Sankt Mauritz in alten Ansichten

Sankt Mauritz in alten Ansichten

Auteur
:   Gottfried Schäfers
Gemeente
:   Sankt Mauritz
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5340-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Sankt Mauritz in alten Ansichten'

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39. Von den Pfarrern, die sich um Sankt Mauritz verdient gemacht haben, ist Stadtdechant Carl Berghaus noch allseits bekannt. Er wirkte hier von 1932 bis 1963. führte Pfarre und Stadt Münster durch die schweren Jahre des Nationalsozialismus hindurch, er erbaute Pfarrbibliothek und Pfarrbüro sowie 1938 die St.-Konrad-Kirche rnit Pfarrhaus. Weltweite Erfahrung und sicheres Urteil, Fähigkeit zum Dialog und Kontaktfreudigkeit zeichneten ihn aus. Er war eifrig in der Verwaltung des Bußsakramentes, in der Predigt und in der würdigcn Form des Gottesdienstes. Hier ist er rnit einem Teil der Pfarrjugend zu sehen, 1955, anläßlich eines Lagers bei einem Bauern, mitten darunter Maxfritz Hüfter mit dern Akkordeon.

40. Mehr oder weniger einmalig waren wohl die 'Tempeljungfrauen' auf Sankt Mauritz. Es ist nicht bekannt, daß es so eine Vereinigung in einer anderen Pfarre gab. Sie hatten für die Erhaltung, Erneuerung und Neubeschaffung der Paramente, der kirchlichen Gewänder, zu sorgen, sie mußten das Gotteshaus säubern und pflegen. Drüksken, die Köchin, Elise, die Näherin, Truta, die Gärtnerin, und Katrin, das Kuhstallwicht, wohnten in dem Haus neben dem Pastorat. Sie trugen einheitliche Kleidung: ein gestricktes Wollmützchen, das nur das Gesicht frei ließ, und über den dunklen Kleidern mit der Schürze ein Krägelchen, das bis zu den Ellenbogen reichte. Sie ernährten sich aus dem eigenen Garten und hatten auch eine Kuh, deren Milch sie verkauften.

41. Im Nordosten der Immunität von Sankt Mauritz lag die alte Dechanei. Es war die zweite Kurie neben der Propstei, 1632 wurde sie wahrscheinlich umgebaut. Einen erneuten Umbau nahm der Kanoniker H. thom Nienhues auf eigene Kosten vor, er erhielt dafür ein lebenslanges Wohnrecht. Ende des 18. Jahrhunderts bekam die alte Dechanei ihr neues Äußeres mit einern unterkellerten Steinwerk und vorspringendem Fachwerkobergeschoß und Walmdach, an das sich rechtwinklig ein einstöckiges Gebäude anschloß.

42. Ganz lange Lausbubcngeschichten würden sie zu erzählen haben, kämen sie heute zusarnmen, entsprechend verschrnitzt und hintergründig lächeln sie in die Kamera; sie sind offen für die Welt, die vor ihnen liegt: Meßdiener des Jahres 1936 der Mauritzpfarre. Damals war Carl Berghans der Pfarrer der Gemeinde. Ihm lag die würdige Feier des Gottesdienstes besonders am Herzen. und dazu waren im Charakter offene und ehrliche Jungen vonnöten, die nicht nur das Confiteor auswendig herunterrasseln konnten.

43. Am Prozessionsweg 15 stand das Haus des Schneidermeisters August Käuper, der 1864 auf Sankt Mauritz geboren wurde und zusammen mit seiner Frau Maria sieben Kinder hatte. Sein Haus mit der in christlicher Tradition fest verwurzelten Inschrift 'Ora et labora' wurde 1895 errichtet und war den meisten Mauritzern gut bekannt, führte doch für viele von ihnen der sonntägliche Kirchweg hier vorbei. Zu dem Haus gehörte ein großer Garten, der von der Mutter unter Mithilfe der Kinder versorgt wurde. Samstags war es üblich, daß die Wege geharkt wurden, die danach als erstes nur von dem Vater betreten werden durften.

44. In seiner Schneiderwerkstatt war August Käuper ein gefragter Meister. Seine Kunden kamen von weit her. Zu ihnen gehörte etwa der Landwirt Anton Dütting am Schiffahrter Damm, der Maurer Anton Kimmina an der Warendorfer Straße , Mariechen Wiesrecker, Von-der-Tinnen-Straße , der Gärtner Louis Fröhling an der Ecke Skagerakstraße/Niesertstraße , der Richter Ernst Schürmann an der Fürstenbergstraße. Die drei Jungen des Gärtners Siebeneck aus dem Bereich der jetzigen Dyckburgstraße, Anton, WilheJm nnd Eberhard, alle unverheiratet, ließen sich in jedem Jahr zu Ostern einen neuen Anzug aus echtem englischen Tuch schneidern.

45. Zum Ausruhen und Entspannen kam ein selbständiger Schneidermeister wie August Käuper nur am Sonntag. Neben den mithelfenden Familienangehörigen waren zwei Gesellen beschäftigt. Die Woche hatte sechs harte Arbeitstage, die jeweils um sieben Uhr mit einem Kaffee begannen, um neun Uhr gab es Frühstück, um halbeins Mittagessen, um halbsieben Abendessen. Erst danach gab es eine freie Zeit. Ganz anders der Sonntag. Da ging es morgens zum Hochamt, in die von den 'Ternpeljungfrauen' geschrubbte Mauritzkirche. Am Sonntagnachmittag hatte die Familie endlich auch Zeit zu einem gemeinsamen Ausflug, etwa in die rundumliegenden Kaffeegärten.

46. Die Familie August Käuper 1915 bei einem Sonntagsausflug ins Grüne. Bei den drei schmucken Soldaten handelt es sich offensichtlich um Verehrer der Mädchen. Ansonsten sind auf dem mil Bedacht arrangierten Foto (von links) zu sehen: die Töchter Clärchen und Martha, der Schneidermeister August Käuper mil dem kleinen Paul, die Tochter Anna, der Sohn Clemens, ein Geselle mil Strohhut, die Töchter Maria und Adele. Von Clärchen ist noch zu berichten, daß sie als Kind blind war und erst nach einer Operation durch Doktor Plange von der Piusallee wieder sehen konnte.

47. Mutter Maria Käuper mit ihren beiden Söhnen Paul (links) und C1emens vor der mit Efeu bewachsenen Laube im hinteren Teil des Gartens am Prozessionsweg 15. Natürlich ist auch dies ein Sonntagsbild, zu erkennen an den feinen Anzügen der Jungen, der von Clemens umgebundenen Krawatte und den im Schoß ruhenden Händen der Mutter. Typisch für die damalige Zeit auch das schlichte schwarze Kleid der Mutter. Ihre würdevolle Haltung und das milde Lächeln sprechen für sich.

48. Die Arbeit im Garten ist getan, könnte der Kommentar zu diesem Bild lauten. Es ist aber auch möglicherweise ein Posieren vor der Kamera mit anderer, interessanter Kulisse , vom Fotografen ausgedacht. In der Schubkarre sitzt Clemens Käuper. Die Sense , die er in den Händen hält, scheint ein wenig zu groß für ihn zu sein. Dahinter stehen (von links): Gerhard Schoo, ein Geselle , Paul Paschke , Johannes Paschke und Maria Käuper.

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