Schiffweiler in alten Ansichten

Schiffweiler in alten Ansichten

Auteur
:   R. Gessner
Gemeente
:   Schiffweiler
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0811-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schiffweiler in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

'Schiffweiler in alten Ansichten' ist eine Sammlung von Fotos aus den ersten Jahrzehnten unseres Jahrhunderts, das sind Bilder von unserem Dorf und seinen Bewohnern. Viele werden sich noch erinnern an 'Strauße Wirtschaft' oder an 'Feise Haus', an die Klinkenmühle - oder an das 'Eckerpittche' ... Vielen aber werden die Bilder schon fremd sein. Nur etwa 60 Jahre können wir in unserem Bildband zurückblättern: Sie haben das Gesicht unseres Dorfes verändert.

Aber Schiffweiler hat eine mehr als tausendjährige Geschichte. Als 'Scufines villare' wird unser Ort im Jahre 893 zum erstenmal urkundlich erwähnt.

Die erste Karte von Schiffweiler zeigt das Dorf im Jahre 1767: einen locker bebauten Weiler, kleinere Hofgruppen bei der Kirche, im Bauerneck, am Kastelberg, in der heutigen Kloster- und Michelstraße, in der Schwalbach und in der 'Hohl'... dazwischen großflächige Gras- und Hausgärten. Die Siedlung ist nicht nach einem Plan angelegt worden. Die Häuser orientierten sich noch nicht an der Straße; die Straßen, oder besser: Fußpfade und Erntewege, richteten sich vielmehr nach den Höfen aus. Es waren Verbindungswege, die später zu Dorfgassen oder zu Feldwegen wurden - oder in Vergessenheit gerieten. Eine 'herrschaftliche Chaussee', die spätere Hauptstraße, führte, von Neunkirchen kommend, über Erzberg und Donnersberg nach Ottweiler.

Während des Dreißigjährigen Krieges ist Schiffweiler 'anno 1635 verbrannt worden und in seinem totalen Ruin bis einige Jahre vor dem in anno 1648 geschlossenen Frieden liegen geblieben'. Der Wiederaufbau begann erst 1664, als sich elf Familien in Schiffweiler niederließen, denen der Landesherr eine verfallene Hofstatt mit verwilderten Gärten und Wiesen schenkte. Ackerland konnten diese Untertanen nach Bedarf roden. Als man im Jahre 1747 in Schiffweiler bereits 59 Familien zählte, wurde das Dorf als 'rnit Unterthanen überbesetzt' bezeichnet.

Im Jahre 1767 besaßen 86% der Einwohner Schiffweilers, das waren 48 Familien, Zugvieh und gaben als Beruf 'Landwirt' an. Auch den übrigen 12 Familien gehörten bis zu zehn Morgen Garten- und Wiesenland. Die Bauerngüter durften ohne Zustimmung des Grundherrn weder veräußert noch geteilt werden. Sie wurden ungeteilt an den Erstgeborenen vererbt. Der Grundherr bezog von den von ihm verliehenen Gütern Abgaben in Form von Naturalien und Geld und forderte von den 'hörigen' und 'leibeigenen' Bauern Frondienste, die nach Art und Umfang durch Gesetze geregelt waren.

Über Jahrhunderte hin war die Zahl der Bauerngüter fast gleich geblieben, sieht man einmal von kurzfristigen Schwankungen ab. Aber im Jahre 1782 scheint für die Bewohner Schiffweilers die Zukunft begonnen zu haben: Die Rechte der Grundherrschaft

schwanden dahin, die Unteilbarkeit der Bauerngüter war bereits aufgehoben worden, der 'Code civile' Napoleons führte die Realerbteilung ein, die jedem Kind Anteile an Gärten, Wiesen und Äckern des elterlichen Betriebes sicherte, als dann auch noch das gesamte Ackerland der Gemeinde, das bisher nur von den 'berechtigten Bauern' genutzt werden durfte, 'zu erb und eigen' an die Dorfbewohner verteilt wurde. Und nun erhielten erstmals auch die ihren Anteil, die kein Zugvieh besaßen.

Alle diese Maßnahmen schufen für zahlreiche jungen Leute erst die wirtschaftlichen Voraussetzungen, eine Familie zu gründen. So kam es zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu einer regelrechten Bevölkerungsexplosion, die aber bei uns nicht - wie in anderen Teilen Deutschlands - zu einer Auswanderungswelle führte, weil gerade zu dieser Zeit die systematische Erschließung und Ausbeutung der Steinkohlenvorkommen einsetzte, die schließlich nach 1850 in einer sprunghaften Schnellentwicklung Zehntausenden Arbeit bot. Eine geschickte Siedlungspolitik ermöglichte es den aus dem bäuerlichen Hinterland Zugewanderten, in der Nähe der Gruben ein eigenes Heim zu errichten.

