Schlitz in alten Ansichten

Schlitz in alten Ansichten

Auteur
:   Emil Vollet
Gemeente
:   Schlitz
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2423-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schlitz in alten Ansichten'

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19. Hier ist der Marktbrunnen zu sehen, und zwar aus der Zeit als noch keine Wasserleitung im Haus vorhanden war. Mittels einer aus Baumstämmen gefertigten, durch eiserne Manschetten miteinander verbundenen Rohrleitung wurde Quellwasser aus der Feldflur in solche Brunnen geleitet. Aus dem Brunnenstock lief das Wasser in das Becken, wo die Anwohner dann ihren Wasserbedarf holen konnten. Auf dem Wege zum Obertor sehen wir ein Kuhgespann mit Jauchefaß. Das ist ein Zeichen dafür, daß sich auch innerhalb des Burgenringes bäuerliche Betriebe befanden, Bei dem mit Reben bewachsenen Haus, 1595 bereits erwähnt, wurde inzwischen das Fachwerk wieder freigelegt, Leider ist durch einen Vorbau der Unterteil des Gebäudes nicht mehr in dieser Art erhalten.

20. Den unteren Teil des Marktes begrenzen drei Gebäude von sehr unterschiedlichem Aussehen. Links ein Gasthaus, das früher der Ottoburg zugeordnet war und daher auch mit diesem baulich zusamrnenhängt. Das mittlere Gebäude, 'Zum schwarzen Adler', war bereits im Dreißigjährigen Krieg ein Gasthaus mit Pferdewechselstation für die Reisenden. Im hinteren Teil dieses Anwesens befanden sich große Stallungen. Auch Feldherr Tilly soll während des Dreißigjährigen Krieges als Gast in diesem Haus übernachtet haben. Das schmale Haus, Buchbinderei Weis, liegt unmittelbar am Niedertor. Dieser kleine Fußgängerweg bildet wie in früherer Zeit neben dem großen Obertor die einzigen Zugänge zur Stadtburg Schlitz.

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21. Die südliche Begrenzung des Marktplatzes bildet die Ottoburg. Dieses Bild zeigt den Marktbrunnen bereits ohne den Brunnenstock, aus welchem früher das lebensnotwendige Wasser in das Becken floß. Im Zuge der Zeit wurde eine modernere Wasserversorgung mit Zapfstellen in den Häusern installiert. In der Ottoburg waren damals die Dienstwohnungen von Beamten der Graf Görtzischen Verwaltung sowie eine reichhaltige gräfliche Büchersammlung untergebracht. Nach einem Brand in den Nachkriegsjahren wurde das Gebäude gründlich instandgesetzt und dient seit 1957 als Jugendherberge. Die Kastanienbäume, die einen Teil der Ottoburg verdecken, wurden wie ihre Nachfolger ein Opfer von Blitzschlägen.

22. Die alte Stadtstraße vom Marktplatz zum Obertor zeigt links noch einmal das Haus Jager, in dem sich ein Kolonialwaren- und Textilgeschäft befand. Vor dem Eingang des Hauses stehen zwei Damen in langen Kleidern, was typisch für die Bewohnerinnen der Stadt Schlitz war. Auf den Dörfern wurde die Schlitzerländer Tracht getragen, wo die Röcke kürzer waren. Die Stadtstraße führt seit der Ernennung des Reichspräsidenten von Hindenburg zum Ehrenbürger der Stadt Schlitz den Namen Hindenburgstraße. Da sich hier früher eine Reihe der wichtigsten Geschäfte befand, war ein reger Fußgängerverkehr zu verzeichnen.

23. Wenn man heute die Hindenburgstraße in Richtung Obertor entlang geht, wird man dieses Haus leider vergeblich suchen. Der Besitzer, von Beruf Metzger, hatte hier neben seiner Landwirtschaft einen kleinen Laden mit eigener Metzgerei. Nebenbei machte er auch Hausschlachtungen. Da man in neuerer Zeit mit den alten Gebäuden nicht viel anzufangen wußte, mußten sie weichen. Den Bedürfnissen der Neuzeit entsprechend befindet sich dort jetzt ein Parkplatz. Da ein Bild von diesem Haus älteren Datums nicht aufzutreiben war, mußte leider eine Aufnahme aus der neueren Zeit verwendet werden.

24. Die Sandkirche auf dem Friedhof aus dem Jahre 1612 ist ein Gebäude mit eigener Charakteristik. Da man ihr in der Vergangenheit wenig Beachtung schenkte, war ihr Aussehen nicht gerade erhebend, Eine an der Außenfront angebrachte Sandsteinkanzel ist nur durch eine Tür getrennt, mit einer gleichen im Kirchenraum verbunden. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurden die Namen der gefallenen Söhne der Stadt zum ewigen Gedenken auf der Täfelung der Balustrade angebracht. Es war leider eine sehr große Anzahl, denen diese Ehre zuteil wurde.

25. Der Zugang zur Stadtburg hatte 1906 dieses Aussehen. Rechts die beginnende Burgmauer, an deren Anfang noch ein Teil des äußeren Burgtors zu erkennen ist. Das Haus links, die Wacht, diente damals als Amtshaus des städtischen Ordnungshüters. Mit einer Arrestzelle ausgestattet konnte hier jeder unliebsam aufgefallene Zeitgenosse sicher untergebracht werden. In einem an dem großen Tor erkermbaren Raum hatte die freiwillige Feuerwehr von Schlitz, gegriindet 1848, ihre Löschgeräte untergebracht. Die langen Feuerwehrleitern befanden sich unter dem rechts an der Mauer sichtbaren Dach.

26. Ein Bliek aus einem Fenster der Vorderburg zeigt die Straße 'Im Grund'. Rechts liegen die Oberund Untergasse. Links sieht man noch einen Teil der Hainbuche. Das schöne Fachwerkhaus mit dem Doppelgiebel war die Färberei Schmidt. Ein Unternehmen, das durch die Leinenweberei in Schlitz einige Bedeutung hatte, So gehörten die Färber Schmidt's auch zu den angesehensten Bürgerfamilien. Die Vielgestaltigkeit der Dächer war ein anderer Anblick als die heutigen modernen eintönigen Stadtbilder. Im Hintergrund sieht man den Eisenberg, eine der höchsten Erhebungen im Schlitzerland, der mitten in einem schönen Waldgebiet liegt und zu erholsamen Spaziergängen geradezu auffordert.

27. Verläßt man den Burgenring wieder durch das Obertor und folgt dem links an der Burgmauer entlang führenden Fußweg, dem Kumpftreppchen, so kommt man an den Feuerwehrleitern und dem Kumpf vorbei. Der 'Kumpf", ein steinernes Wasserbecken, diente wie der Marktbrunnen den hier wohnenden Bürgern zur Wasserversorgung. Wasser war zu dieser Zeit noch keine Mangelware, trotzdem wurde sehr sparsam damit umgegangen, mußte doch jeder Tropfen, wie hier 1895, mit Kübeln ins Haus getragen werden.

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28. Auf diesem Bild sieht man die Sengelbach. Früher bildete der Sengelbach den Burggraben, später aber die Teiche, die im Sommer der Fischzucht und im Winter der Natureisgewinnung dienten. Die an dem Bach wohnenden Bürger nahmen die Vorteile durch dieses Gewässer gerne in Anspruch. In dem nährstoffreichen Wasser hatten Enten und Gänse eine gute Futterquelle und wurden so zu einem guten Festtagsbraten, aber nicht nur für den Eigenbedarf. Durch den Verkauf des Geflügels wurde so manche Haushaltskasse aufgebessert.

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