Schloß Neuhaus in alten Ansichten

Schloß Neuhaus in alten Ansichten

Auteur
:   Franz Josef Winter
Gemeente
:   Schloß Neuhaus
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2795-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schloß Neuhaus in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

'Schloß Neuhaus in alten Ansichten', ein Buch nur für alte Neuhäuser? Keineswegs! Der vorliegende Bildband enthält eine Zusammenstellung von alten Fotografien und Postkarten, die Erinnerungen nicht nur für die 'Alteingesessenen' lebendig werden lassen, soridern auch den jüngeren und den neuen Bürgern von Schloß Neuhaus etwas von der Atmosphäre des alten Residenzf1eckens Neuhaus vermitteln. Sie geben ein Bild der Gemeinde Neuhaus und des Lebens ihrer Einwohner etwa von der Jahrhundertwende bis 1930. Sie dokumentieren darüberhinaus - vergleicht man sie mit dem heutigen Schloß Neuhaus - die seither eingetretenen Veränderungen des gewachsenen Ortsbildes. Welche Veränderungen und Verluste an historisch wertvoller Bausubstanz besonders in jüngerer Zeit eingetreten sind, wird zum Beispiel daran deutlich, daß von den insgesamt 34 Fachwerkhäusern mit Hausinschriften, die der Paderborner Stadtbaurat a.D. Paul Miehels noch Anfang der fünfziger Jahre in seiner Darstellung 'Hausinschriften in Neuhaus' beschrieben hat, heute mehr als die Hälfte verschwunden ist.

Der Begleittext soll dem Betrachter, besonders dem, der das Dargestellte nicht mehr aus eigener Anschauung kennt, eine Hilfe sein, die alten Ansichten, trotz der Veränderungen, richtig einzuordnen. Dem dienen auch die für die einzelnen Häuser neben der Straßenbezeichnung und der Hausnummer angegebenen

Besitzernamen, die dazu noch etwas von dem 'familiären Flair' des kleinen Residenzstädtchens wiedergeben. Soweit möglich ist das vorhandene Bildmaterial so ausgewählt und geordnet worden, das der Betrachter, wie bei einern Spaziergang, den Hauptstraßenzügen folgend, das alte Ortsbild kennenlernt. Vorn Elsener- oder Almetor geht der Weg zu Schloß und Kirche, vorn Schloßtor über den Marienplatz, die Schloßstraße und Paderborner Straße zur Fürstenallee und wieder zurück durch die Mühlenenge zur Schloßkreuzung. Von dort geht es weiter durch die Residenzstraße über die Lippebrücke nach Sennelager, zurück mit einern Absteeher durch das Mastbruch auf der Bielefe1der Straße zum Ortskern und durch Sertürner Straße und Klumpsack zur Busestraße. Mit Aufnahmen aus dem Bereich der Neuhäuser Kirchstraße schließt der Rundgang ab.

Da die eingeflochtenen kunstgeschichtlichen Hinweise, insbesondere aber die historischen Daten bewußt knapp gehalten sind, soll zum besseren Verständnis für den geschichtlich interessierten Leser noch in einern kurzen Abriß auf die Geschichte von Schloß Neuhaus eingegangen werden:

Zum ersten Mal wird Neuhaus im Jahre 1036 in einer Urkunde erwähnt, mit der der bedeutende Paderborner Bischof Meinwerk das von ihm gegründete Stift Busdorf in Paderborn mit dem Zehnten eines großen Meierhofes in 'Nyenhus' ausstattet. Nachdem

Bischof Simon 1. 1257 von Papst Alexander IV. die Genehmigung erhalten hatte, wegen Spannungen mit der Paderborner Bürgerschaft und Streitigkeiten mit dem Erzbischof von Köln in seinem Bistum Burgen anzulegen, wurde der bischöfliche Hof in Neuhaus zu einer Burg ausgebaut. Unter seinem Nachfolger Otto van Rietberg 1275 van den Paderbornern zerstört, wurde sie, wieder errichtet, 1370 unter Heinrich von Spiegel zur ständigen Residenz der Paderborner Bischöfe, die sie in den folgenden Jahrhunderten zu einer der prächtigsten Wasserschloßanlagen Westfalens umbauten.

