Sassnitz auf Rügen gestern und heute

Sassnitz auf Rügen gestern und heute

Auteur
:   Wulf Krentzien
Gemeente
:  
Provincie
:  
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6720-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Sassnitz auf Rügen gestern und heute'

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Einleitung

Die Stadt Sassnitz liegt auf der Insel Rügen am Süd-Ostrand des Nationalparks [asmund an der Prorer Wiek. 1906 wurden das Bauern- und FischerdorfCrampas und das in einer Liere am Steinbach liegende Fischerdorf Sassnitz zur Gemeinde Sassnitz vereinigt, die 1957 das Stadtrecht erhielt.

Als im vorigen Jahrhundert mit der Industrialisierung der Städte bei wachsender Umweltbelastung der Wunsch nach Erholung in frischer Luft und reizvoller Landschaft zum Bedürfnis von immer mehr Menschen wurde, entstand der Badereiseverkehr zu den Küsten der Nord -und Ostsee.

Schon 1824 reiste die Familie des Berliner Theologen Schleiermacher zu einem Badeaufenthalt nach Sassnitz.

Theodor Fontane setzte dem heute fast vergessenen Ortsnamen Crampas in seinem Roman Effi Briest ein bleibendes Denkmal und ehrte im gleichen Buch Sassnitz mit demAusspruch: Nach Rügen reisen heißt nach Sassnitz reisen.

Beeindruckt von der herrlichen Natur mit der Kreidesteilküste und dem Buchenwald und dem Wirken des rastlos bewegten Meeres schrieb Johannes Brahms in Sassnitz den letzten Satz seiner Sinfonie op. 68.

Auch der deutsche Kaiser und seine Familie besuchte den Ort mehrfach. Seine Protektion dürfte der Entwicklung einen nicht unwesentlichen Schub verliehen haben.

Der Ausbau günstiger Verkehrsverbindungen nach 1871 lockte auch immer mehr Erholungssuchende nach Rügen und besonders auf die landschaftlich reizvolle Halbinsel [asrnund nach Sassnitz und Crampas:

1878 Schiffverbindung Stettin-Sassnitz; 1883 Eisenbahn Stralsund-Bergen; 1891 Bergen-Sassnitz;

ab 1889 Hafenbau bei Sassnitz.

Die verkehrsgünstige Lage des Hafens bot und bietet kürzeste Seeverbindungen nach Skandinavien und ins Baltikum:

seit 1878 Sassnitz-Rönne (Bornholm);

seit 1897 Sassnitz- Trelleborg (Postdampfer); seit 1909 Sassnitz- Trelleborg (Eisenbahnfähre); seit 1986 Sassnitz-Klaipeda (Memel).

Die neuen Verkehrverbindungen förderten einerseits die Entwicklung des Ortes.

Andererseits bewirkten die mit der Jahrhundertwende entstehenden neuen Badegewohnheiten mit dem Baden in der offenen See, an breiten Sandstränden ein Abwandern vieler Langzeiturlauber in die Badeorte der Südostküste Rügens nach Binz, Sellin, Baabe und Gohren. Weil Sassnitz keinen Sandstrand besaß, wurde es zu einem Ort für Durchgangstouristen nach Skandinavien und für Urlauber, die Wanderungen und zunehmend motorisierte Ausflüge in die schöne Umgebung dem Baden vorzogen.

Für die Fischerei war Sassnitz immer schon bedeutsam. Der Hafen bot nicht nur den einheimischen Fischern Platz. Er war auch als Importhafen für Fische und Fischprodukte von Bedeutung.

Die Kreideindustrie mit ihren Kreidebrüchen veränderte die Landschaft um Sassnitz. Die Kreidewände im Rücken der Altstadtteile verdanken ihre heutige Form ebenfalls dem Kreidetagebau.

Der Tourismus, der Fährverkehr und die Fischerei prägten die Architektur der heutigen Altstadt. Im 19. Jahrhundert wurden strohgedeckte Fischerhäuser, durch oft mehrfache Umbauten, zu Pensionen. Außerdem bilden kunstvoll verzierte Holzbalkons ein besonderes Merkmal der Bäderarchitektur. Hotelneubauten in städtischem Stil, von städtischen Auftraggebern z.B. aus Berlin errichtet, ergänzten das Ortsbild.

Die Strandpromenade führt vorbei an mehreren Gaststätten nach Alt -Sassnitz, zur Seebrücke, zum Kurplatz und zum Findling Klein Helgoland, der über eine Brücke erreichbar ist. Sie war gemeinsam mit dem Ortskern Alt Sassnitz in der Vergangenheit das kulturelle Zentrum des Ortes, wo sich in einer beeindruckenden Szenerie das Badeleben mit kulturellen und kulinarischen Genüssen verbinden ließ.

Mit der Aufnahme des Postdampfer- und Fährbetriebs wurde Sassnitz auch Beamtenort. Ganze Straßenzüge, wie die Merkelstraße, säumten Beamtenwohnhäuser. Dem heutigen Sassnitzbesucher wird es oft noch schwerfallen, die Bildzeugen der Vergangenheit in das heutige Stadtbild einzuordnen. Nicht der Bombenangriff im März 1945 hat den Charakter der Stadt verändert. Der Ausbau der Fischindustrie zum Haupterwerbszweig brachte Sassnitz 1957 das Stadtrecht und machte über viele [ahre Hotels und Pensionen zu Wohnungen, die zunehmend verfielen. Mehrere große Neubaugebiete mit typischer DDR-Architektur drängten die Altstadt zunehmend in den Hintergrund.

Mit der Entwicklung nach 1989 kam das Ende des Fischfangs im großen Stil, verbunden mit einer Rückbesinnung auf den Tourismus, der aber die nach 1945 stark gewachsene Bevölkerung nicht allein ernähren kann.

Ab 1984 entstand im Sassnitzer Ortsteil Mukran ein neuer Hafen, bestimmt für den Eisenbahnfährverkehr zwischen der DDR und

der damaligen Sowjet-Union zum litauischen Hafen Klaipeda (Memel). Über diesen Hafen mit seinen weitläufigen Gleis- und Umladeanlagen wickelten sich bis 1994 die Transporte des russischen Truppenabzugs aus Deutschland ab. Im Anschluss daran gingen die Transportmengen über diese Linie stark zurück. Auch der Eisenbahn-Fährverkehr vom Sassnitzer Stadthafen nach Trelleborg stagnierte. Ursache waren die wachsende Konkurrenz, zweifelhafte politische Entscheidungen zum Osteefährverkehr und die schlechte Straßenanbindung des Fährhafens. Um den Ostseefährverkehr ab Sassnitz zu retten entstand bis 1998 aus dem Hafen Mukran der neue Fährhafen Sassnitz, auf den die Linien Sassnitz- Trelleborg, Sassnitz- Klaipeda, SassnitzBornholm und Kiel-Sassnitz-St Petersburg konzentriert wurden. Der Stadthafen Sassnitz dient weiter dem Tourismus und der Fischerei.

Nach zehn [ahren Um- und Aufbauarbeit in der gesamten Stadt Sassnitz und in seinem historischen Zentrum mit seiner Bäderarchitektur, sind einerseits große Fortschritte sichtbar. Andererseits bremsen oft Geldmangel und gegensätzliche Ansichten zur Stadtperspektive eine schnellere Entwicklung.

In einem Buch über eine Stadt der neuen Bundesländer 'Gestern' und 'Heutc' einander gegenüberzustellen ist eigentlich nur möglich, wenn dabei drei das Aussehen der Stadt prägende historische Zeitabschnitte miteinander verglichen werden: die Zeit bis 1945, die Zeit der DDR und die Zeit nach 1989. Daraus ergibt sich eine große Materialfülle. Dazu reicht aber der Platz nicht. In diesem Buch sind hauptsächlich die Veränderungen im Stadtbild von Sassnitz wiedergegeben.

Handel, Häfen, Eisenbahn und Industrie usw. sind nur mit wenigen Beispielen dargestellt und sollen in einem Fortsetzungsband berücksichtigt werden.

1. Haus Seerose, Ringstraße 5, um 1930 und 2001. Die FamilieA. Hahlbeck, Villa Fernsicht, zog beimAnsturm der Badegäste zur Hauptsaison in den Keller und vermietete auch ihre Wohnung. 1894 stellte sie den Bauantrag für ein Nebenhaus, das Haus Seerose, das künftig als Wohnhaus diente, während das Haupthaus vollständig an Badegäste vermietet wurde. 1899 bekam das Haus eine Aufstockung mit sichtbarem Fachwerk. Nach Klärung der Besitzverhältnisse erhielt Familie]. Hahlbeck 1997 das Haus zurück und ließ es im [ahre 2000 aufwendig als 'Uns lütt Hus' rekonstruieren. Als augenscheinlicher Unterschied zum historischen Vorbild sind die verglasten Veranden und der vorgezogene Giebel des Obergeschosses zu erkennen.

Sassnitz a. "R.üge~

panorama

2. Blick auf Alt Sassnitz in südöstliche Richtung, 1900. Der von 1899 bis 1902 verkehrende Postdampfer Cerrnnnia, der zu einem Fototermin an der Mole festgemacht hat, hilft bei der Datierung dieses Bildes. Die Bebauung des Altstadtzentrums ist fast abgeschlossen. Das frühere 'Wiener Café' mit dem dekorativen Dach in Bildmitte wurde kurze Zeit später abgerissen. 1903 ist die Altstadt komplett. An Stelle des Wiener Cafés entstand das in städtischer Bauweise errichtete 'Centralhotcl' (später Hotel 'Hohenzollern', 'Reichshof"). Für viele Bauherren von Pensionen und Hotels gab es keine Rücksichtnahme auf den Nachbarn, auch wenn man ihm durch Größe und Höhe des Neubaus die Nutzung der werbewirksamen Losung: 'Zimmer mit Seeblick zu vermieten' nahm. Bebauungspläne waren zu dieser Zeit in Sassnitz unbekannt.

