Schloß Neuhaus in alten Ansichten

Schloß Neuhaus in alten Ansichten

Auteur
:   Franz Josef Winter
Gemeente
:   Schloß Neuhaus
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2795-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schloß Neuhaus in alten Ansichten'

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59. Die Postkarte aus dem Jahre 1910, die von der Lippebrücke aus aufgenommen ist, zeigt deutlich, wie eng zu dieser Zeit noch die Bielefelder Straße war. Der Oberleitungsmast links vor dem Haus 'Lohgerber Menneken', in dem sich seinerzeit das 'Schuhwarenhaus' Wächter befand, zeigt die Stelle an, wo ein Nebengleis der Straßenbahn vor der Lippebrücke zum Straßenbahndepot abzweigte. Die Straßenbahnlinie selbst verläuft unter dem Straßenbahnmast auf der rechten Seite der Lippebrücke. In dem zweiten Haus links, der heutigen Buchhandlung Böhle, befand sich bis gegen Ende des vorigen Jahrhunderts die Verwaltung des Amtes und der Gemeinde Neuhaus. Zeitweise diente das Gebäude auch als Knabenschule. Trotz einiger moderner Veränderungen hat das um 1800 errichtete Haus auch noch heute im wesentlichen seine klassizistische Fassadenstruktur mit dem Lünettenfenster im Giebelschild des Krüppelwalmdaches und den Eckpilastern bewahrt.

Münsterstrasse.

60. In Höhe der Einmündung der Schul- und der Marstallstraße öffnete sich dieser Bliek in die frühere Münsterstraße, heute Residenzstraße, zum Elsener Tor. Die Backsteinmauer mit dem üppig begrünten Vorgarten vor dem Haus des Viehhändlers Thombansen - dem heutigen Hot - hat dem modernen Verkehr weichen müssen. Das als nächstes sichtbare heutige Schuhhaus Lamskämper und die daran anschließende Bäckerei Hansmann, heute Gaßmüller, haben auf dem Foto noch ihr ursprüngliches Aussehen. Das dann folgende große Ackerbürgerhaus des Bauern Schröder, das auf dem Foto die Straße beherrscht, ist bei Kriegsende 1945 abgebrannt. Zum Almetor hin liegt im Knick der Residenzstraße als Blickfang auf der linken Seite das Haus Adrian, links in der Seitenansicht der Langenberger Hof mit seiner Freitreppe und ganz links, nur noch mit einer schmalen Hausecke am Rand sichtbar, die Adler-Apotheke,

61. Die Adler-Apotheke, unmittelbar neben der katholischen Pfarrkirche gelegen, wurde 1869 von dem Apotheker Josef Linden sen., unter der Bezeichnung Linden'sche Apotheke eröffnet. Um 1930 erhielt sie dann den heutigen Namen 'Sertürner-Apotheke'. Unser Bild aus dem Jahre 1900 zeigt vor ihr eine Karnevals-Veranstaltung zu Gunsten der Buren in Süd-Afrika, deren Schicksal im Krieg gegen Großbritannien in der Bevölkerung große Anteilnahme fand. In 'patriotischer Verbundenheit' wurde der Burenkrieg als Karnevalsspaß nachvollzogen. Es ist überliefert, daß die andere Partei, die Engländer, zum Lippetor hinausgejagt wurde. Der Wirt Ferdinand Varro (unter dem 3. Fenster von rechts mit Hut und schwarzem Vollbart) fungierte in diesem Spiel als 'Feldscher', der Planwagen als 'Verwundetensammelstelle'.

Gruss aus Neuhaus i. Westf.

Restauratien ven frenz Gerke.

62. Das Erinnerungsfoto aus dem Jahre 1909 zeigt in der Schulstraße, heute Sertürner Straße, die Restauration und Schenkwirtschaft Franz Gerke; auf der Treppe mit der großen Reservistenpfeife der Wirt. Er hatte die etwa 1885 von dem Gastwirt Varro gebaute Wirtschaft kurz vorher von seinem Vorbesitzer übernommen. 1910 wurde die Gastwirtschaft bereits von dem Wirt Oskar Volkenrath erworben. Heute wird die alte Gaststättentradition des zwischenzeitlich im Jugendstil verputzten Hauses durch das Hotel-Restaurant Alt Neuhaus, Inhaber Karl Borchers, fortgesetzt.

