Saarlouis in alten Ansichten

Saarlouis in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Jörg Schu
Gemeente
:   Saarlouis
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1059-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Saarlouis in alten Ansichten'

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69. Als Postdirektor von Schönfeldt 1905 den Dienst quittierte, posierte er mit seinen 'höheren' Beamten zu diesem 'Gruppenbild mit Damen'. In seine Amtszeit fiel 1893 auch der denkwürdige Besuch Heinrich von Stephans, der im Rheinischen Hof abstieg. Dort aber hatte man den Gründer des Weltpostvereins nicht erkannt und ihm - zum späteren Entsetzen - ein anspruchsloses Mansardenstübchen angewiesen. Damals residierte das kaiserliche Postamt noch in dem heutigen Sparkassengebäude, das die Postverwaltung 1845 erworben hatte. Im Nachbarhaus befand sich das Café Schrnitt, das über die Polizeistunde hinaus bis zum Eintreffen der Senderpost offenhalten durfte. Diese günstige Gelegenheit nutzten die Saarlouiser regelmäßig zu einem kleinen Spätschoppen.

70. Wenig Fahrkomfort bot den Reisenden dieses zweispännige Gefährt, das seit 1848 einmal täglich zwischen Saarlouis und Busendorf verkehrte. Den Postkutschendienst versah ein Privatfuhrunternehmer namens Jean Jungblut, dem die kaiserliche Post für diese Strecke die Personenbeförderung übertragen hatte. Zudem war jener laut Kontrakt verpflichtet, an seiner Kutsche einen Briefkasten mitzuführen und auf diese unkomplizierte Weise gleichzeitig auch die Postsendungen mitzubefördern. Über Mangel an Kundschaft hatte er wohl selten zu klagen, fanden sich doch stets Leute, die dem abenteuerlichen Gespann nicht nur ihre Briefe, sondern hin und wieder auch sich selber anvertrauten.

71. Als die Eisenbahnlinie Saarbrticken-Merzig 1858 in Betrieb genommen wurde, führte sie in fast ängstlichem Bogen an der Festung vorbei. So war denn auch der Bahnhof nicht in Saarlouis, sondern im zwei Kilometer entfernten Nachbarort Fraulautern errichtet worden. Diesen Nachteil sollte der 'feurige Elias' ausgleichen, eine Dampfbahn, die seit 1899 zwischen Stadtkern und Staatsbahnhof verkehrte. Ihre Fahrten waren von einem ständigen Funkenregen begleitet, einem Umstand, der dem feuerspeienden Gefährt schließlich seinen biblischen Namen eintrug.

72. Den Zusammenhang zwischen Staatsbahnhof Fraulautern und Stadt Saarlouis sollte diese Ansichtspostkarte deutlich machen. Sie erschien zu einer Zeit, als der Zubringerdienst noch von Pferdedroschken besorgt wurde. Als charakteristische Stadtmotive hatte man neben der Pfarrkirche St. Ludwig und dem Garnisonslazarett auch das 'neue Kreisständehaus' gewählt, das 1894 in vorwiegend klassizistischem Stil an der Kaiser-Wilhelm-Straße erbaut wurde und bis heute erhalten ist.

73. Zu den verzweifelten Versuchen der Stadt, die Ungunst ihrer Randlage auszugleichen, zählte auch der Bau der Kleinbahn. Als die Linie 1899 eröffnet wurde, versammelte man sich unter Blumen, Fahnen und Girlanden auf dem Bahnsteig, um der 'Jungfernfahrt' beizuwohnen. Viele Jahre lang sollte die Kleinbahn nun auf der Strecke Ensdorf-Saarlouis-Wallerfangen die Personenbeförderung ebenso wahrnehmen wie den Gütertransport. Neben dem freundlichen Bahnhofsgebäude waren deshalb auch zahlreiche Lagerräume und Verladerampen gebaut worden. 1970 mußte der Kleinbahnhof schließlich den Kreisverkehrsbetrieben weichen. An ihn erinnert heute nur noch die 'Eisenbahnstraße'.

74. Mit der Eingemeindung Rodens hatte die Kreisstadt endlich die Möglichkeit gewonnen, den Staatsbahnhof näher an das Stadtzentrum heranzuholen. Man verlor keine Zeit und begarm bereits 1909 mit der Errichtung des neuen Bahnhofsgebäudes. Die Sandrnassen zur Aufschüttung des Geländes wurden vom Römerberg angefahren. Die Stadt selbst ließ sich die Verlegung den stattlichen Betrag von 300000,- M kosten. Der Bahnhof aber lag auchjetzt noch recht weit vom Stadtzentrum entfernt.

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1. Ocfo oer- 1907.

75. So ähnlich, wie es der Karikaturist in seiner Ansichtskarte festgehalten hat, ist die 'Vereinigung des Ortes Roden mit der Stadt Saarlouis' tatsächlich verlaufen. Bereits im Morgengrauen des 6. Oktober 1907 waren die Vereine beider Stadtteile einander entgegengezogen, um sich auf der alten Flutbrücke in der Pappelallee zu 'vereinigen', Unverständlich bleiben dagegen die Bittermienen der befrackten Ratsherren, denn Grund zur Freude hatte die Kreisstadt allemaL Schließlich konnte sie, die außerhalb des Festungsgiirtels über keinen eigenen Grundbesitz verfügte und sich in den Nachbargerneinden mühsam einkaufen mußte, mit dieser Eingemeindung nicht nur ihre Bevölkerungszahl mehr als verdoppeln, sondern auch den Stadtbann von 221 auf 1 227 Hektar erweitern.

76. Mit dem Bau des Kreiselektrizitätswerkes, das 1913 in der Lisdorfer Straße gegründet wurde, hielt schließlich auch die Industrie im Stadtkern von Saarlouis Einzug. Dabei konnte man gleich mit einem Superlativaufwarten: Der Kamin besaß die stattliche Höhe von lOS Metern und war damit der höchste im südwestdeutschen Raum. Zur Ableitung der Kühlwässer diente der Lisdorfer Kanal, der einst die Festung mit dem Fort Rauch verbunden hatte. 1935 wurde das Kreiselektrizitätswerk stillgelegt, diente aber noch eine Reihe von Jahren als Umspannwerk. Der Kamin ist mittlerweile bis auf Gebäudehöhe abgetragen.

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