Samtgemeinde Lamspringe in alten Ansichten

Samtgemeinde Lamspringe in alten Ansichten

Auteur
:   Axel Christoph Kronenberg
Gemeente
:  
Provincie
:  
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6719-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Samtgemeinde Lamspringe in alten Ansichten'

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Einleitung

Der Flecken Lamspringe liegt an dem hier entspringenden Flüsschen Lamme zwischen den geschichtlich bedeutenden Orten, der Bischofsstadt Hildesheim und dem Reichsstift Gandersheim. Er besaß mit seinem einst wohlhabenden und bedeutenden Kloster eine historische Bedeutung, die ihm einen vorderen Platz im mittelalterlichen kirchlichen Machtgefüge schuf. Das Kloster wurde im Iahre 847 von dem sächsischen Grafen Ricdag und seiner Frau Imhildis als Benediktinerinnenkloster gegründet, wie es die Entstehungssage bildreich berichtet. Es war über Jahrhunderte der bestimmende Faktor für den sich um die geistliche Einrichtung entwickelnden Marktflecken Lamspringe, ihm verdankte er seine Gründung, sein Wachsen und seinen kulturgeschichtlichen Platz in der Geschichte Niedersachsens. Lamspringe liegt eingebettet zwischen den Bergen Heber und Hartlah, an einem Pass, durch den im Mittelalter eine bedeutende Handels- und Heerstraße führte. Der Ort wurde aufgrund seiner Lage in der Vergangenheit zum Zankapfel zwischen den regionalen Machthabern, wie besonders die Hildesheimer Stiftsfehde (1519-1523) und der Dreißigjährige Krieg deutlich machten. Diese Kriege brachten dem Kloster und den Bürgern unsägliches Leid, denn die Brände und Plünderungen richteten großen Schaden an den Gebäuden, am Besitz und an den Kunstschätzen an. Das Kloster besaß schon früh umfangreichen Besitz. Der Konvent umfasste in den Blütezeiten bis zu 180 Nonnen. 1259 erhielt das Kloster die Vogteirechte und besaß die meisten Siedlungen der Umgebung. Große Not suchte das Klo-

ster im 14. Jahrhundert heim, als das Land verwüstet wurde und Zehntabgaben und andere Einkünfte nicht mehr einkamen.

In Lamspringe haben sich im Gegensatz zu anderen Klöstern bemerkenswerte mittelalterliche Handschriftenbestände erhalten, von denen 16 vor dem 13. Jahrhundert geschrieben wurden. In der blutigen und verlustreichen Hildesheimer Stiftsfehde, wurde auch Lamspringe schwer heimgesucht. Das Kloster wurde 1521 angezündet und 1522 der gesamte Flecken eingeäschert. Lamspringe kam 1523 mit dem Großen Stift Hildesheim in den Besitz des siegreichen welfischen Fürstentums BraunschweigWolfenbüttel. Von 1542 bis 1547 wurde versucht, den protestantischen Glauben durchzusetzen, doch endgültig setze sich die Reformation mit Auflösung des Klosters aber erst im [ahre 1568 durch.

Mit der Rückgabe des Großen Stiftes Hildesheim im Iahre 1629 an das Bistum Hildesheim kam auch Lamspringe wieder in katholischen Besitz, was zur Neubelebung des Klosters führte. Englische Benediktiner schufen von 1670 bis 1691 eine eindrucksvolle barocke Klosterkirche und bauten bis 1736 die verfallenen Gebäude neu auf. Das neu erwachte Selbstbewusstsein der Bürger aber wurde an zahlreichen Prozessen gegen das Kloster deutlich, die sie meist erfolgreich um die Wiedergewinnung ihrer Rechte führten.

