Sangerhausen in alten Ansichten

Sangerhausen in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Karl-Heinz Dechow
Gemeente
:   Sangerhausen
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5193-1
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Sangerhausen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Wie schön ist es, eine Heimat zu haben, eine Heimat, mit der man durch Geburt, Erinnerungen und Liebe verwachsen ist.

Die Kreisstadt Sangerhausen liegt im Bundesland Sachsen-Anhalt, am Nordostrand der Goldenen Aue, am Südfuß des Unterharzes. Sangerhausen ist, wie alle deutschen Städte, aus einer dörflichen Anlage hervorgegangen, die sich wiederum aus vorgeschichtlichen Siedlungen entwiekelt hat. Die älteste datierte Urkunde trägt das Datum vom 4.10.991, jedoch wurde der Ort Sangirhusen schon im Codex Eberhardi des Klosters Fulda (um 790) und im Hersfelder Zehntregister (um 840) erwähnt.

Das älteste Bauwerk Sangerhausens, den romanischen, kreuzförmig gewölbten Basilikabau der Ulrichkirche, ließ Ludwig 11. (Ludwig der Springer) 1116-1123 unter Aufsicht des von ihm gegründeten Klosters Reinhardsbrunn erbauen.

Mit der Errichtung von Stadtmauern, der Verabschiedung einer Stadtverfassung, einem Rat und einem Rathaus auf dem Marktplatz wurde Sangerhausen um 1260 zur Stadt erhoben. Da keine Urkunde über dieses Ereignis erhalten blieb, läßt sich kein genauerer Zeitpunkt benennen. Das Alte Schloß und die Stadtmauer werden 1263 erstmalig genannt.

Durch den Abbau von Kupfer und Silber und die Einrichtung einer Münzstätte im Jahre 1391, gewann Sangerhausen am Ende des 14. Jahrhunderts eine Bedeutung, die es mit der Bergstadt Freiberg auf eine Stufe stellte. Mit der Entwicklung des Bergbaus entstanden auch verschiedene Gewerbe. Schon im 14. Jahrhundert gab es Innungen der Schuhmacher, Lohgerber, der Wollweber und Kaufleute.

Ausdruck der Leistungsfáhigkeit der Stadt Sangerhausen sind die von 1505 bis 1519 an Herzog Georg den Bärtigen von Sachsen geleisteten Vorschüsse in Höhe von 18 521 Gulden, die man als sächsische Staatsschuld 1836 teilweise zurückerhalten hat.

Die Zeit des Bauernkrieges ist auch am 1208 gegründeten Augustinerkloster nicht spurlos vorübergegangen, jedoch war es erst nach dem Tod Herzog Georgs im Jahre 1539 möglich, die Reformation in Sangerhausen einzuführen. Sangerhausen gehört zu den wenigen Städten, die schon früh eine Wasserleitung gehabt haben. 1532 legte man den Röhrgraben an, der die 1452 gegrabenen drei Riestedter Teiche mit Wasser aus der Pfaffenfahrt bei Emseloh versorgte. Dieses Wasser floß zu den verschiedenen Archen im Stadtgebiet (Markt, Kornmarkt, Brauhäuser usw.).

Die verhältnismäßig gute Entwicklung der Stadt

bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, daß es immer wieder Rückschläge und unerwünschte Erscheinungen durch Stadtbrände (1431, 1604), Pestjahre (z.B. 1565, 1598, 1682) Kriegsfolgen (z.B. Dreißigjähriger Krieg, Siebenjähriger Krieg) gab, von denen sich die Stadt recht schwer erholte. Das nach dem Stadtbrand von 1431 errichtete Rathaus mit einer interessanten Dachkonstruktion ist als ein Wahrzeichen der Stadt heute noch zu besichtigen.

