Saarlouis in alten Ansichten

Saarlouis in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Jörg Schu
Gemeente
:   Saarlouis
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1059-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Saarlouis in alten Ansichten'

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29. In der Begeisterung der Freiheitskriege sangen sie vom 'Gott, der Eisen wachsen ließ'. Nach den Materialschlachten an Somrne und Maas aber nahm man ihm die Glocken aus den Türmen, um sie in Kanonenrohre umzugießen. Bei aller Kriegsmüdigkeit war man immer noch patriotisch genug, und so wanderten im Sommer 1917 auch die Glocken von St. Ludwig in die Schmelztiegel der Rüstungsindustrie. Beklommen nahmen es die Bürger hin. Ihre Sehnsucht nach Frieden aber gaben sie den Glocken mit auf den Weg.

30. Nur zwei Stockwerke zählte ursprünglich das alte Rathaus, das in den Jahren der Stadtgründung an der Nordecke des Paradeplatzes errichtet worden war. Erst 1878 kam das dritte Geschoß hinzu, als Saarlouis Sitz eines Amtsgerichts wurde und die erforderlichen Räumlichkeiten bereitstellen mußte. Im Rathaustürmchen hing die Polizeiglocke, die noch bis 1885 bei Branden und Katastrophen geläutet wurde. Später ertönte dann nur noch die bescheidenere Uhrenglocke. Der prächtigste Raum des Rathauses war der Gobelinsaal, in dern der Stadtrat tagte, Die Wandteppiche stammten aus der königlichen Manufaktur in Aubusson, die Barocksessel kamen aus einer Tischlerwerkstatt in Metz. Sie konnten während des Krieges rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Das Rathaus selbst aber wurde in den letzten Kriegsmonaten völlig zerstört.

31. Links vom Rathauseingang befand sich bis 1918 die Hauptwache, die in preußischer Zeit täglich zur Wachablösung 'unters Gewehr trat.' Um 22.00 Uhr blies der Hornist den Zapfenstreich, der reihum in den Kasernen 'abgenommen' wurde. So friedlich sollte das Bild jedoch nicht bleiben. Als im November 1918 die Plünderungen einsetzten, brachen für die ständig übermüdeten Wachmannschaften schlimme Tage an. Damals verewigte sich auch der Soldatenrat im Wachbuch. Unter dem Datum vom 12. November findet sich neben der Forderung nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit auch die Unterschrift: 'Schwarzer, Mitglied des Soldatenrates.' Am 22. November zog die Wache zum letzten Male auf.

-1812 .

-1912-

,

Zur Erinnerung an das 100jährige Bestehen des Inf.Reg. Graf Werder No. 30, Saarlouis

~gimentshaus~

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32. Das Infanterieregiment Graf-Werder Nummer 30 war zweifellos das angesehenste und populärste der Garnisen. Ein außergewöhnlich herzliches Verhaltnis verband die Burger mit ihren Dreißigern, und so wurde auch die Jubiläumsfeier, aus deren Anlaß 1912 diese Ansichtskarte herausgegeben wurde, zu einem festlichen Ereignis, das' die ganze Bevölkerung mit einschloß, Das Regiment, das 1812 aus der deutsch-russischen Legion hervorgegangen war und seit 1889 den Namen. seines früheren Kommandeurs trug, hatte 1876 in Saarlouis Standort genommen. Zuvor war allerdings schon einmal eines seiner Füsilierbataillone von 1838 bis 1848 in der Festung stationiert gewesen. Das Regiment, dessen Stab 1894 das Kommandanturgebäude bezog, blieb bis zum Ersten Weltkrieg in Saarlouis. 1919 wurde es aufgelöst.