Die im Anfang des 17. Jahrhunderts erlangten Markt-und Bierbraurechte stärkten die wirtschaftliche Entwicklung des Fleckens und der umliegenden Dörfer der heutigen Samtgemeinde, was

zur Entwicklung zahlreicher Handwerksbetriebe führte. Die Maschinenbaufabriken Ehbrecht und Fricke, die Gartenmöbelfabrik Wichmann, die Hannoversche Porzellanfabrik und Metallbau AG, die Stendersche Glashütte und viele andere Unternehmen entstanden neben zahlreichen Harzkäsereien, von denen die meisten überregionale Bedeutung hatten. Besonders die Eröffnung der Eisenbahnlinie nach Gandersheim und Hildesheim im [ahre 1902 stärkte die industrielle Entwicklung. Die veränderten wirtschaftlichen Bedingungen nach dem Zweiten Weltkrieg führten aber dazu, dass viele Betriebe die Tore schließen mussten, was zum Verlust zahlreicher Arbeitsplätze führte. Durch die etwa 1 400 Flüchtlinge aus Schlesien war die Beseitigung der Wohnungsnot und Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten zum drängendsten Problem in den Nachkriegsjahren geworden, das nur langsam bewältigt werden konnte. Neue Baugebiete wurden erschlossen, zahlreiche Neubauten entstanden. Zunächst boten die zahlreichen Betriebe und die Landwirtschaft bis in die 1960er [ahre ausreichendArbeitstellen, die erst mit dem Strukturwandel tiefe Einschnitte hinnehmen mussten.

Der Zusammenschluss der 1 3 Ortschaften Ammenhausen, Evensen, Glashütte, Graste, Harbarnsen, Hornsen, Irmenseul, Lamspringe, Netze, Neuhof, Sehlem, W öllersheim und Woltershausen zur Samtgemeinde Lamspringe von 1965 bis 1974 schuf eine leistungsfähige Verwaltung, die ihren Sitz in den Gebäuden des ehemaligen Klosters hat. Zur Betreuung behinderter Menschen wurden 1971 die 'Lamrnetal- Werkstätten Lamspringe' gegründet, die sich dank moderner Neubauten zum größtenArbeitgeber in Lamspringe und Umgebung entwickelten. Mit der Schaffung des 'Lamspringer Septembers' im [ahre 1989 wurde das kulturelle Angebot erfolgreich erweitert, zu dem 1998 der Skulpturenweg

nach Bad Gandersheim auf der ausgebauten Trasse der ehemaligen Eisenbahn als attraktive Freizeitmöglichkeiten für Radfahrer, Inline-Scater und Wanderer hinzukam.

Die Fotos dieses Bandes sollen bei älteren Bürgern Erinnerungen an das alte Lamspringe und an die Dörfer der Samtgemeinde wecken. Sie sollen auch jungen Menschen zeigen, wie es hier einst in der ersten Hälfte des 20. [ahrhunderts und bis in die 1970er [ahre ausgesehen hat. Die Bilder machen aber auch die Entwicklung des Fleckens zum modernen Einkaufs- und Schulzentrum deutlich, das dank seiner Freizeitangebote in waldreicher Umgebung und seiner ruhigen Lage in Harznähe gute und attraktive Voraussetzungen als Wohn- und Urlaubsgebiet bietet. Den Dörfern gelang es, bei dem unaufhaltsamen Strukturwandel, ihre Eigenarten zu bewahren und ihren Bürgern das Heimatgefühl zu erhalten.

Ich sage herzlichen Dank den vielen Bürgern Lamspringes und der Dörfer, die mir geholfen haben, mit ihren Fotos und ihren Kenntnissen über die Entwicklung der Gemeinden, dieses Buch zu erarbeiten.

Axel Christoph Kronenberg

1. Das Wappen der Samtgemeinde Lamspringe zeigt fünf kreuzförmig angeordnete Blätter, die die fünf Mitgliedsgemeinden Neuhof, Harbarnsen, Lamspringe, Sehlem und Woltershausen repräsentieren. Die roten Blätter auf goldenem Untergrund erinnern mit ihren beiden Farben an die frühere Zugehörigkeit zum Bistum Hildesheim, aber auch an den ehemaligen Landkreis Alfeld. Es wurde im Iahre 1989 neu eingeführt. Das Wappen des Fleckens Lamspringe wurde am 16. [anuar 1939 neu verliehen. In Anlehnung an das alte Wappen des Fleckens mit dem springende Lamm, das dieser 1659 dem Kloster abtreten musste, zeigt das neue Wappen in Rot auf grünem Boden ein springendes Lamm, darüber in der linken Schildecke eine goldene Hopfenranke mit silbernem Blatt und goldenem Fruchtzapfen. Von 1659 bis 1930 führte die Fleckenverwaltung kein Wappen mehr, sondern als Gemeindesymbol nur ein Briefzeichen mit der fruchttragenden Hopfenranke. Das Kloster hatte von 1659 bis zu seiner Auflösung im [ahre 1803 das springende Lamm mit dem Abtstab als Klosterwappen.

