Sassnitz auf Rügen gestern und heute

Sassnitz auf Rügen gestern und heute

Auteur
:   Wulf Krentzien
Gemeente
:  
Provincie
:  
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6720-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Sassnitz auf Rügen gestern und heute'

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29. Blick vom Crampasser Berg, 2000. Ende der 1990er [ahre wandelt sich der Blick vom Crampasser Berg in Richtung Hafen erneut. Die unschöne Barackenlandschaft weicht dem Sassnitzer Einkaufszentrum, der 'Rügengalerie' , mit Läden, Gaststätten, Dienstleistungseinrichtungen und Wohnungen. Zusammen mit dem 1969 fertig gestellten 'Rügenhotel' , dem 'Seernannsheirn' (heute 'Kurhotel") und dem Bahnhof bekommt Sassnitz einerseits ein attraktives Stadtzentrum. Andererseits bringt diese Zentralisierung wirtschaftliche Probleme für die Geschäfte und Dienstleistungseinrichtungen in anderen Stadtteilen. Die 'Rügengalerie' , vor der Fertigstellung oft skeptisch beurteilt, hat sich bei der Bevölkerung durchgesetzt.

3 O. 'Conditorci und café Siebrecht' in der Sassnitzer ExzellenzKirchhoff-Straße (heute Hauptstraße). 1904 stellte Bäckermeister Stoll den Antrag zum Bau eines N ebengebäudes für seine Bäckerei. Das exakte Baujahr des Geschäftshauses kann bisher nicht gesagt werden. Bekannt ist, dass sich in diesem Haus immer zwei Geschäfte befanden: ein Bäcker und eine Gaststätte bzw. Konditorei. Frau Irma Czycholl berichtet, dass sie als junges Mädchen mit Freundinnen in der Gaststätte Kaffee getrunken hat. Der dazugehörige Kuchen wurde von der Bäckerei geholt. Um 1925 betrieb Otto Siebrecht die Konditorei, die wohl noch vor dem Krieg von Familie Gager übernommen wurde. Beim Luftangriff auf Sassnitz im März 1945 erlitt das Gebäude Totalschaden.

Unten: Bäckerei & café Peters, 2002. 1947 erhielt die Familie Gager die 'Genehmigung zur Wiedererrichtung einer durch Luftangriff zerstörten Bäckerei'. Man veränderte das Vorderhaus und die Dachform bei Ziegeleindeckung. Wie vor dem Krieg gab es in diesem Haus wieder zwei Betreiber: das Café Gager, rechts, und Kuchen-Blum (links). Das Café übernahm später Herr Wege. Die Bäckerei betrieb später die Bäckerei -Produktionsgenossenschaft, Bergen. In den 1990er [ahren erwarb Familie Peters das Gebäude. Nach einem Totalumbau des Vorderhauses und Neubau einer modernen Backstube, verlegte die Firma ihren Hauptsitz von der Hauptstraße 19 hierher.

3 1. 'Kornmt nach Sassnitz und werdet Hochseefischer' , warb man 1950 überall in der DDR. Und junge Männer kamen, um das raue Leben an der Küste kennenzulernen. Auf den Kuttern des 1949 gegründeten Fischkombinats Sassnitz sprach man jetzt sehr oft sächsisch und berlinerte. Eine oftmalige Heimreise lediger Fischer nach dem Fang nach Berlin, Sachsen und Thüringen kostete Zeit und brachte keinen Fisch. Im 'Seemannsheirn' (1955) sollten die Fischer am Ort betreut werden, sich in Sassnitz eine 'Frau fürs Leben fischen.' Das Seemannsheim '[ohn Scheer' war ursprünglich als dreiflügliger Bau geplant, wobei beide Wohnflügel den Parkplatz zweiseitig begrenzen sollten. Der seeseitige Flügel fiel dem Rotstift zum Opfer. Der Gebäudeflügel parallel zur Hauptstraße bot Platz für Gaststätten und Kulturräume. Das Foto stammt aus demjahr 1962.

Unten: Blick vom 'café Peters' auf das 'Seernannsheirn' im Juni 2002 von der Hauptstraße aus. Nach der Auflösung des Fischkombinats Sassnitz blieben auch die ein Zimmer suchenden Hochseefischer aus. Die Immobilie des Betriebes stand zum Verkauf. Das 'Seernannsheirn' fand schnell einen Eigentümer. Es wurde umgebaut, heißt jetzt 'Kurhotel' und wird gemeinsam mit dem benachbarten 'Rügenhotel' und dem 'Fûrstenhof" betrieben. Im Kurhotel wurde eine alte Sassnitzer Tradition wiederbelebt. Kurgäste und Einheimische können hier Kreidebäder nehmen oder mit Kreideschlammpackungen therapiert werden. Das hilft bei Erkrankungen des Bewegungsapparates.

32. Schloss Dwasieden. Adolf von Hansemann ließ ab 1 873 sein Schloss Dwasieden als Zentrum seiner Besitzungen Rittergut Lancken und Gut Dargast erbauen. Architekt war der Berliner Friedrich Hitzig, ein Schinkelschüler, der in der Gründerzeit nach 1871 viele bedeutende Bauwerke, wie die Berliner Börse, entworfen hat. Das Schloss Dwasieden wurde zu einem der geistigen Mittelpunkte der Insel Rügen. Wichtige Entscheidung zur wirtschaftlichen Entwicklung von Sassnitz und Umgebung wurden hier getroffen oder gesteuert, so der erweiterteAusbau des Sassnitzer Hafens. Die Einweihungsfeierlichkeiten zur Fährlinie Sassnitz- Trelleborg fanden hier statt. Gerhart Hauptmanns Sohn hielt in Dwasieden Hochzeit.

