Saarlouis in alten Ansichten

Saarlouis in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Jörg Schu
Gemeente
:   Saarlouis
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1059-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Saarlouis in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

9. Erhalten geblieben ist das alte Laboratorium, in dem die preußische Garnisen einst ihre Kartusohen füllte. 1821 war es jenseits des inneren Festungsgürtels auf dem Ravelin I errichtet worden und nur über eine Grabenbrücke mit dem Stadtkern verbunden. In der Festung selbst mochte man nicht mehr 'Iaborieren', nachdem 1792 in der Kaserne V vier Soldaten und dreizehn Pferde beim Kartuschenfüllen getötet worden waren. Zum oberen Saaranschluß hin (hintere Bildmitte) lag gegenüber der Bastion I auch die Militärwaschanstalt. Als dort die Preußen 1815 bei der Belagerung der Festung fünfhundert Bettlaken von der Bleiche stahlen, waren die Verteidiger außerordentlich verstimmt.

10. Zwischen den Bastionen V und VI verlief einst dieses Teilstück des Hauptgrabens, der in einer Breite von 36 Metern den inneren Festungsgürtel umschloß. Die Grabenbrücke war als Damm gemauert und mit Auslaßschleusen versehen, die das Zurückfluten des Wassers in die Saar verhindern sollten. Gleichzeitig verband sie die Kurtine mit dem Ravelin V. Das Ausfalltor, das hier durch die Walimauer auf die Brücke führt, ist die bekannte Wallerfanger Poterne. Im Hintergrund erheben sich schließlich die wuchtigen Mauerwerke der Bastion V (Luise), auf der einst schwere Festungsgeschütze in Stellung gebracht waren. Wo damals die Grabenbrücke verlief, kreuzen sich heute Vaubanstraße und Luxemburger Ring.

11. Das komplizierte Zusammenspiel von Mauern, Brücken und Gräben läßt diese verwirrende Aufnahme ahnen, die den Festungsbereich im Vorfeld der Bastionen V und VI zeigt. An dieser Stelle verband die Grabenbrücke den inneren Verteidigungsring mit dem Ravelin V. Dort, wo heute die Vaubanstraße verläuft, führte von hier aus der Glacisweg 'Im Zick-Zack' aus der Festung. Im Hintergrund sind die Bastion VI (rechts), der Anschluß des Hauptgrabens an die Saar, die innere Spitze des Contregarde Vauban und die Mauer des Hornwerkes erkennbar. Dies aber sind gerade jene Anlagen, die weitgehend erhalten geblieben sind und heute noch etwas vom ursprünglichen Charakter der Festung wiederspiegeln.

12. Lebenswichtig für die Garnison war das Proviantmagazin hinter dem Deutschen Tor, dessen langgestreekter Bau 1819/23 entstanden war und der Deutschen Straße nur eine gewölbte Durchfahrt offenließ. Immerhin machte eine Garnisonsstärke, die 1913 4783 Mann und 1 875 Pferde betrug, eine geschickte Vorratshaltung unerläßlich. Dabei wurden die landwirtschaftlichen Produkte überwiegend vom Umland autgekauft und im Proviantmagazin auf Lager genommen. Von dieser Praxis profitierte vor allem auch der Saarlouiser Handel, pflegten doch die Bauern ihren Verkaufserlös zu einem großen Teil wieder in der Stadt umzusetzen.

13. Wo in französischer Zeit die Kapuzinerredoute den Übergang an der Saarfurt sicherte, erbauten die Preußen 1818/21 das Fort Rauch, das durch den Lisdorfer Kanal und einen gedeckten Weg mit den Hauptwerken verbunden war. 1849 sollte dieses Außenfort Schauplatz einer Exekution werden, bei der drei Landwehrsoldaten aus der Eifel erschossen wurden. Ihnen war vorgeworfen worden, im Revolutionsjahr 1848 die Aufständischen bei der Erstürmung des Zeughauses in Prüm begünstigt zu haben. Die Bevölkerung hatte bis zuletzt auf Begnadigung gehofft und war über die heimliche Hinrichtung im Morgengrauen entsetzt,

