Schlema in alten Ansichten

Schlema in alten Ansichten

Auteur
:   Oliver Titzmann
Gemeente
:   Schlema
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6471-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Schlema in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Einleitung

Neben Schlema gibt es wohl kaum eine andere erzgebirgische Gemeinde, die zu Beginn dieses [ahrhunderts eine so steile Entwicklung genommen hat, in der Mitte des [ahrhunderts so tief fallen mußte, und sich jetzt am Ende des Jahrhunderts wieder anschickt einen neuen Höhenflug zu erleben. Das Schicksal der Gemeinden Nieder- und Oberschlema wurde seit jeher durch den reichen Schatz an Erzen bestimmt, die seit Iahrmillionen im Schoß des Tales ruhten. Die Bewohner der bis 1952 selbständigen Schlematal-Gemeinden schürften bereits im 13.1 14. Jahrhundert aufEisen und Kupfer. Im Bereich des Gleesbergs, des Zechenplatzes, bis in das Silberbachtal hinein, fanden die Bergleute des ausgehenden Mittelalters die größte Ausbeute. Die im 15. [ahrhundert folgende Periode des Silberbergbaus sah die kleinen Gemeinden als Orte mit erzverarbeitender Industrie für das im Schneeberg-Neustädtler Revier geförderte Erz. Das Schlematal erfüllte sich mit dem Leben, das die Hammerwerke und Schmelzhütten mitbrachten. Um dem Schneeberger Bergbau die notwendige Menge an Grubenholz zuführen zu können, entstand in den Iahren 1556-1559 der von Bockau bis Oberschlema verlaufende 15 km lange Floßgraben. Nebenher lebten von seinem Wasser, das er dem Tal zusätzlich brachte, eine ganze Reihe Schlemaer Mühlen. Der ein halbes [ahrhundert früher angelegte Marx-Semmler-Stolln durchzieht in 20-50 m Tiefe das gesamte Schlematal und hatte einst die Aufgabe, das immer tiefer in den Fels vordringende

Schneeberg-Neustädtler Revier von den Grubenwässern zu befreien. Dem Niedergang des Schneeberger Silberbergbaus schon nach wenigenjahrzehnten höchster Ausbeute folgte der Aufstieg des 1644 gegründeten Oberschlemaer Blaufarbenwerks, das auf der Flur beider Gemeinden später seine 45 Gebäude ausbreitete und somit zum größten Blaufarbenwerk der Welt wurde.

Das hier hergestellte wunderschöne Kobaltblau entstand in einem komplizierten Verglasungsprozeß und schmückte Delf ter Kacheln, böhmisches Kristall und Meißner Porzellan.

Der Einweihung der Eisenbahnstrecke Niederschlema - Schneeberg/Neustädtel 1859 öffnete das Schlematal der Industrialisierung und band es an die Wirtschaft der Welt an. In rascher Folge entstand eine Vielzahl an Industriebetrieben, besonders des Maschinenbaus und der Papierherstellung. Mit dem beginnenden 20. [ahrhundert bahnte sich eine Entwicklung ganz anderer Art an. 1909 stießen Wissenschaftler der Bergakademie Freiberg im Bereich des alten Marx-Semmler-Stollns auf die stärksten radonhaltigen Wässer der Erde. Richard Friedrich, Werkbaumeister des Blaufarbenwerkes, erkannte den Wert des neuen Schatzes und verfolgte mit übermenschlicher Energie und Tatkraft dessen Nutzbarmachung. Bis 1913, dem [ahr des ersten Ausschanks des Radonwassers, erschloß Friedrich die untertägigen Wässer für einen späteren Kurbetrieb. Eine 1915 gegründete VerwertungsgeseIlschaft ließ von 1916 bis 1918 unter den schwierigen Bedin-

gungen des Ersten Weltkrieges ein kleines, aber anmutiges Kurhaus errichten, das die namhaften Architekten Lossow und Kühne entwarfen. Die trotz der folgenden Krisenzeit zu Beginn der zwanziger [ahre steile Aufwärtsentwicklung des Radiumbades Oberschlema verdankte der kleine Ort der überragenden Heilwirkung seiner Quellen. Kamen 1918 nur 478 Kurgäste, so waren es 1929 schon 10486 und 1943 gar 17 048. Während Oberschlema in den zwanziger und dreißiger [ahren sein Ortsbild vollkommen veränderte und zu einem eleganten Kurort mit entsprechendem Umfeld wurde, konnte das benachbarte Niederschlema mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten. Es behielt zwar das Gepräge einer kleinen Industriegemeinde, doch zog es mit seinem idyllisch gelegenen Erholungsheim und dem gut besuchten Restaurant 'Panorama' am Floßgraben viele Oberschlemaer Kurgäste an und bot weniger betuchten Gästen eine preiswerte Unterkunft in nicht allzu großemAbstand zu den Badeeinrichtungen.