33. Mit der militärischen Nutzung von Dwasieden vor dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss zum Offizierscasino und galt daher nach 1945 als militärisches Objekt. Obwohl1945 von Flüchtlingen bewohnt, kam das Schloss und die benachbarten Kasernen auf die Liste der zu sprengenden Militärobjekte. Nicht ein sowjetischer Befehl, sondern deutscher Übereifer, führten zur Sprengung der Kasernen und auch des Schlosses. Übrig geblieben sind die Reste der seeseitig angeordneten Säulengänge, deren Betrachtung den Besucher in eine antike Ruinenlandschaft versetzen würden. Wären da nicht die rundherum und durch die Fundamente wachsenden Buchen.

34. Das Wohngebiet Wilhelm-Pieck-Ring, 1961. Wohnungsnot und Wohnungsbewirtschaftung gehörten in Sassnitz nach 1945 zu den oft diskutierten Problemen. Das Wohnungsamt war eine der wichtigsten Institutionen der Stadt. Das Fischkombinat, der Marinestandort, die Deutsche Reichsbahn zogen immer mehr Menschen nach Sassnitz. Ab 1960 entstand daher das Wohngebiet Wilhelm-Pieck-Ring in Großblockbauweise. Eine Besonderheit: Die Wohnungen hatten als erste Nachkriegsneubauten einen Balkon! Zehnklassenschule, Kindergarten und Kaufhalle machten die Anlage komplett. Das Hochhaus mit Einraumwohnung, gedacht als Unterkunft für Ledige, kam später hinzu.

35. Das Wohngebiet Gerhart-Hauptmann-Ring, 2002. Ein neuer Name für das Wohngebiet brachte auch neuen Glanz für die vierzig [ahre alten Häuser. Aufwendig gestaltete Grünanlagen und farbige Fassaden drängen die Monotonie der Architektur zurück. Kleine baumumsäumte Plätze lassen die Großflächigkeit der Anlage vergessen. Das Hochhaus, ursprünglich gedacht für junge Leute, beherbergt heute die alte Generation in einer Einrichtung für betreutes Wohnen.

36. Der Erwin-Fischer-Ring, um 1955. Ab 1950 erfasste Sassnitz der Bauboom. Neben dem Wohnungsbau zwischen Bahnhofstraße und Hafenbahn waren die aus dem Boden gestampften Häuser des Erwin-Fischer-Rings typisch für die Wohnungsbauweise der Nachkriegszeit. 'Hauptsache ein Dach über dem Kopf', war die Losung. Komfort war zweitrangig. Architektonische Gestaltung nicht gefragt. Äußeres Markenzeichen der Häuser war ihre Hässlichkeit. In einigen der kleinen Wohnungen hatte man zunächst die Toiletten vergessen. Bäder gab es nicht. Das als 'Dorschkopfsiedelung' bezeichnete Gebiet umsäumten und durchzogen ganze Ministädte aus dem Baumaterial des Ortes: Fischkisten und Netzwerk. Aufbewahrt wurde darin alles, was nützlich war: Brennholz, Kohlen und Dinge, die vielleicht noch mal zu brauchen waren. Ställe beherbergten Kaninchen, Hühnern, Tauben als Zusatz zur spärlichen N ahrungsmi ttelversorgung.

37. Der Fischer-Ring, 2003. Der Namensgeber ist vergessen. Aus dem Erwin-Fischer-Ring soll der Fischerring mit einem neuen Wohngefühl werden. Viele der Wohnblocks sind bereits neu gestaltet. Kleine Wohnungen wurden zu größeren zusammengelegt, Balkons angebaut. Gegenüber 1950 haben sich die Vorzeichen jedoch verändert. Ein Überangebot von Wohnung hat die Sanierung gestoppt. So findet man hier auf kleiner Fläche Modernität und Verfall. Ansprechend gestaltete Grünanlagen, leuchtende Fassaden finden sich neben von Vandalismus gekennzeichneten, bisher unsanierten Häusern.

38. Die Kreideseilbahn Lancken-Sassnitz Hafen mit Blick auf den Lenzberg, um 1930. 1876 begann in Crampas der Kreideabbau am Lenzberg. Die Kreide gelangte per Seilbahn zum Hafen, um dort auf Schiffe verladen zu werden. Nach Einstellung des Abbaus am Lenzberg kam die Kreide von einem Tagebau bei Lancken über eine neue Seilbahn zum Hafen. Die Bahn ging über damals freies Feld, über die Straße SassnitzLancken in Richtung Hafenbahn und endete im Westhafen. Bis 1945 in Betrieb, musste sie als Reparationsleistung abgebaut werden. Ein späterer Wiederaufbau unterblieb, weil die weiterverarbeitenden Betriebe inzwischen zu Polen gekommen waren. Fundamente der Seilbahn waren noch viele [ahre in der Landschaft zu sehen.

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