Saerbeck in alten Ansichten

Saerbeck in alten Ansichten

Auteur
:   Hermann Berg
Gemeente
:   Saerbeck
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2297-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Saerbeck in alten Ansichten'

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VORWORT

Der 'guten alten Zeit' hat man zu allen Zeiten nachgeträumt. Doch niemand von uns wünscht diese Zeit zurück, weil wir Menschen von Natur aus auf die Gegenwart ausgerichtet sind. Die Frage, was denn eigentlich gut an der 'guten alten Zeit' war, wird uns kaum jemand beantworten, zumal wir wissen, daß das Leben der Menschen auf dem Lande und somit auch in unserem Dorf weit armseliger und schwerer war, als es heute ist. Alte Zeit ist gewesene Zeit, ist Vergangenheit. Der Weg der Geschichte ist ein ständiges Fortschreiten, eine Auseinandersetzung des 'Alten' mit dem 'Neuen'. Das bringt Licht- und Schattenseiten, besonders in Zeiten eines so gewaltigen Umbruchs, der die Zukunft unsicher erscheinen läßt. In dieser Zeit, wo der Fortschritt uns Menschen davonzulaufen droht, empfinden wir den Verlust der vermeintlich guten Vergangenheit besonders schmerzlich.

Mit diesem Bildband will der Heimatverein früheren Zeiten mit ihren alten Werten ein wenig Gewicht und Sicht für unsere Gegenwart geben. Er ist dem Bemühen vieler Heimatfreunde zu verdanken, die ihn in langjähriger Sammeltätigkeit aus frühen Ansichtskarten und Fotos zusammengestellt haben. Das Bildmaterial umfaßt im allgemeinen die Zeitspanne von 1880 bis 1930: Bilder eines halben Jahrhunderts Geschichte unseres Dorfes, eine Bestandsaufnahme, die das Geschichtsbewußtsein bei unseren Bürgern pflegen und stärken soll. Allen Bürgern, die uns mit Bildmaterial unterstützten, gilt daher aufrichtiger Dank. Bei den bescheidenen Möglichkeiten der 'alten Zeit'

und den fotografischen Ambitionen nur weniger Menschen bietet das Material trotzdem viele nostalgische Kostbarkeiten.

Die textlichen Erläuterungen stellen unsere Kirchenund Heimatgeschichte dar. Dabei sind die Bilder jeweils Ausgangspunkt für die Darstellung der Entwicklung unseres Dorfes und seiner tausendjährigen Geschichte. Jedes Bild kündet vom Mitwirken des Menschen an der Zeit und ihrem Wandel, der sich in unserer Generation rascher vollzieht als in Jahrhunderten vorher.

Der Arbeitskreis des Heimatvereins hat mit diesem Bildband einen Anfang mit der Aufarbeitung der Geschichte Saerbecks gemacht. Der Vorsitzende des Arbeitskreises, Rektor i.R. Hermann Berg, schrieb nach ausführlichen und mühevollen Forsehungen die textlichen Erläuterungen. DI. Gerhard Wünsche und Ludger Dierksmeier bemühten sich um die Aufarbeitung und Sichtung des Bildmaterials. Ihnen gebührt aufrichtiger Dank.

Der Bildband gibt Gelegenheit, der 'guten alten Saerbecker Zeit' ein wenig nachzuträumen. Er bringt Erinnerung an Vergangenes, verbunden mit der Hoffnung und dem Glauben auf und an eine neue, bessere Zeit, die sich jede Generation von neuem wünscht damit auch die einmal 'gute alte Zeit' genannt werden kann.

Heimatverein Saerbeck, 1982 DI. Anton Gerdemann Vorsitzender

EINLEITUNG

Dieser Bildband von Alt-Saerbeck bietet eine Zusammenstellung von frühen Ansichtskarten und Fotos und ist das Ergebnis einer langjährigen Sammeltätigkeit. 'Gute alte Zeit' bedeutet für die Landgemeinde Saerbeck etwa die Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg, Zwar waren in den zwanziger und dreißiger Jahren schon Ansätze für eine Weiterentwicklung spürbar, doch bildet der Zweite Weltkrieg eine deutliche Zäsur zwischen damals und heute. So umfaßt das Bildmaterial im allgemeinen die Zeitspanne 1880-1930. Es geht dabei weniger um eine nostalgische Betrachtung als vielmehr um eine Bestandsaufnahme der besagten Zeit.

