Samtgemeinde Grasleben in alten Ansichten

Samtgemeinde Grasleben in alten Ansichten

Auteur
:   Redaktionsausschuß Samtgemeinde Grasleben
Gemeente
:   Grasleben, Samtgemeinde
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3348-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Samtgemeinde Grasleben in alten Ansichten'

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VORWORT

Die Samtgemeinde Grasleben ist im Rahmen der Gebiets- und Verwaltungsreform am 1. März 1974 entstanden. Sie besteht aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Grasleben, Mariental und Querenhorst, des Landkreises Helmstedt, sowie aus dem früher zum Landkreis Gifhorn gehörenden Rottorf, das mit Ahmstorf und Rennau zusammen die Gemeinde Rennau gebildet hat.

Die vier Gemeinden (6 Dörfer) haben durch ihre früher verschiedene Landes- und Kreizugehörigkeit eine recht unterschiedliche Geschichte. Große Ähnlichkeiten weisen die drei braunschweigischen Dörfer Grasleben, Mariental und Querenhorst auf. Einen kirchlichen und später auch wirtschaftlichen Mittelpunkt bildete zunächst das 1138 durch den Pfalzgrafen Friedrich Il. von Sommerschenburg gegründete Kloster Marien tal, dessen Klosterkirche 1146 vollendet wurde. Nach Aussterben der Gründerfamilie (1179) ging die Vogtei an die Welfen über. Das Kloster gelangte zu großem Wohlstand und erreichte um 1300 den Höhepunkt seiner Entwicklung. Zeitweise waren ihm 40 Dörfer unterstellt. Auch ein eigenes Klostergericht entwickelte sich. 1542 wurde Mariental vorübergehend, 1569 endgültig reformiert und bestand zunächst als evangelische Einrichtung weiter. Unter der Regierung des Herzogs Julius entstand im gleichen Jahr die evangelische Klosterschule. Niedere, mittlere und höhere Klosterschulen dienten als Vorbereitung für das Studium an der Universität Helmstedt. Äbte des evangelischen Klosters waren bis 1810 bedeutende Theologieprofessoren der Universi-

tät Helmstedt. Von 1753 bis 1773 befand sich auch ein Lehrerseminar im Kloster Marienta1. Zur Zeit des Königreiches Westfalen 1807-1813 gehörte Mariental zum Kanton Weferlingen. Von 1814 bis 1825 war es dem Kreisamt Helmstedt zugeordnet. Ab 1850 unterstand es der Kreisdirektion und dem Amtsgericht Helmstedt. Aus den Forsten um Mariental wurde 1860 die 'Forstgemarkung Mariental' gebildet. 1861 wurde eine eigene Gemeindeverwaltung organisiert. Die Einwohnerzahl des Dorfes Mariental, das in der Hauptsache aus landwirtschaftlichen Arbeitern bestand, die für die Domäne arbeiteten, ist immer begrenzt geblieben. Bei 17 Wohngebäuden hatte Mariental 1885 nur 209 Einwohner, 1905 waren es bei 16 Wohngebäuden sogar nur 173.

Erst 1937-1940 trat Mariental wieder in den Bliekpunkt der Öffentlichkeit, als nördlich des Dorfes der Fliegerhorst gebaut wurde. Er diente nach 1945 zum einen als Flüchtlingslager, zum anderen als Lager für Displaced Persons. Auf dem ehemaligen F1ugplatzgelände entstanden nach dem Krieg mehrere Neubauernhöfe und eine Großbäckerei. Ab 1960 begann mit dem Bau von Siedlungshäusern im früheren Kasernenbereich des Flugplatzes eine neue Epoche.

