Runkel in alten Ansichten

Runkel in alten Ansichten

Auteur
:   Carl Hemming
Gemeente
:   Runkel
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1873-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Runkel in alten Ansichten'

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van Carl Hemming

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15BN10: 90 28818731 15BN13: 978 90 28818736

© 1982 Europäische Bibliothek - ZaltbommeliNiederlande © 2011 Reproduktion vom 2. Druck aus 1998

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EINLEITUNG

Im schönen Lahntal, welches die natürliche Grenze zwischen Taunus und Westerwald bildet, liegt das alte, romantische Städtchen mit seiner eindrucksvollen Burg. Der alte Reirn: 'In Runkei ist's dunkel' trifft wohl auch für die Vergangenheit zu. In zweifacher Beziehung ist das Wort berechtigt: Dunkel ist seine älteste Geschichte, dunkel - ist die Herkunft des Namens.

Geschichtlicher Rückblick

Höchstwahrscheinlich haben wir in der Burg eine Gründung des Hohenstaufenkaisers Barbarossa zu sehen. Die Akten und Chroniken erwähnen Runkei und Runkeler Grafen zum ersten Mal im 12. J ahrhundert. Urkundlich wird 1159 ein Siegfried von Runkei genannt. Wildbewegt und fehdereich ist die Geschichte Runkels und seiner Burg. 1270 vertreibt Siegfried IV. seinen Vetter Heinrich aus der gemeinsamen Burg Runkel. Zum Trutz baut Heinrich um 1280 auf der gegenüberliegenden Lahnseite, auf hohem Fels, eine Burg, die den Namen Schadeck erhält, Erst acht Jahre später kommt eine Teilung der bisher zusammengehörenden Besitzungen Runkei und Westerburg zustande. Siegfried erhält Runkel, Heinrich Westerburg und Schadeck. Beträchtlichen Zuwachs erhält das Herrschaftsgebiet Runkei 1375 durch das Hinzukommen von Ennerich, Steeden, Hafen und den Zehnten Schupbach und Aumenau, sowie zwölf Orten, die bis dahin zur Grafschaft Diez gehörten.

Im Jahre 1440 lebt der alte Streit zwischen den jetzt getrennten Häusern Runkei und Westerburg wieder

auf. Dietrich IV. ist Burgherr zu Runkei und zugleich der Begründer der Linie Wied-Runkel (richtiger:

Runkel-Wied). Als er mit dem Bau einer steinernen Brücke über die Lahn beginnt, erregt dies Westerburgs Widerspruch. Weiter bildet der geplante Brückenturm den Gegenstand lebhaften Anstoßes. Nach dem Vertrag von 1288 soll in den abgegrenzten Gebieten kein burgischer Bau errichtet werden. Und als solchen, als einen vorgeschobenen Posten der Burg Runkei, sieht Reinhard von Westerburg, Dietrich's Schwager, den Brückenturm offenbar an. Der Streit um die Brücke sowie eine Reihe anderer Zwistigkeiten werden erst 1448 durch einen Vertrag beigelegt. Daraufhin kann die Brücke fertig gebaut werden.

Die Brücke selbst dürfen wir als ein originelles Bauwerk betrachten. Vier gewaltige Brückenbogen auf drei schweren Brückenpfeilern, sicher und fest ruhend, überdauerten Jahrhunderte; ebenso trutzig und stark wie die Burg, zu deren Füßen sie gebaut ist. Das Eigenartige der Runkeler Lahnbrücke beruht in der Linie, in welcher sich ihr Rücken von dem einen zum anderen Ufer erstreckt; dieser ist nämlich weder genau waagrecht, noch gleichmäßig gewölbt, sondern steigt auf, langsam und wenig steil, fällt dann aber auf kürzerem und deshalb steilerem Wegstück wieder ab, also ein Bogen wie der eines in die Ferne geworfenen Steines. Sie dürfte damit in ihrer Konstruktion einmalig sein.

Etwa 100 Jahre nach dem Bau der Brücke bietet sich dem Betrachter ein friedvolles Bild. In dieser Zeit, 1543, zieht Melanchton in die Burg Runkei ein und ist Gast des Grafen Johann IV. Die Zeit des Dreißig-

jährigen Krieges bricht an. Der denkwürdigste und traurigste Tag in der Geschichte Runkels und seiner Burg ist der 1. Oktober 1634. Die Kroaten des Grafen Isolani erstürmen das mauerumwehrte Städtchen, plündern und rauben und legen den Ort samt seinem alten, schönen Schloß in Schutt und Asche. Nach einer Inschrift im inneren ScWoßhof beginnt Graf Moritz Christian 1641 mit dem Wiederaufbau der Wohngebäude, während die Oberburg als Ruine in dem Zustand bleibt, wie wir sie heute noch kennen. Ungefähr 160 Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg, zur Zeit der Revolutionskriege, hallen Tal und Städtchen nochmals wider von Kriegslärrn, Am Abend des 7. Juni 1795 nehmen Franzosen Besitz von Runkel, werden jedoch noch in der Nacht durch hessische Bataillone aus der Stadt geworfen. Noch mehrfach wird der Ort während der Kämpfe an der Lahn in Mitleidenschaft gezogen.

