinweise, die als kleine Beiträge zur Ruhlaer Heimatgeschichte zu werten sind. Zusammenhängende Darstellungen wird man in ihnen aber vergeblich suchen. Sie würden dem Profil dieses Bändchens nicht entsprechen. Ansichten und Texte können jedoch Anregungen geben, sich weiter mit einzelnen heimatgeschichtlichen Themen zu beschäftigen.

Sicher können auch die für die zweite Folge ausgewählten, alten Ruhlaer Ansichten mit ihren, auf den Ergebnissen sorgfältiger Reeherehen beruhenden Erläuterungen wieder interessante Eindrücke vom früheren Erscheinungsbild der Bergstadt im engen Tal vermitteln oder Erinnerungen wachrufen.

An Gegebenheiten und Situationen von vor dem Ersten Weltkrieg wird sich allerdings kaum jemand noch erinnern können. Diese Zeit liegt nun schon zu lange zurück. Bilder daraus und Texte dazu haben mehr Informationscharakter. Die Zeit zwischen den Kriegen wird besser und für eine größere Zahl Ruhlaer Bürger noch reproduzierbar sein. Die Jüngeren haben an beide Epochen keine Erinnerung. Für sie ist alles auf den folgenden Seiten Gezeigte und Gesagte Information. Möge sie von ihnen angenommen werden. Vermitteln von Eindrücken, Wecken von Erinnerungen und Liefern von ortsgeschichtlichen Informationen sind Absicht und Zweck dieses Bändchens. Möge es ihm gelingen.

Neben der Präsentation der alten Ansichten ist es wieder zu zeigen bemüht, wie das Heutige aus dem Gestrigen hervorgegangen ist. Möge es dazu beitragen, daß sich wieder mehr Bürger, besonders auch jüngere, für das frühere Ruhla und die Heimatgeschichte interessieren, sich damit beschäftigen. Dann hätte es einen weiteren Zweck erfüllt. Betätigungsfelder gibt es genug. Auch für Ruhla gilt das Goethewort: 'Ganz allein durch Aufklärung der Vergangenheit läßt sich die Gegenwart begreifen.'

1. Der Stich von dem 1791 zum Kurhaus umgebauten und erweiterten herzoglich-weimarischen Forsthans im Bermbachtal mit seinen Gartenanlagen (Signatur: Westermayr fecit) ist, wie schon im ersten Bändchen 'Ruhla in alten Ansichten' erwähnt, die früheste bekannte Abbildung eines Ruhlaer Motivs. Sie ist der Veröffentlichung von D. Wilhelm Heinrich Sebastian Buchholtz 'Das Bad zu Ruhla' , Eisenach 1795, beigcgeben, muß also zwischen 1791 und 1794 entstanden sein. Deutlich zu sehen ist der Saalanbau, das spätere Hotel 'Kurhaus' bzw. 'Forsthaus' (Bild Nr. 45). Vor dem Hauptgebäude ist ein Mann mit Schiebekarre zu erkennen, links vor ihm ein Reiter. Hinter dem Kurhaus zeigt die Ansicht noch keine Bebauung. Aber auch die unter diesem Bliekwinkel sichtbare Kirche St. Concordia ist nicht abgebildet.

2. Diese Ansicht, die sich als größeres, farbiges Bild in der Tabakpfeifenausstellung des Heimatmuseums befindet, stammt von einem Ruhlaer Porzellanmaler. Sie ist wie folgt signiert: 'aufgenornmen & al'fresco gemalt von Carl Ludwig Schmidt daselbst 1834'. Zu erkennen sind die beiden Kirchen, die Köhlergasse, der Plan, die Gerissengasse, der Marktplatz mit Ratskcller und dem späterem Hotel 'Zur frischen Quelle', die Pferdegasse. Die Zahl der Häuser im Bereich zwischen den beiden Kirchen ist übertrieben. Das Gebäude am Hang hinter der Kirche St. Trinitatis soll das Glockenhaus sein. Die Waldgrenze am Breitenberg ist sicher zu hoch und zu gerade gezogen.

3. Zu einer Reihe von Stichen, die in der Zeit von 1854 bis 1870 entstanden. gehört auch diese Wiedergabe eines Blickes vom Bermberg nach Süden. Der Standort des Zeichners war tiefer und näher an der Ortsmitte gewählt worden als beim Porzellanmalerbild. Die Talenge kommt besser zum Ausdruck. Als Straßenzug ist allerdings nur die Köhlergasse erkennbar. Das Pfarrhaus St. Trinitatis ist mit einer großen Dachfläche dargestellt. Diesen Stich gab es auch als dezent kolorierten Druck. In Antiquariaten wird er manchmal heute noch als Einzelblatt angeboten.

