Schleiden in alten Ansichten

Schleiden in alten Ansichten

Auteur
:   Otto Kersting
Gemeente
:   Schleiden
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5692-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schleiden in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Schleiden verdankt seine Entstehung der Burg auf der Bergnase zwischen Olef- und Dieffenbachtal. 1198 erstmals erwähnt, im Besitz der Edelherren von Schleiden, einer um 1140 entstandenen Seitenlinie der Blankenheirnet Herren, war sie um 1300 mit der Vorburg als der 'Wiege der Stadt' Ausgangspunkt einer befestigten Siedlung. 1360 heißt Schleiden in einer Urkunde der Herrschaft zum 1. Mal 'start'. Mit den Grafen von Manderscheid-Schleiden 1450-1593 gewinnt das städtische Leben in Schleiden an Bedeutung, nicht zuletzt durch eine erste Hochblüte der Eisenindustrie im Oleftal. 1516-1525ließ Graf Dietrich IV. (1501-1551) die Schloßkirche bauen, 1526 stiftete er ein erstes Hospital. Bereits 1230 bestand eine Kapelle außerhalb der Burg, die von Steinfelder Priestern betreut wurde. Nach über dreihundert Jahren löste sich Schleiden 1539 aus dem Pfarrverband Steinfeld, so daß der Graf von nun an Patronatsherr wurde. Die Reformation führte unter dem Grafen Dietrich VI. dazu, daß die Schloßkirche 1560-1593 evangelische Kirche wurde. Kaiser Maximilian H. trug der wirtschaftlichen Bedeutung der Stadt Rechnung, indem er ihr 1575 Marktrechte verlieh. In der Zeit der Grafen von der Marck (1593-1773), die unter anderem mit der Errichtung des Franziskanerklosters 1642 die Gegenreformation begründeten und erfolgreich betrieben, hatte Schleiden durch mancherlei Eroberungen und Belagerungen zu leiden. Dazu kam im Jahre 1603 eine verheerende Feuersbrunst, die die gesamte Stadt, außer Burg und Vorburg, in Flammen setzte. Nur durch den Eingang großzügiger Spenden aus dem ganzen Reich - von Straßburg bis Leipzig - konnte der Wiederaufbau bewältigt werden. 1689 und 1702 demolierten französische Armeeeinheiten die Befestigungsanlagen der Stadt und der Burg.

Die 21jährige Herrschaft der Herzöge von Arenberg, in der die protestantische Gemeinde (seit 1561) nach langem Kampfum die Religionsfreiheit auf dem schon 1660 angelegten Friedhof

außerhalb der Stadtmauern ihr Gotteshaus 1786 bauen durften, wurde durch die französischen Revolutionstruppen 1794 jäh beendet. Schleiden wurde Kantonstadt im Arrondissement Malmedy im Département de l'Ourthe (Verwaltungsbezirk Lüttich). Als die Rheinlande 1815 zu Preußen kamen, wurde Schleiden 1816 ein Teil des Kreises Gemünd. Nach Verlegung des Kreissitzes in das vom Herzog von Arenberg zur Verfügung gestellte Schloß wurde Schleiden 1829 die kleinste Kreisstadt mit dem flächenmäßig größten Kreis der Rheinlande. Einem neuen, von den Franzosen erlassenen Bergrecht von 1810 ist es unter anderem zu verdanken, daß es zu einer erneuten Hochblüte der alteingesessenen Eisenindustrie im Schleidener Tal kam, bis 1875/76 die Reidtwerke in Oberhausen, Wiesgen, in den fünfziger Jahren bereits in Gangfort aus wirtschaftlichen Gründen und dem viel zu spät erfolgten Bahnanschluß (1884) stillgelegt werden mußten. In den alten Produktionsstätten siedelten sich dann andere Industriezweige, wie Sägewerke, Holzschrauben- und Stuhlfabriken, Papier- und Pappenfabriken und chemische Betriebe, später auch Glasindustrie an.

