Saarlouis in alten Ansichten

Saarlouis in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Jörg Schu
Gemeente
:   Saarlouis
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1059-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Saarlouis in alten Ansichten'

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59. Als das Französische Tor gefallen war, setzte die Stadt auch bald über den Graben. Bevor noch auf der Stadtseite Tenaille, Kurtinen und Bastionen niedergelegt waren, entstanden bereits in der Lisdorfer Straße die ersten Häuser (1894). Das Eckgebäude war einst das Hotel 'Kaiserhof', bis später die Kreissparkasse dort einzog. Die Grabenbrücke aber, die damals Lisdorfer Straße und Stadtkern verband, wurde beim Verfüllen des Hauptgrabens nicht abgebrochen und ist heute unversehrt unter dem Erdreich erhalten.

60. Sehr weitläufig zeigte sich der Kleine Markt noch um die Jahrhundertwende. Die Mauern der Bastion III sind gefallen, und der Hauptgraben ist mittlerweile verfüllt, Noch nicht ganz ausgelöscht aber sind die Spuren dieser Festungswerke, deren Beseitigung hier so viel Raum geschaffen hat. Unverstellt reicht der Bliek bis hin zur Feuerwache, zur Klinik und zum Gymnasium. Aber immer noch trenntjene Kurtine, in die einst das Französische Tor eingefügt war, diese Flächen vom Stadtkern (ganz links im Bild). Erst mit dern vollständigen Abbruch dieser Wallmauern, mit der Errichtung des Saalbaus und der Verwirklichung des Hohenzollern-Rings sollte dieser 'großzügige' Platz zum 'Kleinen Markt' werden.

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61. Große Bedeutung für die Wirtschaft der Kreisstadt sollte die elektrische Kreisbahn erlangen, deren Streckensystem in den Jahren 1910-1913 ausgebaut wurde und das Kreisgebiet verkehrsmäßig für Saarlouis erschloß. Aufgewertet wurde hierdurch auch der Kleine Markt, der zum Mittelpunkt eines Nahverkehrsnetzes wurde, das bis ins lothringische Creutzwald reichte. Neun der zehn Kreisbahnlinien hatten hier ihre Ausgangs- und Endpunkte. Die Linie 1, die auf dieser Ansichtskarte am Kleinen Markt vorgefahren ist, verkehrte zwischen Saarlouis und Dillingen. Zum größten Teil sind die alten Numerierungen bis heute beibehalten worden.

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Saalbau.

62. Jahrzehntelang war der Saalbau, der 1901 auf der Nordostseite des Kleinen Marktes errichtet wurde, kultureller Mittelpunkt der Stadt und Schauplatz glanzvoller Ereignisse. Was sich in Saarlouis an gesellschaftlichem Leben begab, ereignete sich meist in seinen Räurnen. Namhafte Künstler und Wissenschaftler hatten hier ihre Auftritte, und auch die 'tollen' Jahre des Saarlouiser Karnevals wären ohne ihn undenkbar. Als das Gebäude 1970 einem Kaufhause weichen mußte, blieben nur die beiden Schlußmasken der Eingangsportale erhalten. Sie werden heute im Heimatmuseum aufbewahrt.

63. Noble Konkurrenz erhielt die 'Elektrisch', als Anfang der zwanziger Jahre auch in Saarlouis die ersten Taxometer 'auf den Markt kamen.' Einer dieser Droschkenstände befand sich 'zu Saargebietszeiten' vor dem Saalbau, wo mancher, der die planmäßige Straßenbahn verpaßt, sich ein unplanmäßiges Taxi gönnte. Golden aber waren diese Jahre gewiß nicht. Daß sie auch nicht sicherer waren, zeigt das Schicksal eines dieser fünf Fahrer: Er wurde auf einer Fahrt in der 'Wallerfanger Engt' ermordet.

Saarlouis

Hohenzollernring

64. Den Gefallenen ihres Regiments setzten die 'Dreißiger' 1910 im Hohenzollernring ein Ehrenmal. Mehrere tausend Menschen karnen zur Einweihungsfeier, die sehr eindrucksvoll gewesen sein muß. Das Standbild selbst verzichtete auf jedes kriegerische Pathos und unterschied sich darin sehr wohltuend von anderen Ehrenmälern der Stadt. So ist seine Bronzeplastik auch als einzige in Saarlouis erhalten geblieben. Nach dem letzten Weltkrieg hatten die französischen Besatzungsbehörden lediglich an der Inschrift Anstoß genommen und die Worte 'in ruhmreichen Kriegen' entfernen lassen. Sie sind heute wieder eingefügt.

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65. In der Lisdorfer Straße trat Saarlouis sehr früh aus seinen alten Grenzen heraus, und die Bautätigkeit schritt zügig voran. Hier war man der Enge des Festungskerns entkommen und plante nun in großem Stil. So entstanden Häuser, die gleichermaßen durch die Monumentalität ihrer Baukörper und die Aufwendigkeit ihrer Fassaden auffielen. Gleichsam zur Fortführung des Straßenzuges lud die kahle Brandmauer ein, die ein Konfektionshaus geschickt zu Werbezwecken nutzte. Daß man beim Geschäft nicht mit sich handeln lasse, wurde auf der Reklametafel unmißverständlich deutlich gemacht.

66. Auch am Gräberglacis wuchs die Stadt schon bald über ihre alten Grenzen hinaus. Die großen Zukunftserwartungen konnte der düstere Name dieser Gegend nicht dämpfen. Dort errichtete die Stadt in den Jahren 1896/98 auf den niedergelegten Wällen ihr Knabengymnasium, an dem vier Jahre später die ersten dreizehn Abiturienten ihr Reifezeugnis erhielten. Auch die Klinik der Franziskanerinnen wurde - durch ein großzügiges Legat aus dem Nachlaß eines Fräulein Delphine Motte gefördert - noch vor der Jahrhundertwende gegründet,

67. Sitz eines königlichen Amtsgerichts war Saarlouis bereits 1878 geworden. Zu einem eigenen Gerichtsgebäude aber kam die Kreisstadt erst dreißig Jahre später. Der Neubau entstand auf dem Gelände des ehemaligen Ravelin 11 und erhielt im rückwärtigen Teil auch einen Gefängnistrakt. Zur Fassadengestaltung wurden überwiegend neugotische Stilelemente verwandt. Im Inneren führten breite Treppenaufgänge in die oberen Stockwerke, und auf den großzügig angelegten Fluren hatte man geräumige, hoIzverkleidete Wartezimmer eingerichtet. Bis heute ist das Gebäude Sitz des Amtsgerichts geblieben.

68. Sein diamantenes Priesterjubiläum feierte im Mai 1930 Prälat Alexander Subtil, der fast ein halbes Jahrhundert Seelsorger von St. Ludwig war. In all den Jahren hatten ihn pastorale Begabung und soziales Verständnis gleichermaßen ausgezeichnet und ihm in der Bevölkerung eine Verehrung ohnegleichen gesichert, Zum Ehrendomherrn, zum bischöflichen geistlichen Rat und zum Geheimkämmerer des Papstes war er im Laufe seines Lebens ernannt worden, und 1901 schlug ihn die Reichsregierung sogar für den Bischofsstuhl in Metz vor. Als er 1933 in Saarlouis starb, wurde er unter dem Hochkreuz des neuen Friedhofes beigesetzt. Noch zu seinen Lebzeiten hatte die Stadt eine Straße nach ihm benannt: den Prälat-Subtil-Ring. Dieser trägt bis heute seinen Namen.

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