Größtes Dorf und Sitz der Samtgemeinde ist Grasleben, das urkundlich das erste Mal um 1150 genannt wird. Auch im 12., 13. und 14. Jahrhundert finden wir Nennungen sowohl in den Urkundenbüchern des Erzstifts Magdeburg als auch in den Werdener Urbaren. (St. Ludgeri, Helmstedt.) Im Mittelalter scheint Grasleben zum Bereich des Schlosses Wefer-

lingen gehört zu haben, das bis 1491 im Besitz der Familie von Hondelage war. Der Streit um die Landeshoheit war gleichzeitig ein Streit um die kirchliche Zugehörigkeit. Obwohl der Herzog 1628 Grasleben kirchlich dem Kloster Mariental zugeordnet hatte, zogen sich die Auseinandersetzungen noch über 40 Jahre hin, endeten aber mit Graslebens Verbleib bei Marienta1. Erst im Königreich Westfalen 1807-1813 wurde Grasleben politisch erneut dem 'Kanton Weferlingen' zugeordnet. Danach gehört es zum Kreisgericht Königslutter, ab 1825 zum Kreisamt Helmstedt und seit 1850 zur Kreisdirektion Helmstedt und zum Amtsgericht Helmstedt. Landbesitz in Grasleben hatten sowohl das Kloster St. Ludgeri (Helmstedt) als auch das Kloster Mariental, das schon 126 I den Zehnten erwarb. Das Klostergut in Grasleben ging 1879 in Privatbesitz über, Nachdem sich verschiedene Schürfversuche nach Steinkohlen 1827 und 1887 als unrentabel erwiesen, stellte man diese Versuche 1888 ein.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte Graslebens Landwirtschaft durch den lohnenden Zuckerrübenanbau einen wirtschaftlichen Aufschwung, der seinen Höhepunkt in der Gründung der Zuckerfabrik Weferlingen (1877) hatte, an die alle Graslebener Landwirte ihre Zuckerrüben lieferten. Dieser erneuten wirtschaftlichen Orientierung nach Weferlingen (heute DDR), die nicht bei den Zuckerrübenlieferungen blieb, sondern später auch den Strombezug aus der Überlandzentrale Weferlingen umfaßte, folgten auch kulturelle Bindungen. Viele

Graslebener besuchten die Mittelschule bzw. die Freiherr-vom-Stein-Oberschule in Weferlingen, die 1926 gegründet wurde. Sogar im Telefonverkehr gehörte Grasleben zum Ortsnetz WeferIingen.

War Grasleben früher ein reines Bauerndorf, so änderte sich das um die Jahrhundertwende. Die Gründung der Brauerei Allerthal 1899, die später noch die Erzeugung von Gummiwaren aufnahm, und die Errichtung der Kali- und Salzschächte der Gewerkschaft Braunschweig-Lüneburg ab 1910, die sich ab 1922 auf die ausschließliche Förderung von Steinsalz spezialisierten, machten Grasleben auch zum Industriedorf. 1905 hatte man noch eine Kurhausgesellschaft gegründet und ein Sanatorium und Kurhaus gebaut. Da die Kurgäste ausblieben, verkaufte man das Sanatorium an die AOK Braunschweig und das Kurhaus an einen Gastwirt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden durch die Ziehung der Zonengrenze 1945 Graslebens wirtschaftliche Verbindungen nach WeferIingen zerrissen. Es mußte eine völlige wirtschaftliche Umorientierung erfolgen.

Querenhorst ist geschichtlich in ähnlicher Weise mit dem Kloster Mariental verbunden wie Grasleben. Seine erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1203, als die Klöster St. Ludgeri und Mariental sich um den Wald stritten. Weitere Erwähnungen des 13. bis 16. Jahrhunderts folgen. 1304 verkauften die von Vorsfelde 'ihr Dorf' dem Kloster Mariental.

Es gehörte im 16. Jahrhundert zum Gericht Bahrdorf, war aber dem Kloster Mariental dienstpflichtig, das einen lastenfreien Erbenzinshof (1756) besaß, der

später als 'Schriftsassenhof" bezeichnet wurde. Im gleichen Jahr besitzt Querenhorst : 1 lastenfreien Klosterhof, 3 Halbspännerhöf'e, 9 Kothöfe, 6 Brinksitzer und 2 Neuanbauer. 1807-1813 gehört Querenhorst ebenfalls zum Kanton Weferlingen des Königreichs Westfalen. 1845 umfaßt das Dorf 372 ha, 1942 sind es 498 ha Land. Das Dorf, das weitgehend Bauerndorf geblieben ist , war (wie Grasleben) bis 1945 wirtschaftlich (Zuckerfabrik, Überlandzentrale) und kulturell (Freiherr-vom-Stein-Oberschule) stark nach Weferlingen orientiert.