In der Zeit des Biedermeier entstanden in Schleiden einige klassizistische Bürgerhäuser. In ihnen wurden Musikaufführungen auf schon damals erstaunlich hohem Niveau vom einheimisehen Singverein dargeboten. Felix MendelssohnBartholdy, ein Freund des Schleidener Fabrikanten Carl Poensgen und Wiederentdecker der Bachschen Musik , soll sogar in Schleiden verweilt haben. Vom kulturellen Leben im damaligen Schleiden zeugen auch der hier 1832 gegründete 'Verein zur Beförderung der Landwirtschaft, des Gewerbefleißes, der Intelligenz und Sittlichkeit in den Eifelgegenden', der Handwerker-, später Handwerker- und Gewerbeverein von 1850 und der 1883 gegründete Schleidener Verschönerungsverein, der 1890 in den Eifelverein (von 1888) eintrat. Hinzu

kamen nach der Jahrhundertwende der Turn- und Sportverein (TuS 08), die konfessionellen Vereine und Jugendbünde, die in Schleiden starken Zulauf zu verzeichnen hatten.

Mit der steigenden Einwohnerzahl expandierte zum Ende des 19. Jahrhunderts der seit Hunderten von Jahren in den Mauergrenzen zwischen Olefund Dieffenbach in Nord-Süd-Richtung und der Vorburg und dem Gangfortstor in West -Ost-Richtung gelegene Ortskern, Zunächst wurden mit dem Bau des Bahnhofs 1884 im Süden neue Baugebiete erschlossen, später kamen der Auel im Westen und die Gebiete Richtung Olef dazu. Allerdings bestanden die separaten Ortsteile Dieffenbach und Gangfort schon einige Jahrhunderte vorher.

Um 1900 liegen auch die ersten Anfänge eines Fremdenverkehrs in der Stadt, zumal es einige renommierte Hotels schon früh verstanden haben, die 'Städter' in die 'Sommerfrische' und in den 'Wintersport' in den zwanziger und dreißiger Jahren, später in den 'Luftkurort Schleiden' zu locken. Der Eifelverein gab schon 1913 einen ersten Gästeprospekt heraus und sorgte mit einem Rodelclub 1909 für Wintersport in Schleiden. Von einem regen Vereinsleben, das damals hier herrschte und heute noch Bestand hat, sprechen einige Fotos. Leider fehlt neben den spärlich vorhandenen schriftlichen Dokumenten jegliches Bildmaterial von den ältesten hier erwähnten Schleidener Vereinen. Dagegen überlebten einige Schulchroniken den Zweiten Weltkrieg mi! entsprechendem Bildmaterial, die Schleiden als alte Schulstadt bezeugen. Erste Anfänge schulischer Unterweisung gehen bis zum 16. Jahrhundert zurück. Aus einer sogenannten Lateinschule , zeitweilig im gräflichen Schloß, gingen die beiden berühmten Söhne Schleidens hervor: Johannes Philippus (1506-1556), Sohn des Schöffen und Reidtmeisters Philipp Siberti, genannt Sleidanus, bekanntester Geschichtsschreiber der Reformation in Straßburg; und Johannes Sturmius (1507-1589), Sohn des Gastwirts und gräfli-

chen Rentmeisters Wilhelm Sturm und Gründer und Rektor des Straßburger Gymnasiums und der Akademie (spätere Universität).

Das heutige Städtische Gymnasium (als Rektoratsschule 1866 eingerichtet) und das Bischöfliche Clara-Fey-Gymnasium (1902 als Höhere Mädchenschule gegründet) setzen mit den anderen Schulen (Realschule, Haupt- und Grundschule, Astrid-Lindgren-Schule/Schule für Lernbehinderte und Musikschule) diese Tradition fort.