Die Zeit von 1880 bis 1930 ist auch in Sangerhausen, wie in vielen anderen Städten, gekennzeichnet durch die zunehmende Industrialisierung. War es früher nur der Bergbau, wo mehrere Menschen an einem Ort beschäftigt waren, so entstand in dieser Zeit eine Vielzahl von Betrieben, die den Rahmen des sonst üblichen Familienbetriebes sprengten (z.B. Machinenfabrik, Feilenfabrik, Fahrradwerke). Günstig auf die Entwicklung der Stadt wirkte sich ihre Lage als Knotenpunkt der Eisenbahnstrecken Halle-Kassel, Berlin-Frankfurt und Magdeburg-Erfurt aus.

In diese Zeit fällt die Gründung zahlreicher Vereine, die sich um das Leben der Stadt verdient gemacht haben. Unter aktiver Mitwirkung der Mitglieder des Verschönerungsvereins wurde das Rosarium des Vereins deutscher Rosenfreunde im Jahre 1903 in Sangerhausen eröffnet. Der Verein

für Geschichte und Naturwissenschaft von Sangerhausen und Umgebung hatte am Anfang des Jahrhunderts seine Blütezeit, er widmete sich vor allem der Erforschung und Verbreitung heimatgeschichtlicher Erkenntnisse. Es existierten Sportvereine, Vergnügungsvereine, politische Vereine.

Es ist aber auch die Zeit des Ersten Weltkrieges, wo Sangerhausen 360 gefallene Söhne zu beklagen hat und vielfältige Folgen für den Alltag, wie z.B. Lebensmittelmangel, Geldmangel, Kohleknappheit, Kleidungsmangel, Wohnungsnot und Inflation zu spüren waren.

Die Stadt Sangerhausen hatte im Jahre 1929 11 937 Einwohner, für die es unter anderem 10 praktizierende Ärzte, 2 Automobilhändler, 29 Bäcker, 9 Dachdecker, 25 Fleischer, 41 Hotels, Gast- und Logierhäuser, Schankwirtschaften, 2 Klavierstimmer, 3 photographische Anstalten und 23 selbständig arbeitende Schuhmacher gab.

Mit diesem Bildband möchten wir Sie mit der Vergangenheit unserer Stadt bekanntmachen und würden uns freuen, wenn Sie auch die Gegenwart Sangerhausens erkunden.

1. Friedrich Schmidt ist der Historiker der Stadt Sangerhausen. Er wurde am 17. Januar 1862 geboren und starb am 4. Oktober 1933. Seine erste Anstellung als zweiter Lehrer erhielt er am 1. April 1882 an der dreiklassigen Dorfschule in Riethnordhausen. Am 1. Oktober 1890 wurde er an die Stadtschule nach Sangerhausen versetzt. Hier war er als Lehrer, zuletzt als Konrektor, bis zum 1. April 1926 tätig. Seit 1890 arbeitete er an der 'Geschichte der Stadt Sangerhausen' , die 1906 vom Magistrat in zwei Bänden herausgegeben wurde. 1930 wurde er von der 'Akademie gemeinnütziger Wissenschaften' zu Erfurt zum Korrespondierendem Mitglied ernannt. Außerdem war er noch als Bibliothekar und Museumsverwalter des 'Vereins für Geschichte und Naturwissenschaft für Sangerhausen und Umgegend' tätig.

SANGERHAUSEN.

2. 'Wasserschöpfende Jungfrau' von Arnold Künne, Berlin , im Rosarium um 1910. Im Jahre 1897 wird auf der Tagung des Vereins Deutscher Rosenfreunde in FrankfurtJMain vorgeschlagen, ein Vereinsrosarium zu schaffen. Ein Jahr später, 1898, bot der Amateurrosengärtner Albert Hoffmann, ehemals Kaufrnann, später Rentier, dem VDR auf der Jahreshauptversammlung in Gotha an , ein Gelände in Sangerhausen als Vereinsrosarium einzurichten. Es war das ehemalige Stadtparkgelände um die drei Teiche. Der Vorschlag wurde angenommen! Die anderen Bewerbestädte , nämlich Erfurt, Frankfurt/ M. und Görlitz, konnten kein geeignetes Gelände anbieten.

