Sankt Mauritz in alten Ansichten

Sankt Mauritz in alten Ansichten

Auteur
:   Gottfried Schäfers
Gemeente
:   Sankt Mauritz
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5340-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Sankt Mauritz in alten Ansichten'

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59. Zu der sogenannten guten alten Zeit gehörten die Gaslaternen an den Straßen. Hier ist links im Vordergrund eine von ihnen zu sehen. Abend für Abend kam der Laternenmann mit seiner Leiter und zündete sie an. 'Einerseits war er ein Freund unserer Kindheit', meint Elisabeth Surholt, 'aber andererseits hatte sein Kommen für uns unliebsame Folgen. Sobald er auf der Straße zu sehen war, hatten Spiel und frohes Treiben draußen ein Ende.' In dem Haus Nummer 98 mit dem Türrnchen an der Ecke zur Dechaneistraße gab es 1917: Kraus, Kurzwaren, und Lechtreck, Kolonialwaren.

60. Gegenüber der Einmündung der Dechaneistraße lag das Haus Warendorfer Straße 129 des Bildhauers Carl Schürmann, immerhin 1875 erstmals erwähnt, also einer der ersten Handwerksbetriebe im damals jungen Stadtviertel Sankt Mauritz. Das Haus selbst mit dem repräsentativen Eingang, in den der Fotograf wie zufällig zwei 'Weibspersonen' steilte, wirkt kunstvoll auf den heutigen Betrachter. Der Bildhauer Carl Schürmann hat sowohl zum Figurenschmuck der Mauritzkirche beigetragen als auch zahlreiche Grabdenkmäler auf dem Mauritzfriedhof geschaffen.

61. Der Bildhauerfamilie Schürmann von der Warendorfer Straße entstammte auch einer der berühmtesten Radrennfahrer Münsters. Carl Schürmann tat sich hervor bei internationalen Rennen, vor allem aber als Lokalmatador auf der Radrennbahn .in Blitzdorf, auf Mauritzer Gebiet, zwischen Warendorfer Straße, Schiffahrter Damm und Dortmund-Ems-Kanal. Die Radrennbahn, 1898 erbaut vom 'RadsportkJub Schwalbe 1895', 400 Meter lang, war Schauplatz bedeutender Rennen und Anziehungspunkt für die Jugend wie für die Alten der gesamten Stadt Münster.

62. Münster war zu einer Hochburg des Radrennsports geworden. An der Gaststätte 'Zur Sportbahn', Emsstraße 54, deren Haus bereits 1887 errichtet und inzwischen mehrfach umgebaut wurde, war Start und Ziel. Der damalige Wirt, Hermann Grothues, der Vater der späteren Inhaberin Gertrud Marek , war ebenso wie sein Bruder Willy selbst Rennfahrer. Er gewann zweimal die Amateurmeisterschaft von Münster, war dreimal Westfalenmeister und wurde 1922 in Hannover Dritter in der Deutschen Meisterschaft.

63. An der Warendorfer Straße 84 residierte der Tischlermeister Franz Averbeck , ein tüchtiger Handwerker, der sich dank seines sicheren Geschmacks und Wissens um materialgerechte Verarbeitung in manch einem Haus auf Sankt Mauritz ein Denkmal gesetzt hat. Hier steht er zwischen seinen Gesellen. Das Firmenschild weist besonders auf die Möbelwerkstätte und auf das Sargmagazin hin, zwei gegensätzliche oder auch sich ergänzende Bereiche.

64. Warendorfer Straße 148 war die Schankwirtschaft Hermann Kintrup. Hier hat sich offenbar die Familie der Wirtsleute an einen Tisch vor das Haus gcsetzt, um sich ablichten zu lassen. Der Nachwelt ist auf diese Weise das Bild eines lauen Sommerabends überliefert worden. Die Zweige der Buche , die neben dem Haus steht, werden vom Wind leicht bewegt und die Blätter von den Strahlen der schwächer werdenden Sonne getroffen, so daß sie geheimnisvoll leuchten. Ein idyllisches Bild aus glücklicheren Zeiten.

65. An die Stelle der Schankwirtschaft Hermann Kintrup trat das Restaurant 'Dcutscher Hamrner'. Jüngere Bäume sind hinzugekornrnen. Sie schirmen das Haus zur Straße hin ab. Ein Zeichen dafür, daß sich damals Mensch und Natur noch in Einklang miteinander befanden. Ob es sich bei dem jungen Mann am Ende der Mauer um den damaligen Wirt handelt? Wer weiß es? Der 'Deutsche Hamrner' war Treffpunkt der Schützenbrüder von Sankt Mauritz-Erpho , manches Bierglas haben sie hier geleert.

66. Die Scharikstube des 'Deutschen Harnrners'. von der Einrichtung her sicherlich urgemütlich, wie auf diesem Bild zu sehen ist. Die ausnahrnslos streng und ernst blickenden Wirtsleute hinter der Theke lassen jedoch die rechte Stimmung nicht aufkommen. Sicherlich hat sie der Fotograf in diese Pose gezwungen. Lediglich der einzelne Gast rechts im Vordergrund mit der Schnapsflasche und dem Bier auf dem Tisch bewegt sich.

67. Angetreten vor dem 'Deutschen Hamrner", wo ihnen traditionsgemäß ein Bier spendiert wurde , sieht man hier die Schützen von Sankt Mauritz-Erpho anläßlich des Schützenfestes von 1932. In dem Jahr wurde Theo Fertmann Schützenkönig. Auf dem Bild in der ersten Reihe (von links) die Schützenbrüder: Dietrich, Venker, Hülsmann, Frönd, Sterneberg. ein Unbekannter, Wichtrup, ein Unbekannter, Inkrott, Niester. Vorn die alten Straßenbahnschienen, die zur Danziger Freiheit führten.

68. Die Gärtnerei Kracht, Warendorfer Straße 154. So wie er hier auf dem Foto zu sehen ist, werden den Betrieb noch viele Mauritzer und Münsteraner in Erinnerung haben. Sie verbinden mit ihm ein romantisches Gefühl für die von Gott geschaffene Natur, in der Blumen und Gemüse gedeien, wo Lerchen der Sonne entgegensteigen und jubilieren, der Wind weht und selbst Unkrautjäten nicht anstrengende Arbeit, sondern ein Fest ist. Aber sie haben die Wirklichkeit ja auch nie erlebt.

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