In dem politisch so bedeutungsvollen Jahre 1806 verliert das Fürstentum Wied-Runkel seine Selbständigkeit; Runkei hört auf Residenzstadt zu sein. Das höfische Leben im Schloß erlischt. Die fürstlichen Beamten müssen sich nun mit nassauischen Behörden die Räume teilen.

Im Winter des Jahres 1813 muß für typhuskranke preußische Soldaten im Schloß ein Lazarett eingerichtet werden. Die Krankheit ergreift auch die Bewohner von Runkei und ein großes Sterben ist die Folge. Von den 900 Soldaten, die irn Schloß untergebracht sind, werden um die 250 in den 'Ennericher Fichten', 100 auf dem Runkeler Friedhof beigesetzt.

Als im Frühjahr 1824 Fürst Karl Ludwig stirbt, eilt

sein Bruder Friedrich Ludwig, österreichischer Feldmarschalleutnant, aus Italien nach Runkei zurück, wo er am 25. April festlich empfangen wird. Doch schon drei Tage später stirbt er, und wird in der Fürstengruft in der Runkeler Kirche beigesetzt. Da er der einzige Nachfolger in der Linie war, fällt Wied-Runkel an Wied-Neuwied.

Ruhe und Stille ziehen im Runkeler Schloß ein, das erst wieder 1892 durch die Gründung einer Haushaltungsschule für junge Mädchen zu neuem Leben erwacht. Sie erfreut sich eines regen Besuches, wird jedoch 1932 auf Grund der politischen Ereignisse geschlossen.

Um 1900 schreibt Bodo Ebhardt in einem seiner Werke über die Burg Runkel: Bei seiner selten giinstigen Lage könnte Runkei auch jetzt noch einem Fiirstengeschlech t zur Wohnung dienen, wenn durch geringe Umbauten den veränderten Zeiten Rechnung getragen würde. Inzwischen lebt ein Bruder des derzeitigen Fürsten zu Wied, Metfried Prinz zu Wied, mit seiner Familie dort.

Immer wieder übt Runkels malerische Lage in einer Talenge der Lahn seine Anziehungskraft aus; sowohl auf den naturfrohen Wanderer, als auch auf den Freund geschichtlicher Vergangenheit.

Die meisten der hier veröffentlichten Bilder und Karten wurden aus privatem Besitz von mir zusammengetragen. Ich danke allen, die mir dies ermöglicht haben.

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1. Wuchtig und stolz ragen die Türme der Burg vor dem Betrachter auf, wenn er über die Brücke komrnt. Auf der 500 Jahre alten, massiven Brücke sind heute noch auf jeder Seite drei Brückenhäuschen über den Pfeilern zu finden. Das Brückenhaus, das auf den beiden vorderen Brückenhäuschen stand, und mit seiner Zugbrücke eine Verbindung zum Ufer herstellte, wurde 1815 abgerissen. Am Anfang der rechten Brückenmauer steht senkrecht noch die Metall-Walze, an der bei der Bergf'ahrt die Taue der Lastkähne entlangliefen. Die Aufnahme entstand 1914.

2. Die Fotografie stammt aus den Jahren 1877-1880. Ganz links im Hintergrund sind der obere Teil und das Dach des Münzturmes, beziehungsweise des Schlaghauses sichtbar, das 1890 abgerissen wurde.

3. Beim Gang über die Brücke gelangt man zum Goerlachschen Haus. Das Bild ist vermutlich um das Jahr 1920 aufgenommen, als man das Benzin noch beim Kaufmann holen mußte.

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4. Diese Aufnahme entstand 1910 und zeigt Sattler Hartmann mit Familie im Tal. Nebenan sieht man das Schaufenster von Schuhmacher Kar! Gapp.

5. Von 1922 dürfte die Aufnahme dieser drei Häuser aus dem Tal sein. Am rechten Haus wurde inzwischen ein schönes, altes Fachwerk freigelegt, während die beiden linken Häuser abgerissen sind, um damit die Durchfahrt durch das enge Tal zu verbessern.

6. Nur mit Notstegen konnten die Anwohner der Lahngasse während des Hochwassers 1921 ihre Häuser erreichen. Im Hintergrund sieht man den Steedener Weg und den Bahndamm.

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