Mit der Verlegung der Residenz von Paderborn nach Neuhaus wurde der Ort lebendiger Mittelpunkt des Paderborner Fürstbisturns. Als das Hochstift Pad erborn 1802 im Zuge der Säkularisation an das Königreich Preußen fiel, hatte Neuhaus als fürstbischöfliche Residenzstadt ausgedient. Die Gemeinde verarmte. Erst die dauernde Unterbringung preußischer Kavallerieeinheiten im Schloßgelände bot ab 1820 vielen Bürgern des Residenzfleckens wieder eine neue Existenzgrundlage. Eine besonders enge Verbundenheit entstand dabei zu den in Neuhaus seit 1851 in Garnison liegenden Husaren des Husarenregimentes 8 und den Soldaten seines Nachfolgeregimentes, des Reiterregimentes 15, die, wie die Bilder zeigen, aus dem örtlichen Leben nicht wegzudenken waren. Die beschauliche Zeit als Ackerbürger- und Garnisonsstadt endete mit dem Zweiten Weltkrieg.

Die folgenden Jahre des Aufschwungs, in denen sich auch die seit 1922 in Neuhaus ansässigen BentelerWerke zu einem der bedeutendsten deutschen Stahlrohrhersteller entwickelten, machten Neuhaus zu einem wirtschaftlich blühenden Gemeinwesen, das 1957 seinen Namen in 'Schloß Neuhaus' änderte. Das Jahr 1975 beendete dann die selbständige Existenz der alten Residenz. Schloß Neuhaus wurde im Zuge der kommunalen Neuordnung durch Gesetz des Landtages von NRW Ortsteil der neuen Großstadt Paderbarn.

Bildmaterial wurde zur Verfügung gestellt von den Damen und Herren: M. Becker, G. Beismann, K. BIome, K. Borchers, F. Gaßmüller, H. Gückel, G. Hachenberg, B. Hunstig, A. Husemann, H. Lamskemper, M. Pavlicic, M. Schwerbrock, J. Thunemeyer, A. Vogt, P. Volkenrath, H. Westermilies, der Fa. Harlinghausen, dem Traditionsverband ehemaliger l5er Reiter, dem Stadtarchiv Paderborn (Sammlung Michels). Literatur unter anderem: Becker, Schloß Neuhaus, 1970; Die Residenz, Jahrgänge 1963-1984; Gemeinde Neuhaus, 700 Jahre Schloß Neuhaus, 1957; Michels, Hausinschriften in Neuhaus, unveröffentlichtes Manuskript, 1953; Wurm, Schloß Neuhaus, Neuauflage 1957 bearbeitet von Miehels/ Middeke).

1. Die heute mehr als 50 Jahre alte 'Original-Fliegeraufnahme' ist von Süd-Westen her aufgenommen. Sie zeigt deutlich, daß sich die Bebauung noch im wesentlichen auf den historischen Ortskern um Schloß und Kirche zwischen Alme, Pader und Lippe beschränkte. Aus dem Gewirr der Häuser heben sich in der Bildmitte die Kirche und im Kranz der Bäume des Schloßparkes das fürstbischöfliche Schloß, am linken Bildrand das mittlerweile abgerissene St-Andreas-Krankenhaus und auf der rechten Bildseite der Mühlenbereich und der Komplex der Benteler-Werke hervor. Die Bielefelder Straße zieht sich als helles Band zum oberen Bildrand. Das gesamte Gelände zwischen Lippe und Hermann-Löns-Straêe, die alten fürstbischöflichen Küchengärten, ist wie auch der Bereich am Wilhelmsberg, am Sandberg, an der Hatzfe1der Straße und das Mastbruch noch weitgehend von Bebauung frei.

Neuhaus i. W.

Elsener- Tor.

2. Früher wie heute führen alle Einfallstraßen über Brücken in das Zentrum von Neuhaus. Die Almebrücke, über die am Elsener Tor die B 64 (Münsterstraße) in den alten Ortskern führt, bot im Jahre 1910 diesen Anblick. 1835 fertiggestellt, war sie eine Holzbrücke auf massiven Steinpfeilern, die so solide waren, daß sie alle Hochfluten der Alme, selbst die des Jahres 1965, überstanden. Die Brücke wurde 1966 durch einen Neubau ersetzt. Am Ortseingang links befindet sich noch das 1721 erbaute Schlingmeier'sche Haus, Residenzstraße 24, das bereits 1937 abgerissen und durch das Transformatorenhaus der PESAG ersetzt wurde. Es folgen auf der rechten Seite der Residenzstraße von der Bildmitte nach rechts die Häuser Manegold, Adrian, die alte Kaplanei und Berhorst,

3. Folgt man der Münsterstraße - von der Almebrücke an heißt sie heute Residenzstraße - weiter in den Ort, liegt auf der linken Seite die Bäckerei Koch, Residenzstraße 22. Das aus dem 18. Jahrhundert stammende, giebelständige, verputzte Fachwerkhaus mit den leicht vorkragenden Geschossen bot bis zur Mitte der sechziger Jahre, als das Haus durchsaniert und die Fassade modernisiert wurde, diesen malerischen Anblick. Vielleicht wird es später einmal möglich seinsdas Haus unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten zu renovieren und das noch erhaltene Fachwerk freizulegen.

4. Im weiteren Straßenverlauf folgte das prächtige Fachwerkhaus Residenzstraße 20, im Volksmund als das Heitlandsche Haus bezeichnet. Es handelte sich dabei um ein Ackerbürgerhaus mit Längsdiele, zweimal vorgekragter Straßenfront und prof11ierten Balkenköpfen und Füllhölzern, Das prächtige Rundbogentor mit Oberlicht enthielt Torflügel mit reichen Füllungen. Seine Inschrift lautete: LUDOWICUS GOCKEL ET CATHARINA ELISABETHA VAHLEN CONIUGES HAS AEDES E)(STRUI CURARUNT ANNO 1715 DIE 7 JUNII. Das Haus wurde leider nach der Hochwasserkatastrophe des Jahres 1965 abgerissen.

5. Das alte Kaplaneigebäude in der Residenzstraße an der Almebrücke wurde 1818 von der katholischen Pfarrgemeinde angekauft. Es war ein Ackerbürgerhaus mit Längsdeele aus dem frühen 18. Jahrhundert. Dem geräumigen Fachwerkhaus - es hatte 12 Zimmer wurde 1865 zur Residenzstraße hin eine massive Giebe1front aus Backstein vorgesetzt. Es diente bis zum Bezug der neuen Vikarie neben der Kirche (1906) als Kaplaneiwohnung. Ende der ftinfziger Jahre wurde es abgebrochen und durch den heute vorhandenen Neubau ersetzt.

euhaus i. W. - Partie an der Alme

6. Dieser Bliek über die Almebrücke zurück zum Elsener Tor, auf dem man deutlich den Holzbohlenbelag und das Holzgeländer der Brücke erkennt, zeigt rechts das 1911 gebaute Haus Steins, in der Bildmitte, größtenteils verdeckt durch die Pappeln und Linden der Münsterstraße, die 1902 erbaute und 1972 abgerissene evangelische Schule sowie am linken Bildrand den inzwischen ebenfalls verschwundenen Bierkeller des Bierverlages Schmitz.

7. Das Schloß der Paderborner Bischöfe, hier die Nordseite, das Haus Fürstenberg, ist eines der hervorragendsten Beispiele der Weserrenaissance. Seine ältesten Teilen gehen auf das 13. Jahrhundert zurück, die heutige Form mit den vier Ecktürmen erhielt es 1592 durch Dietrich von Fürstenberg (1585-1618). Unter Fürstbischof Clemens August (1719-1761) wurde es im Innern barockisiert und erhielt die großen Durchfahrten. Außerdem wurde in dieser Zeit der Schloßgarten zu der größten barocken Gartenanlage in Westfalen gestaltet und der Marstall sowie die Wache gebaut. Nach der Säkularisation (1802) diente das ScWoß als Fabrik, Lager und Gefängnis, bis es ab 1820 Kaserne für preußische Kavallerieeinheiten war. Seit 1963 dient es als Schule, Auf dem Bild von 1898 posieren Husaren des Husarenregimentes Nr. 8 auf der im Parterre des Barockgartens angelegten Reitbahn vor den Pferdeställen fÛI das Foto.

cJVeuh.au8 i. W.

Sthlob [Ilordîeite]

8. Das Haus Fürstenberg, mit dem das Schloß 1592 als Vier-Flügel-Anlage vollendet wurde, hier aus einem anderen Blickwinkel. Der Rittersaal im 1. Obergeschoß wurde 1845 zur evangelischen Schloßkirche umgebaut. Nachdem die Gemeinde Neuhaus das Schloß 1964 für den symbolischen Preis von 1,- DM erworben hatte, um es vor dem Abriß zu retten, wurde das Geschoß 1970 zu Klassen für die dort heute noch untergebrachte Realschule umgebaut. Das Bild zeigt die barocke Portaldurchfahrt zum Park und die Gräftebrücke von 1732. Die Berme, die Erdaufschüttung zwischen Wasserfläche und Schloßmauer, ist heute entfernt. Die ursprüngliche Wasserschloßsituation, die man noch an der Geländerlücke zwischen dem letzten Brückenbogen und dem Tor - hier war eine Zugbrücke - ablesen kann, ist damit wiederhergestellt. Anstelle des großen Fachwerkgebäudes hinten links, damals Wäscherei der Garnison, steht heute die als Krankenrevier 1934 gebaute 'Kommandantur'.

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