Im Zuge der Neugliederung verlor Schleiden 1972 den Kreissitz und wurde dem Kreis Euskirchen zugeordnet. Die Städte Gemünd und Schleiden, die Gemeinden des Amtes Harperscheid und die amtsfreie Gemeinde Dreiborn wurden zum Mittelzentrum mi! dem Verwaltungssitz in der neuen Stadt Schleiden zusammengelegt. Zur Stadt gehören heute 18 Ortschaften mit nahezu 5 400 Haushaltungen und rund 14 000 Einwohnern. Das Stadtgebiet umfaßt eine Fläche von etwa 120 krn-, Mögen die alten Ansichten Erinnerungen wachrufen, zum Erzählen anregen oder einfach Freude bereiten. Zum Schluß sei denen Dank gesagt, die mit der Ausleihe der Fotos und mit Auskünften beim Zustandekommen des Buches geholfen haben, ebenso dem Archiv der Stadt, der Kreisbildstelle des Kreises Euskirchen und dem Rheinischen Bildarchiv Köln. Einen besonderen Dank verdienen Dr. Hermann Hinsen und Werner Rosen.

Dem Verfasser des Bild- und Textbandes über Alt-Schleiden sei es gestattet, dieses Buch ûber Schleidens jüngere Vergangenheit seiner lieben Frau Maria, die aus den altansässigen Eifelfamilien Reidt und Küpper stammt, zu ihrem 65. Geburtstag in herzlicher Dankbarkeit zu widmen.

1. Die erste Ansicht von Schleiden aus dem 19. Jahrhundert liefert uns die romantische Lithographie aus dem Jahre 1831 von Nicolas Ponsart (1788-1870) aus Malmedy. Auf der Rückseite des Originals steht: 'Seiner Königlichen Hoheit dem Prinzen Wil helm von Preußen, Sohn seiner Majestät des Königs, mit gnädigster Erlaubnis ehrfurchtsvoll gewidmet von N. Ponsart. ' Die Klosterkirche und die Klostergebäude beherrschen neben dem Schloß mit der Schloßkirche das ganze Bild. Links ist in der Nähe des Südtores (Pfortentor , abgerissen 1891) noch derTurm der Stadtmauer zu sehen, die in der Mitte des 17. Jahrhunderts durch den Bau der Klosteranlage zum ersten Mal unterbrochen bzw. überbaut werden durfte. Im Vordergrund eine typisch romantische Szenerie am Driesch und Olefufer.

2. Eine der ältesten, vielleicht sogar die älteste Postkarte des Verlags Braselmann von 1894: Schleiden als kleinste Kreisstadt Preußens im damals größten Flächenkreis. Von links kommt ein Eisenbahnzug mit sechs Waggons ins Bild. Die Linie Kali-Helleuthal wurde 1884 eröffnet. Auf dem Driesch neben der Klosterkirche (1686) stand das erste Gebäude der Höheren Stadtschule von 1869. Rechts im Bild sieht man das alte Gebäude des heutigen Hotels Schleidener Hof, das zum separaten Ortsteil Dieffenbach gehörte. Im Vordergrund von rechts nach links die Schlinksche Apotheke, die evangelische Volksschule von 1835 und das evangelische Pfarrhaus. Zum besseren Erkennen ist die Aufnahme wahrscheinlich vor dem Druck zumindest in den Dach- und Gebäudekonturen übermalt worden.

3. Im Unterschied zur Ansicht von 1894 haben wir es hier mit einer echten Fotografie zu tun, die als Postkarte mit einer 5- Pfg-Marke der Reichspost am 7.4.00 abgestempelt ist. Zwischen Dieffenbach und Olef duckt sich das rund sechshundert Einwohner zählende Städtchen Schleiden unter der das Tal beherrschenden Burg der Grafen von Schleiden aus dem 12. Jahrhundert mit der ehemaligen Schloßkirche von 1525. Nach teilweiser Zerstörung und Abbau der Türme und Schildmauern durch die Franzosen (1702) wurde die Burg in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in ein Wohnschloß umgewandelt und dem damaligen barocken Stil angepaßt.

4. Diese Postkarte von 1903 gibt einen Bliek über die Olef mit dem Wehr (heute an der Brücke der Bundesstraße 265) und den Driesch zum ehemaligen Schloß der Grafen von Schleiden. Auf der Bergnase zwischen Olef und Dieffenbach gebaut, zeichnet es seit altersher das Stadtbild, das als Siedlung unterhalb der Vorburg schon um 1300 erwähnt wurde. Die Schloßkirche von 1525 (Vorläufer eine Burgkapelle von 1230) steht im Vorburgbereich, einbezogen im Burgbering. Die Stadt hatte eine eigene Mauer, die entlang der Olef verlief. An der Brücke links stand bis 1891 das Pfortentor , die Olef bildete hier den Stadtgraben. Im Vordergrund zweigt von der Olef ein Wasserlauf ab, der sogenannte Werksgraben, zur Siedlung Gangfort.