In den Textbeigaben ist deshalb auch versucht worden, eine entwicklungsgeschichtliche Verbindung zwischen früher und heute herzustellen und die Bilder als

Ausgangspunkt für entsprechende Informationen zu benutzen. Daher ist das Bilderbuch zugleich auch ein Lesebuch über Dorf-, Kirchen- und Schulgeschichte, über Landwirtschaft, Handwerk, Gewerbe, Bautätigkeit, öffentliche Einrichtungen, und anderes mehr. Für eine kleine Landgemeinde wie Saerbeck ist es nicht leicht, die für einen solchen Band erforderlichen Bilder nachzuweisen, da es in dieser 'alten' Zeit in Saerbeck nur wenig Leute mit fotografischen Ambitionen gab. Urn sa mehr sei hier allen Leihgebern und vor allem dem Arbeitskreis des Heimatvereins ganz herzlich gedankt, die durch ihre Unterstützung an der Herausgabe dieses Bändchens wesentlichen Anteil haben.

Saerbeck, 1982

1. Nach Meinung der Historiker wurde die Pfarrei bereits im frühen 9. Jahrhundert von Bischof Ludgerus gegründet. Um die auf dem Oberhof Saerbeck errichtete Holzkapelle siedelten sich schon bald Handwerker und Händler an, wodurch sich allmählich eine dörfliche Siedlung bildete. Das unter geistlicher Herrschaft stehende Kirchspiel wurde nach der Säkularisation 1815 eine selbständige Gemeinde im Landkreis Münster und behielt diesen Status auch im Kreis Steinfurt nach der Gebietsreform 1975. Die Flugzeugaufnahme zeigt ein geschlossenes Ortsbild mit viel Grün. Deutlich zu erkennen sind die winklige Dorfstraße und die fünf Ausfallstraßen. Am Pastors Kamp entlang schlängelt sich im Vordergrund des Bildes der Mühlenbach.

2. Die Geschichte des Dorfes Saerbeck ist mit der Geschichte seiner Kirche eng verbunden. Mit der Dorfgründung im 9. Jahrhundert wurde eine Holzkapelle errichtet, die bald zur Pfarrkirche erhoben und um 1200 durch einen Steinbau ersetzt wurde, aus dem der Taufstein noch erhalten ist, 1526 wurde diese Kirche erweitert und vergrößert. Sie war in spätgotischern Stil erbaut, hatte nur ein Schiff und drei Joche. In den folgenden 370 Jahre ihres Bestehens wurde sie reich ausgestattet mit Altären, Pietas, Heiligenfiguren und Glocken. Am 3. März 1896 genehmigte der Oberpräsident Studt den Abbruch bis auf den Turm. Hierbei und beim Neubau kamen zwei Saerbecker ums Leben:

Anton Winter und Clernens Löckemann. Für die Zeit des Neubaus wurde eine 18 x 15 Meter große Notkirche errichtet.

3. Der Turm der 1896 abgebrochenen Kirche stammt in seinen zwei untersten Geseliossen aus der romanischen Zeit (13. Jahrhundert), wurde um 1500 um ein Geschoß erhöht und an der Südseite mit einer Turmtreppe versehen. Er lief aus in einen Treppengiebel mit Satteldach, was ihm das Aussehen eines Salzfasses gab. Daraus reimte der Volksmund: Mönster is ne Stadt, Greiven is nu wat, Saorbiek is en aolt Saoltfatt. In dieser Kirche richtete im Dreißigjährigen Krieg eine durchziehende, in spanischen Diensten stehende Truppe am 11. Juli 1628 ein grausames Blutbad an, als die Saerbecker das verlangte Nachtquartier verwehrten. 25 Tote und viele Schwerverletzte hatte die Bevölkerung zu beklagen, die in der Kirche Zuflucht gesucht hatte.