Nach der Not des Zweiten Weltkrieges hoffte der im letzten Kriegsjahr fast zusammengebrochene Kurbetrieb auf einen Neubeginn. Doch im November 1946 wurde dieser durch die sowjetische Besatzungsmacht eingestellt, die ihrerseits dem Schlematal einen Neubeginn ganz anderer Art gab. Der Uranbergbau der kommenden zwanzig Iahre in diesem Tal veränderte nicht nur das gesamte territoriale, wirtschaftliche und soziale

Gefüge der beiden Gemeinden, sondern zerstörte auch den gewachsenen Lebensraum mit schwersten Folgeschäden für das Landschaftsbild. Seit den beginnenden neunziger [ahren unternimmt der Ort Schlema alle Anstrengungen, um die Hinterlassenschaften des Uranbergbaus zu beseitigen und knüpft an die längst verloren geglaubte Tradition als Kurbad an. Auf und an der Fläche des ehemaligen Ortszentrums Oberschlemas, das 1952 dem exzessiven Bergbau geopfert werden mußte, erhebt sich nun die Verkörperung der ungebrochenen Kraft um die Nutzung der heilenden heimisehen Quellen, das moderne Kurmittelhaus inmitten des neuen Kurparks.

Dieses Buch hat die Absicht, nicht nur bislang fast ausnahmslos unbekannteAufnahmen des alten Schlema zwischen 1890 und 1940 zu präsentieren, sondern die alten Fotografien sollen auch zum längeren Hinschauen animieren, wobei das Verständnis des Betrachters durch kleine begleitende Texte unterstützt wird. Abschließend danke ich allen, die freundlicherweise Aufnahmen zur Verfügung gestellt haben; besonderen Dank gebührt Herrn Hans Landgraf, dessen Fotografien hier die Mehrzahl bilden.

OliverTitzmann

1 Diese Aufnahme aus der Mitte der dreißiger [ahre vermittelt einen Blick auf das Schlematal in seiner ursprünglichen landschaftli chen Umgebung. Der Standpunkt ist die Lößnitzer Höhe, und der Betrachter kann links im Tal den Hang des Klosterbergs, dahinter den Gleesberg, daneben die Stadt Schneeberg mit dem mächtigen St. Wolfgang, rechts anschließend den Hammerberg, das Panorama und die Ausläufer des Schafberges erkennen. Eingebettet im Tal, sanft umschlossen von den Höhen, liegen die Gemeinden Niederschlema und Oberschlema in wahrhaft reizvoller Mittelgebirgslandschaft.

2 Die Ortsmitte des Dorfes Oberschlema um 1890. In der Bildmitte erhebt sich die alte, renovierungsbedürftige Dorfkirche, die nach der Zerstörung ihrer Vorgängerin während der großen Hochflut von 1573 im selben [ahr neu errichtet wurde. Rechts im Bild befindet sich die alte Papiermühle, die nach einem Brand 1790 zwei [ahre später neu entstand und in dieser Form bis 1932 existierte. Im Hintergrund rechts über dem 'Grûnen Winkel' sieht man den ungleichmäßig mit Fichten bewachsenen Hammerberg, der erst wenig später mit jungen Buchen frisch aufgeforstet wurde.

3 Innenansicht der Oberschlemaer Kirche nach der grundlegenden Renovierung derjahre 1896/97.DerReiz des alten Gotteshauses lag besonders in seiner stilvollen Kastendecke mit dem beeindruckenden Schmuck der Ölmalereien. Die neuen Buntglasfenster um den Altarraum wie auch die Leuchter waren sämtlich Spenden der heimischen Unternehmer, die damit nicht nur ihre Frömmigkeit zumAusdruck bringen wollten, sondern gleichsam eine soziale pflicht im Dienste der Allgemeinheit erfüllten. Infolge der Senkungserscheinungen durch den bodennahen Uranbergbau mußte die Kirche 1952 geschlossen und 1953 abge-

brachen werden. Viel zu wenig Inventar wurde aus der alten Kirche für die neue gerettet.

