Schloß Neuhaus in alten Ansichten

Schloß Neuhaus in alten Ansichten

Auteur
:   Franz Josef Winter
Gemeente
:   Schloß Neuhaus
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2795-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schloß Neuhaus in alten Ansichten'

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19. In einer kleinen Garnisonsstadt wie Neuhaus waren selbstverständlich die dort stationierten Soldaten, bis 1918 die 8. Husaren, später die Reiter des Reiterregimentes 15, Bestandteil des Straßen- und Stadtbildes. Das Foto von 1909 zeigt eine Gruppe Husaren zusammen mit dem Ortspolizisten Hesse - sitzend rechts im Bild - beim Bier vor dem damaligen Hotel Contzen am Kirchplatz. Das Hotel Contzen, eines der größten und prächtigsten Häuser aus dem 18. Jahrhundert in Neuhaus, dürfte übrigens ursprünglich im Zusammenhang mit der fürstbischöflichen Hofhaltung gestanden haben. Von 1858 bis 1877 war in mehreren angemieteten Räumen des Hauses Contzen die Neuhäuser Schule 'für kleine Knaben und Mädchen' untergebracht.

20. Mit einem feierlichen Festakt wurde 1903 auf dem im Volksmund auch Koksplatz genarmten Marktplatz, dem heutigen Marienplatz, unter den Linden zwischen Schloß und Kirche das Kriegerdenkmal zum Andenken an die im deutsch-französischen Krieg von 1870/71 gefallenen Söhne der Gemeinde eingeweiht. Das Bronzestandbild des mit einer Fahne vorwärtsstürmenden kaiserlichen Infantristen, das allein 9000 Goldmark gekostet hatte, und die beiden Adler, wurden 1942 - um kein Aufsehen bei der Bevölkerung zu erregen, früh morgens - abgebaut und später für Rüstungszwecke eingeschmolzen.

21. Im Jahre 1904 ist diese Aufnahme des heutigen Marienplatzes und der Häuser in der Schloßstraße entstanden. Das Restaurant Lutter, ganz links, ist noch nicht verputzt. Vor dem alten Pastorat befindet sich noch eine kleine Freitreppe und aus seinem Garten reckt ein großer Birnbaum seine Zweige über die Straße. Hinten auf der linken Straßenseite ist das 1967 teilweise abgerissene hohe Gebäude der alten Kornrnühle der Neuhäuser Mühlenwerke zu sehen, in dem sich früher einmal auch die fürstbischöfliche Münze befunden haben soll. Auf der rechten Straßenseite der 'Mühlenenge', deren fünf Fachwerkhäuser glücklicherweise die Straßenverbreiterung als 'denkmalgeschütztes Ensemble' überlebt haben, blickt man auf die Seitenfront des Hauses Temme, dessen heutiges Fachwerk noch unter Putz verborgen ist. Im ersten Geschoß dieses schönen barocken Bürgerhauses befand sich lange Jahre die weit und breit bekannte Graf Spork'sche Weinstube.

Neuhaus i. W.

22. Auf dem nur wenige Jahre später, etwa 1910 entstandenen Bild hat das Restaurant Lutter schon eine schmucke Putzfassade erhalten. Davor, abgetrennt von der damals noch verkehrsarmen Straße durch Blumenkübel, ist ein kleines Straßenrestaurant entstanden. In der Bildmitte hält ein Triebwagen der Straßenbahn, die im 20 Minutentakt von Paderborn über Neuhaus nach Sennelager fuhr. Die zunächst von der Westfálischen Kleinbahn A.G. betriebene elektrische Bahn fuhr zum erstenmal am 30. August 1900 von Neuhaus nach Paderborn. 1909 von der Paderborner Elektrizitäts-AG (Pesag) übernommen, bestand diese Verkehrsverbindung 63 Jahre. Am 27. September 1963 fand die letzte Fahrt der 'Elektrischen' statt, Vorn sieht man die Straßenreinigung Anno 1910: zwei Jungen sind damitbeschäftigt, die Straße zu fegen und einen Karren mit Kehricht zu füllen,

· Neubaus i. W ..

_~ .. : .' P~I'lie am PadeI'boI'oeI'-Tor

23. Hinter der Mühlenenge, am Paderbomer Tor, hatte man um 1910 an der sogenannten Nepomuk- oder Johannesbrücke diesen Bliek in Richtung Paderborn, Vorbei an der von mächtigen Kastanien überragten Statue des Brückenheiligen Johannes Nepomuk und vorbei an 'Mesters Villa', die heute den Hallen der Benteler-Werke gewichen ist, führt die Paderborner Straße, die heutige B 64/68, als schattige, verträumte Allee zur Wilhelmshöhe und nach Paderbom.

j)ie Walkenmühle zwischen Paderborn und j(euhaus.