14. Eine tiefe Bresche ist in die Mauem der Bastion II gerissen: Das Zerstörungswerk, das 1889 mit der Preisgabe der Befestigungsanlagen einsetzte, nimmt seinen Lauf. Zu lange hatte man sich durch den Festungsgürtel in der baulichen und wirtschaftlichen Entwicklung benachteiligt gesehen, um nun nicht 'ganze Arbeit' zu leisten. Man ging in der Tat gründlich zu Werke. So sind Festungsteile fast nur dort erhalten geblieben, wo dem Ausdehnungsbestreben der Stadt natürlichc Grenzen gesetzt waren: Im Bereich der Saar. Ihrer hat man sich nun liebevoll angenommen und sie wieder zu lebendigen Bestandteilen der Stadt gemacht.

15. Eine Zeit hektischer Betriebsamkeit war für Saarlouis das Jahrzehnt vor der Jahrhundertwende. Durch einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit versuchte die Stadt Anschluß an die Gegenwart zu finden. So gingen mit der Einebnung der Festungswerke gleichzeitig entscheidende städtebauliche und sozialhygienische Maßnahmen einher. In den Außenbezirken wurde in großem Umfange neues Baugelände erschlossen, und ehe man die Wallgräben verfüllte und zu großzügigen Ringstraßen ausbaute, wurden zunächst die Abwasserkanäle gemauert und die Wasserleitungen verlegt. Die Stadt glich einer gigantischen Großbaustelle, auf der sich Bürgermeister Titz sehr gerne vor 'seinen' Werken fotografieren ließ.

16. Wie sehr die bauliche Entwicklung der Stadt von den Festungswerken abhing, macht diese Aufnahme deutlich. Räumliche Enge bestimmt hier das Stadtbild, und großzügig angelegt sind eigentlich nur der Paradeplatz und der Garten der Kommandantur. Im übrigen aber sah man sich gezwungen, jeden Winkel innerhalb der Festungsmauern 'optimal' zu nutzen. Die Gebäude wurden ineinander verschachtelt und die Innenhöfe der einzelnen Straßenviertel 'konsequent' mit Hinterhäusern vollgepfropft. Sogar die Gebäudeforrn hat man verschiedentlich dem Baugrund angepaßt, wie der dreieckige Grundriß des '7. Himmel' im Vordergrund beweist. Mit dieser Bauweise hat die Festung in den Altbauvierteln Probleme hinterlassen, die heute brennend aktuell werden.

17. In französischer Zeit hieß er nur schlicht 'La Place'. Stolz aber ist die Stadt seit jeher auf ihren Paradeplatz gewesen, den sie heute 'Großer Markt' nennt. Im Verhältnis zum Stadtumfang war er außergewöhnlich groß: 100 x 100 Meter maß er im Quadrat. Einst sollten ihn Laubengänge in vornehmem Gartenstil säumen, bis man sich schließlich doch mit einfachen Lindenreihen begnügte. Kopfsteinpflaster trug nur das Straßenkreuz, das den Paradeplatz in vier kleinere Quadrate teilte. Die Marktviertel aber blieben unbefestigt, bis die 'Heimkehr ins Reich' der Stadt nicht nur den ungeliebten Namen 'Saarlautern', sondern auch eine Betondecke für den Großen Markt eintrug,

18. Rein militärische Erwägungen hatten seinerzeit die Größe des Paradeplatzes bestimmt, und diese Interessen sollten schließlich auch weiterhin absoluten Vorrang genießen. Für die Garnison war der Große Markt Waffen-, Aufrnarsch-, Parade- und Exerzierplatz, und diesen Belangen waren alle zivilen Vorstellungen untergeordnet. Wirtschaftliche Bedeutung erlangte der Platz erst, als die Stadt der Festungsverwaltung den Garten hinter der Kommandantur abtrat und dafür. das Recht erhielt, zweimal wöchentlich auf zwei Quadraten des Paradeplatzes ihre Wochenmärkte abzuhalten. Diese waren vor der Jahrhundertwende sehr bedeutend. So ermittelte eine Statistik aus dem Jahre 1882, daß zu den Freitagsrnärkten durchschnittlich dreihundertsiebenundsiebzig Wagen mit 9275 Zentnern Frucht und Kartoffeln anfuhren.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek