Schlitz in alten Ansichten

Schlitz in alten Ansichten

Auteur
:   Emil Vollet
Gemeente
:   Schlitz
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2423-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schlitz in alten Ansichten'

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39. Geht man die Ringmauer weiter abwärts, so bot sich dem Betrachter das Bild einer reich gegliederten Fachwerkfront. Der rechts stehende Häuserblock bestand aus sechs verschiedenen Gebäudeteile, die jedoch so ineinander verschachtelt waren, daß es unmöglich war, einen Teil davon zu erhalten. Die hier sichtbaren Teile gehörten zuletzt, von rechts beginnend, dem Malermeister Paul. Er hatte hier seine Werkstatt untergebracht. Das niedrige Gebäude in der Mitte war Frau Zöll und dazwischen das Gebäude, was etwas zurücklag, gehörte der Familie Suppes, In dem Haus mit dem geschindelten Giebel befand sich der Schuhmacher Wilhelrn Paul, der dort bis zum Abbruch des Gebäudes sein Schuhgeschäft hatte. Auf der Rückseite waren noch die beiden Häuser der Familien Febr und Jumel.

40. Die Ringmauer weiter abwärts schreitend, erblickt man rechts die Ottoburg, wie sie auf der Burgmauer emporragt, ein weithin sichtbares Zeichen für Macht und Ansehen ihrer Besitzer, Der Minister bei König Karl XII. von Schweden, Georg Heinrich von Görtz, wurde 1868 in dieser Burg geboren. Der aus Schmiedeeisen gefertigte Zaun im Vordergrund gehörte zu dem Stammhaus der Weberei Langheinrich, die hier 1833 ihre Tätigkeit begann. Zunächst wurden Hausweber verpflichtet, die auf ihren Webstühlen zu Hause die Ware webten und dann bei der Ablieferung der Qualität entsprechend entlohnt wurden. Ein späterer Anbau für die Weberei wurde in der jüngeren Zeit für den katholischen Gottesdienst genutzt.

41. Im Zuge der weiteren Mechanisierung der Weberei waren die von den Hauswebern gefertigten Waren nicht mehr konkurrenzfähig. Daher wurde bereits 1890 ein neues Betriebsgebäude errichtet, um hier mit den maschinengetriebenenen Webstühlen schneller produzieren zu können. Die Aufnahme von den Beschäftigten aus dem Jahre 1901 zeigt, daß Frauenarbeit zu dieser Zeit noch nicht so selbstverständlich war, wie wir das heute kennen. Durch den Aufschwung, den diese Weberei in den folgenden Jahren nahm, wurden die Fabrikationsräume zu klein und es mußten die Räume vergrößert werden. Die Arbeitszeit betrug damals täglich zehn Stunden, Gearbeitet wurde an sechs Tagen der Woche. Der Arbeitslohn betrug pro Tag zwei Mark.

42. An der Einmündung der Ringmauer in die Günthergasse hatte man diesen Bliek auf die Konditorei Jungblut. Der Eingang des Gebäudes befand sich an der Ecke. Im Laden wurden neben den Erzeugnissen aus der eigenen Bäckerei auch Süßigkeitenund Tabakwaren verkauft. Im Anbau befand sich der Gastraum, in dem unter anderem auch ein Billard vorhanden war. Rechts anschließend war die Metzgerei und Gastwirtschaft Weber. Das Bild dieser Häuserfront sucht der Besucher heute vergeblich. Im Zuge der Modernisierung der letzten Jahrzehnte bekam alles ein anderes Aussehen,

43. Biegt man von der Ringmauer in die Günthergasse ein, passiert man an der Ecke diese beiden Gebäude. Zuerst kommt die Sattlerei Lauterbach, später hieß diese Eifert. In dem Haagischen Haus mit seiner schönen Treppe und dem schmucken Fachwerk war bis vor einigen Jahren noch das Schuhgeschäft Schellhaas. Zwischen den beiden Gebäuden befand sich ein Durchgang, das 'Hutzdorfer Pfädchen', Damals, als Hutzdorf noch keine eigene Kirche besaß, gingen die Bewohner von dort auf diesem Weg in die Schlitzer Kirche. Dem Fußgänger bot sich beim Passieren dieses Weges manch schöner Bliek. Heute ist der Weg für den Durchgangsverkehr gesperrt,

44. Ein Bliek von der Günthergasse in den 'Siebertshof" zeigt, daß die Existenzgrundlage vieler Familien in der Landwirtschaft lag. Während der Mann meist einen Beruf hatte, versorgte die Frau neben dem Haushalt auch noch die Tiere und bestellte die Feldarbeit. Daß dabei auch die Kinder schon kräftig mithelfen mußten, braucht wohl nicht besonders erwähnt zu werden. Hier sind zwei dieser unentbehrlichen Helfer mit dem Allzwecktransportmittel, dem Schubkarren, zu sehen. Da das Fotografieren zu jener Zeit noch nicht so selbstverständlich war, brachten sich die beiden Burschen natürlich erst recht in Positur, Der Steinborn im Vordergrund diente den Bewohnern in diesem Teil der Stadt

zur notwendigen Wasserversorgung für Haus und

? Hof.

45. Links zu Beginn des Siebertshof stand das Wirtshaus 'Zur Haimat', Da dieses Wirtshaus an dem Weg lag, den die herrschaftlichen Knechte früher zur Arbeit gingen, war an Wirtshausgästen kein Mangel. Wenn das Geld auch noch so knapp war, einige Kreuzer für den Feierabendbranntwein wurden immer noch abgezweigt. Als die letzte Wirtin, Frau Schmidt, in den dreißiger Jahren starb, war die Bewirtung der Gäste schon einige Jahre zuvor eingestellt worden. Von dieser Gastwirtin wird berichtet, daß sie es mit dem Reinheitsgebot des Schnapses nicht so gen au nahm, denn wenn die Gäste in vorgerückter Stunde noch Schnaps bestellten, soll sie diesen mit dem Wasser vom Steinborn verlängert haben.

46. Blickte man vom Siebertshof über die Sengelbach, so sah man das Franksche Haus links und rechts war die Sattlerei Ihle. Der Hofraum zwischen den beiden Häusern war aber auch noch der Zugang zu einigen anderen Anliegern. Da die Grundstücke alle offen waren, konnte man diese jederzeit nach allen Seiten passieren. Dem Ortskundigen war es möglich, von einem Teil der Stadt in den anderen zu gelangen, ohne daß er die Fahrstraße zu benutzen brauchte. Ging man über diesen Hof nach links, so kam man bei dem Haus des 'Millionen-Frank', in der heutigen Brauhausstraße, vorbei.

47. Dieses Bild zeigt die Günthergasse, früher 'An der Bach', Man erkennt gerade noch das Haus des Schornsteinfegers Frank (links) und die Sattlerei Ihle, die hier noch ohne den erst später eingebauten Laden sichtbar ist. Das Fachwerkhaus mit dem großen Torbogen ist das 1810 erbaute Hospital. Daneben, rechts, die Schmiede Henkel, zu welcher auch noch ein Teil des Hauses in der Bildmitte gehörte, was an der unterschiedlichen Fassadenfarbe zu erkennen ist. Der andere Teil des Gebäudes war im Besitz des Eisen- und Kohlenhändlers Georg Thöt. Das nächste Haus, das etwas von der Straße (Steinweg) zurückliegt, gehört zum Hospital. Im Untergeschoß waren die Waschlruche und der Bügelraum untergebracht. Im Obergeschoß befand sich der Kindergarten. Ganz rechts noch einmal das Wirtshaus 'Zur Haimat'.

48. Das Hospital, in Schlitz einfach 'Spital' genannt, wird hier von der Hofseite gezeigt, Rechts das Haus mit den Krankenzimmern und dem Einfahrtstor. Auf der schön geschwungenen Treppe zum Haupteingang eine Diakonisse, von denen das Haus und die Patienten früher betreut wurden. In dem linken Gebäude war die Kinderschule (Kindergarten) untergebracht. Die hohe Treppe führte zu den beiden Räumen im Obergeschoß, wo unter Aufsicht einer Diakonisse und einer Gehilfin die Kinder mit Spielen und Singen manch schöne Zeit erlebten. Zu jener Zeit, als Zentralheizungen noch nichts alltägliches waren, gehörte noch in jedes Krankenzimmer ein Ofen. Um diesen im Winter kräftig schüren zu können, benötigte man eine Menge trockenes Brennholz, das in dem Schuppen gelagert wurde,

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