33. Für die Anlieger der Silberherzstraße muß das Ausrücken der 'Dreißiger' ein vertrauter Anblick gewesen sein. Schließlich befanden sich deren Unterkünfte in der angrenzenden Brauereistraße (heute Alte-Brauerei-Straße), wo seit 1876 das erste Bataillon des Regiments in der Kaserne VI lag. Zum Gefechtsdienst aber muisten die Rekruten hinüber auf den 'Großen Sand' in Fraulautern, der mit seinen schwierigen Geländeformationen bis 1918 als Truppenübungsplatz diente. Dort lagen auch im benachbarten Lachwald die Schießstände der Garnison.

34. Militärmusik hat im Selbstverständnis preußischer Garnisonen stets eine gewichtige Rolle gespielt. Saarlouis machte da keine Ausnahme. Immerhin bestanden hier vier Regimentskapellen, über deren Bedeutung der Musikzug der Dreißiger, der hier mit seinem Tambourmajor am Körnermagazin (heute Gaswerkweg) aufgezogen ist, nicht hinwegtäuschen sollte. In Wirklichkeit zählte die Dreißiger-Kapelle zu den ersten Militärkapellen des Kaiserreiches. Ihr Repertoir beschränkte sich keineswegs auf militärische Klänge. Vielmehr hatte sich diese Kapelle zu einem Streichorchester entwickelt, das in jeder Wintersaison acht bis zehn Sinfoniekonzerte gab und 1890 sogar ein dreimonatiges Engagement in die Vereinigten Staaten erhielt.

35. Daß einern preußischen 'Kornrnißkopf auch eine Narrenkappe durchaus zu Gesicht steht, demonstrierte 1908 der Elferrat des Dreißiger Regiments mit diesem Erinnerungsfoto. Trotz der grimmigen Mienen besaß diese 'närrische Elf eine gute Portion Humor und die bei 'Preußens' seltene Fähigkeit, sich auch einmal selbst gehörig 'auf die Schippe zu nehmen'. Diese Haltung dürfte nicht unwesentlich zur großen Popularität dieses Regimentes beigetragen haben.

36. Festliche Paraden, wie sie hier beim Einzug des Jägerregiments zu Pferde Nummer 13 stattfand, waren in Saarlouis keine Seltenheit. Ein Anlaß fand sich immer. Da gab es 'Kaiser's Geburtstag', Regimentsfeiern, Gedenktage - und hin und wieder hohen Besuch. Ganz hoher Besuch war schon seltener, aber auch er kam vor. Immerhin geruhten drei Könige: 1683 Louis XIV (mit Parade!), 1821 Friedrich Wilhelm III. (auch Parade!) und 1842 Friedrich Wilhelm IV. (wieder Parade!). Kaiser aber haben die 'königliche' Stadt verschmäht.

37. Wenn zu 'Kaisers Geburtstag' die Militärs in glanzvoller Parade auf dem Großen Markt aufmarschierten, mochten die Honoratioren aus dem Rathaus nicht abseits stehen. Man wußte, was man als Garnisonsstadt dem Kaiser schuldig war, und allzu gerne bekundete man 'rechte preußische Gesinnung'. Auch Bürgermeister Dr. Kohlen ließ es sich in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg stets angelegen sein, bei solohen Anlässen mit seinen Ratsherren ein Hoch auf den Kaiser auszubringen.

38. Daß Saarlouis noch ein Jahr, bevor der Erste Weltkrieg mit seinen Materialschlachten alle Kategorien herkömmlicher Kriegsführung durchbrach, ein neues Kavallerieregiment erhielt, mag im nachhinein anachronistisch anmuten. Damals aber war die Kavallerie durchaus noch Gegenstand strategischer Überlegungen. Diese führten 1913 zur Bildung des Jägerregiments zu Pferde Nummer 13, das am 1. Oktober von der Garnisen mit klingendem Spiel eingeholt wurde. Auch die Bürger gaben Roß und Reitern das Geleit, als sie über die alte Schleusenbrücke in die Stadt einzogen. Dort nahm das Regiment in der Jägerkaserne Quartier, die in den Jahren 1912(13 an der Wallerfanger Straße erbaut wurde.

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