Sangerhausen.

Rosarium

3. Im Rosarium um 1910. Zu den Gründern des Verschönerungsvereins in Sangerhausen gehörten: Arendt, Fritze, Gnau, Hammermann, Albert Hoffmann, Lebing, H.F. Müller, Schnitzer und Witsche!. Am 23. April 1901 schlossen die Stadt und der Verschönerungsverein einen Vertrag wegen Überlassung des Geländes auf 25 Jahre. Der Gärtner Richard Vogel wird als Rosenspezialist von FrankfurtlMain für das hiesige Rosarium gewonnen. So verbünden sich Fachmann und Wissenschaftler (Ewald Gnau) miteinander.

4. Die Einweihungsfeier des Rosariums. Auf dem Foto sind die Mitglieder des Verschönerungsvereins, der im Dezember 1896 gegründet wurde, mit Gästen im Rosarium. Am 3. Juli 1903 wurde es, sechs Morgen groß, zum Kongreß Deutscher Rosenfreunde, der vom 3. bis 5. Juli in Sangerhausen tagte, eröffnet. Diese Fläche reichte aber bald nicht mehr aus, denn über seine ursprüngliche Aufgabe, die alten Rosensorten in ihm zu vereinigen, wuchs das Rosarium sehr schnell hinaus, und man sammelte auch die neuen und neuesten Sorten. Hinzu kamen hunderte Arten von Wildrosen. Die Anlage wurde deshalb bald um etwa 3,5 Hektar erweitert und 1914 konnte es nochmals beträchtlich ausgedehnt werden. (x = Bürgermeister Knobloch.)

5. Professor Ewald Gnau wurde am 1. März 1853 in Hückeswagen (Rheinland) als Sohn eines Kutschers geboren. Durch ein Stipendium konnte er Mathematik und Naturwissenschaft studieren. Seit 1884 lehrte er am hiesigen Gymnasium. Von 1889 bis 1890 unterbrach er den Schuldienst, um am Hygienischen Institut in Berlin unter Virchow und Robert Koch Schulhygiene zu studieren. Er war der Verfasser vieler wissenschaftlicher Aufsätze. In Sangerhausen gründete er eine Fortbildungsschule, welche er auch ehrenamtlich leitete. Mit Albert Hoffmann war er der Begründer des Rosariums, um das er sich große Verdienste erwarb. Auch war er der Herausgeber der 'Rosenzeitung' . Er starb 1943.

6. Am Eingang zum Rosarium um 1910. Im Jahre 1885 erschien die .erste Rosenzeitung und vier Jahre später von François Crépin die 'Einteilung der Rosen'. Als 1909 die Jahreshauptversammlung des Vereins Deutscher Rosenfreunde in Sangerhausen stattfand, konnte man die Wildrosen, nach dem Crépinschen System geordnet, an den Parkrändern bewundern. Später ermöglichten private Stiftungen den Ankaufvon Erweiterungsgelände, wo Plastiken und seltene Gehölze ihren Platz fanden.

7. Herme der Kaiserin Auguste Viktoria. Auf einem Steinpostament und Granitsockel erhebt sich die 2,45 Meter hohe, aus einem Block gemeißelte Herme aus weißem Marmor. Die Büste ist knapp eineinhalbfach lebensgroß. An der Vorderseite ist unter der Reichskrone die Inschrift: 'Auguste Victoria, deutsche Kaiserin, Protektorin des Vereins deutscher Rosenfreunde' und unten am Sockel: 'Errichtet zum 25jährigem Regierungsjubiläum am 15. Juni 1913.'

8. Aussichtsturm an der Nordseite des Rosariums um 1920. Das Rosarium entwickelte sich aus dem Stadtpark, der 1897/98 an den drei Riestedter Teichen angelegt wurde. Diese Teiche wurden 1452 zur Wasserversorgung der Stadt gegraben.

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