4. Am 13. März 1876 fegte ein orkanartiger Frühlingssturm über den Ringberg hinweg, der eine etliche Meter breite Bruchschneise in Richtung auf den Aussichtsturm zu und darüber hinaus hinterließ. Der im Jahre 1867 im Auftrag von Hofrat Dl. Alexander ZiegIer errichtete, 18 Meter hohe, hölzerne CarlAlexander-Turm blieb unbeschädigt. Nach gut achteinhalbjähriger Standzeit hatte er also noch die ausreichende Festigkeit. Man versäumte nicht, die Auswirkungen des Naturereignisses auf der Ringberghöhe im Bild festzuhalten. Die Standhaftigkeit des Bauwerkes wurde durch eine entsprechende Bildunterschrift gewürdigt: Die Werke der Natur sahn wir vergehen, / Und nur, was Menschenhand gebaut, blieb stehn.

5. Die im Jahre 1873 von Christian Thiel im engen Ruhlaer Grund erworbene ehemalige Reißesehe Filzfabrik wurde innerhalb von sechs Jahren für die Kleinmetallwaren- und Kinderspieluhrenproduktion sowie für die Messingblechherstellung der Gebrüder Thiel ausgebaut und beträchtlich erweitert. Die Gesamtansicht von 1879, natürlich etwas vorteilhafter dargestellt, wurde für Werbezwecke geschaffen. Vor den Gebäuden ist der offene, ausgemauerte Erbstromlauf deutlich zu sehen, über den vier Brücken in das Fabrikgelände führen. Auf der Straße ist unter anderem eine Postkutsche zu erkennen, ein Zeichen dafür, daß diese zur Zeit der Entstehung der Ansicht noch verkehrten. Die Anlage im Vordergrund kann es so nicht gegeben haben, da dort noch längere Zeit alte kleine Häuser standen (vgl. auch Bild 4 im Band 1 'Ruhla in alten Ansichten').

6. Im Jahre 1894 erfolgte ein Neubau der Karolinenstraße. Die Fotografie zeigt, am oberen Ende der Straße, wo sie auch verbreitet wurde, die Arbeitskolonne des Pflasterrneisters Servais aus Eisenach. Im Gebäude rechts am alten Ottenshof (einst Gelände der Obermühle ), das es nicht mehr gibt, war damals die Druckerei 0. Schwinger. Hinten sieht man den Steigerturm des ehemaligen Spritzenhauses, links das Gasthaus 'Alte Ruhl', dazwischen, etwas im Hintergrund. die alte Obergasse. Leute stehen darauf. Sie war einst die in der ansteigenden Höhenlage des Ortes letzte und somit oberste Gasse. Rechts darunter gab es nur einen schmalen Fußweg. Die jetzige Straßensituation dort wurde 1928/29 durch linksseitige Geländeabtragung und Abstützung durch eine hohe Mauer geschaffen.

7. Auf dieser Jahrzehnte später entstandenen Aufnahme ist das Spritzenhaus ganz zu sehen. Als solches war es nach der 1833 erfolgten Vereinigung der beiden Gemeinden Ruhla Uetterodtschen Orts und Ruhla Tenneberger Orts aus dem um 1630 gebauten Brauhaus der Tenneberger Gemeinde entstanden und mit dem Steigerturm versehen worden. Dieser erhielt 1876 eine Turmuhr mit Schlagwerk damit auch im oberen Ortsteil, wo die Kirchturmuhren nicht zu hören sind, eine akustische Zeitangabe vorhanden war. Sie und oft auch das Gebäude wurden fortan 'Spritzenuhr' genannt. Bis zum Straßenbau 1975176 diente das Spritzenhaus seinem Zweck. Da wurde es abgerissen, weil es einer Straßenbegradigung und weiteren -verbreiterung im Wege stand. Das neue Feuerwehrdepot war am 'Singerrain' gebaut worden.

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8. Auf dieser Ansichts-Postkarte von 1895196 sind die beiden möglichen Halbtotalansichten von Ruhla, der Bliek von Engestieg oder Bermberg nach Norden und der Bliek vom Bermberg nach Süden, zusammen abgebildet, was auf keiner weiteren vorhandenen Ansichtskarte vorkommt. Eine umfassende Totalansicht von Ruhla ist aufgrund seiner Länge, seiner Krümmung um den Breitenberg herum und seiner Verzweigungen in die ebenfalls engen Seitentäler auch vom Flugzeug aus nur bei nahezu lotrechter Aufnahme aus entsprechender Höhe möglich (vgl. Bilder 42 und 55). Auf der rechten Ansicht sind am linken unteren Bildrand die freie Fläche der 'Herrrnannswiese' oder kurz 'Wiese' sowie der alte Wiesenweg zu sehen.

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