Schlitz in alten Ansichten

Schlitz in alten Ansichten

Auteur
:   Emil Vollet
Gemeente
:   Schlitz
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2423-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schlitz in alten Ansichten'

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69. Man kann den Park des Schloß Hallenburg nicht erwähnen, ohne auch jene zu nennen, die ihm sein heutiges Aussehen gaben. Zu nennen wäre zunächst Graf Karl, geboren am 15. Februar 1822. Er unternahm in den Jahren 1844 bis 1847 eine Weltreise, von der er viele Anregungen mitbrachte, die er dann in seiner Heimat in die Tat umsetzte. Daher befindet sich im Schloßpark eine große Zahl von bei uns seltenen Bäumen, die er von seiner Reise mitbrachte und im Park pflanzte. Die von ihm unternommene Weltreise war für den Grafen Karl auch Anlaß dazu, über seine Erlebnisse und Eindrücke ein Buch zu schreiben.

70. Für die anfallenden Arbeiten zur gärtnerischen Gestaltung und Pflege des Parkes und der anderen Anlagen hatte der Graf von Schlitz einen ausgezeichneten Gehilfen, und zwar den Obergärtner Heinrich Frank. Er hatte in der Schloßgärtnerei auch bereits eine Pflanzenzucht betrieben, was für die damaligen Verhältnisse ein sehr fortschrittlicher Betriebszweig war. Nach den Anweisungen des Grafen Karl wurde der Schloßpark mit den geraden Wegen und den strenggeschnittenen Hecken (französischer Garten) in einen Landschaftsgarten nach englischem Stil umgewandelt. Wie aus einer Urkunde des Heimatmuseums ersichtlich, bestanden die Bezüge des Obergärtners ab 1. Januar 1900 aus Bar- und Sachleistungen in Höhe von 16900 Mark. Wenn man bedenkt, daß der Lohn eines Webers etwa 400 Mark betrug, so war das Einkommen des Gärtners beträchtlich.

71. Daß auch spätere Generationen ihre Spuren im Schloßpark hinterlassen haben, kann man hier sehen. Aus Anlaß des ersten Besuches von Kaiser Wilhelm II. im Jahre 1891 wurde im Schloßpark eine Eiche gepflanzt. Dem Kaiser selbst diente der Aufenthalt in Schlitz immer zur Erholung und Entspannung. Eine seiner liebsten Aktivitäten war die Jagd auf den Auerhahn, der damals in unserem Wald noch recht häufig anzutreffen war. Der Kaiser unternahm auch gern Spaziergänge. Eine Leibwache war zur damaligen Zeit noch nicht nötig, deshalb ergab sich bei diesen Spaziergängen auch manchmal ein Gesprach mit den Bewohnern des Schlitzerlandes.

72. Daß sich Gartenbesitzer auf ihrem Grundstück eine Laube errichten, wurde inzwischen zur Selbstverständlichkeit. Früher war dem aber nicht so, denn wann sollte denn ein solches Bauwerk genutzt werden, wenn man an die Arbeitszeit von 60 Stunden in der Woche zurückdenkt? Bei den Herren von Schlitz war dies natürlich etwas anders und so entstand im Schloßpark, unmittelbar am Ufer des Flüßchens gelegen, dieser kleine Tempel. Die Grundmauer vom Wasser umspüllt, urngeben vom Grün der Parkbäume bot es dem Besucher der aus Fulda kommend den Höhenrücken überschritten hatte, einen freundlichen Anblick. Wie so viel Schönes aus der Vergangenheit istjedoch auch dieses Kleinod verschwunden. Nur noch die Fundamente erinnern daran.

73. Wenn 1912 liebe Gäste abreisten, war dies eine große Sache, denn auch geringe Entfernungen waren damals, selbst für Autobesitzer, schwer zu überwindende Hindernisse. Daher versammelte sich auch die ganze Familie, um wie hier den Großherzog Ernst Ludwig zu seiner Rückfahrt nach Darmstadt zu verabschieden. Daß man sich bei dieser Gelegenheit von seiner besten Seite zeigen wollte, ist nur zu verständlich, war doch der anwesende Fotograf keineswegs so selbstverständlich wie heute. Die Luxuskarosse wurde noch rechts gesteuert und war mit ihren sechs Sitzen damals ein aufsehenerregendes Gefährt.

74. Am Ausgang des Schloßparkes in Richtung Hallenbrücke stand links die 'Hallenmühle'. Dieses bereits 1587 erwähnte klassizistische Gebäude war die Hauptmühle der gräflichen Verwaltung. Der letzte Pächter, Herr Heil, verließ die Mühle, als diese etwa 1910 zu einem Elektrizitätswerk umgebaut wurde. Das sehr breite 'unterschlächtige' Mühlrad wurde später überbaut und durch eine Turbine ersetzt. Das Angebot des Grafen an die Stadt Schlitz elektrische Energie zu verkaufen, wurde von der Stadt ausgeschlagen, denn diese war bereits dabei ein eigenes Elektrizitätswerk zu errichten. Heute befindet sich in der Hallenmühle ein Teil des Limnologischen Institutes der Max-PlanckGesellschaft.

75. Der Weg führt von der Hallenmühle kommend, den Damenweg unterhalb der Hall folgend, zu den beiden Mühlen im heutigen Mühlenweg. Zunächst die Schneidmühle, die mit ihren beiden Mühlrädern die Wasserkraft der Schlitz nutzte, um die aus den großen Wäldern unseres Schlitzerlandes kommenden Baumstämme zu Balken und Brettern zu schneiden. Aus einem Vertrag von 1906 geht hervor, daß ein Glasermeister Adalbert Hainer der Pächter dieser Schneidmühle war. Heute ist nicht nur der Schneidebetrieb, sondern auch die beiden Mühlräder verschwunden. Die rechts im Hintergrund sichtbare frühere Papiermühle soll unseren kleinen Spaziergang durch unser Städtchen beschließen.

76. Mit der alten Papiermühle beschließen wir unseren Gang durch unser Städtchen. Diese Mühle, 1585 als Mahlmühle erstmals erwähnt, wurde 1670 niedergelegt und an gleicher Stelle eine Papiermühle errichtet. Die Papiermacherfamilie Hüttenmüller, die fast 100 Jahre als Bestäner, das heißt Pächter, genannt wird, verhalf der Mühle zu ihrem guten Ruf. Ab 1772 besuchte Andreas Hüttenmüller jedes Jahr die Leipziger Messe, um dort seine Erzeugnisse selbst anzubieten. Da durch die Entwicklung der Papiermaschinen die Papierherstellung immer mehr an Bedeutung verlor, wurde der Betrieb auf die Herstellung von Pappe umgestellt. Diese wurde mit der Silbermedaille des Kurhessischen Gewerbevereins ausgezeichnet. Ihr Absatzgebiet lag bis im femen Rußland. Die langen, schmalen Öffnungen im Dach des Gebäudes dienten der Belüftung der hier oben zum Trocknen aufgehängten Papierprodukte. 1909 wieder zu einer Mahlmühle umgebaut, wurde diese aber 1957 bereits wieder eingestellt.

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