Schiltach in alten Ansichten

Schiltach in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Felizitas Fuchs
Gemeente
:   Schiltach
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5584-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schiltach in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Skizze zur Stadtgeschichte

Im mittleren Schwarzwald an der Einmündung der Schiltach in die Kinzig gelegen firmiert dieses alte Städtchen unter 'Fachwerkstadt der Flößer und Gerber' - einem Erbe aus ganz verschiedenen Zeiten. Seine Entstehung verdankt diese früh mit Stadtrechten ausgestattete Ansiedlung sicherlich der lange Zeit einzigen Verbindung zwischen der Rheinebene nach Rottweil und damit in den Neckarraum. Schon die Römer sollen sich ihren Weg in dieser Gegend gesucht haben, wovon vereinzelte Zeugnisse - beispielsweise der Fund der Mercurius-Figur auf dem Brandsteig - Beweis geben können.

Schiltachs Geschichte ist zuallererst geprägt durch die Grenzlage von Burg und Stadt: Die Herrschaftsverhältnisse ihrer Frühzeit liegen zwar im Nebel, doch hat man inzwischen Einflußstränge heraus gearbeitet: die der Zähringer, der Tecker und später klar der Württemberger Adelsgeschlechter.

Im 16. Jahrhundert wurde Schiltach - inzwischen zu Württemberg gehörend - von dem ehemaligen Abt Blarer des benachbarten Klosters Alpirsbach reformiert und blieb diesem Gedankengut auch über gegenreformatorische Bewegungen hinweg treu. Eingebettet in das katholische Umfeld der fürstenbergischen bzw. vorderösterreichischen Herrschaften hatte der Schiltacher pietistische Grundhaltung in sozialer und in politischer Hinsicht Auswirkungen.

Die Grenzlage und die Situation an der lange einzigen West -Ost-Verbindung und der steilsten Steigung führten zur Ansiedelung überdurchschnittlich vieler Gastwirtschaften - auch als Umspannstationen dienend- die das Bild des Städtchens nicht nur um den Marktplatz herum prägten. Ende des 18. Jahrhunderts (1783-1785) wurde die Straße vom vorderösterreichischen Schramberg über den Fohrenbühl, Hornberg und das Prechtal als Verbindung zur vorderöstereichischen Hauptstadt Freiburg gebaut, was den beiden Städten Wolfach und Schilt ach den lebensnotwendigen Durchgangsverkehr abschnitt, von dem vor allem auch jene zahlreichen Gastwirtschaften profitierten. Das folgende Korrespondenzgefecht mit den zuständigen Stellen führte zu nichts - die 'neue Chaussee' hatte der alten Rottweilerstraße den Rang abgelaufen. Die Wirte waren auch die Berufsgruppe, die saturiert durch den gutgehenden Ausschank (die Zünfte hielten regelmäßig ihre Sitzungen in ihren angestammten Wirtschaften ab) es sich leisten konnte in ganz anderen Zweigen zu investieren: Sie betrieben Sägen, waren Mitglieder der Schifferschaft, und damit im Holz-

handel tätig, oder besaßen ganz einfach viel Land - mehr Land, als für Schiltachs Ackerbürger üblich. Neben den Rot- und den Weißgerbern, den Schiffern, den Waldbauern und den vielen Handwerkern waren die Wirte jene Gruppe die durch ihre Wirtschaften das Bild der Stadt nachhaltig mit zuprägen vermochten. Da hier der Platz zu beschränkt ist, um alle historischen Besonderheiten zu skizzieren, haben wir uns beim Rundgang durch Schiltach, an den Hauptstraßenzügen, und dort an den Akzente setzenden Gastwirtschaften, Kirchen, Fabriken/Sägen und vor allem an Veränderungen und dem vorhandene Bildmaterialorientiert.

