Sassenberg in alten Ansichten

Sassenberg in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. med. Bernhard Riese
Gemeente
:   Sassenberg
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1730-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Sassenberg in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Sassenberg ist ein kleines Landstädtchen im Osten des Münsterlandes. Mitten in dem von Sümpfen und Mooren urngebenen Heidesandgebiet errichteten Sachsen in germanischer Zeit eine Erdwallburg. Aus dieser Zeit stammt der Name Sachsenburg (= Sassenburg = Sassenberg).

Um 1200 kam Sassenberg in den Besitz der Fürstbischöfe zu Münster. Seine Glanzzeit erlebte es unter Christoph Bernhard von Galen, der es im 17. Jahrhundert zur befestigten Residenz und Garnisonstadt umbaute. Der Kanonenbischof stiftete auch das Gelände zum Bau der Kirche und gab den Grund und Boden für Bürgerwohnungen um die Burg. Die Nachfolger widmeten sich mehr der Jagd, dem Bau und der Verschönerung des Schlosses, der Idylle des Parks, der Wasserläufe und des schließlich dreihundertfünfzig Morgen greßen Lustgartens. Als nach 1803 die Epoche der Fürstbischöfe zu Ende ging, verschwanden alsbald auch Prunkbauten, Anlagen, Burgmannshöfe und Beamtensitze.

Alter als die Wasserburg, Burgmannshöfe und Bürgerhäuser sind die Bauernhöfe, die am Ems, Hessel, Bever und deren Nebenbächen entstanden. Bäuerliche

Ursiedlungen dürfte es um Christi Geburt bereits in Dackmar, Gröblingen, Subbern und in der Düpe gegeben haben. Von diesen Ursiedlungen aus wurden im Laufe der Jahrhunderte die wenig fruchtbaren Heidesandgebiete im Emsort, der Westernheide, der Feldmark, in Twillingen, Rippelbaum und auf der Elve besiedelt.

Im 14. Jahrhundert entstand ganz im Norden, hart an der Osnabrücker Grenze, die Burg Harkotten, nachdem es den Rittern von Korff in der Burg Vuchthorpe (Füchtorf) zu eng geworden war. Trotz der Nähe der fürstbischöflichen Residenz bildete sich die Hochund Herrlichkeit Harkotten, die alsbald relative Selbstständigkeit erlangte.

Nach dem Abzuge des Fürstbischofs und seiner Gefolgsleute, irn.Jahre 1803, verloren viele Sassenberger Bewohner ihre Verdienstmöglichkeiten. Es folgten für viele Menschen in Sassenbergs ehemaliger 'Freiheit' Jahrzehnte bitterer Armut. Einige versuchten ihren Unterhalt in der Landwirtschaft zu finden. Andere arbeiteten für geringen Lohn in der 1818 gegründeten Segeltuchfabrik, die aber leider 1830 wieder einging. Jetzt verlegten sich die Sassenberger auf die Leinen-

uno später Damastweberei, die sie in Heimarbeit betrieben. Leinwandhändler aus Bielefeld und Warendorf vermittelten die Aufträge.

1860 öffnete die Wollspinnerei und Tuchfabrik der Gebrüder Rath ihre Tore, nachdem man zwei Jahre lang das Schloß zu einer Fabrik umgebaut hatte. Damit begarm für Sassenberg das industrielle Zeitalter, wenn auch viele die Handweberei in Heimarbeit vorerst weiter betrieben. Nach 1870 führten rheinische Kaufleute durch Vermittlung des Pfarrers Beßling die Plüschweberei in Sassenberg ein. Sogar auswärtige Familien siedelten sich in der Folge als Plüschweber hier an. Die Kirchenbücher geben Auskunft über die Fluktuation der Bevölkerung in allen Jahrhunderten. 1899 errichtete das Textilwerk Brinkhaus aus Warendorf ein selbständiges Zweigwerk in Sassenberg und bot weitere Arbeitsplätze. So wurde aus der fürstbischöflichen Residenz mit der Zeit eine Textilmetropole. Erst' nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden weitere, bedeutende Unternehmen in Sassenberg und auch in dem bis dahin rein bäuerlichen Füchtorf', Die Einwohnerzahl stieg sprunghaft. Dieser Bildband behandelt die Zeit von 1880 bis