Waren im 18. Jahrhundert noch 75% der Haushaltungsvorstände im Oberamt Ottweiler Landwirte, so ergibt sich im Jahre 1920 ein ganz anderes Bild:

Weit mehr als die Hälfte aller Bewohner Schiffweilers

gehörte nun zur bergmännischen Bevölkerung. Ein seßhafter und angesehener Bergmannsstand hatte sich gebildet. Die stürmische Industrialisierung des Saarlandes hat das alte Bauerndorf nicht überrollt. Sie entwurzelte weder seine bodenständige Bevölkerung, noch überlagerte sie sie mit einer Schicht zugewanderter land- und besitzloser Industriearbeiter. Es vollzog sich vielmehr eine Verschmelzung von Landwirtschaft und Industrie, die getragen wurde von dem sogenannten Bergmannsbauern. Das Bauerndorf Schiffweiler wurde zu dem Arbeiterbauerndorf, an das unsere Fotos aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts erinnern sollen.

In den fünfziger Jahren hat sich noch einmal ein entscheidender Wandel in der Bevölkerungsstruktur und im Siedlungsbild vollzogen: die Bergmannsbauern gibt es nicht mehr, aus Scheunen sind Garagen geworden, neue Siedlungen heben sich von den alten bäuerlichen Wohngebieten ab ...

'Schiffweiler in alten Ansichten' will für alle unsere Mitbürger einen kurzen Abschnitt aus der langen Geschichte unseres Dorfes im Bilde festhalten und denen, die jene Zeiten noch kannten, die nicht immer 'gute, alte Zeiten' waren, ein Stück Erinnerung werden.

Die Verfasser danken den Bürgern unseres Ortes, die die Fotos und Ansichtskarten zu diesem Bildband zur Verfügung gestellt haben.

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1. Ein Bliek aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg vom Kaste1berg aus auf den Ort, der sich vom Fahrbachta1 bis zum Donnersberg erstreckt. Auffallend ist das helle Gebäude des im Jahre 1905 erbauten Mädchenschu1hauses mit dem Turm der katholischen Kirche im Hintergrund.

Schiffweiler (Saar)

2. Dieser Bliek über den ältesten Teil Schiffweilers bot sich dem Fotografen etwa um das Jahr 1915. Im Vordergrund erkennt man Arbeiterbauernhäuser in der Schwalbach.

3. Die Luftaufnahme zeigt den Ortskern von Schiffweiler in den zwanziger Jahren. Weite offene Flächen im Bereich der Hetzelwiese und der Gasstraße werden noch landwirtschaftlich genutzt.

4. Die Hauptstraße anfangs der zwanziger Jahre. Die Aufnahmen 4 und 5 zeigen fast den gleichen Bliek durch die damalige 'Kaiserstraße' auf die Ortsmitte. Nur ein paar Jahre Zeitunterschied liegen zwischen ihnen.

5. Eine wesentliche Änderung hat sich vollzogen: das Auto beginnt das Pferdefuhrwerk als Verkehrsmittel zu verdrängen.

6. Das Bild der Ortsmitte nach dem Ersten Weltkrieg ist mitgeprägt durch die Metzgerei Feis (sie ging im Jahre 1938 während der 'Kristallnacht' in Flammen auf) und durch das inzwischen abgerissene Tabakwarengeschäft des 'Schäfermariechens' (rechts). Die Straße ist noch sehr schmal und ahnt in ihrer besinnlichen Ruhe noch nichts von dem regen Verkehr, der heute über sie hinwegrollt.

7. Die heutige Hauptstraße war bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine 'Herrschaftliche Chaussee', die an dem Bauerndorf Schiffweiler vorbei nach Ottweiler führte. Der Ausbau zur Wohn- und Geschäftsstraße erfolgte erst nach 1870. Der 'Saalbau' - rechts im Bild war über Jahrzehnte hinweg Mittelpunkt des kulturellen Lebens.

8. Die Klinkenmühle liegt am Südausgang von Schiffweiler am Klinkenbach. Wann die Mühle errichtet wurde, läßt sich nicht mit Sicherheit angeben. In den Salzlisten von 170 I ist 'Johannes Strauss, der Schiffwyler Müller, beim Schmelzofen in den Klinken' aufgeführt. Die Familie Strauß hatte die Mühle über acht Generationen im Erbleihbestand, beziehungsweise nach der französischen Revolution in Privatbesitz, bis diese kurz vor dem Ersten Weltkrieg in die Hände der preußischen Bergverwaltung überging.

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