Die Lage und die Geschichte Schiltachs haben dazu geführt, daß zwei recht unterschiedliche Lebensformen entstanden sind: die des gemeinschaftlichen Städtchens und die der solitären Hofgüter. Die Maierschaft Lehengericht, zu der sich die Bauern um Schiltach einst zusammengetan hatten, betrieb ab Mitte des 18. Jahrhunderts die Loslösung von der Stadt Schiltach, die 1815 dann vollzogen wurde. Die Gemeindereform 1975 führte die lange Zeit getrennten Teile wieder zusammen. So werden in dem Büchlein auch diese Ansichten zum Zuge kommen.

1. Am Zusammenfluß von Schiltach und Kinzig schmiegt sich die Stadt Schiltach an den Schloßberg ehemals von der Schiltacher Burg gekrönt - und an den Kirchberg, der damals wie heute Kirche und Friedhof an seinem Fuße duldet.

Auf der Kinzig liegt eines der letzten Flöße mit acht Gestören (= einzelne Tafeln aus etwa gleichwertigen Stämmen eingebunden). Das Foto muß also vor 1896 entstanden sein, da mit dem Beginn dieses Jahres die Flößerei auf der Kinzig eingestellt worden war.

Das Wehr - im Vordergrund auf der Kinzig sichtbar - gehört zu sogenannten Hochmuthsteich, einem Schwellweiher zum 'Wasserspannen' , auf dem aber auch Flöße eingebunden wurden.

2. Der Bliek in westlicher Richtung über die Stadt zeigt die beiden Kirchen, die in dieser Konstellation nur siebzig Jahre bestanden. Im Vordergrund ist die katholische Kirche - ein historistischer Bau von 1898, der 1968 einem größeren Neubau weichen mußte - als Indiz für die allmähliche Ansiedelung von Katholiken in einem jahrhundertelang durch und durch protestantischen Ort zu entdecken.

Offensichtlich läßt dies auch die im Hintergrund deutlich größere evangelische Stadtkirche werden. Es ist der ebenfalls historistische Neubau von 1843. Deutlich zu sehen vorne ist das alte Spritzenhaus mit Turm, das 1906 eingeweiht worden war.

Rechts vom Spritzenhaus ist das Grohehaus zu sehen, in dessen Rücken sich kleine Schuppen abzeichnen, in denen die frühe Produktion in seiner Metalldrückerei stattgefunden hat.

3. Der Marktplatz von Schiltach hatte um 1895 noch ein deutlich anderes Gesicht als das heute vom Fachwerk gekennzeichnete: Das Rathaus, das laut einer Zeichnung im Gebälk aus dem Jahr 1593 stammen kann und demnach bereits 400 Jahre den Widrigkeiten von Krieg und vor allem dem letzten Stadtbrand von 1791 trotzte, erhielt erst 1905 den 'mittelalterlichen' Treppengiebel.

Auch sind die Häuser rings um den Platz alle verputzt, vermutlich um die Wohlhabenheit, die Steinhäuser anzeigten, zu imitieren.

Ein reger Betrieb auf dem Platz zeigt uns, daß ein Teil der Arbeit sich noch auf der Straße abspielte, was auch an der zahlreichen, vor den Häusern lagernden Gerätschaft zu erkennen ist.

4. Der Bliek über den Marktplatz in Richtung Hauptstraße führt links auf das Gasthaus 'Sonne' -1910 noch verputzt, wie der größte Teil des Schiltacher Baubestandes -, rechts sind das Wanger-Lutz-Haus - heute das 'Museum am Markt', das Geschäftshaus von LA. Bühler und die 'Außere Schmiede'.

Vor dem Haus stehen zwei Ambosse, Maschinen und zahlreiche eiserne Reifen für Wagenräder.

5. Neben dem Gasthaus 'Sonne' war auch Anfang des Jahrhunderts bereits die Metzgerei Wolber angesiedelt. Das Foto ist um 1905 entstanden und zeigt den damaligen Besitzer dieses Ladens Adolf Wolber mit Metzgerschürze und Schnautzbart; der andere Metzger ist Philipp Wolber von der 'Kreuzstraße' .

Die 'zivilen' Herren sind der Hirschwirt Johannes Heinzelmann und einer seiner Gäste.

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