Schlitz in alten Ansichten

Schlitz in alten Ansichten

Auteur
:   Emil Vollet
Gemeente
:   Schlitz
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2423-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schlitz in alten Ansichten'

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9. Dieses Bild aus dem Jahre 1907 zeigt die Stadtkirche, erstmals erwähnt wurde sie 812. Im Hintergrund sieht man den Hinterturm, dessen Spitze mit einem Baugerüst umstellt ist. Man hatte das Wächterhaus abgebaut und durch einen Steinkegel ersetzt. Der Turm erhielt dadurch wieder die Gestalt seines früheren Aussehens. Im Vordergrund sieht man noch einen Teil von dem Wirtschaftsgebäude der Vorderburg. Während sich im unteren Teil die Wagenremise befand, wurden im oberen Teil Eicheln und Kastanien gelagert, die man für die Winterfütterung des Wildes benötigte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden hier und auch im Benderhaus Wohnungen geschaffen, um die durch Krieg und Vertreibung entstandene Wohnungsnot zu lindern.

10. Am Stadtpfarrhaus rechts weitergehend blickt man auf die Kirche. Man sieht ihr vorn äußeren schon an, daß hier aus mehreren Bauabschnitten ein Gotteshaus geschaffen wurde, das sich harmonisch in das Rund der Burgen einfügt. Diese Nordseite wird flankiert von einern Treppenturm (Vorderburger Turrn), erbaut 1598, damit die Hertschaften aus der Vorderburg ihre Empore im Kirchenraum erreichen konnten. Überragt wird das ganze von dem achteckigen gemauerten spätgotischen Turm aus dem 14. Jahrhundert. Auf der darauf 1604 errichteten Glockenstube erklingt seit Mitte des 19. Jahrhunderts an Sonn- und Feiertagen die feierliche Choralmusik des Posaunenchors.

11. Das reichgegliederte Westportal aus dem 13. Jahrhundert befindet sich dort, wo auch bei der Basilikakirche der Haupteingang war. Die an den Säulen er· kermbaren Abschliffstellen entstanden, als in der Frühzeit die für Krieg oder Ernte gesegneten Schneidwerkzeuge noch einmal besonders nachgeschärft wurden, Das Taufbecken war hier noch mit einem Fuß versehen, als Ersatz für den damals unauffindbaren Originalfuß. Neben der Kanzel ist im oberen Teil der Wand das Epitaph des Dietrich von Schachten und Ehefrau Sidonie von RiedeseI. Das kleine Denkmal zeigt den Friedrich von Görtz aus 1560, der mit seinem Bruder Werner 1546 die Reformation in Schlitz einführte.

12. Ein Bliek von der Empore über dem Westportal zeigt den Altarraum mit dem Epitaph des Hans von Görtz und seiner Ehefrau Margarethe von Dörnberg 1585. Die Kanzellinks trug als Errichtungsjahr die Zahl 1534; wahrscheinlich ging man früher davon aus, daß in diesem Jahr die Reformation hier eingeführt wurde. Die Kanzel wie auch der Altar sind bei Restaurierungsarbeiten entfernt worden, ebenso die im Altarraum rechts sichtbare Balustrade, hinter der sich der Sitz der gräflichen Familie befand. Auch das Taufbecken aus dem Jahre 1467 befindet sich nicht mehr an dieser Stelle.

13. Noch einmal das Westportal allerdings in anderer Gestalt. Bei der Einweihung des neuen Tyrnpanon, geschaffen von dem Grafen EmU Friedrich von Schlitz anläßlich der l TOû-Jahr-Feier von der Wiederkehr der Einweihung 812, war eine ganze Reihe hoehgestellter Gäste anwesend, unter anderen der Großherzog von Hessen mit Gemahlin, Prinz August Wilhelm als Vertreter des Kaisers sowie der Graf selbst in Johanniteruniform. Die Einweihung wurde vorgenommen von Dekan Schmidt, Oberpfarrer in Schlitz, unter Mitwirkung von Superintendent Petersen, Stadtpfarrer Böckner, Pfarrer Schäfer aus Hartershausen und Pfarrer zur Nieden, Hutzdorf. Neben dem Prinzen August Wilhelm die Gräfin Elisabeth, die später einiges aus der Schlitzer Geschichte schriftstellerisch verarbeitete.