3. Blick aufAlt Sassnitz in südöstliche Richtung, 2001. Sassnitz ist jetzt wieder offiziell Erholungsort, obwohl auch zu DDR-Zeiten der Tourismus hier nicht ganz aufgehört hat. Der Markt und seine Rundumbebauung sind nicht nur dem Namen nach das Zentrum der Altstadt. Er ist es auch wert wieder zum Zentrum des Tourismus zu werden. Die Häuser scheinen die Ränge eines Amphitheaters zu besetzen, dessen tiefliegende Bühne der Marktplatz ist. Nach zehn [ahren Aufbauarbeit, begleitet von nervenden Behördengängen, Anträgen und Warten auf Entscheidung, haben es alte und neue Eigentümer geschafft, viele Häuser wieder ansehenswert zu machen.

4. Der Sassnitzer Markt um 1920. Die Gemeinde Sassnitz erstreckt sich über eine Länge von mehreren Kilometern auf einer Ebene zwischen Berg und Ostsee ohne viele [ahre ein richtiges Zentrum zu haben. Sassnitz war ein Ort der langen Wege. Das war anders, bevor 1906 die Orte Crampas und Sassnitz vereint wurden. (Alt -) Sassnitz hatte sein Zentrum, im Steinbachtal versteekt, am Markt. Der Markt war der bauliche Mittelpunkt des Bade- und Fischerortes, um das sich Hotels und Pensionen in einem zum Meer offenen Halbkreis serpentinenartig gruppierten. Zentrum ist seit 1901 das in städtischer Bauweise errichtete 'Ccntralhotcl' (später 'Hotel Hohenzollern' , 'Reichshof').

5. Der Sassnitzer Markt 2001. Weit über 100 [ahre haben einige Gebäude des Sassnitzer Markts erlebt. Sie haben Krisen und Kriege überstanden. Hotels wurden zur komfortlasen Unterkunft von Flüchtlingen des Zweiten Weltkrieges. Nach 1945 gab es aber noch zwei Textilgeschäfte, ein Lebensmittelgeschäft und zwei Läden für Bücher, Papier und Spielwaren, die aber nach und nach eingingen. Nach Überwindung der Nachkriegsnot zogen viele Bewohner aus den mehr und mehr verfallenden Häusern in die Neubaugebiete. Baumaterial fehlte, die Eigentümer resignierten und gaben oft ihre Häuser ganz auf. Der VEB Gebäudewirtschaft versuchte notdürftig die Bewohnbarkeit zu erhalten. Nach 1990 fand der Sassnitzer Markt schrittweise zu altem Glanz zurück, sehr zu Unrecht abseits der Touristenströme. Denn seinen unverwechselbaren Reiz hat dieser Flecken zurückerobert.

6. 'Villa Hertha' , traditionell im Besitz der Familie Hauer, liegt oberhalb der zum Sassnitzer Markt führenden Treppe an der Rosenstraße. 'Villa Hertha. Gut bürgerliches Logierhaus nahe dem Strand u. Wald. Einzelne und zusammenhängende Zimmer mit Balkons aufrage und Wochen herrliche Seeaussicht. Zimmer mit und ohne Pension zu billigsten Preisen. Gute Küche, Hausdiener an Bahn und Schiff', annoncierte die Witwe Hauer im Sassnitz-Prospekt der 193 Oer [ahre.

7. 'Villa Hertha' , ein Musterbeispiel der Bäderarchitektur mit besonders filigran verzierter Holzveranda. Das Haus war in den 1860er [ahren zunächst einstöckig. 1877 erhielt Joachim Hauer die baupolizeiliche Genehmigung für das zweite Stockwerk, 1885 für die Veranda und 1894 für das dritte Stockwerk. Die Etappen der Hauserweiterung sind typisch für viele Häuser der Bäderarchitektur in Sassnitz. Es wurde angebaut, wenn das nötige Geld aus Beruf und durch Vermietung an Sommergäste zusammengespart war. Die 'Villa Hertha' gehört zu den Häusern, bei denen auch nach dem Zweiten Weltkrieg die Holzveranda so gepflegt wurde, dass das ursprüngliche, aufwendige Dekor erhalten blieb.

8. Blick über das Dach des 'Reichshofs' zur Ostsee. Deutlich sind die Spuren des Verfalls an den Simsen, Gauben und Türmchen des 'Reichshofs' zu sehen. Die vielen Schornsteine auf dem Dach künden von der damaligen Nutzung des Hotelgebäudes als Wohnhaus mit vielen Wohnungen, ofengeheizt. Die aufwendige Fernsehantenne brachte den Nutzern auch nur die beiden Programme des DDR-Fernsehens. In den 1980er [ahren betrieben die Sowjetunion, Polen und die DDR eine Bohrplattform für die Erdölsuche in der Ostsee. Einer ihrer Standorte lag zwischen Sassnitz und Stubbenkammer. Das Greifswalder Segelschulschiff'Wilhelm Pieck' (heute 'Greif") läuft von Sassnitz kommend in Richtung Stubbenkammer Arkoria aus.

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