63. Der 1887 gegründete Turnverein Westfalia hat sich vor wenigen Jahren aufgelöst. Die Fotos sind anläßlich des 5-jährigen Bestehens 1892 auf dem Hof der Firma Christoph Adrian aufgenomen worden, wo der Verein zu der Zeit in einem Lagerschuppen turnte, Ab 1910 befand sich die Turnhalle des Vereins mehrere Jahre lang 'auf dem Saal' der Gastwirtschaft Oskar Volkenrath in der Schulstraße. Die Befestigungsvorrichtungen für die Sportgeräte aus dieser Zeit befanden sich noch bis zur Renovierung des Lokals 1982 im Fußboden und der Holzdecke des Saales, Nach dem Ersten Weltkrieg baute sich der Turnverein in 'Hand und Spanndiensten' hinter der Kriegerhalle eine eigene Turnhalle, die später als Fabrikraum in die Schulmöbelfabrik Hillemeyer miteinbezogen wurde.

64. Die damalige Schulstraße führte direkt auf die 1877 an der sogenannten 'Complimentenstraße' errichtete Klosterschule zu. Unser Foto aus dem Jahre 1913, das vor der Klosterschule aufgenommen ist, zeigt die I-Männchen der Klosterschule mit dem Lehrer Osthoff. Die Klosterschule wurde 1970 abgerissen, An ihrer Stelle im Klumpsack steht heute das sogenannte 'Dreikönigshaus' oder 'Sternhaus', das im Verhaltnis zu der dort noch vorhandenen historischen Bebauung einen Fremdkörper darstellt.

65. Ebenfalls vor der Klosterschule im Klumpsack ist etwa um 1910 dieses Gruppenbild entstanden. Es zeigt die damals noch kleine Lehrerschaft der Neuhäuser Schulen. Stehend, von links nach rechts: Lehrer Hoischen, Lehrer Osthoff, Fräulein Korte, Fräulein Peters, Fräulein Georg, Lehrer Krahn aus Sennelager und Lehrer Eschenbüscher aus Mastbruch. Sitzend von links nach rechts: Hauptlehrer August Mertens, Hauptlehrer i.R. Koch und Fräulein Kurte,

66. Das Bauernhaus Sertürner Straße 22 des Schneidermeisters Freese ist ebenfalls bereits vor mehreren Jahren abgebrochen worden. Das Haus hatte eine Querdeele. Auf dem Torbalken des Deelentores stand auf vertieftem Grund: 'slt saLVs aC paX DoMVI nostrae - DVRCH GOTES HVLF VND SEGEN HABEN WIR EHLEVTH JOHAN HVLSHORST VND MARARET GOCKELEN DIS ERBARWET.' Bei dem lateinischen Teil der Deelentorinschrift (deutsch: Heil und Frieden sei unserem Haus), handelt es sich um ein sogenanntes Chronogramm: Seine Großbuchstaben ergeben zusammengezählt in römischen Zahlen das Baujahr des Hauses: 1672.

St. Flndreaskrankenhaus.

Neuhaus i. West!.

67. Im Jahre 1863 wurde unweit der Alme, unmittelbar hinter dem Marstall des Schlosses, mit dem Bau des nach dem Vornamen seines Stifters, des Kaplans Andreas Winter, benannten St-Andreas-Kraukenhauses begonnen. Die etwa um 1910 entstandene Aufnahme zeigt rechts noch das mit 18 Zimmern sehr große zweigeschossige Fachwerkhaus des Hofgärtners Lührmann, das aus Mitteln des Armenfonds erworben war und als Altenheim diente. Es wich nach dem Ersten Weltkrieg dem Erweiterungsflügel des Krankenhauses. Das St-Andreas-Krankenhaus selbst mußte infolge der Konzentrationsmaßnahmen durch den Krankenhausplan des Landes NRW von seinem Träger, der katholischen Kirchengemeinde St. Heinrich und Kunigunde, aufgegeben werden und wurde 1978 abgerissen. An seiner Stelle steht heute die Sporthalle des Schulzentrums Schloß Neuhaus.

Sert árnercs CleburfsnctlJ.5 /n IVeunaus (Iks.-r geb 19. 7uni 1'7B3

Q~! 20 7ebruor 184-I.zuS.

68. Das Geburtshaus des berühmtesten Sohnes der Gemeinde Neuhaus, des am 19. Juni 1783 geborenen Dr. Friedrich Wilhelm Adam Sertürner, der in der Cramer' schen Hofapotheke in Paderborn 1834 das Morphium entdeckte und damit den Grundstein für die moderne Alkaloid-Chemie und Pharmaindustrie legte, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg wegen Baufälligkeit abgerissen. Das 1671 erbaute Fachwerkhaus stand unweit des Almeufers im sogenannten Klumpsack und befand sich zuletzt im Besitz der Familie Westermilies.

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