1930. Auf alten Postkarten und Fotografien sehen wir die Menschen in ihren dunklen und langen Kleidern. Häuser, Straßen, Plätze und Gehöfte vermitteln bei aller wirtschaftlichen Einfachheit einen Hauch von Geruhsamkeit und Geborgensein. Die Anfänge der Fotografie und der Brauch, Postkarten und Briefe zu schreiben, setzten in einern Landstädtchen wie Sassenberg später ein, als in großen Städten. Bei uns kam erst um 1890 die Gepflogenheit auf, daß sich Geschwister, Kusinen und Freundinnen Briefe, Ansichtskarten und Fotografien in Postkarrenformat schrieben und dies auch im gleichen Kirchspiel von Bauerschaft zu Bauerschaft; denn es gab kein Telefon, keine Autos und keine Fahrräder. Die alten Bilder und die zumeist mit schöner Handschrift geschriebenen höflichen Sätze erinnern uns an unsere Großeltern, an die Onkel und Tanten, die es fast in jedem Hause gab und an unsere Eltern, die so begeistert aus ihrer Kinder- und Jugendzeit erzählten. Diese Sammlung alter Postkarten und Bilder soll uns diese 'gute alte Zèit' unserer Eltern noch einmal lebendig machen. Ja, so war das damals!

1. Sassen berg bestand im Mittelalter aus der befestigten Burg und den außerhalb gelegenen Häusern der Bürger und Bediensteten. Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen stiftete 1661 den Grund und Boden für eine Kirche im Westen des Schloßgartens. 1670 erfolgte die Grundsteinlegung. 1678 war die feierliche Konsekration. Den schlicht gehaltenen Außenbau zieren zwei reizende Barockportale. Die dreischiffige Hallenkirche ist im Innern noch im Geiste der Gotik konstruiert. Die Innenausstattung war in Barock gehalten. Die alte Dachbekrönung, die wir auf diesem Bilde vom Lappenbrink her sehen, war ein sechseckiger Dachreiter aus Holz in Zwiebelform mit offener Laterne, wunderschön geformter Spitze und Kreuz mit Hahn.

2. In den Jahren 1913-1914 wurde nach den Plänen des Baumeisters Sunder-Plaßmann der jetzige Turm gebaut. In seiner barocken Form mit kleinen Säulchen und Türmchen und reichlicher Ornamentik ist er im Ostmünster1and eine einmalige Erscheinung. Gekrönt wird der Turm durch einen vergoldeten Wetterhahn von der stattlichen Größe 60 x 70 cm. Dieses Winterbild aus dem Jahre 1921 zeigt im Vordergrund die Hessel mit Waschsteg, die Hesselbrücke mit St. Nepomuk, die Kornmühle und links das Haus Ahrenhövel. Den Hintergrund bildet der markante Turm mit Uhr, Gesims, Fenstern und den schneebeladenen Kuppeln ein würdiges Bauwerk, das als Wahrzeichen Sassenbergs weithin sichtbar ist.

3. Als im Jahre 1801 DI. jur. Henricus Jodocus Rath Demoiselle Sophie von Fricken, die 'Schaffnerin' der letzten Drostin heiratete, dachte niemand, daß diese Heirat für die Stadt Sassenberg von Bedeutung werden würde. Und doch sind von diesem Jahr an die Geschicke der Familie Rath mit denen der Stadt Sassenberg eng verknüpft. 1827 erwarb Henricus Jodocus Rath für 4940 Taler das alte Residenzschloß. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, familiären Schicksalsschlägen und der kurzen Existenz einer Segeltuchfabrik gründeten die Enkel Heinrich und Christian Rath 1858 hier die Wollspinnerei Gebrüder Rath. Rechts auf dem Bild sehen wir noch eine Wand der Fassade des alten Schlosses, links den Bürohausneubau von 1923/24.