24. Kurz bevor von der heutigen B 64/68links die Fürstenallee abzweigt, befand sich auf der rechten Seite der Paderborner Straße im Quinhagen die alte Walkenmühle, die bis 1922 als Mühle in Betrieb war und 1966 wegen Baufálligkeit abgerissen werden mußte. Nach einem über dem Tor der Mühle angebrachten Wappenstein war das Gebäude als bischöfliche Mühle durch Fürstbischof Franz Arnold Freiherr Wolff-Metternich zur Gracht (1704-1718) im Jahre 1716 erbaut worden. Dieser Wappenstein wurde 1935 an das 1967 abgerissene Lagerhans der Roggenmühle in der Mühlenenge versetzt und befindet sich heute in der Mauer der Neuhäuser Mühlenwerke an der Schloßstraße.

2S. Auf einem Sandhügel etwa 100 Meter östlich der Fürstenallee, der auch 'Sandallee' genarmten ältesten, direkten Straßenverbindung von Neuhaus nachPaderborn, steht, umgeben von alten Kastanien, die Rochuskapelle. Sie wurde Anfang des 18. Jahrhunderts aufgrund eines Gelöbnisses für die Heilung von der Pest errichtet und dem Pestheiligen St. Rochus geweiht. Bis vor wenigen Jahren fand noch alljährlich, aus Anlaß des Rochusfestes am 1. oder 2. Sonntag nach Maria Himmelfahrt eine Prozession zur Rochuskapelle statt, an der ein feierliches Hochamt zelebriert wurde. Heute hat sich die 1910 gegründete freiwillige Feuerwehr von Schloß Neuhaus der Kapelle angenommen und setzt die alte Tradition mit einer jährlichen Meßfeier für die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr in der Kapelle fort.

26. Das Foto, ein bemerkenswertes Zeitdokument mit der Unterschrift 'Kriegsjahr 1914 - Souvenir d'Allemagne. Guerre 1914', zeigt eine Gruppe französischer Kriegsgefangener, die vermutlich zum Grabenausheben in den Wiesen vor der Rochuskapelle eingesetzt waren. Am äußersten linken Rand der Gruppe, neben dem Wachtposten, steht der damalige Amtsbeigeordnete und Gemeindeverordnete Josef Ternme, auf dessen Initiative die Anlage des Waldfriedhofes zurückgeht, am rechten Rand mit Schäferhund der Ortspolizist Hesse. Die heutige Bebauung an der Fiirstenal1ee ist noch nicht vorhanden, die großen Kastanienbäume der Fiirstenallee sind auf dem Foto erst wenige Jahre alte Neuanpflanzungen und die Rochuskapelle im Hintergrund liegt noch einsam

in der weiten Feldflur. -

27. Zurück zum Ortseingang von Neuhaus: Unmittelbar am Paderborner Tor stand westlich der Bundesstraße etwa gegenüber dem Nepomukstandbild die 1902 erbaute Weizenmühle, die 1945 beim Einmarsch der Allüerten mit Brandgranaten beschossen wurde und niederbrannte. Die Ruine wurde entfernt und an der gleichen Stelle der heute dort vorhandene hohe Silobau errichtet. Das vor der Weizenmühle aufgenommene Foto aus dem Jahre 1901 zeigt Besitzer und Belegschaft der Neuhäuser Mühlenwerke, die sich von 1875 bis 1936 im Eigentum der Familie Rosenthal befanden. Das alte Ortseingangsschild, links im Bild, trägt folgende Aufschrift: Gemeinde Neuhaus - Amt Neuhaus - Kreis Paderborn - Regierungsbezirk Minden - Landwehrbezirk PaderbornBezirksfeldwebel Paderborn.

28. Das etwa 1908 in Hohe der Weizenmühle von der Mitte der heutigen Schloßstraße, früher Paderborner Straße, in Richtung Schloß aufgenommene Foto zeigt auf der linken Seite die Einmündung der Straße zum Quinhagen. Das heute malerische Fachwerkensemble in der Mühlenenge verbirgt seine Schönheit noch unter dem damals üblichen Putz. Rechts von der Bildmitte befinden sich die Gebäude der Roggenmühle und im Vordergrund mit einer repräsentativen Freitreppe das nach dem früheren Besitzer, Gastwirt und Posthalter Scherpel, benannte Scherpel'sche-Haus. Etwa zu Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut, diente es zuletzt als Verwaltungs- und Bürogebäude der Mühlenwerke und fiel mit Teilen der Roggenmühle im Zuge der Verbreiterung der Mühlenenge 1967 der Spitzhacke zum Opfer,

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