Die drei Hasenwinkeldorfer Ahmstorf, Rennau und Rottorf, die heute die Gemeinde Rennau bilden, verbindet eine weitgehend gemeinsame politische Geschichte. Bei der Erbteilung der Welfen im Jahre 1267 fiel der Hasenwinkel an die braunschweigische Linie. 1309 kam er zum ersten Mal an das Fürstentum Lüneburg, fiel aber 1388 erneut der braunschweigischen Linie zu. Bei der Erbteilung von 1428 gelangte er wieder an das Haus Hannover, wo er auch verblieb. 1489 bildete er die Gografschaft 'Irn Hasenwinkel' und war Lehen der Edelherrn von Meinersen. 1539 kam das Gebiet zusammen mit Fallersleben durch Erbabfindung an Herzog Franz von Gifhorn. Daraus entwickelte sich später der Amtsbezirk Fallersleben, der 1867 mit dem Amtsbezirk Gifhorn, Isenhagen und Meinersen die Kreishauptmannschaft Gifhorn bildete. Zur Zeit des Königreichs Westfalen (1807-1813) gehörten die drei Dörfer teilweise zum Kanton Weferlingen, teilweise zum Kanton Bahrdorf. 1867-1885 gehörten sie wieder zur Kreishauptmann-

schaft Gifhom. 1885 entstand der Landkreis Gifhorn, der 1933 mit dem Kreis Isenhagen vereinigt wurde. Das größte der drei Hasenwinkeldörfer ist Rennau. Vermutlich ist es im 8.-12. Jahrhundert entstanden. Nach Hahne könnte es eine Siedlung kriegsgefangener Wenden gewesen sein. Erstmalig wird es 1022 in einer bischöf'lich-hildesheimischen Urkunde erwähnt. Nach Loslösung von der Archidiakonatskirche Ochsendorf gehörte es seit Mitte des 13. Jahrhunderts als Kapellengemeinde zum Kirchspiel Rhode. 1287 erwarb das Kloster Mariental die Grundherrschaft über Rennau. 1311 besaßen die von Kißleben den Zehnten als bischöflich-halberstädtisches Lehen. 1318 unterstand das halbe Dorf Rennau als Lehnsherrn den Herren von Dorstadt, die es an die von Vorsfelde veraf terlehnten. Irn Jahre 1757 wurde der Turm der Kapelle renoviert. 1866 erfolgte ein Ausbau mit größeren Fenstern. 1782 erhielten die von Alvensleben den Zehnten von Rennau als Landesherrliches (hannoversches) Lehen. Durch einen Großbrand in der Mitte des 19. Jahrhunderts änderte sich das Ortsbild. Die niedersächsische Hofform verschwand. Rennau wurde Straßendorf. Die Einwohnerzahl Rennaus stieg von etwa 200 im Jahr 1777 auf 246 im Jahre 181 I an. 1925 betrug sie 296, sank aber 1939 auf 219 ab. Erst der Zuzug von Vertriebenen leitete eine neue Epoche ein. Rennau ist bis heute Bauerndorf geblieben, wenn auch ein Teil der Bevölkerung zu Arbeitsstätten in Wolfsburg und Helmstedt auspendelt.

Rottorf am Klei ist vermutlich im 9. Jahrhundert entstanden. Das Gebiet scheint vollkommen bewaldet