4 Ein Blick vom Hang am Grenzweg auf das Blaufarbenwerk Oberschlema um 1890. Rechts im Vordergrund befindet sich das Riedel-Gut, links daneben überwacht das Bahnwärterhäuschen die Einfahrt zum Bahnhof Oberschlema. Das Blaufarbenwerk verband die beiden Gemeinden Oberschlema und Niederschlema miteinander, lag auf beiden Ortsf1uren, bildete aber für sich selbst einen eigenen administrativen Bereich. Die gewaltige Rauchentwicklung der vielen Schornsteine war besonders für Niederschlema eine erhebliche Belastung, denn der fast ständig herrschende Westwind trieb die Schwaden das Tal hinab. Diese Aufnahme indes ist recht untypisch, denn hier ziehen die qualmigen Schwaden talaufwärts nach Oberschlema.

5 Blick vom Floßgraben am Krauthäupteberg in Richtung Oberschlema um 1890. In der Bildmitte erhebt sich die 1888 neu errichtete Buntpapierfabrik Wilisch, die in den Folgejahren erheblich erweitert wurde. Erst 1995/96 wurde der nicht mehr nutzbare große Fabrikkomplex abgebrochen. Heute verläuft exakt an der Stelle, an welcher im Vordergrund der lange Zaun zu sehen ist, der untere Teil der neuen Umgehungsstraße zwischen der WilischVilla und dem ehemaligen Oberschlemaer Bahnhof.

6 Ansicht des oberen Schlematals von Schneeberg aus. Dominiert wird das Bild vom großen Gleisbogen der 1952 stillgelegten Eisenbahnstrecke Oberschlema - Schneebergl Neustädtel. Unmittelbar im Bildvordergrund befindet sich heute der 'AutoCûnther' mit Tankstelle. Links durchzieht das Tal die Ziegenschleppe bis zum Güldengrund und Emmerlich-Gut, auf der rechten Seite durchläuft die Auer Straße die ersten Häuser Oberschlemas mit der RiedelFabrik und der späteren Gaststätte 'Sáchsische Schweiz' . Im Hintergrund erhebt sich der aufgeforstete Hammerberg. Die Aufnahme entstand etwa 1910.

Obersdtlema Î. sädis. ErzgIlb.

7 Oberschlema zwischen Zechenplatz (links) und Fürstenmühle (rechts) um 191 O. Klar ersichtlich ist auf dieser Aufnahme die ursprüngliche Größe des alten Zechenplatzes, denn er umschloß das hier gut erkennbare Huthaus und bescherte ihm eine Insellage. Rechts neben dem Huthaus steht das damalige Oberschlemaer Rathaus, heute Wohnhaus des Schlossers Mehlhorn. Der obere Teil des Grimmerweges, der sich vom Zechenplatz in Richtung Silberbachtal windet, ist hier noch völlig unbebaut.

Oberschlema i. sächs. Erzgeb.

8 Der Komplex der Oberschlemaer Fürstenmühle mit dem Bebauungsstand der Jahrhundertwende. Ihren Namen erhielt sie von einem alten Bergstollen, dem Fürstenstollen, der oberhalb dieser Gebäude sein Mundloch hatte. Als Antriebskraft für die Mühlenanlagen diente zum größten Teil das Wasser des Floßgrabens, der unterhalb des Zechenplatzes nicht in den Schlemabach floß, sondern über ihn geführt wurde und nun in einem Betriebsgraben der Fürstenmühle zufloß. Zusätzlich erhielt die Mühle über einen weiteren Betriebsgraben ab dem 'Grûnen lIaus' Wasser aus dem Schlemabach. Trotzdem genügte die Wassermenge oft

nicht, so daß 1893 eine Lokomobile in die Mühle eingebaut wurde, die mit ihrer Dampfkraft den Mühlenbetrieb vom Wasserangebot unabhängiger machte.

tP C f! zij ehe n Ç0 1 i.i C 1 U1 u n s c h t t t

FORSTENMOHLE OBERSCHLEMA - MÜHLE STEIN. "'"d," C. f . .5:eonhardl.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek