Sankt Mauritz in alten Ansichten

Sankt Mauritz in alten Ansichten

Auteur
:   Gottfried Schäfers
Gemeente
:   Sankt Mauritz
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5340-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Sankt Mauritz in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

9. Das Café-Restaurant und Tanzlokal 'Bürgergarten' befand sich Warendorfer Straße 25, also gegenüber den Gebäuden der Provinzial-Versicherungen. Der Eindruck hier täuscht natürlich, weil der Fotograf offensichtlich eine ruhige Zeit vor dem Ansturm der Gäste ausgesucht hat, um dieses Bild zu machen. Alte Mauritzer berichten, daß es hier, relativ nah an der Stadt, sommertags immer proppenvoll war. Ganz im Hintergrund. vor der Gartentür , ist der Oberkellner des Hauses zu sehen.

10. Wohlhabene Bürger, und deren gab es nicht wenige auf Sankt Mauritz, mieteten sich zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten, Kindtaufen oder Beerdigungen einen Lohndiener , der mit dazu beitrug, daß die Familienfeiern entsprechend würdig und prunkvoll abliefen. Einer dieser Lohndiener war Johann Heinrich Gräffker, geboren am 27. Juni 1854, gestorben am 18. August 1913, hier in seiner feinen Livree. Seinen größten Auftritt hatte er übrigens beim Besuch des deutschen Kaisers, 1907, als er bei dem Festakt im münsterschen Schloß eingesetzt war, wie von der Familie noch heute erzählt wird.

11. Im Hause Warendorfer Straße 27 lagen Geschäft und Werkstatt des Uhrmachers Wilhelm Kuhlrnann, der gleichzeitig als kaiserlicher Postagent ein Postamt unterhielt, unschwer an dem Schild mit dem kaiserlichen Wappen zu erkennen. Als Wilhelm Kuhlmann am 12. Oktober 1897 starb, wurde seine Witwe als Postagentin angenommen und hatte 'als solche die Pflichten und Rechte eines Reichsbeamten' . Schmunzeln läßt uns wohl auch heute noch der kleine Mann in Uniform, der zielstrebig seinen Weg geht, möglicherweise nach Berlin ...

~'üns~er i. W., Warendo/ferslraör

12. Die Warendorfer Straße in Höhe von Linnenbrinks Garten, der auf der rechten Seite lag. Links die Einmündung der Overbergstraße. Im Eckhaus, Nummer 55, gab es das Zigarrengeschäft Bausch, hier befand sich auch die Buchdruckerei von Heinrich Kleimann; im Haus daneben mit dem tief heruntergezogenen Dach, Nummer 57, waren 1917 die Gernüse- und Obsthandlung Terstegg, ein Schumacher Terstegge und die Klempnerei Heinrich Wolters ansässig.

13. Als das Schnäpschen noch fünf Pfennige kostete, stand Linnenbrinks Garten an der Warendorfer Straße 30, gegenüber der Einmündung der Overbergstraße. Hier fanden im Sommer die vielbeachteten Konzerte der Dreizehner-Kapelle unter Theodor Grawert statt. Hierzu schrieb die Lehrerin Elisabeth Surholt: 'Etwas Schöneres gab es nicht. Friedenszeit, glückliche Menschen im Garten, schmetternde Musik der Alten Dreizehner unter ihrem Dirigenten Gravert. Glückliche Menschen, die draußen promenierten und den Klängen lauschten, dazu ein Sommerabend, wie es heute keinen mehr gibt. Ja, das muß man erlebt haben!'

14. Von der Straße bot die Kaffeewirtschaft Linnenbrinks Garten einen anderen Anblick. Ihr Besitzer "Türk' Zurstraßen, eigentlich Adolf Zurstraßen, ist den Münsteranern in bleibender Erinnerung geblieben. Er war knorrig und erdverbunden wie die alten Kastanienbäume in seinem Garten, bei ihm trafen sich die Honoratioren der Stadt in einem besonderen Stübchen. Und wenn er in die 'Elektrische' stieg, mit deren Schaffnern er sich so gut verstand, daß sie stoppte, wenn er nur den Handstock hochhob, bekam die einen erheblichen seitlichen Neigungswinkel - was kein Wunder war bei seinem Gewicht von 280Pfund.

."tin· er i. :V .. - Partie ar. der \ arcndortcrstra se.

c. ''':.'':

15. Noch vor Linnenbrinks Garten, an der Ecke von Warendorfer Straße und Rudolfstraße lag diese hübsche Grünanlage mit dem dekorativen Brulmen mittendrin. Viele alte Mauritzer werden sich aber auch daran erinnern, daß sie oder ihre Freunde hier Gras und Löwenzahn als Kaninchenfutter gerupft haben, in einer Zeit, als die Sorge um die täglichen Mahlzeiten noch einen großen Teil im Denken der Menschen ausmachte. Gegenüber der Grünanlage ist die Einmündung der Gereonstraße zu sehen.

16. Ein besonderes Ereignis war der Besuch des Luftschiffs 'Graf Zeppelin' in Münster am 16. August 1931. Hier schwebt es über die Warendorfer Straße in Höhe der Häuser 59 und 61. Im Haus mit der Nummer 59 gab es die Textilhandlung Ahlene. Hier wohnte auch der Lehrer lans Wibbelt, der wegen seines langen, weißen Bartes bekannt war. Er gehörte zu den Stammgästen in der Wirtschaft Frönd. Eines Abends wurde er mit einem neuen jungen Kollegen bekannt gemacht. Er guckte ihn kritisch an: 'Segg äs, büs du denn auck in'n katholsken Lährerverein?' Als das verneint wurde , meinte lans Wibbelt: 'Segg äs, häss du mi dao'n Luthersken anschlört?' - Im Haus Nummer 61 waren das Café Meyer und der Frisör Börding, als Mieter sind verzeichnet Kruse und Tüten.

Wer endorf er s t rasse.

17. Kennen Sie hier auch unsere Villa noch? Es grüßt nochmals Ihre Maria. Das Beschreiben der Vorderseite von Ansichtskarten war lange Zeit üblich, weil nach einer alten Postordnung die Rückseite nur die Anschrift. den Absender und die Briefmarken aufnehmen durfte. Hier ist links das Haus Warendorfer Straße 67/69 zu sehen; es gehörte Johannes Meyring (Tuchfabriklager, Tuchversand en gros, Fernsprecher Nr. 927). Daran schließen sich an Nr. 71: Laerberg, Austermann (Porträtmaler), Dr. Bradt, Struwe (Richter); Nr. 73: Berentelg, Schonlau; Nr. 75: Geheimer Reg. Rat Pirsch; Nr. 77: Von Hausen. Auf der rechten Straßenseite liegt Linnenbrinks Garten.

18. An der Warendorfer Straße 34 lag die Gaststätte 'Peter in der Fremde'. Der Wirt war Peter Köchling, und er hatte den Namen für sein Haus gewählt, weil es seinerzeit für die Münsteraner so weit draußen lag, also sozusagen in der Frernde. Auch hier gab es respektable Starnmgäste, die sich dann, wenn sie anderweitig verhindert waren, abends einen halben oder einen ganzen Liter 'Mönstersk Aolt' von Sohn oder Tochter nach Hause holen ließen. Damals wurde lange und immer wieder neu darüber debattiert. wer das beste Altbier habe. Es gab öffentliche Erklärungen dazu und Probetrinken.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Algemene voorwaarden | Algemene verkoopvoorwaarden | © 2009 - 2022 Uitgeverij Europese Bibliotheek