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4. Im Jahre 1670 ersuchte der Amtsdroste Johann Wil helm von Schilder den Fürstbischof, ihm für eine neue Wohnbehausung einen 'wösten und morastigen Grund' am Klingenberg zuzuweisen. Dem Wunsche wurde entsprochen und 1675 der Drostenhof erbaut. Die Familie von Schilder blieb im Besitz des Drostenhofes, bis die letzte Drostin 1815 ihr großes Vermögen und fünf Güter ihrer 'liebgewonnenen Hausgenossin' Sophie von Fricken vermachte. Diese war seit 1801 mit dem Justizkommissar Dr. jur. J odocus Rath vermählt.

1966 wurde der Drostenhof abgebrochen, nachdem Ernst Rath und Ehefrau Helene Gräfin von Westerholt sich auf der 'alten Venne' im Norden Sassenbergs einen neuen Landsitz errichtet hatten. Ein traditionsreiches Haus verschwand. Das neue Hotel Börding trat an seine Stelle.

5. Das Haus des Amtsrentmeisters zu Sassenberg stammt aus dem 17. Jahrhundert. Der erste Bewohner war Richter C.B. Tondorf. I1lustre Gäste weilten in diesem Haus, so der Große Kurfürst und Gesandte fremder Länder. Nach 1800 wechselten die Eigentümer mehrfach. 1852 veranlaßte der Kornhändler Artkamp den Umbau in seine jetzige Zweistockform. 1865 kam das Haus in den Besitz der Familie Sondermann, die es bis heute gehegt und gepflegt hat. Im Innern blieb das fürstbischöfliche Beamtenhaus unverändert, vor allem blieb das herrlich geschnitzte Treppenhaus erhalten. Auf diesern Bild um 1892 sehen wir vorn die Posthalterei Ahrenhövel und im Hintergrund, unter prächtigen Linden versteekt, das Gasthaus Sondermann.

6. Im Jahre 1864 erhielt das 1820 gegründete Amt Sassenberg sein erstes Verwaltungsgebäude. Das schlichte Haus zeigte lediglich in der Mirte eine gestufte Giebelfassade als sehr bescheidene Andeutung von Repräsentation. Ein Amtmann und drei Beamte versahen Jahrzehnte hier ihren Dienst. Als nach 1945 Einwohnerzahl und kommunale Aufgaben sprunghaft anwuchsen, bekam die Verwaltung 1951 ein neues Amtsgebäude. In dem Altbau wurde 1952 die 'Amtsapotheke' begründet, die 1962 zum Klingenhagen in neue Räume übersiedelte und den Namen Amtsapotheke mitnahm. 1968 wurde das alte Amtsgebäude - nur einhundertvier Jahre alt - abgerissen, um durch Anlagen und Parkplatz dem heutigen Rathaus eine großzügigere Kulisse zu geben.

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7. Mit künstlerischem Geschick wurde diese Ansichtskarte vor achtzig Jahren entworfen, gezeichnet und koloriert. Vier bedeutende, aber unterschiedliche Häuser, Kirche, Krankenhaus, Kneipe und Kanzlerplatz wurden durch gleichartige Federführung und gleiche Farben zur harmonischen Einheit gebracht. Ein Kreis, ein Bogen, verschiedene Vierecke, dazwischen ein Spruchband, das Ganze mit Blättern und Rosetten verziert, verrät einen geschickten Meister der Raumaufteilung. Vor dem Wirtshaus Twehus sitzen Gäste an einem Tisch. Auf gepflegten Wegen promenieren und debattieren Menschen, offensichtlich ohne jede Hast. Das Bild strahlt eine geruhsame Beschaulichkeit aus, um die wir unsere Großeltern so sehr beneiden.

8. Im Jahre 1754 ließ der Kanzler Schücking nach den Plänen von Schlaun gegenüber der Kirche ein Landhaus erbauen. Die Postkarte zeigt Haus Schücking um 1905. Von den zahlreichen Frauen und Männern der Familie Schücking, die auf geistig-intellektuellern Gebiet Hervorragendes geleistet haben, seien hier einige genannt: Levin Schücking als Schilderer westfälischer Landschaft und des westfälischen Adels, Dr. Levin Schücking als Professor für Anglistik, Wa1ter Schücking als Völkerrechtler und Vorkämpfer für den Frieden, dessen Ideen seiner Zeit voraus waren und DI. jur. Lothar Schücking, den uneigennützigen Rechtsanwalt, der auch Juden gegen die Willkür des Dritten Reiches verteidigte.

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