2. Lumspringe. Das Luftbild des Fleckens zeigt aus südlicher Richtung den langgestreckten Flecken zwischen Hartlah und Heber mit der noch vollständig erhaltenen Anlage des bedeutenden ehemaligen Benediktinerklosters. Die barocke Klosterkirche entstand zwischen 1670 und 1691 nach der Neubelebung durch englische Benediktiner im Iahre 1643. Die anderen Abtei- und Wirtschaftsgebäude wurden zwischen 1 73 1 und 1 736 auf den Resten des alten Nonnenklosters 1692 fertig gestellt. Links im Bild ist die im [ahre 1691 erbaute evangelische Sophienkirche zu sehen. Noch fehlen die ab 1971 am nördlichen Ortsausgang entstehenden bedeutenden 'Lammetal- Werkstätten Lamspringe', in denen behinderte Menschen beschäftigt und betreut werden. Aufnahme um 1960.

3. Lamspringe. Die Kreuzung der von Rhüden kommenden Straße mit der Hauptstraße wurde im [ahre 1961 völlig umgestaltet, als der stark angewachsene Straßenverkehr Baumaßnahmen erforderte, die das Ortsbild des Fleckens erheblich veränderten. Die Linden wurden gefällt, die Straße wurde erheblich verbreitert und die Klostergartenmauer zurückgesetzt und niedriger wieder aufgebaut. Das Foto zeigt die alte noch gepflasterte Hauptstraße und die Kreuzung bei der Schmiede Bleckmann (rechts) vor der Neugestaltung mit der Klosterkirche im Hintergrund. Noch ist die Mauer des alten Klostergartens im Kreuzungsbereich verschlossen; im [ahre 1984 wurde hier ein Zugang für Besucher des 'Bürgerparks' geschaffen. Aufnahme um 1960.

4. Lumspringe. Das Luftbild zeigt die 1961 neugestaltete Kreuzung Hauptstraße - Am Wasserwerk, die im Zuge des Autobahnzubringerbaues erweitert werden musste. Die Klostergartenmauer wurde versetzt und niedriger wieder aufgebaut. Hinter der Mauer wurde ein Ruheplatz mit einer kleinen Rasenf1äche und Sitzbänken angelegt. Die Schmiede Bleckmann gegenüber dem Klostergarten wurde von Schmiedemeister August Bleckmann und seiner Frau Minna, geb. Rasche, 1920 vom Mittelflecken an ihren jetzigen Platz verlegt. Die Schmiede war im linken Haus neben dem Stallgebäude und dem Wohnhaus (1796 erbaut) untergebracht. Der Fachwerkschuppen, 1880 nach einem Brand neu erbaut, musste im [ahre 1985/86 einem Garagenneubau weichen. Das kleine Wohnhaus an der Bergstraße (links oben) wurde 1974 mit demAnbau abgerissen. Im Iahre 1984 wurde im Rahmen einer neuesVerkehrskonzepts für den Flecken erneut mit dem Umbau der Kreuzung begonnen. Aufnahme um 1962.

