Schloß Neuhaus in alten Ansichten

Schloß Neuhaus in alten Ansichten

Auteur
:   Franz Josef Winter
Gemeente
:   Schloß Neuhaus
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2795-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Schloß Neuhaus in alten Ansichten'

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69. Das Haus Reinecke, Busestraße 11, war eines der am reichsten verzierten Ackerbürgerhäuser von Neuhaus. Es war ein zweigeschossiges Fachwerkgebäude mit großem, rundbogigem Deelentor und einem kleinen, zweistöckigem Vorbau, plattdeutsch 'Utlucht' genannt, auf der Westseite. Reiche Flachschnitzereien, Band- und Flechtwerk, bedeekten Schwellen und Füllhölzer an den Auskragungen der Geschosse und am Deelentor. Nach dem Hochwasser des Jahres 1965 wurde auch dieses Haus abgebrochen. Die prächtige Fassade wurde jedoch glücklicherweise zunächst im Freilichtmuseum für bäuerliche Kulturdenkmale in Detmold eingelagert und wird vielleicht demnächst wieder im alten Ortskern im Rahmen einer Neubaurnaßname aufgebaut werden können.

70. Die Detailaufnahme zeigt den Reichtum der Schnitzereien am Torbogen des Hauses Reinecke, die die ganze Fläche der Pfosten samt den Bogenstöcken überziehen. Über dem Torbogen steht auf ausgetieftem Grund: 'BERDT SCHULTEN GAERTNER KATHARINA SIETHOFF ELIGE HA USFRAWE.' Oberhalb der Inschrift auf dem Torpfosten befinden sich die Wappen der Eheleute mit den Anfangsbuchstaben ihrer Namen, links das des Mannes: eine Henkelvase mit drei Blüten, begleitet von den Buchstaben Bund S, rechts das der Frau: eine Hausmarke über einem Herzen, begleitet von den Initialen C und S, darunter links ANNO und rechts 1655.

71. Das Foto aus dem Jahre 1928 zeigt den Kaufmann Johannes Gaßmüller - er war später langjähriger Bürgermeister von Neuhaus - mit seiner Familie vor seinem Haus Busestraße 1, früher Neue Straße 115. Das Pferdegespann mit dem Kohlenwagen auf der Straßenwaage wird von zwei Mitarbeitern der Kohlenhandlung Gaßmüller gefiihrt. Das stattliche Fachwerkhaus, das nach der Schreibweise der noch erhaltenen Inschrift auf der Giebelschwelle aus dem 1. Viertel des 18. Jahrhunderts stammen dürfte, wurde 1934 dadurch verändert, daß das Deelentor entfernt und eine Eingangstür im Stil der Entstehungszeit des Hauses eingesetzt wurde. Mit dem freigelegten und sorgfáltig gepflegten Fachwerk ist das Haus Gaßmüller heute eines der schönsten noch erhaltenen Fachwerkhäuser im alten Ortskern.

72. Sah man von der Residenzstraße in die Kirchstraße, fiel der Bliek auf das stattliche Fachwerkhaus der Familie Dickneite. Das aus dem 18. Jahrhundert stammende Gebäude, dessen ursprünglich vorhandenes Deelentor wohl im 19. Jahrhundert umgebaut worden ist, wurde durch das Hochwasser des Jahres 1965, wie viele andere Fachwerkgebäude in Neuhaus, stark in Mitleidenschaft gezogen und noch im gleichen Jahre abgerissen, Heute befindet sich an seiner Stelle ein Parkplatz,

73. Bliek vom Haus Dickneite über die Kirchstraße, die, gepflastert mit kleinen Findlingen, im Volksmund Bickelweg genannt wird, zurück zur Residenzstraße. Auf der linken Seite lag das Fachwerkhaus Kirchstraße 21 der Familie Bokel, ein Querdielenhaus von 1736. Die Familie Bokel wurde übrigens wegen der damals vor dem Haus stehenden Pumpe, um die für das Foto die Nachbarkinder Aufstellung genommen haben, Pumpen-Bokels genannt, Es folgt das Haus Adrian und vor Kopf das 1716 errichtete Fachwerktraufenhaus Residenzstraße 18. Auf der Stockwerkschwelle dieses Eckhauses befanden sich umlaufend in Kursivschrift Bibelverse. Auf der rechten Seite befindet sich das aus dem Jahre 1784 stammende Haus Manegold. Sowohl das Haus Kirchstraße 21 wie auch das Haus Residenzstraße 18 wurden nach dem Hochwasser des Jahres 1965 durch anspruchslose Neubauten ersetzt.

74. Die sehr volkstümliche und wegen ihrer Haltung nach der Niederlage Preußens gegen Napoleon allseits verehrte Königin Luise von Preußen wurde an ihrem hundertsten Todestag am 19. Juli 1910 in Neuhaus durch eine Theateraufführung von Schulkindern geehrt. Die Aufftihrung fand 'auf dem Saale' des Hotels Kuhlmann, später Hellmann, in der Kirchstraße statt. Die Königin Luise wurde von der Lehrerin Fräulein Kürpiek dargestellt, letzte Reihe Mitte. Über den Titel und den Inhalt des Stückes ist nichts bekannt, jedoch läßt sich an der Kostümierung unschwer ablesen, daß es sich um ein nationales Stück mit symbolhaftem Charakter gehandelt haben dürfte.

75. Das Haus Adrian, Residenzstraße 37, liegt auf der Ecke zur Kirchstraße im Straßenknick der Residenzstraße. Das stattliche, zweigeschossige Fachwerkhaus mit Mansarddach aus der Mitte des 18. Jahrhunderts dürfte ursprünglich eines der fürstbischöflichen Beamtenhäuser gewesen sein. 1872 erwarb es der Kaufmann Thomas Adrian von der Familie Herzheim und gründete dort eine 'Kolonialwaren-Holz-Eisen und Eisenkurzwaren-Handlung' in Verbindung mit einer Gastwirtschaft. Ganz rechts im Bild die Einmündung der Busestraße mit dem 1965 abgerissenen Fachwerkhaus Residenzstraße 18.

76. Zum Schluß - zurückgekehrt fast zum Ausgangspunkt des Rundganges, am Almetor - ein Foto der festlich geschmückten Residenzstraße, das etwa von der Straßenrnitte vor dem Haus Adrian aus aufgenommen ist, Das Transparent 'Sei gegrüßet 0 Libori' weist auf den festlichen Anlaß hin; 1927 jährte sich zum 300-ten Mal die Rückführung der Gebeine des Paderborner Bistumpatrons St. Liborius nach ihrem Raub im Dreißigjährigen Krieg. Bei ihrer Rückgabe 1627 waren die von Herzog Christian von Braunschweig, dem 'tollen Christian', geraubten Reliquien eine Nacht in der Kapelle des fürstbischöflichen Schlosses zu Neuhaus aufgestellt und dann in einer feierlichen Prozession von Neuhaus in den Dom zu Paderborn getragen worden.

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