5. Die Burg zu Schleiden wird erstmals 1198 als selbständige Herrschaft der Edelherren von Schleiden genannt. Ab 1450 waren die Grafen von ManderscheidiSchleiden und ab 1593 die Grafen von der Marck Besitzer der Burg. Nach Niederlegung von Mauern und Türmen 1689 und 1702 durch französische Besatzungstruppen wurde sie 1726 schloßartig umgebaut. Die Herzöge von Arenberg regierten in Schleiden von 1773 bis 1794. blieben aber trotz französischer Besatzung weiterhin im Besitz des Schlosses. Aus dieser Zeit stammt die Tapete von 4,55 m Länge, die unser Bild oben zeigt, eine griechische Küstenlandschaft mit Fantasiestaffagen, Sockel und Friesstreifen, gemalt von A.P. Mongin 1835. Das Foto wurde um 1914 aufgenommen.

6. Der Bergfried des Schleidener Schlosses und der Nordflügel, wie sie Jahrhunderte das Stadtbild beherrschten, wurden nach der Zerstörung 1944 (noch) nicht wieder aufgebaut. Links neben dem Treppenturm, heute mit neuem Helm, liegt der Couvenbau, genannt nach dem Aachener Baumeister Joh. Jos. Couven. Nach dem Wiederaufbau 1950 wurde hier eine Kapelle eingerichtet für das Schülerheim Marianum, das sich seit 1920 in der Obhut der Lazaristen - Missionare des Heiligen Vinzenz von Paul- und seit 1951 der Oblaten des Heiligen Franz von Sales befand. Das Internat wurde in den achtziger Jahren aufgelöst und das Schloß an einen privaten Investor verkauft, allerdings mit der Aussicht auf eine Nutzung, die Schleidens wirtschaftlichen Interessen gerecht wird.

7. Ansicht vom Scheurenter Berg nach Südwesten über Schloßkirche und Schloß zum Langerscheider Wäldchen mit dem Knochenfeld (ehemaliger Standort eines Galgens) und rechts zum Hausten und Kammerwald. Links an der Allee (Blumenthaler Straße) der 1884 gebaute Schleidener Bahnhof, darunter mit dem hellen Dach das Haus Wahl im Burggarten, in dem zeitweilig Katharina Linden mit ihrem Bruder gewohnt hat. Unterhalb des Schlosses, in der heutigen Parkanlage am Dieffenbach, ein Tennisplatz, auf dem die einstige 'Haute-volée' Schleidens spielte. Der Verkehrsweg Schleiden-Losheim wurde 1840 mit einer befestigten Decke versehen, 1905 wahrscheinlich neu ausgebaut, da die Stadt vom Steinhauer P. Küpper 113 Grenzsteine für 73,45 RM gekauft hatte.

8. In dem Buch 'Schleiden - Vergangenheit und Gegenwart' von 1975 schreibt Heinrich Neu: 'Eine Stadt auf mittelalterlichem Grundriß überhöht von dem Schloß, mit all dem Reiz, den mittelalterliche Kleinstädte auf unsere Zeit auszuüben vermögen: So war Schleiden in das 19. Jahrhundert überkommen. Die alte Geschlossenheit dieser Stadt ging verloren, als man den Bahnhof (1884) auf dem rechten Ufer der Olef anlegte. Nunmehr setzte eine rege Bautätigkeit auf dieser Seite des Flusses ein, die bis heute weitgehend das Bild des neuen Schleiden bestimmt.' Im Vordergrund die Höhere Stadtschule (1869) und gegenüber der evangelischen Kirche die katholische Volksschule (um 1790). Rechts oben sieht man die ersten Häuser von Scheuren mit dem alten Olefer Kirchweg. Das Foto wurde um 1900 gemacht.

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