4. Am 27. September 1898 konnte der damalige Bischof von Münster, Hermann Dingelstadt, nach zweijähriger Bauzeit das neue, in neugotischem Stil gehaltene Gotteshaus konsekrieren. Es ist eine dreijochige, dreischiffige Hallenkirche in Kreuzform. Der erhaltene mittelalterliche Turm wurde um ein weiteres Geschoß erhöht und mit einer hochragenden und weithin sichtbaren Spitzpyramide (65 Meter) versehen. Entworfen wurde die Kirche von dem Architekten Wilh. Rincklake, die Ausflihrung der Arbeiten übernahm der Bauunternehmer Bröcker aus Havixbeck. Die Aufnahme von 1930 zeigt vor der neuen St.-Georg-Pfarrkirche das Lehrerwohnhaus, die Schule mit Anbau und die Kaplanei.

5. Beim Neubau der St.-Georg-Pfarrkirche (1896-1898) führten die Saerbecker Handwerksmeister die Schreiner-, Schmiede- und Anstreicherarbeiten aus, Darüber hinaus wurden zur weiteren Ausstattung und Ausschmückung namhafte Künstler und Handwerker herangezogen: Rincklake, Münster (Hochaltar und Chorgestühl), Ottenjann, Greven (Kommunionbank), Schnittkemper, Beelen (Nebenaltäre und Kanzel), Fleiter, Münster (Orgel), Hertel und Lersch, Düsseldorf (Fenstergemälde) und Bartscher, Oelde (Kreuzwegstationen). Das Bild zeigt den Zustand der Kirche von 1930.

6. Pfarrer Konrad Beuing (ab 1922) setzte das Werk seines Vorgängers Pfarrer Dreses (1896-1922) fort und stattete die neue Kirche weiter aus: Marienstatue (1924), Krippe (1926), elektrischer Gebläseantrieb (1929), Kirchenheizung (1930), Lautsprecheranlage (1937), elektrisches Läutewerk (1938) und Einrichtung der Taufkapelle (1939). Erwähnt sei hier auch der Vikar Johann Schrulle, der als Seele der damaligen Sammeltätigkeit (Pfennigverein) in 30 Jahren 100000 Mark zusammentrug und damit die finanzielle Voraussetzung für den Kirchenneubau schuf. Diese gewaltige Leistung wurde erbracht bei einer Einwohnerzahl von 1 600 und einem Taglohn von 1,20 Mark. Anfang 1896, im Jahr des Baubegmns, wurde Vikar Schrulle als Pfarrer nach Holthausen versetzt.

7. Dieses älteste Bild vom Dorf Saerbeck ist die fotografische Reproduktion eines Stiches von etwa 1750. Um die Kirche scharen sich die strohgedeckten Häuser der Dorfstraße von dem ehemaligen Gasthof Hagemann (rechts) bis zum Abzweig Emsdettener Straße (links). Im Wandel der Zeit sind die damaligen Fachwerkhäuser zumeist verschwunden und durch Backsteinbauten ersetzt worden. Die zu dieser Zeit und noch bis ins 19. Jahrhundert herrschende ländliche Einfachheit schuf das Sprichwort:

In Saorbiek gaiht man bie Bookwaiten-Pannkoken in de Knei liggen.

Saerbeck ? d. Ems, ,

8. Dorfeingang von Greven her um 1910. Die eindrucksvolle Lindenallee reicht hier noch bis zum Pastorat (links). In den fünfziger Jahren fielen die Bäume dem Straßenausbau zum Opfer. Das erste Haus links nach den Bäumen (Dorf 65) gehörte der Familie Kösters, deren letzte Vertreterin, Lehrerin a.D. Elise, das Haus 1897 der Pfarrgemeinde schenkte. 1905 richteten Heiligenstadter Schwestern hier ambulante Krankenpflege und eine Nähschule ein. Aus dem Hause Kösters stammt auch der Minorit Erasmus, der sich um die Mitte des 18. Jahrhunderts als Geschichtsschreiber und Verfasser vieler Schriften einen bedeutenden Namen gemacht hat. Zur Erinnerung an ihn trägt eine Straße in der Siedlung Overwer seinen Namen.

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