gewesen zu sein. 1256 nahm Volrad von Kranichsfeld, Bischof von Halberstadt, die Kapelle Rottorf aus dem Parochialverband Ochsendorf heraus und übertrug sie dem Kloster Mariental, das im gleichen Jahr alle Güter des Grafen Dassel in Rottorf erwarb. 1277 verkaufte das Kloster 'Rothorpe' an Gottfried von Vorsfelde, erwarb es aber zehn Jahre später zurück. Ab 1534 war ein Marientaler Mönch Pfarrverwalter von Rottorf. Da das Kloster nach der Reformation zunächst als evangelische Einrichtung weiterbestand, fielen Gerichtsbarkeit und Verwaltung Rottorfs erst viel später an die Landesherrschaft in Hannover zurück. 1680 löste sich Rottorf kirchlich von Mariental und wurde Filialgemeinde von Rhode. Kirchenrenovierungen sind uns von 1777, 1786, 1793, 1843 und 1845 überliefert. 1842 wurde auch Rottorf ein Raub der Flammen. Auch hier änderte sich das Dorfbild, da man beim Wiederaufbau vom Niedersachsenhaus abging, 1852 betrug die Einwohnerzahl Rottorfs 248; die gleiche Zahl wird auch aus dem Jahr 1905 berichtet. Erst 1925 steigt sie auf 289 an. Nachdem man Mirte des vorigen Jahrhunderts schon einmal Eisenerz in Rottorf gewonnen hatte, nahm man den Betrieb der Grube Ernst August im Jahre 1938 wieder auf, stellte ihn aber 1949 wieder ein. Durch die Erzgrube und den Flüchtlingsstrom war die Bevölkerung 1950 auf 467 angewachsen, liegt heute aber noch unter der Zahl von 1925.

Ahmstorf ist das kleinste der drei ehemaligen Hasenwinkeldörfer, das als Ortsteil von Rennau zur Samtgemeinde Grasleben kam. Es wurde 1160 das erste

Mal urkundlich als 'Amelungsthorpe' erwähnt. Zu dieser Zeit besaß das Kloster St. Ludgeri in Helmstedt grundherrliche Rechte. Weitere Erwähnungen finden wir in Urkunden von 1311 und 1489. Mitte des 18. Jahrhunderts besaßen die von Velt heim auf Beienrode die Grundherrschaft in Ahmstorf.

1897 vergrößerte sich Ahmstorf etwas durch den Kali-Abban in Beienrode (1897-1926). 1905 hatte es 224 Einwohner. Nach Stillegung des Kalischachtes sank diese Zahl aber auf 182 ab und betrug 1939 nur noch 158. Erst der Flüchtlingsstrom ließ die Einwohnerzahl im Jahre 1950 auf 314 ansteigen. Heute liegt sie bei etwa 200.

Im Gegensatz zu Grasleben haben die Hasenwinkeldörfer ihren bäuerlichen Charakter weitgehend bewahrt, wenngleich ein Teil der Bevölkerung nach Wolfsburg und Helmstedt auspendelt.

Der Redaktionsausschuß der Samtgemeinde Grasleben möchte an dieser Stelle all denen danken, die durch ihre Hilfsbereitschaft - sei es durch Bildrnaterial, Hinweise oder Auskünfte - die Zusammenstellung dieser Bilddokumenten möglich gemacht haben.

Rolf Volkmann

1. Mariental-Horst, Alter Wegweiser, im Volksmund auch 'Bärendenkmal' genannt, Der Wegweiser trug früher (Bild) gegossene Metallplatten des 19. Jahrhunderts mit den Kilometerangaben. Auf der Vorderseite: Querenhorst 6,4 km; Vorsfelde 24,4 km und für die Gegenrichtung: Helmstedt 7,1 km. Auf der Rückseite: Grasleben 3,3 km; Weferlingen 6,0 km und für die Gegenrichtung:

Mariental 1,2 km. Die hier von der heutigen Bundesstraße 244 abzweigende Landstraße L 646 führte früher in leichtem Bogen durch die jetzigen Felder und das Bebauungsgebiet Mariental-Horst zur Einmündung des heutigen Rosenhofes. Von da aus ist der alte Straßenverlauf erhalten. Diese Straße nach Weferlingen war für unser Gebiet sehr wichtig, da Grasleben und Mariental bis 1945 wirtschaftlich und kulturell stärker nach Weferlingen als nach Helmstedt orientiert waren. 1937 wurde die Straßenftihrung der L 646 beim Bau des Flugplatzes Mariental so verlegt, wie wir sie heute kennen.