S. Lumspringe. Am 1. Oktober 1902 wurde nach zweijähriger Bauzeit die eingleisige Strecke von Gandersheim über Lamspringe nach Bodenburg und Großdüngen in Betrieb genommen. Vorausgegangen waren intensive Bemühungen des Lamspringer Bürgermeisters August Philipp um den Eisenbahnanschluss des Fleckens an das deutsche Eisenbahnnetz. Am 27. September 1975 wurde der Personenverkehr, der Güterverkehr mit überwiegend landwirtschaftlichen Transporten erst am 29. Mai 1994, eingestellt. Die Strecke wurde von Bad Gandersheim bis Bodenburg vollständig abgebaut. Der BahnhofLamspringe wurde abgerissen, das Gelände verkauft. Heute stehen nur noch Reste der alten Güterabfertigungshalle. Im [ahre 1998 wurde auf der ehemaligen Trasse von Bad Gandersheim nach Lamspringe der Skulpturenweg angelegt und als Freizeitweg für Radfahrer, Wanderer und Inline-Scater eröffnet. Das Foto zeigt eine Rangierlokomotive und die Bahnbeamten (von links) RolfBrahtz auf der Lok, Theo Webermacher und Rudolf Schlei vor dem Bahnhofsgebäude. Der letzte Vorsteher des Bahnhofs Lamspringe war bis 28. Februar 1972 Gerhard Brahtz. Aufnahme 1960.

6. Lumspringe. In den 19S0er [ahren entstand am Heberberg ein neues Wohngebiet, die Straßen Hermann-Löns-Straße, Kantstraße, Wilhelm-Busch-Straße usw. mit ihren für die damalige Zeit zweckmäßig gebauten Einfamilienhäusern wurden gebaut, um der Wohnungsnot in Lamspringe abzuhelfen. Ab 1936 war bereits die Kallenbergsiedlung oberhalb des [ahnplatzes entstanden. Die Bebauung des Heberberges wurdeAnfang der 1970er fortgesetzt. Das Foto zeigt die Baumaßnahmen im Iahre 1974 bei der Anlage eines Parkplatzes und bei der Fertigstellung der StraßeAm Heber. Das Haus von Familie Haars (rechts) wurde als eines der ersten Häuser 1972 fertig gestellt. Der noch leere Platz hinter dem Lastkraftwagen wurde später durch den Lamspringer Arzt Dr. Tabache bebaut. Aufnahme 1974.

7. Lamspringe. Nach dem Ende des Polenfeldzuges wurde die aus dem Burgenland stammende österreichische 44. Infanteriedivision in den Raum südlich Hildesheims verlegt, um sich hier von den Verlusten zu erholen und auf den nächsten Einsatz vorzubereiten. Soldaten der 1. Abteilung des Artillerieregiments 97 wurden mehrheitlich in Bürgerquartieren in Lamspringe und Umgebung untergebracht. In dieser Zeit entstanden auch Freundschaften, ja Ehen, zwischen den österreichischen Soldaten und Lamspringer Bürgern. Die Soldaten erlebten noch gute Tage von November 1939 bis Mai 1940 in Lamspringe, bis sie nach Westen abrücken mussten, um am Krieg gegen Frankreich (Beginn 10. Mai 1940) und anschließend gegen die Sowjetunion teilzunehmen. Die Division wurde Ende 1942 in Stalingrad völlig vernichtet. Das Foto zeigt die österreichischen Soldaten am 13. Mai 1940 im Zentrum Lamspringes kurz vor dem Abmarsch.

8. Lumspringe. Der ehemalige Klostergarten mit der angrenzenden mächtigen barocken Klosterkirche (erbaut 1670-1691) diente nach der Auflösung des Klosters im Iahre 1803 dem Gutspächter als Obst- und Gemüsegarten. Das frühe Foto zeigt unten vor dem Wirtschaftsgebäude (1968 abgerissen) neben den hochragenden Fichten die alte Klostermühle, deren großes Holzrad durch das Wasser der im Klostergarten entspringenden Lamme angetrieben wurde. Links steht der alte hölzerne Glockenturm, rechts ist die evangelische Kirche mit zahlreichen Fleckengebäuden zu sehen. Heute dient das malerische umgebaute kleine Mühlengebäude Künstlern als Atelier, die in den Sommermonaten als Stipendiaten vor den Augen interessierter Lamspringer Bürger ihre Arbeiten hier fertig stellen. Aufnahme 1890.

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