14. Noch einmal einen Bliek auf die Kirche werfend, sah man hier früher einen kleinen umzäunten Platz. Es war die Grabstätte des Georg Heinrich von Görtz, geboren 1668 in Schlitz. Er war zunächst Minister in Schleswig, um darm als Minister in die Dienste des schwedischen Königs Karl XII. zu treten. Nach dessen Tod 1718 wurde dem Minister von Görtz von den Nachfolgern des Königs wegen einiger angeblicher Verfehlungen der Prozeß gemacht. Er wurde 1719 zum Tote verurteilt und hingerichtet. Nachdem sich die politische Lage wieder beruhigt hatte, erhielt seine Familie eine fürstliche Entschädigung. Die kleine Apsidiole über dem Grab soll anzeigen, daß Mitglieder der Familie von Görtz an Kreuzzügen teilnahmen. Bei der Apsidiole handelt es sich um eine Bauform, die aus dem Orient nach Deutschland karn.

15. Auf einer Freifläche zwischen Hinterburg und Schachtenburg wurde am 31. Oktober 1917 ein Gedenkstein eingeweiht zur Erinnerung an die Einführung der Reformation. Nach überliefertem Wissen fand dieses Ereignis im Jahre 1546 statt und als Initiator wird der Junker Werner von Görtz genannt. Wie man auf dem Bild erkennen kann, waren unter den zahlreichen Teilnehmern an dieser feierlichen Handlung auch einige Uniformträger, war es doch ein Kriegsjahr und viele Männer waren als Soldaten fern der Heimat. Für die Familien zu Hause war das sicher auch Anlaß an ihre Angehörigen zu denken und für eine glückliche Heimkehr zu beten.

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16. Diese im Fachwerkstil erbaute Burg von 1557 gehörte der Witwe des Kriegsrates von Schachten, einer geborenen von Görtz. Die Burg beherbergte bis zum Jahre 1894 das Großherzogliche Hessische Amtsgericht. Das aufgestapelte Brennholz ist typisch für die Waldgegend und diente zur Ofenheizung, denn Kohlen waren für die Bevölkerung zu teuer. Jahrzehnte lang diente die Schachtenburg als Dienstwohnung gräflicher Bedlensteter. Seit einigen Jahren ist ein Teil des Altersheims der Graf Görtzischen Stiftung dort untergebracht.

17. Die Gasse auf diesem Bild kennen wir als 'Stadtberg'. Vor dem Jahre 1925 hieß sie 'das Torgäßchen'. Es war die Gasse, die durch das Niedertor führte, Die Buchbinderei Weis, an der Ecke links, wird heute als Buchhandlung ebenfalls unter diesem Namen geführt, Rechts befand sich das Restaurant Reinhardt. Heute ist es ein Café Braun. Das Niedertor selbst hat man in den zwanziger Jahren wiederhergestellt. Die winkligen Gassen und verschachtelten Fachwerkhäuser dienten schon so manchem Maler als Motiv.

Schlitz. Marktplatz mit Rathaus.

18. Der Marktplatz mit seinem alten Brunnen, dessen Wasserfontäne seit 1930 von einer durch Schlitzer Bürger gestifteten Sankt Georgs Figur ersetzt wurde. Die obere Abgrenzung des Marktplatzes bildet das 1617 erbaute Rathaus mit seinem kleinen Uhrturm. Im Rathaus befindet sich der Sitz der Stadtverwaltung. Neben dem Rathaus erblickt man noch einen Teil des Ostgiebels der Kirche mit dem Fenstergiebel der Barbarakapelle. Die Bürgerhäuser, links das Haus Zöller und rechts das frühere Jägerische Haus, beide mit kleinen Vorgärten, die hier noch nicht überbaut waren.

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