Saarlouis in alten Ansichten

Saarlouis in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Jörg Schu
Gemeente
:   Saarlouis
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1059-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Saarlouis in alten Ansichten'

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49. In der Silberherzstraße Nummer 14 errichtete die israelitische Gemeinde 1828, dem Jahre 5588 jüdischer Zeitrechnung, ihre neue Synagoge. Bereits 1687 waren die ersten Juden aus dem zerstörten Nachbarort Wallerfangen nach Saarlouis gekommen. Zur Jahrhundertfeier des Gotteshauses hieß es 1928 im Geleitwort der Festschrift: 'Jahrtausende bauen am Tempel einer lichteren Menschheit'. Zehn Jahre später aber wurde die Synagoge bei den Ausschreitungen der Kristallnacht schwer verwüstet. Sie sollte nie wieder eingerichtet werden. Heute dient das Gebäude einer anderen Religionsgemeinschaft zum Gottesdienst.

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50. Das längste Kasernengebäude der Garnisen war die Kaserne VI, die 1866 bis 1869 erbaut und später vom 1. Bataillon des Regiments Graf Werder Nummer 30 bezogen wurde. Mit 160 Metern Länge belegt sie die ganze Südzeile der Alten Brauereistraße. Im Innern ist das Gebäude sehr eindrucksvoll in fünfunddreißig wuchtige Gewölbeachsen gegliedert. Der allmähliche Niedergang der Kaserne schien unausbleiblich, bis man sich vor wenigen Jahren auf die architektonische Schonheit ihrer Gewölbe besann und das Bauwerk behutsam restaurierte, Hier haben Stadtbibliothek und Heimatmuseum nun eine ansprechende Bleibe gefunden. Bis heute erhalten geblieben ist aber auch der Mauerteil jener Kurtine, die einst die Bastionen IV und V verband.

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51. Achtzig Jahre lang feierten die protestantischen Bürger ihre Gottesdienste im 'salle des cadets', dem ehemaligen Fechtsaal, der am Fuße der Bastion Luise (V) stand. Den Ausbau zur Garnisonskirche hatte Preußenkönig Friedrich Wilhelm lIL 1821 höchstpersönlich bei einem Besuch der Festung angeordnet. Seit dem Einzug der preußischen Truppen war nämlich die Zahl der protestantischen Familien in Saarlouis ständig gestiegen. Bis zur französischen Revolution hatten dagegen nur katholische Bürger hier wohnen dürfen,

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52. Schon wenige Jahre nach der Einweihung des neuen Gotteshauses wurde die alte Garnisonskirche dem Ausbau der Kaiser-Wilhelm-Straße geopfert. 1911 kurzerhand auf Abbruch verkauft, wurde sie noch im selben Jahre niedergelegt. Bevor die letzten Mauern fielen, posierte man noch schnell für ein Erinnerungsfoto. Wie unbekümmert sich damals der Bruch mit der Vergangenheit vollzog, zeigt das Schillerzitat, das man hier zukunftsgläubig auf die Ansichtskarte setzte. Von der alten Garnisonskirche aber blieben nur die beiden Eisenkreuze, die bis heute im Garten der Pfarrkirche zu sehen sind.

Gruss aus Saarlouis

Partie von der Evangelischen Kirche und Prarr~aus

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53. Den Formen der deutschen Renaissance ist die evangelische Kirche nachempfunden, die 1906 auf dem Gelände der Bastion Luise (V) vollendet wurde. Als Elemente jener Stilepoche treten in der Außenarchitektur vor allem die Schweifwerke der Giebel und die zahlreichen Fächerrosetten hervor. Über dem Seitenportal ist der Wappenspruch der Stadt ins Religiöse gedeutet: 'Christus, sol mundi, dissipat atque fovet.' Doch finden sich auch in den Grünanlagen aufschlußreiche Bezüge: So kam eine der Linden vom Sterbeert der Königin Luise, und die beiden Eichen am Kircheneingang wurden aus Eicheln gezogen, die von der historischen Lutherkirche und vom Bismarckschen Sachsenwald stammten.