2. Mariental. Die Luftaufnahme zeigt das Klostergut und das Kloster mit umliegenden Gebäuden. Im Vordergrund ist im Kreuzungsbereich der Hauptstraße noch die Klosterschänke mit Saalanbau und Feuerwehrspritzenhaus zu erkennen. Hinter den großdimensionierten Stall- und Hofgebäuden schließt sich der Gutshans- und Klostergebäudekomplex mit Kirche und Klosterinnenhof an. In der linken oberen Ecke des Bildes sehen wir die damalige Schäferei. Ein Teil der ehemaligen Klosterräume wurde im Laufe der Jahre zu Wohn- und Wirtschaftszwecken für den landwirtschaftlichen Gutsbetrieb umgestaltet. In seiner Blütezeit um 1300 waren dem Kloster durch zahlreiche päpstliche, bischöfliche und weltliche Schenkungen mehr als 40 Dörfer und Höfe unterstellt. Das Klostergut zu Mariental Ist heute im Eigentum des Vereinigten Braunschweigischen Kloster- und Studienfonds.

Gruss aus MarienthaI.

K!oster - Schenke oen C. Bischof.

Klostergut.

3. Mariental. Die Oberförsterei hatte ihren Ursprung als Herzogliches Forstamt (Forstamtsbezirk Marienthal) unter ihrer übergeordneten Dienststelle, der Herzoglichen Kammer, Direktion Forsten, zu Braunschweig. Ab dem Jahre 1810 ging die gesamte Verwaltung der Klostergüter an die Herzogliche Kammer Braunschweig. Noch im 18. Jahrhundert gehörten die Marientaler Forsten zum 'District Schöningen' und waren in die drei Regionen Querenhorst, Barmke und Grasleben aufgeteilt. Zwischen 1824 und 1878 entstand der 'Forstdistrikt Barmke', vergleichbar in seiner Größe mit der jetzigen Forstnutzungsfläche. Bis 1896 existierte noch die Dreiteilung der Marientaler Waldungen in die drei Forstreviere Mariental. Barmke und Bahrdorf. Ab 1896 erfolgte dann der Zusammenschluß dieser Reviere zu einem einheitlichen Ganzen, dem 'Forstamtsbezirk Mariental'. Die abgebildete Postkarte wurde im Jahre 1911 geschrieben.

4. Mariental. Dem Betrachter bietet sich die gute Gelegenheit eines 'Zeitvergleichs': Innerhalb nur eines Jahrzehntes vollzog sich der Wandel von der Pferdekutsche zum Automobil, wie diese zweite Postkarte aus dem Jahre 1920 zeigt. Die Klosterschänke, erstmals 1766 auf einem Lageplan des Vermessungsingenieurs Johannes Schüttellöffel als Klosterkrug erwähnt - die Bauzeit liegt etwa 20 Jahre zurück - hatte ihre Bedeutung als Rast- und Ruheort für Mensch und Tier an dem wichtigen Verkehrsknotenpunkt der Straßen von Helmstedt, Mariental und Barmke. Die Schänke gehörte zum Kloster und hat im Laufe der Jahrzehnte viele Pachter erlebt, bis sie im Jahre 1962 einer großzügigeren Straßenfiihrung weichen mußte und abgerissen wurde.

5. Mariental. Aus der Klosterkirche, die von 1138 bis 1146 erbaut wurde, zeigt dieses Bild die Pfeilerbasilika. Dominierend ist hier die charakteristische Durchgestaltung im romanischen Stil, während bereits die Conventräume sowie das Refektorium und die Kreuzgangsüberreste auf den sich langsam durchsetzenden, eigenen Stil der Zisterzienserkunst verweisen, der seinem großräumigen Reform- und Kolonisationsprogramm entsprechend ein durchaus internationales Gepräge zeigt und - oftmals in Verdrängung der lokalen Eigenheiten - für die Ausbreitung der frühen Gotik der Stauferzeit mitgesorgt hat. Die Kirche des Klosters Mariental dient heute dem evangelischen Gottesdienst und wird zur Zeit renoviert.

6. Mariental. Die Marienkapelle, von der wir auf dem Bild nur noch die Ruine sehen, wurde etwa um 1840 abgerissen. Sie befand sich vor dem Klosterkomplex und bildete den Eingang zum Zisterzienserkloster.

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