54. Nicht nur in den Außenbezirken sollte die Schleifung der Festungsmauern eine rege Bautätigkeit auslösen. Auch in den Altstadtstraßen bemühte man sich nun um einen großzügigeren Gebäudezuschnitt und eine aufwendigere Außengestaltung. Dies traf vor allem auf die Hauptgeschäftsstraßen zu, wie diese Aufnahme der Französischen Straße aus dem Jahre 1908 zeigt. Dort wurde die weitere Entwicklung des Stadtbildes weitgehend vorn Handel und seinen besonderen Bedürfnissen bestimmt. So entstanden vielfach Wohn- und Geschäftshäuser, die - wie hier die Buchhandlung Schreder - durch ihre repräsentative, unterkühlte Fassadenstruktur auffielen.

Ecke Bock- und französische Strasse.

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55. Durch zwei Jahrhunderte hatten die kleinen Bürgerhäuser, die hier noch vereinzelt in der Französischen Straße anzutreffen sind, das Stadtbild von Saarlouis geprägt, Damals waren in der Festung nur zweigeschossige Bauwerke erlaubt, die nicht iiber die Wälle der Bastionen hinausragten. Alle diese Häuser waren einander sehr ähnlich gewesen mit ihren Kellertüren, die in die Bürgersteige verlegt waren, und ihren Mansarden, die unter dem Dach jeden Winkel nutzten. Nun aber waren viele Gebäude über sich hinausgewachsen, und die kleinen Anwesen in der Französischen Straße wirkten ein wenig verloren zwischen den hohen Giebeln. Eine kurze Zeit noch durften sie an jene Tage erinnern, die eigentlich schon Geschichte waren.

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56. Ein eindrucksvolles Bauwerk war auch das Französische Tor, das mit mächtigen Sandsteinquadern zwischen den Bastionen III und IV in die Kurtine eingefügt war. In die seitlichen Mauerwerke hatte man eine Reihe von Schießscharten eingelassen, und seit dem Einzug der preußischen Truppen schmückten Krone und Preußenadler das Mauersims. Über Grabenbrücke und Ravelin III führte die Straße von hier aus in südwestlicher Richtung nach Metz. Beim Betreten der Stadt aber war der Octroi zu entrichten, eine städtische Steuer, die an beiden Toren auf eingeführte Tiere und Getränke erhoben wurde.

57. Noch mächtiger wirkte das Französische Tor von der Stadtseite her. Drei Torbogen gliederten die Innenfassade, und seitlich führten zwei geschwungene Treppen zur Mauerkrone empor. Die Gewölbe waren sehr geräumig und boten neben den Wachstuben noch eine ganze Reihe anderer Nutzungsmöglichkeiten. So pflegte hier unter anderem auch die Dreißiger-Kapelle ihre Orchesterproben abzuhalten. Besonders wichtig aber war das Französische Tor für 'Spätheimkehrer'. Im rechten Torfliigel befand sich nämlich eine Tür, durch die verspätete Fußgänger auch noch nach Toresschluß Einlaß fanden.

58. Nur allmählich öffnete sich der innere Festungsring zur Lisdorfer Straße. 1893 war das Französische Tor geschleift worden, die Kurtinen aber, in die es einst eingebunden war, sollten erst einige Jahre später fallen. Hinter dem Mauerdurchbruch ist nun der 'Schweinsmarkt' sichtbar geworden, auf dem früher die Märkte für die Landbevölkerung abgehalten wurden. Aber auch Hinrichtungen hatte es hier gegeben, die letzte 1826. Aus dem 'Schweinsmarkt' hat sich nach dem Abbruch der Festungswerke der Kleine Markt entwickelt.

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